Der kinderlose Witwer Wolfram macht seiner ehemaligen Kollegin Karla ein Angebot: Wenn sie ihn pflegt bis zu seinem Tod, vermacht er ihr sein halbes Erbe, bringt sie ihn wunschgemäß um, sein ganzes, eine Weinheimer Villa inklusive ...
Ingrid Noll, the German queen of crime fiction is one of the most appreciated German female authors. Her writing consists of imagination and the experiences she gathered while living in postwar Germany.
Die Bibliotheksmitarbeiterin Karla wollte früher in Rente gehen und nun ist sie 63 und rechnet nicht damit, dass sich in ihrem Leben viel ändern wird. Unerwartet nimmt ihr ehemaliger Kollege Wolfram Kontakt mit ihr auf. Er ist schwer krank und möchte, dass Karla ihn bis zum Tod begleitet. Je nachdem wie intensiv sie sich um ihn kümmert, hat sie entweder ein kleines, mittleres oder das ganze Erbe zu erwarten. Allerdings für das ganze Erbe soll Karla Wolfram umbringen. Mit dem Gedanken tut sie sich dann doch schwer. Aber Wolframs Haus ist toll. Also fängt Karla erstmal an, ihm kleine Dienste zu erweisen.
Wie soll Karla denn mit so einem Wunsch klarkommen? Zum Glück muss sie nicht bis zum letzten gehen, sie kann sich ja auch mit dem kleineren Erbe begnügen. Wenn nur dieses Haus nicht so toll wäre, viel besser als ihre Mietwohnung und sogar mit Garten. Karla berät sich mit ihrer Freundin Judith, die etliche Jahre jünger ist und noch in der Bibliothek arbeitet. Da fachsimpeln die beiden Frauen, wie weit man gehen kann oder möchte. Ob es weitere Erben geben könnte. Und Wolfram erzählt von seiner seltsamen Ehe und dem Missrauen seiner Nichte gegenüber. Diese hat sich auch noch nie blicken lassen.
Mit feinsinnigen und manchmal bitterbösem Humor hält Ingrid Noll ihrer Karla eine Mohrrübe vor die Nase. Was würde sie alles tun, um das Erbe zu bekommen? Man sollte annehmen, dass sie das Meiste mit sich selbst ausmacht. Aber ihrer Freundin Judith gegenüber offenbart sie sich doch. Was für Folgen hat das denn? Da ist man manchmal echt erstaunt. Für einen kurzen Moment kommt man auf ganz wirre Gedanken, denen die Autorin bald einen Riegel vorschiebt. Doch was sie sich selbst für schräge Ideen ausdenkt, toppt die Eigenen bei weitem. Man wundert sich, wie die Dinge gehen und wer in Gefahr gerät. Und am Ende schließt man mit einem Lächeln, weil doch irgendwie alles stimmig war. Erzählt wird die Geschichte von Karla, der die Leserin Uta Hallant, die leider schon verstorben ist, eine ureigene Stimme verleiht.
Wieder mal Frau Nolls übliche Leier, missgünstige und neidische Frau kommt durch ein Verbrechen und die Mithilfe einer lebenspraktischeren und skrupelloseren Freundin zu Reichtum. Die Leser dürfen einige Zeit mit ihr leiden und ihre besseren Seiten kennen lernen, ehe eine Bedrohung auftaucht, bei deren Abwehr die Heldin sogar ein gutes Werk tut, während sie ihren Hals rettet. Am Ende hat die vom Leben enttäuschte Frau alles, was ihr bisher entgangen ist und noch vielen Menschen geholfen.
3/5 ⭐️ Insgesamt eine unterhaltsame und runde Geschichte. Leider war mir aber die Protagonistin zu habgierig und ich hatte die ganze Zeit Mitleid mit dem armen Wolfram. Überhaupt nicht langweilig aber noch ein bisschen Luft nach oben.
man sollte Autoren blocken können. dann wäre Ingrid Noll endlich für mich gegessen. aus Versehen hab ich nämlich schon wieder eines ihrer Bücher gelesen (das fucking dritte!) die Dame schreibt einfach. sehr einfach. Trivialliteratur ist ihr Spezialgebiet. oder Hausfrauenroman. Tratschtantenschmöker. irgendwas in der Art. sie soll doch besser Artikel in der Brigitte veröffentlichen. bah, meine Schmährede könnte noch lang werden, aber da ist mir die Zeit fast zu schade für - habe ich doch schon einige davon an diesen Roman verschwendet. Story: fast schon interessant, wenn auch mit Logikfehlern. sie ist aber das einzige, was einem am Buch noch hält. der Schreibstil isses auf jeden Fall nicht!!! jdjeidnejsjdidi!!! da kann Frau Noll noch so oft große Namen und Zitate einwerfen (diesmal: Fontane, Böll, Mörike, Shakespeare), sie selbst kann einfach nicht schreiben. Himmelherrje.
