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Ein Garten offenbart sich

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Der Garten als Lehrmeister

Als Katrin de Vries nach Jahren in der Großstadt zurück in ihre Heimat zieht, in ein Backsteinhaus in Ostfriesland, zu dem auch ein großer Garten gehört, ist sie noch ü Rasen gehört gemäht, Unkraut gejätet und morsche Bäume sollten gefällt werden. Doch nach und nach ändert sich ihre Vorstellung von Naturschönheit, ja von Natur überhaupt, und sie wagt sie einen neuen Statt den Garten nach herrschenden Vorstellungen zu gestalten, lässt sie den Bäumen, Gräsern, Büschen und Blumen vor ihrer Haustür freien Lauf. Und während es um sie herum wächst, wimmelt und sprießt, beobachtet sie und lernt – und muss dabei unweigerlich an ihre Großeltern denken, für die der Garten noch eine ganz andere Bedeutung hatte. 

240 pages, Hardcover

Published January 1, 2024

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About the author

Katrin de Vries

13 books1 follower
Katrin de Vries is a German writer, most notably known as a graphic novel script writer.

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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Verena.
380 reviews
March 18, 2024
Wie beschreibt man dieses Buch? Ratgeber? Sachbuch? (Auto)Biografische Erzählung? Ein bisschen von allem? Die Autorin Katrin de Vries hat viel in ihr Buch gepackt. Vieles davon mochte ich sehr, einiges wiederum weniger.
Der plauderhafte Ton sorgt dafür, dass man leicht und schnell eintauchen kann; es lässt sich flüssig lesen. Allerdings wird so viel verarbeitet, dass es schier unmöglich ist, alles richtig auf sich wirken zu lassen. Man kann das als Allegorie zum naturnahen Garten sehen: unendlich viele Details, die man gar nicht alle auf den ersten Blick wahrnimmt.
Viele der zentralen Themen, die de Vries immer wieder anspricht (manchmal wiederholen sich einzelne Dinge zu oft), sind absolut wichtig und inhaltlich bin ich eigentlich immer bei ihr, beispielsweise bei den Überlegungen zum Klimawandel, und ihren Beobachtungen bezüglich der Beziehung Mensch-Natur. Die Natur, die einfach ist; der Mensch, der sich alles unterordnen möchte und dadurch vergisst, dass er Teil des Ganzen ist. Wie viel selbstverständlicher es noch für die Generation der (Ur-)Großeltern war, im Einklang mit der Natur zu leben; vor allem für die Menschen auf dem Land. Gleichzeitig muss man immer bedenken, dass der Garten, der im Buch beschreiben wird, enorm groß ist, mit eigenem Wald, eigener Wiese, Flächen für Obst- und Gemüsekulturen – man kann zwar vieles für sich mitnehmen, aber genauso viel kann man in kleineren Gärten kaum umsetzen.
Oft, viel zu oft, kommt die Information in Form von Ratschlägen von Personen, die plötzlich in de Vries‘ Garten auftauchen: ein alter Mann aus dem Dorf, Tourist:innen, die zufällig vorbeikommen, Nachbar:innen und ganz, ganz oft von den beiden Söhnen der Autorin. Ich finde es einerseits wirklich toll, dass ihr Mann und sie so viel von ihren Kindern annehmen, gleichzeitig sind diese Infos arg, arg konstruiert in seltsamen Monologen im Text eingebaut, dass es sehr unnatürlich wirkt.
Was ich mir gewünscht hätte, wären Fotos des Gartens oder zumindest hier und da vielleicht eine Zeichnung oder Abbildung der unzähligen erwähnten Pflanzen. Vielleicht hätte das auch den Text aufgelockert.
Ein Buch, dessen Inhalt mir gut gefallen hat, handwerklich aber einige Schwächen aufzeigt.
Profile Image for Stephanie.
102 reviews2 followers
February 19, 2024
Einzigartiges Buch über die faszinierende Welt des Gartens

Katrin de Vries lebt in Ostfriesland – in einem Haus, zu dem ein großer Garten gehört. Zu Anfang vertritt die Autorin die landläufige Meinung, dass Rasen kurz gemäht werden und der Garten stets aufgeräumt sein muss. Ihre beiden Söhne öffnen ihr jedoch mehr und mehr die Augen für die Abläufe der Natur und darüber, wie in ihrem Ökosystem Garten ganz ohne ihr Zutun eins ins andere greift. Zu Beginn tut sie sich schwer, ihre eingebläuten Überzeugungen abzulegen, doch mit den Jahren öffnet sich ihr Blick für das große Ganze – und daran lässt sie ihre Leserinnen und Leser auf beeindruckende Weise teilhaben.

