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Die Ehrfurcht vor dem Leben. Grundtexte aus fünf Jahrzehnten

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Angesichts der drohenden atomaren und ökologischen Katastrophe gewinnt Albert Schweitzers Einstellung zum Leben erneut bestürzende Aktualität. Dieses Buch vereinigt die Grundtexte dazu aus den Jahren 1919 bis 1963.
Schon 1954 hat Schweitzer in seiner Rede bei der Entgegennahme des Nobelpreises in Oslo erklä "�Nur in dem Maße, als durch den Geist eine Gesinnung des Friedens in den Völkern aufkommt, können die für die Erhaltung des Friedens geschaffenen Institutionen leisten, was von ihnen verlangt und erhofft wird... Mögen die, welche die Geschicke der Völker in den Händen haben, darauf bedacht sein, alles zu vermeiden, was die Lage, in der wir uns befinden, noch schwieriger gestalten und uns noch weiter gefährden könnte, mögen sie das wunderbare Wort des Apostels Paulus `Soviel an euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden.` Es gilt nicht nur den einzelnen, sondern auch den Völkern. Mögen sie in den Bemühen um die Erhaltung des Friedens miteinander bis an die äußerste Grenze des Möglichen gehen, daß dem Geiste zum Erstarken und zum Wirken Zeit gegeben

Paperback

First published January 1, 2008

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About the author

Albert Schweitzer

504 books351 followers
Albert Schweitzer, M.D., OM, was an Alsatian theologian, musician, philosopher, and physician. He was born in Kaisersberg in Alsace-Lorraine, a Germanophone region which the German Empire returned to France after World War I. Schweitzer challenged both the secular view of historical Jesus current at his time and the traditional Christian view, depicting a Jesus who expected the imminent end of the world. He received the 1952 Nobel Peace Prize in 1953 for his philosophy of "reverence for life", expressed in many ways, but most famously in founding and sustaining the Lambaréné Hospital in Gabon, west central Africa.

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for c..
65 reviews2 followers
January 1, 2026
»die fundamentale tatsache des bewusstseins des menschen lautet: „ich bin leben, das leben will, inmitten von leben, das leben will.“«
Profile Image for robinie.
105 reviews15 followers
September 14, 2024
Die Ehrfurcht vor dem Leben - dieser Titel ist Programm. Albert Schweitzer findet immer wieder zu diesem Kernthema zurück, auch wenn er hin und wieder Umwege nimmt und man sich zwischendurch fragt, worauf er eigentlich hinauswill. Für Albert Schweitzer hat es bis zur Entstehung dieses Buches dem Begriff Ethik an Energie gefehlt. Sein Anliegen war es, ihn weiterzuentwickeln und darzulegen, warum in der Ehrfurcht vor dem Leben auch das Leben von Tieren inbegriffen sein muss. Das ist ihm mit diesem Werk auch gelungen, auch wenn sich die Welt in dieser Hinsicht inzwischen zum Glück weiterentwickelt hat und man heutzutage mehr Achtung vor dem Leben von Tieren hat, als es vor hundert Jahren noch der Fall gewesen ist.

Dieses Buch ist ebenso persönlich wie philosophisch. Albert Schweitzer nimmt uns mit in seine Kindheit und in die Zeit, als er in Afrika ein Spital gegründet hat. Wir erfahren auch, was er studiert hat: Medizin und Theologie. Und dass er Theologe ist, merkt man diesem Buch auch an.

Über weite Strecken liest sich dieses Buch so, als wäre es Teil einer langen Predigt. Es sind Worte, die man aus dem Mund eines Pastors erwartet. Glauben und Religion sind stark vertreten, und Albert Schweitzer baut mehrfach eine Brücke zwischen dem Christentum/Jesus und der Ehrfurcht vor dem Leben. Es fallen Wörter wie "Erlösung" oder "Rettung der Seele". Nachfolgend mal drei Beispiele, um euch einen Eindruck zu verschaffen (auch vom Schreibstil):

"Der Geist Jesu, den wir als ethischen Geist in uns zur Wirkung kommen lassen, ist identisch mit dem Geiste, der uns das ewige Leben verleiht." (Seite 87)

