»Zwischen den Zeilen passiert das Leben« ist mehr als nur eine Geschichte über Liebe und Verlust. Es ist ein bewegendes Plädoyer für die Suche nach sich selbst, den Mut zum Neuanfang und die Erkenntnis, dass das Leben oft dort geschieht, wo wir es am wenigsten erwarten.
Was bei Jonathan und Emma als Kindheitsfreundschaft auf Borkum begann, entwickelt sich über 21 Jahre zu einer tiefen Verbundenheit. Getrennt durch Studium und verschiedene Lebenswege nehmen sie ihr Ritual aus Kindheitstagen wieder auf und schreiben sich Briefe. Während Jonathans Leben geordnet verläuft, fühlt Emma sich in ihrem vermeintlichen Traumjob als Journalistin immer unglücklicher. Bis das Schicksal eingreift.
Jonathan, von Krebs betroffen, kämpft im Ruhrgebiet um sein Leben. Emmas Rückkehr bringt Licht in seine dunkelsten Stunden, während sie um ihre Zukunft ringt. Als Emma schließlich nach Borkum zurückkehrt, um Jonathans Lieblingsorte zu besuchen, entdeckt sie etwas tief in sich Verborgenes, das sie eigentlich schon immer wusste.
Hab‘s in 1,5 Tagen weggeschmökert. Ein wunderschönes aber auch sehr trauriges Buch, das mich stellenweise ein bisschen an One Day von David Nicholls erinnert hat. Wer Lust auf das Gefühl einer leichten Meeresbrise gepaart mit einer herzergreifenden Geschichte hat, ist hier genau richtig. Aber Taschentücher nicht vergessen!! 4,5 Sternchen.
Kennst Du noch die Zeit, als wir in der Schule kleine Zettel geschrieben haben, mit Willst Du mit mir gehen? Ja, Nein, Vielleicht… So ähnlich lernen auch Emma und Jonathan sich während der Sommerferien, auf der ostfriesischen Nordseeinsel Borkum kennen. Der kleine, schüchterne Jonathan traut sich, Emma zu schreiben: Ich mag dich. Gehst du mit mir ein Eis essen?
Damit beginnt die Geschichte einer tiefen Freundschaft. Auch als sie durch Studium und Job getrennte Wege gehen, bleibt der Kontakt bestehen. Während Jonathan sich für Meeresbiologie begeistert und nach Borkum zurückkehrt, arbeitet Emma in einem Zeitungsverlag als Journalistin. Eigentlich war das immer ihr Traum, doch wirklich glücklich ist sie nicht. Irgendwann beginnen die Beiden, sich wieder Briefe zu schreiben. Doch dann schlägt das Schicksal mit aller Kraft zu und Jonathan erkrankt an Krebs. Emma lässt alles stehen und liegen, um an seiner Seite zu sein und ihn zu unterstützen.
Wow, irgendwie weiß ich im Moment gar nicht, wie ich die richtigen Worte finden soll, die dieses Buch beschreiben und der Geschichte gerecht werden. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, auf jeden Fall nicht so eine emotionale Geschichte und so einer Achterbahnfahrt der Gefühle.
Sarah Weber zeigt mit ihrem Debüt ihr großes, schriftstellerisches Talent. Sie schreibt emotional, ohne dabei kitschig zu werden und hat es geschafft, mich mit ihrem Schreibstil und ihrer Ausdrucksweise unheimlich zu beeindrucken. Einerseits vermittelt sie eine unglaubliche Leichtigkeit und Lebensfreude, aber dann hat sie mir auch immer wieder beim Lesen das Herz schwer gemacht.
Die Autorin verknüpft zu Beginn mit den eingestreuten Briefen sehr anschaulich Vergangenheit und Gegenwart und die Lebensumstände von Jonathan und Emma werden gut nachvollziehbar geschildert. Immer wieder gab es im Laufe der Geschichte Momente, in denen ich die Beiden am liebste geschüttelt hätte, weil sie sich selbst ihre Gefühle nicht eingestehen konnten und so Chancen nicht wahrgenommen haben. Der Titel »Zwischen den Zeilen passiert das Leben« beschreibt diese Momente perfekt. Ich bekam tiefe Einblicke in das Seelenleben von Emma und Jonathan und ihre Verzweiflung und Trauer waren zu jeder Zeit spürbar.
Eine wundervolle, tiefgründige Geschichte über Freundschaft, Liebe, Selbstfindung, aber auch über verpasste Chancen, Verlust, Abschiednehmen und den Tod. Tiefsinnig, gut durchdacht und überraschend stark. „Zwischen den Zeilen passiert das Leben“ ist für mich nicht nur ein Jahreshighlight, sondern ein absoluter Geheimtipp der noch lange in mir nachklingen wird.
**** Worum geht es? **** Alles begann mit einem Brief. Jonathan und Emma waren Kinder. Er sah sie auf Borkum und wusste direkt, dass er mit ihr befreundet sein muss. Somit schrieb er ihr ein paar Zeilen, Zeilen die Emma auch noch 21 Jahre später aufbewahrt hat. Aus einem ersten Kinderspielen wurde eine enge Verbundenheit und eine Freundschaft die auch verschiedene Lebenswege überlebte. Doch nun ist Jonathan an Krebs erkrankt und beide merken, wie endlich das Leben ist…
**** Mein Eindruck **** Wow! Ich habe wirklich selten eine so authentische und berührende Geschichte gelesen. Die Tränen flossen ohne Unterlass, vor Lachen, aus Angst und vor Schmerz. Alles Emotionen der Protagonisten, die direkt auf mich anfärbten. Ich konnte mich aus persönlichen Gründen der Geschichte unglaublich nahe fühlen. Der Schreibstil der Autorin ist gefühlvoll, die Entwicklung der Geschichte ist aufgrund des Klappentextes transparent, was mir in diesem Fall sehr gut gefiel, da das Thema Krebs stark triggern kann. In diesem Buch geht es um die wundervollen Momente im Leben, die kleinen, die großen, die unscheinbaren und die besonderen, dem Zwischenmenschlichen in der reinsten Form. Eine besondere Freundschaft und einiges mehr, das ich ungesagt lassen möchte, damit man diese Nuancen selbst erleben und nachempfinden kann. Eine emotionale Energie die nach Beendigung des Buches bleibt und eine Geschichte die in Erinnerung bleibt. Das Element von persönlichen Briefen ist schon immer etwas gewesen, das mich in Büchern sehr gut unterhält, hier ist es für mich zu einem emotionalen Highlight geworden.
**** Empfehlung? **** Eine ganz klare Empfehlung an alle Leser*innen, die so richtig mitfühlen wollen und dem Wert des wahren Miteinanders etwas abgewinnen können und sich vor dem echten Leben nicht scheuen.