Der grosse Traum, ein eigenes Buch zu schreiben, steckt in fast jedem von uns und doch erfullen ihn sich nur die wenigsten, weil kreatives Schreiben in Deutschland kaum gelehrt wird, mitunter sogar als verpont gilt - was einer gewissen Ironie nicht entbehrt, ist der Wunsch der Menschheit nach Unterhaltung doch dieser Tage grosser denn je. "Ein Buch schreiben: Schritt fur Schritt zum Autor werden" ist ein Ratgeber fur all diese Menschen, in denen der Traum schlummert, die gerne ein Buch oder Drehbuch schreiben wurden, aber nicht wissen, wie und wo sie anfangen sollen. "Ein Buch schreiben" begleitet sie auf diesem Weg, von der ersten Idee uber die Frage nach der Inspiration bis hin zum fertigen Werk, und beschaftigt sich dabei besonders intensiv mit der Stoffentwicklung: Wie entwickelt man Charakter, Setting und Plot, was macht eine gute Geschichte aus? Dabei gibt Ihnen "Ein Buch schreiben" viele realitatsnahe Vorschlage unmittelbar an die Hand, die nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern ganz konkret auf die Stoffentwicklung und bekannte Frage von angehenden Autoren eingehen. Aber auch das Schreiben an sich sowie Uberarbeitungen und Business kommen nicht zu kurz: Kann man als Autor in Deutschland heutzutage uberhaupt uberleben? "Ein Buch schreiben: Schritt fur Schritt zum Autor werden" ist ein lebensnaher Ratgeber fur alle angehenden Schriftsteller von Buchern und Drehbuchern - und solche, die es werden wollen!"
Auch wenn ich einige Anregungen und Hinweise aus dem Buch aufgreifen werde, wirkt es auf mich insgesamt doch leider „zusammengeschustert“. Es ist ein Sammelsurium an Tipps, wie man sie in vielen anderen Büchern schon gelesen hat. Manches klingt so, als sei es aus englischen Ratgebern entnommen und schlecht übersetzt worden - aber da mag ich zu zynisch sein. Mir persönlich hat auch der Drehbuch-Fokus nicht zugesagt, und ich hätte Beispiele aus Romanen interessanter gefunden.
Was mich allerdings erschüttert und zu den zwei Sternen bewegt hat, war die Ansammlung an Fehlern. Es ist schon ausgesprochen paradox, wenn ein Autorenratgeber (der auf die Bedeutung guten Stils und sorgfältigen Korrekturlesens hinweist) derartig strotzt vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern, wie ich es noch in kaum einem Buch gesehen habe. Wann Pronomina groß und wann klein geschrieben werden müssen, scheint völlig unbekannt zu sein. Die vielen Füllwörter blähen das Buch auf und hätten beim sorgfältigen Lektorat der Schere zum Opfer fallen müssen. In der Belletristik fände ich das „nur“ ärgerlich, als Ratgeber kann ich es nicht ernst nehmen.
Als Einstieg ins Schreiben ist dieser Ratgeber gut geeignet. Auf 248 Seiten gibt es viele Tipps mit Beispielen und Übungen. Sehr angetan war ich von den kurzen Zusammenfassungen hinter vielen Tipps. Soweit ich es beurteilen kann, wird jedes Thema angesprochen. Der Autor schweift nicht um die Themen herum, sondern kommt direkt zum Punkt und schreibt nur das notwendigste. Durch seinen angenehmen Schreibstil ist das Buch sehr gut zu lesen.
Beim Lesen vom Buch kamen mir dann einige Ideen, die ich für meine beiden aktuellen Bücher nutzen kann. Ich fand das Buch sehr gut strukturiert, die Kapitel waren gut aufeinander abgestimmt. Einige Punkte, die speziell Drehbuchautoren betrafen, habe ich nur übersprungen.
Eine Sache habe ich als sehr negativ empfunden. Es gibt keine Infos über den Autor. Im Vorwort schreibt er kurz, warum er diesen Schreibratgeber geschrieben hat. Im Nachwort steht seine E-Mail-Adresse. Mehr Informationen gibt es nicht. Wer ist der Autor? Hat er andere Bücher geschrieben? Was hat er für Erfahrungen? Erfährt man alles nicht und das ist sehr schade.
Ich vergebe 4 Sterne für das Buch. Es ist sehr gut zu lesen, beinhaltet alle wichtigen Themen, aber beim Negativpunkt wollte ich schon fast zwei Sterne abziehen.