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A wie Ada

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In der Sprache ihrer Eltern heißt Ada Insel. Ada denkt, auch sie wäre eine einsame Insel. Der Umgang mit anderen Menschen ist ihr oft unangenehm; wann sie sich wie verhalten soll, kann sie schwer einschätzen. Ada will geliebt werden, nicht von allen, unbedingt aber von den anderen.
Poetisch und humorvoll erkundet Dilek Güngör in »A wie Ada« die Beziehungen ihrer Protagonistin, angefangen bei deren Kindergarten- und Schulfreundschaften bis hin zu ihren eigenen Kindern und ihrem Mann. In Miniaturen lernen wir eine stolze wie auch verletzliche Frau kennen, deren zwiespältige Sehnsucht nach Innigkeit und Verbundenheit niemandem fremd ist.

112 pages, Hardcover

Published January 1, 2024

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About the author

Dilek Güngör

13 books6 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Ulla Scharfenberg.
156 reviews238 followers
February 14, 2024
In zarten Miniaturen schreibt Dilek Güngör von Momenten in Adas Leben. Wie sie in einer Prüfung eine Antwort nicht weiß. Wie sie beschließt die Freundin anzuschweigen. Wie sie den Brieffreund los wird. Wie sie die Tanten belauscht. Wie sie einen Mantel kauft. Wie sie Gäste bewirtet. Wie sie ihrem Kind ein Armband schenkt. Es sind Fragmente aus dem Alltag und der Erinnerung, die mit wenigen Worten eine ganz besondere Kraft entfalten und uns einem Menschen so nahe bringen, dass es sich stellenweise fast zu intim anfühlt.
Dilek Güngör ist eine wahre Meisterin der Sprache. Sie schreibt Poesie, ohne dass es Lyrik ist oder künstlich-künstlerisch. Ihre Worte sind immer zugänglich, klar. Vor allem aber berührend, tröstlich und gar nicht so selten auch voller Humor. Ich bin Fan.
Profile Image for Julia (wortknistern).
319 reviews170 followers
February 8, 2024
[unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]

Mit “Vater und ich” war Dilek Güngör für den deutschen Buchpreis nominiert und hat mich mit ihrer poetischen, zärtlichen Sprache direkt begeistert. 2023 habe ich dann endlich “Ich bin Özlem” (erschienen 2019) gelesen und habe es so geliebt, dass es direkt in meinen Jahresfavoriten gelandet ist. “A wie Ada” wollte ich also unbedingt auch lesen und wurde nicht enttäuscht.

Es geht ums Aufwachsen, sich selbst suchen, Identität, Sprache, Fremdheit, Eltern-Kind-Beziehung - und das alles auf nur knapp über 100 Seiten. Das alles unterzubringen schafft Dilek Güngör aber jedes mal aufs neue, auch deshalb, weil zwischen den Zeilen immer noch so viel mehr steckt, das zum nachdenken anregt und berührt.

Etwas schlechter als die Vorgänger hat es mir trotzdem gefallen (obwohl ich es gerne gelesen habe), aber das liegt an mir. Die Erzählung ist etwas fragmentarischer, sprunghafter, als die Vorgänger, und das mag ich persönlich einfach etwas weniger. Für mich hätte es auch noch ein paar Seiten mehr haben können, denn ich hätte über die “Erwachsenen-Ada” und ihre Kinder gerne noch mehr erfahren. Trotzdem war “A wie Ada” sprachlich einfach ein Genuss, habe einiges angestrichen und freue mich schon jetzt auf ihren nächsten Roman!
Profile Image for Uralte  Morla.
370 reviews129 followers
January 17, 2025
Ada weiß nicht so richtig, wie sie sich in die Welt einordnen soll. Wie das überhaupt geht mit diesem Leben und wie das die anderen schaffen. Die anderen, die gute Noten schreiben, die ohne Bedenken ihr Nachthemd verleihen, die von entspannten Sommerurlauben berichten können und die auf Partys problemlos Anschluss finden.
Sie fühlt sich irgendwie immer fremd, ungeliebt, kann liebevollen Worten oder Gesten nur schwer vertrauen. Anderen, die von ähnlichen Gefühlen sprechen, vertraut sie auch nicht. Wie kann sich jemand fremd fühlen, wenn die Person doch hier gar nicht fremd ist?
Und warum ist sie dennoch die einzige, die nicht von ihrer selbsterbauten Insel runterkommt?

