Inhalt:
Peter Brandt steht vor dem wohl schwierigsten und Nerven aufreibenden Fall seiner bisherigen Karriere bei der Polizei: Herr Rudolf Schirner, seines Zeichens Lehrer am Büchner-Gymnasium wurde ermordet. Als Brandt seine Ermittlungen aufnimmt, scheint nichts die schöne Fassade, Schirner sei einer der besten Lehrer gewesen, zu trügen. Brandt dringt tiefer in den Alltag des Schullebens in dem Gymnasium und stößt auf Grauenhaftes…
Schreib-/Erzählstil:
Franz zeichnet seine Charaktere mit Vergangenheit, Gegenwart und einem Stück Zukunft aus, so dass der Leser Beweggründe, Verhaltensweisen und Eigenschaften an ihnen ausmachen kann. Der Verlauf der Ermittlungen ist klar strukturiert für den Leser dargestellt, nichts ist der Laune des Autors ausgesetzt, sondern bildhaft und nachvollziehbar geschrieben. Dieses Zusammenspiel ermöglicht ein gradliniges Lesevergnügen, das auch noch durch die gute Geschichte gewinnt.
Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch nun nach dem Tod von Andreas Franz zur Hand genommen, da es noch bei mir lag und ich nun doch neugierig war, ob er so toll schrieb, wie es immer hieß. Und ich wurde mehr als positiv überrascht. Lange hatte ich schon dem Thriller-/Krimi-Genre abgeschworen, doch Franz macht dieses wieder lesens- und erlebenswert. Er kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf den Leser zu und drängt uns seine Meinung auf. Eher spielt er mit diversen Fragen betreffend Ethik, Moral, Sitte, Anstand, Verrat und Freundschaft. Ab wann begehe ich Verrat, wo befinde ich mich in guter Gesellschaft und kann bedingungslos Freunden vertrauen? Er spinnt eine Geschichte um Menschen, die zwar wissen, dass Mord ein hartes Mittel ist, begibt sich aber stets auf Spurensuche in den Beweggründen dieser. Der Leser ist am Ende ziemlich zwiegespalten, da sein Gewissen appelliert, sein Bauchgefühl mulmig ist und er einen moralischen Knacks erleidet. Dahingehend ist Brandt als Hauptprotagonist perfekt gewählt.
Fazit:
Ich werde mich auf jeden Fall mal darum kümmern, auch posthum von Franz noch einige Werke zu lesen, denn er hat mir mit Tod eines Lehrers sein exzellentes Können eindeutig bewiesen!