Frisch verheiratet und bereits tot: Als perfekte Braut ausgestellt wird die Leiche einer jungen Frau im Schaufenster eines Hochzeitsplaners gefunden. Ihr Herz wurde entfernt und dient dem Täter scheinbar als Trophäe. Jennifer Leitner und Oliver Grohmann vermuten zuerst ein Verbrechen aus Leidenschaft. Doch dann taucht ein weiterer Toter auf, grausam verstümmelt – und das Herz aus der Brust gerissen ...
„Herzenskälte“ ist der zweite Roman von Saskia Berwein und somit auch der zweite Fall für das etwas andere Ermittler-Duo Jennifer Leitner und Staatsanwalt Oliver Grohmann. Ich habe mich nach meiner Begeisterung zu Band 1 sehr auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht.
„Herzenskälte“ liest sich wie schon sein Vorgänger extrem rutschig und klebt nahezu an den Händen. Nachdem es zwar zunächst so scheint, als würden die Ermittler auf der Stelle treten und nicht weiterkommen, nimmt der Roman mit dem zweiten Toten deutlich an Fahrt auf. Es war mir nahezu unmöglich, das Buch zur Seite zu legen, weil es so spannend war. Und das gilt nicht nur für den Fall an sich.
Es hat tatsächlich ein wenig gedauert, bis ich richtig im Fall drin war, mit dem Privatleben der Ermittler klappte das schon von der ersten Seite an. Vermutlich weil mir die beiden schon im ersten Band so sympathisch waren, weil sie eben etwas unkonventionell sind und auch unkonventionell in ihren Ermittlungen vorgehen. Deshalb fand ich es auch so schade, dass die beiden so oft mit „die Kommissarin“ bzw mit „der Staatsanwal“ bzw. „Grohmann“ bezeichnet wurden. Für mich sind es Jennifer und Oliver und waren bereits nach dem ersten Band so etwas wie Freunde. Ob ich allerdings den Kuss zwischen den beiden so zwingend gebraucht hätte, weiß ich nicht. Da bin ich nach wie vor unentschieden, auch wenn die beiden letztlich gut zusammenpassen würden, weil beide nicht einfach sind. Mit Olivers Tochter Hannah kommt zusätzliches Unterhaltungspotential hinzu, auch wenn ich zunächst etwas schlucken musste, als ich gelesen hab, dass Hannah ausgerechnet mal wieder 16 Jahre alt ist, wo ich doch eigentlich eine Allergie gegen 16-jährige Romanfiguren habe. Aber Hannah ist anders, sie bewirkt bei mir die krasse Gegenteil-Reaktion. Hannah mag ich.
Ich hatte das Buch in wenigen Tagen durch, auch wenn mir letztlich Band 1 etwas besser gefallen hat. Ich hatte zwischenzeitlich z.B. auch das Gefühl, dass die Sprünge etwas zu schnell gingen. Schwupdiwup ein zweiter Toter, dann schwupdiwup ein anonymer Anruf…irgendwie war mir das zeitweise zu schnell und fast schon zu einfach und zufällig. Die Schilderungen z.B. von Jesajas Sammlung oder auch von der ersten Leiche waren echt heftig, fast schon zu bildhaft. Das Kopfkino funktionierte wunderbar. Auch sehr heftig, was hinter dem Fall steckt. Echt schockierend zu was manche Menschen fähig sind. Sehr beklemmend.
Alles in allem waren es für mich mit „Herzenskälte“ unterhaltsame und spannende Lesestunden und ich freue mich sehr, dass die Serie weitergehen wird. Der nächste Fall für Jennifer Leitner und Oliver Grohmann wird sehnsüchtig erwartet.
Es ist der zweite Teil aus der Reihe um Jennifer Leitner und Oliver Grohmann Es hat wieder großen Spaß gemacht und ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass sich der bisschen hölzerne unsichere Schreibstil aus Band 1 der Autorin gelegt hat und nun flüssiger ist. Das Buch fängt, ebenso wie bei Bd.1 mit einem harten Prolog an, der nichts für schwache Nerven ist. Dann folgen jeweils ein Kapitel um die jeweiligen Protagonisten, was mir den Einstieg sehr erleichtert hat. Da ist es immer einfacher, wenn man mit den Charaktern nochmal warm werden kann, bevor man mit ihnen auf Mörderjagd geht ;-) Aber mit Kapitel 3 geht es gleich temporeich los. Der Plot ist rasant und die Morde folgen rasch aufeinander und das Ganze endet in einem spannenden, wendungsreichen, stimmigen Ende mit dem Gewissen Etwas. Mir hat das Buch, speziell weil es eben auch wieder in einer sehr schreib- und diskutierfreudigen Leserunde stattfand, sehr großen Spaß gemacht. Die Autorin war mit von der Partie und ist auf jeden Kommentar, Frage, Kritik oder Lob eingegangen. Alles in allem wirklich wieder ein super gelungener Thriller mit authentischen sympatischen Charakter .
Meine Einschätzung: Wie bereits bei ihrem ersten Fall für Leitner und Grohmann, so zog mich auch hier Saskia Berwein unaufhörlich in den Bann des Krimis.
Von Seite 1 an war ich gefesselt, denn ich kam nicht davon los. Gerade der Prolog "im Kopf" und "mit dem Mörder" war spannend und interessant. Und wie bei Fall 1 wird der Handlungsstrang aufrecht erhalten und man erfährt Dinge, die man so vielleicht nicht erwartet hätte. Mit mitunter ungewöhnlichen Methjoden gehen die beiden Ermittler an den Fall ran. Nichts desto trotz ist der Fall intelligent, durch dacht bis ins Detail und sehr komplex. Mit geschickten Wendungen in der Handlung lässt Saskia Berwein ihre Leser im Dunkeln tappen und so allerlei Vermutungen anstellen, die man am Ende doch über Bord werden muss.
Was die Charaktere angeht fand ich es richtig schön liebgewonnene Charaktere wieder zu treffen und neue Leute "kennen zu lernen". Diesmal stand Olivers Privatleben im Fokus, was ich persönlich höchst interessant finde. Da da noch einige Fragen offen zu sein scheinen. Trotz des geringeren Interesses an Jennifer merkte man deutlich, dass sich beide weiter entwickelt haben. Ich jedenfalls bin gespannt, wo der zwischenmenschliche Weg hingeht.
Alles in Allem ein starker zweiter Fall und ein Thriller der Extraklasse mit einem Ermittlerduo in einer Konstellation, die ich so noch nie gelesen habe.
Mein Fazit: 5 Sterne - Empfehlenswert und nichts für Zartbesaitete ...