Fragmentarisch, fast wie ein Tagebuch liest sich Dilek Güngörs neuer Roman "A wie Ada", in dem wir die titelgebende Protagonistin vor allem durch ihre Kinder- und Jugendzeit begleiten. Vieles von dem Erzählten fühlt sich vertraut an: Das Gefühl der Nichtzugehörigkeit, das Streben nach Individualität, die Sehnsucht gemocht und geliebt zu werden, das ständige Grübeln, das Festhängen in der Vergangenheit, die Unvorstellbarkeit der Zukunft. All das sind universelle, generationsübergreifende Themen, für die Güngör feine, präzise Worte findet, die gleichzeitig weh und gut tun.

"A wie Ada" ist aber auch ein Buch über Migration. Über die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen, mit zwei Sprachen (eigentlich sogar noch mehr, zählt man die dialektalen Unterschiede in Deutschland, die im Buch auch eine Rolle spielen, mit) aufzuwachsen. Über den mal mehr mal weniger subtilen Alltagsrassismus, dem Ada ausgesetzt ist.

Es ist auch ein Buch über Familie, über ungerechte Verteilung von Carearbeit, über eine Mutter-Tochter-Beziehung und das Verhältnis von familiärer Geborgenheit.

Für mich ist dieses Buch ein kleines Wunder, weil es alle diese Themen aufnimmt ohne überladen zu sein. Weil es trotz der fragmentarischen Kürze in tiefen Wunden bohrt und weil es gleichzeitig so weich und hart daher kommt. Mit Sätzen, die bleiben - und in die ich mich noch eine ganze Weile einwickeln möchte. Definitive Leseempfehlung!
Profile Image for Re.
132 reviews19 followers
March 10, 2024
„Wen hast du da mitgebracht?, fragt die Zukunft und blickt auf die müde Vergangenheit, die auf dem Schuhabstreifer liegt, keinen Schritt will sie mehr tun.“🥹❤️
Profile Image for Co_winterstein.
146 reviews11 followers
February 8, 2024
A wie Ada

"Gut behütet"

"Ada hat es sich gut eingerichtet auf ihrer Insel. Gut behütet und beschirmt schläft sie unter ihrer Palme, merkt nicht, dass die Gefahr vorüber ist. Die Kinder, die sie hauen könnten, sind weg. Und auch alle anderen, die gefährlich sind. Die Sonne scheint mild, es gibt nichts, wovor sie sich fürchten muss, nur das, wovor sich alle fürchten müssen".

Die Hauptfigur in Dilek Güngörs neuem Roman "A wie Ada" hat viele Facetten.
In kurzen Kapiteln oder besser Episoden werden Szenen ihrer Kindheit und Jugend beschrieben, z.B. wie sie sich daran gewöhnt hat, alleine im Kinderzimmer zu warten, während die Freundin Abendbrot isst. Oder wie sie der Freundin zur Übernachtung nicht den neuen Schlafanzug leihen wollte. Es kommen Szenen aus dem Studium dazu, die Party des Professors, auf der sie schweigend am Rand steht und den Kommilitonen zuhört, um nicht zu stören.
Kurze Kapitel handeln von ihrer eigenen Familie und wie sie es empfindet Kinder zu haben.
All diese kleinen Mosaiksteine aus dem Leben der Hauptfigur Ada setzen sich zu einem großem Bild zusammen, dass eine Frau zeigt, die mit Alltagsrassismus zu kämpfen und einen eigenen Kopf hat, die sich durchsetzen kann, aber auch ängstlich ist und aus Trotz schweigt, die sich den Menschen nähern möchte, sie aber doch auch wegstößt. Es geht um Selbstwerdung, Weiblichkeit, Erziehung - um nichts weniger als Fragmente eines Lebens.

Wie schon in "Vater und ich" hat mich Dilek Güngör mit ihrem Text sehr begeistert. Ihre Sprache ist dabei schlicht und unaufgeregt, aber doch poetisch.
Die Idee, diese Alltagsminiaturen nicht einem linearen Handlungsstrang zu unterwerfen, erscheint mir äußerst klug, denn auch im richtigen Leben lernen wir
Menschen "episodenhaft" kennen. Langsam, durch erzählte Geschichten und gemeinsame Erlebnisse erschließt sich ein Bild seiner Biografie erhält.

Große Leseempfehlung! Wem "Vater und ich" gefallen hat, der wird auch dieses Buch lieben.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for ada ☽.
200 reviews3 followers
May 26, 2025
Die Suche nach der Identität, das Gefühl des Fremd-Seins und Nicht-Genug- oder Nicht-Richtig-Seins, die Frage nach dem eigenen Platz in der Welt. All das sind wichtige Themen, spannende Themen, und auch Themen, denen sich dieser Roman annähert. Leider habe ich Ada und ihre Sorgen, Ängste, und Wünsche zwar begreifen, aber nie einfangen können. Für mich bleibt dieser in der Literatur der letzten Jahre zunehmend beliebte episodische Stil mit knappen, unaufwändigen und oberflächlichen Sätzen unnahbar und anstrengend. Ich verstehe, dass die stilistische Gestaltung einen Zweck hat und die narrativen Fragmente der Protagonistin linguistisch widerspiegelt, aber der Sprachfluss weckt bei mir trotzdem nur wenig Emotion. Inhaltlich überzeugt der Roman mit einem bedrückenden und dennoch vage hoffnungsvollen Portrait der (erlebten wie realen) Andersartigkeit und deren Konsequenzen.
Profile Image for Christiane Fischer.
516 reviews6 followers
October 28, 2024
A WIE ADA
Dilek Güngör