"Als moderne Menschen sind wir in Gefahr, mit unserem Glauben an das Reich Gottes in Reich-Gottes-Propaganda und äußerlicher Reich-Gottes-Arbeit steckenzubleiben." (Seite 89)

"Die Weltanschauung der Ehrfurcht vor dem Leben hat also religiösen Charakter. Der Mensch, der sich zu ihr bekennt und sie betätigt, ist in elementarer Weise fromm." (Seite 159)


Der religiöse Charakter/Aspekt hat mir nicht so gut gefallen, weil ich der Meinung bin, dass man weder gläubig noch religiös sein muss, um voll und ganz Ehrfurcht vor dem Leben zu haben. Dieser Gedanke ist längst überholt. Es kam bei mir aber oft so rüber, als wollte Albert Schweitzer genau das zum Ausdruck bringen. Ich will ihm das aber nicht zum Vorwurf machen, weil dies eben zum einen seinen Bildungshintergrund und zum anderen seine Zeit widerspiegelt. Man darf nicht vergessen, dass er vor 100 Jahren begann, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen.

Ich hatte oftmals das Gefühl, dass Albert Schweitzer und ich ein Gespräch führen, dabei aber aneinander vorbeireden. Es kam häufig vor, dass ich seine Gedanken nicht nachvollziehen konnte, z.B. auf Seite 73:

"So weiß auch keiner von uns, was er wirkt und was er Menschen gibt. Es ist für uns verborgen und soll es bleiben." (Seite 73)


Da habe ich mich gefragt: Warum soll es so bleiben? Soll man z.B. jemandem, der einen inspiriert hat, nicht danken? Das erschließt sich mir nicht.

Ich hätte mir gewünscht, dass er Beispiele anführt, um seine Gedankengänge greifbarer und verständlicher zu machen. Stattdessen wird mit Begriffen um sich geschmissen. Vieles blieb abstrakt und unzugänglich für mich.

Außerdem habe ich die Grundideen, Vorstellungen oder Forderungen (ich weiß nicht genau, wie ich es nennen soll) von Albert Schweitzer als utopisch, unrealistisch und als Wunschdenken empfunden, auch wenn ich sie als "gut" und "richtig" betrachte. Es kann aber keine Welt geben, in der kein Leben vernichtet wird. Will man ein Krokodil zum Vegetarier umerziehen, damit es keine Gnus mehr frisst? Eine Welt ohne Gewalt gegen jedes Leben ist eine wunderschöne Vorstellung - aber eine, die niemals Realität sein wird. Was also bezweckt Albert Schweitzer mit diesem Buch? Ich habe mich immer wieder gefragt, ob ich ihn vielleicht nicht verstehe. In jedem Fall habe ich den erhobenen moralischen Zeigefinger deutlich gespürt.

Trotz der Kritik hat sich das Lesen dieser Lektüre alles in allem für mich gelohnt. Es hat mich zum Nachdenken angeregt und mich zu vielen Notizen verleitet, die ich nicht ansatzweise in dieser Rezension unterbekomme. Albert Schweitzer bringt Themen auf den Tisch, die jede Menge Raum für Diskussionen bieten. Das ist mir 3 Sterne wert.
Profile Image for Lion Löwent.
25 reviews5 followers
February 5, 2021
Persönlich war dies dünne Buch mein Einstieg in die Philosophie. Es schildert im ersten Teil die Entwicklung der Ethik in der Geschichte. Er geht davon aus, dass sich die Kreise der Solidarität, die der Mensch historisch zuerst nur für seine seine Geschwister empfand, ausdehnten und uns ermöglichen, auch für unbekannte Artgenossen Solidarität zu verspüren. Diese Kreise müssen sich alsbald auf alle Menschen, dann Tiere und letztlich auf alles Lebende ausdehnen.
Hinten im Buch gibt es einen zweiten Text, in dem es um die immanente Gefahr durch Atombomben und der Notwendigkeit, sie zu ächten, geht.

5/5, hat mir viel gebracht
Profile Image for Sabrina Nyuki.
121 reviews
November 20, 2015
"Ich bin Leben, das Leben will, inmitten von Leben, das Leben will."

"Fortschritte des Wissens und Könnens bringen die Menschheit nur im Unwesentlichen voran. Das Wesentliche ist, das wir bessere und tiefere Menschen werden."
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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