Wie würde man selbst handeln angesichts der Verlockung finanzieller Freiheit? Interessant, wie gierig man werden kann, wo man doch vor der Verlockung nicht unzufrieden war. Spannend, wem man dann noch vertrauen kann. Noll ist einfach toll. Wieder einmal beweist die Autorin genialen schwarzen Humor, der den Leser immer wieder staunen lässt. Bedauerlicherweise habe ich ihre Lesung am 28.4. in Montabaur verpasst, als sie die Westerwälder Literaturtage eröffnet hat.
Mein zweiter Roman von Ingrid Noll. Im Gegensatz zu "Über Bord" hat mir diese Geschichte bedeutend besser gefallen. Die bissige Sprache von Frau Noll hat mir ein überaus unterhaltsames, groteskes und nicht zuletzt amüsantes Lesevergnügen bereitet.
Das Buch: Karla genießt das ruhige Rentnerleben. Dann meldet sich unverhofft der alte Arbeitskollege Wolfram, mittlerweile auch Rentner. Er lädt sie zu einem Gespräch ein. Es geht um sein Erbe, denn Wolfram ist schwer krank und wird in absehbarer Zeit sterben. Und er möchte Karla sein Vermögen erben. Die Hälfte des Vermögens bei der Pflege bis zum Tod. Oder Karla muss mehr tun: Wolfram töten. Wenn er es will. Dann bekommt sie die große schöne Villa.
Das Fazit: Karla, die resolute Rentnerin lässt sich nicht lange bitten. Schnell ist die Ausgangssituation geklärt und Karla zieht zu Wolfram in die Villa. Was tut man nicht alles für das Geld. Doch leider bleibt dieser Aspekt sehr unberührt. Kaum kommt die Gefühlswelt oder auch der womögliche Tötungsakt von Karla dem Leser nahe. Karla sitzt eher das ganze Geschehen aus. Sie ist zwar die Leidtragende und Erbin von Wolfram. Doch es scheint, als würde sie das Leben in der Villa eher als Reise sehen und still ertragen. Denn sie wohnt nun nicht alleine in der Villa.
Zusammen mit ihr zieht auch die schöne Judith, eine alte Kollegin von Wolfram und Karla und ihr undurchsichtigen Liebhaber Cord ein. Beide bleiben fern dem Leser, doch weit mehr aktiv im Leben in der Villa. Karla verkommt zur Haushälterin und Pflegerin, Judith genießt das Villaleben. Und Cord ist unberechenbar. Er wird zwar zum Hausmeister der Villa engagiert, bringt dann noch seine zwei Kinder vorbei. Vor allem hilft er mehr oder weniger ungewollt Karla oft aus der Patsche. Trotzdem bleibt er für Karla wie auch dem Leser durchaus unsympathisch. Auch als er der großen Gegenspielerin „Die Qualle“ hinterherjagt.
Die Qualle bringt den erhofften Schwung in das Dilemma um das Erbe. Die Tochter von Wolfram möchte natürlich erben. Und mag die plötzliche Gegenspielerin überhaupt nicht. Doch Karla lässt sich nicht abschrecken: mit Unterschriftenfälschungen und Aussitzen versucht sie, sich aus der komplizierten Erbsituation hinauszuschleichen.
Trotzdem kommt es immer wieder zu komischen Situationen, wo man einfach schmunzeln muss. Denn eigentlich verhalten sich die Charaktere durchaus realistisch. So bürgerlich, nicht abgehoben. Denn das machen die Bücher von Ingrid Noll aus: urkomische Situationen aus dem Alltag gegriffen. Obwohl…. das mit dem Töten jetzt nicht dem Alltag entspricht. Aber das Verhalten und Denken der Charaktere schon. Das kann Frau Noll. Leider hier nur ein wenig zu wenig Aktion seitens der Protagonistin. Da hätte durchaus mehr kommen können, wenn sie schon so gierig auf das Hab und Gut eines alten, reichen und todkranken aus ist.