In kurzen, knappen, prägnanten und ungeordneten Kapiteln lernen wir Ada kennen, unsere Protagonistin, die nach Akzeptanz und Anerkennung strebt und dabei versucht, den komplizierten Balanceakt zwischen Angepasstheit und ihrer eigenen Identität zu bewältigen.
Immer wieder fühlt sie sich fremd und unwohl in ihrer Haut, stets setzt sie sich unter Druck, um nicht aufzufallen.
Wir erfahren in minutiösen Sequenzen aus dem Leben Adas: aus der Schulzeit, im Studium, lernen sie als Mutter kennen und erleben sie liebevoll, traurig, zärtlich und verletzt.

„Wer nicht fremd ist, weiß, wie etwas gemacht wird. Es wird so gemacht, wie es gemacht wird, darum weiß ja jeder, was zu tun ist.
Wer nicht fremd ist, weiß schon und kennt schon. Wie der Igel ist er immer schon da, wenn Ada kommt, und sie hat sich so beeilt. Der Igel ist schon da und hat schon und kennt schon und weiß, da gibt es nichts mehr aufzuholen.“ (S. 62)
Dilek Güngör hat hier ein poetisches Porträt geschaffen, das einem literarischen Kaleidoskop gleicht. Es ist ein komplexes biografisches Gewebe einer stolzen Frau.
Wer einen stringenten Handlungsstrang sucht, ist hier falsch, aber ich kann euch das kleine Büchlein mit dem facettenreichen Leben Adas sehr empfehlen.
4/ 5
Profile Image for Julia Modde.
464 reviews23 followers
April 24, 2024
Schillernde Erinnerungssplitter, in denen ein Kind, eine Frau sichtbar wird. Wer ist Ada? Der Text formt sich um sie herum, treibt ihr die Kränkungen aus, spült Gedanken an ihren Inselstrand, wo sie sich poetisch in kleine Kapitel kristallisieren. Es geht um Rassismus, Ausschluss aber auch darum, diese Erfahrungen nicht anzunehmen, sie abzuweisen und darüber hinauszuwachsen.
Ein fantastisch geschriebenes Buch, in das ich mich nicht hineinlesen konnte. Zu sehr hatte ich auf ein ähnliches Lesegefühl wie bei „Vater und ich“ gehofft und konnte daher mit den eher unzusammenhängenden Splittern nicht viel anfangen. Zu schnell auch habe ich das Buch wegen seiner Kürze gelesen. Aber ich bin mir sicher, dass ich Ada nicht zum letzten Mal begegnet bin.

„Kränkungen wachsen und gedeihen ohne Licht und Wasser. Sie keimen in Adas Bauchnabel, in ihren Achseln, sie treiben auch hinter ihren Ohren. Ganze Büsche und die Leute bewundern die Blumenkränze auf ihrem Haupt.”
45 reviews
November 26, 2024
Dilek Güngörs "A wie Ada" ist ein fesselnder Roman, der die Themen Identität, Migration und die Suche nach Zugehörigkeit auf eindrucksvolle Weise behandelt. Die Protagonistin Ada ist eine vielschichtige Figur, deren Reise durch verschiedene Kulturen und Herausforderungen den Leser tief berührt. Güngörs einfühlsamer Schreibstil und die lebendige Darstellung der Charaktere verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe.
Die Erzählung ist nicht nur eine persönliche Geschichte, sondern spiegelt auch gesellschaftliche Fragen wider, die in der heutigen Zeit relevant sind. "A wie Ada" lädt dazu ein, über die eigenen Wurzeln und das Gefühl von Heimat und Familie nachzudenken. Ein inspirierendes Werk, das zum Nachdenken anregt und lange im Gedächtnis bleibt.
23 reviews
April 16, 2025
„Mutter sagt, du bist mein Löwenmädchen. Ada ist stark wie eine Löwin, das weiß sie und das muss sie auch sein, sie ist die Löwin ihrer Eltern. Ada brüllt nicht laut, sie ist eine leise Löwin.“
Ich weiß nicht wo Dilek Güngör ihre wunderschönen Formulierungen hernimmt aber jeder einzelne Satz in diesem Buch hat mich tief berührt.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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