Es ist eine schöne Lektüre mit einem doch ungewöhnlichen Thema. Leider kommt es doch nicht ganz an Die Apothekerin heran. Da fehlte hier einfach die letzte Spritzigkeit. Trotzdem ist es kein langweiliges Buch. Ein schöner Schmöker.
Heute möchte ich Euch ein Hörbuch vorstellen. Hab und Gier ist einfach nur köstlich anzuhören. Die Erzählstimme von Uta Halland passt wunderbar zu dem humorvollen Krimi. Bisher habe ich von Ingrid Noll Gruß aus der Küche gelesen und nun Hab und Gier gehört. Das möchte ich unbedingt auch noch als Printausgabe genießen.
Frau Noll besitzt das Talent, einen Mord mit Humor zu veredeln. Ja, veredeln ist für mich das richtige Wort. Denn sowohl die Handlung als auch die Protagonisten konnten mich von Anfang an abwechselnd fesseln und zum Lachen bringen. Ich mochte sie alle. Sogar die Mörder besitzen einen gewissen Charme, dem ich mich nicht entziehen konnte.
Angefangen hat alles mit einem Gabelfrühstück. Die Bibliothekarin Karla ist endlich in Rente, als sie eine Einladung von ihrem früheren Kollegen Wolfram erhält – zum schon erwähnten Gabelfrühstück. Karla nimmt die Einladung an. Wolfram ist todkrank. Karla soll sich um ihn kümmern und dafür sein ganzes Hab und Gut erben. Alles erbt sie jedoch nur, wenn sie ihm, sobald Morphium nicht mehr hilft, den Hals umdreht. Sie holt ihre frühere Kollegin und Freundin Judith mit ins Boot. Die sieht der Wolfram sehr gerne. Was er nicht sieht: die Hab und Gier in ihren Augen.
Ich erzähle jetzt nichts mehr. Diese wunderbare Geschichte sollte jeder für sich entdecken. Sie versprüht Herzenswärme, Skrupellosigkeit, Humor, Habsucht und Gier.
Das Ende bleibt irgendwie offen. Für Karla kann ich nur hoffen ...
Herzlichen Dank, Ingrid Noll!
Von mir eine klare Empfehlung. Ich bin mittlerweile ein absoluter Ingrid-Noll-Fan.
Was mich etwas traurig stimmt: Uta Halland ist 2022 mit 83 Jahren verstorben. Ihre tolle Erzählstimme bleibt uns jedoch erhalten.
Die pensionierte Bibliothekarin Karla hätte gerne einen sorgloseren Lebensabend mit ein bisschen Luxus, kann sich mit ihrer kleinen Pension aber nur ein recht bescheidenes Leben leisten. Unverhofft wird sie von ihrem ehemaligen Kollegen Wolfram Kemperer zum „Gabelfrühstück“ eingeladen. Auch Wolfram lebt allein, ist verwitwet, kinderlos, wohlhabend, aber auch todkrank. Da er zu Hause sterben möchte, schlägt er Karla vor, ihr die Hälfte seines Vermögens zu vererben, wenn sie ihn bis zu seinem Tode pflegt. Falls sie ihm allerdings hilft, zum von ihm gewählten Zeitpunkt auf die von ihm gewünschte Art aus dem Leben zu scheiden, wird er ihr sein gesamtes Vermögen hinterlassen. Karla hat Bedenken auf das Angebot einzugehen und weiht ihre weitaus jüngere Freundin Judith ein. Diese ist um einiges skrupelloser und mit Feuer und Flamme dabei. Ingrid Noll ist eine echte Könnerin, wenn es um makabre und sarkastische Geschichten geht. Wieder einmal ist es ihr gelungen, die Schlechtigkeit, Bösartigkeit und kriminelle Ader des durchschnittlichen „Normalos“ mit feinsinnigem und manchmal bitterbösem Humor heraus zu kitzeln. Auch wenn es spannendere und raffiniertere Krimis gibt, so machen viel schwarzer Humor und unerwartete Wendungen „Hab und Gier“ doch zu einer skurrilen Krimi-Komödie mit hohem Unterhaltungswert. Klare Leseempfehlung für ein paar Stunden witzigen Lesespaß.
Ich habe früher viel von der Autorin gelesen und es immer gut gefunden. Leider erinnere ich mich nicht mehr wirklich an die Geschichten und habe deshalb mal wieder ein Buch von ihr zur Hand genommen:
Der kinderlose Witwer Wolfram macht seiner ehemaligen Kollegin Karla ein Angebot: Wenn sie ihn pflegt bis zu seinem Tod, vermacht er ihr sein halbes Erbe, bringt sie ihn wunschgemäß um, sein ganzes, eine Weinheimer Villa inklusive ...
Das Buch ist bitterböse und lässt sich sehr schnell durchlesen. Es hat mir wirklich gut gefallen! Es stecken viele Lebenslektionen drin. Ich fand es auch nicht besonders vorhersehbar, so dass ich schon mitgefiebert habe, wie es jetzt ausgeht.
Mehr möchte ich Euch nicht spoilern, vielleicht wollt Ihr Euch irgendwann ein eigenes Bild machen.
Pensionile jäänud raamatukoguhoidja Karla saab ühel päeval küllakutse vanalt kolleegilt. Kauem pensionil olnud kolleeg Hunteri naine on surnud, lapsi tal pole ning nüüd on ta ka ise haige. Ta palub Karlat appi ja vastutasuks lubab naisele pärandada osa või kõik oma varast.
Loo märksõnaks on saamahimu ja kahjuks kujunesidki sündmused suures osas selle ajel. Pigem oli minu jaoks rahulikuma tempoga lugu. Skandinaavia krimkade (Kepleri ja Adler-Olseni raamatute) tempot, veriseid laipu ja uskumatult kaalutlevaid mõrvareid ei olnud, kuid põnev oli siiski. Õnneks siiski mitte nii põnev, et oleks tekkinud tahtmine kõik ülejäänud „Mirabilia“ raamatud läbi lugeda.
Este libro de Ingrid Noll se consigue en español como “Bienes y codicia”, versión demasiado textual de un título que yo traduciría mejor como: “tener y desear”, pues expresa mejor las disyuntivas de los personajes, los cuales son simples sin ser nunca de cartón. Es una novela que me dejó con ganas de leer más de su autora. Divertida, pero a la vez introspectiva, hace fácil proyectarse a la mente de los personajes y su situación. Lo recomiendo mucho. Van a pasarla bien.
Eigentlich hasse ich Krimis, aber Ingrid Noll schreibt die besten und originellsten Mordgeschichten die es gibt. Einfach herrlich, wie hier eine*r den / die andere*n über den Tisch zieht, um das Erbe erleichtert, um die Ecke bringt, dann doch noch glücklich wird, bis auf einmal der nächste Erbschleicher um die Ecke kommt... Werde noch einige Leselücken auffüllen müssen, ich glaube "Über Bord" habe ich noch nicht gelesen. Da freue ich mich jetzt schon drauf :-)
In diesem Jahr ist Ingrid Noll 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Grunde wurden ihre Bücher beworben. Ich habe etliche Bücher dieser Autorin gelesen/gehört. Dieses war mir jedoch bisher entgangen. Normalerweise bestechen Nolls Bücher durch ihren schwarzen Humor und sind sehr unterhaltsam. Dies hat mich jedoch über weite Strecken gelangweilt. Viele Dinge waren vorhersehbar und weite Strecken im Buch hätten gekürzt die Spannung besser aufrechterhalten.
Wild. Fertig gelesen während meine Nachbarn einen Rave (?) veranstalten. Hatte etwas Bauchschmerzen beim lesen, weil ich auf den Plot Twist gewartet habe. Sehr dunkles Buch, interessante (aber bösartige) Charaktere. Karla mochte ich am Anfang gar nicht (Cord ebenso), das hat sich zum Schluss gewandelt. Manchmal sind die Leute nicht so, wie sie scheinen.
Ingrid Noll ist die Mutter des schwarzen Humors - wie so oft gibt es eine liebenswerte, ältere Protagonistin, die man einfach mögen muss, auch wenn sie eine Mörderin ist. Ihre Art zu schreiben ist wirklich einzigartig.
ich mag diese Darstellung vom Mensch sein nicht. Auch ich habe nicht den Witz in dieser Geschichte gesehen obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass ich dunklen Humor mag. Vielleicht täusche ich mich da aber auch. ich glaube ich werde kein weiteres Buch von der Autorin lesen.
No hay nada original ni relevante en él pero es rápido, cortito,muy entretenido, muy visual y la descripción de los personajes, aunque no muy profunda , es suficiente. Un libro para pasar un buen rato.