Zugegeben, ich wusste nicht so recht, was mich in dem Buch „Ein Garten offenbart sich – Erzählung von einem anderen Leben“ von Katrin de Vries erwarten würde. Ein klassischer Gartenratgeber? Ein Leitfaden zum unkontrollierten Verwildern-Lassen eines Gartens? Oder gar der mit erhobenem Zeigefinger dargebotene Bericht einer Öko-Aktivistin? Ich ließ mich überraschen – und ich wurde überrascht, aber durchweg angenehm.

Autorin Katrin de Vries erzählt in wunderbarer Art und Weise viel von früher, als die Beziehung der Menschen zur Natur noch eine ganz andere war als heute. Damals, als Ackerbau und Viehzucht zur Selbstversorgung notwendig waren, weil eben nicht alles stets und ständig im Supermarkt um die Ecke zur Verfügung stand. Und so taucht man ein in eine andere Welt, ja, in das im Untertitel zitierte andere Leben, in dem die alltäglichen Verrichtungen, die uns heute Waschmaschine, Geschirrspüler und Co. abnehmen, noch reichlich mühselig waren, und es noch kein Wasserklosett gab.

Sie beschreibt, wie sehr sich die Gärten immer mehr von Nutz- zu Zierflächen verwandelt haben – und hält ihrer Leserschaft – allerdings ganz ohne erhobenen Zeigefinger – den Spiegel vor: Muss man einen Rasen mähen, weil ansonsten die Nachbarn schief gucken oder tut man der Natur damit etwas Gutes? Katrin de Vries lädt ihre Leser auf äußerst angenehme Art dazu ein, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen und das ständige Bewerten sein zu lassen. Stattdessen rät sie, lieber genau hinzuschauen. Und tatsächlich: Wie gleichgültig bin ich bisher an Straßenbäumen vorbeigegangen? Seitdem ich „Ein Garten offenbart sich – Erzählung von einem anderen Leben“ gelesen habe, nehme ich mir die Zeit, genauer hinzuschauen, ja, überhaupt bewusst hinzuschauen.

Obwohl Katrin de Vries‘ Buch kein Sachbuch über Ökosysteme ist, erklärt sie anschaulich, wie faszinierend die Natur selbst im Kleinen, mitunter für das menschliche Auge unsichtbar, ist. Auch hier kommt der Untertitel „Erzählung von einem anderen Leben“ zum Tragen.

Wenn man sich die beeindruckenden Abläufe und Beziehungen in der Natur vergegenwärtigt, wird man als Gartenbesitzer regelrecht demütig, weil man sich bisher immer ganz selbstverständlich herausgenommen hat, alles zu kontrollieren und zu bestimmen. Aber die Natur einfach mal machen lassen – das kann man durchaus ausprobieren. Da aber auch ich – wie wahrscheinlich die meisten – nicht so leicht aus meiner Haut kann, werde ich den größten Teil des Rasens natürlich mähen. Aber in einer Ecke meines Gartens darf ab dem kommenden Frühjahr wachsen, was immer da wachsen möchte – und dafür wünsche ich mir Katrin de Vries‘ kindliche Neugier und ihre Begeisterungsfähigkeit.

Zwei Dinge gefallen mir an „Ein Garten offenbart sich – Erzählung von einem anderen Leben“ ganz besonders: Das ist zunächst die einzigartige Erzählstimme der Autorin. Beim Lesen dieses Buches hat mich eine innere Ruhe überkommen, die ich noch nie zuvor in meinem nun doch schon recht langen Leser-Leben gespürt habe. Man hört Katrin de Vries unglaublich gerne zu.

Zum anderen finde ich es beeindruckend, dass die Autorin niemals oberlehrerhaft daherkommt, sondern dem Leser stets auf Augenhöhe Möglichkeiten aufzeigt, anstatt belehrend zu wirken.

Katrin de Vries ist mit ihrem Buch ein außergewöhnlicher Mix gelungen, in dem sie das Beste aus Garten-Sachbuch, historischer Erzählung und Achtsamkeitsratgeber vereint. Nein, eigentlich wird dem Buch diese Beschreibung nicht gerecht. Also am besten loslesen und erleben. Es lohnt sich!
Profile Image for Wandaviolett.
471 reviews66 followers
February 4, 2024
Kurzmeinung: Mein erstes Lesehighlight im Lesejahr 2024!
Ein Mut machendes Beispiel
Katrin de Vries erzählt ihrer Leserschaft von der Bepflanzung eines riesengroßen Grundstücks, das sie zusammen mit einem sehr alten Haus im Rheiderland für ihre Familie gekauft hat und seitdem mit ihr bewirtschaftet. Dabei durchläuft sie eine Läuterung. Zunächst entspricht sie den Erwartungen der Nachbarn, man muss eine ordentliche, kurzgeschorene (sterile) Grünfläche haben, auch wenn sie viel Arbeit macht . Abgesehen vom Rasenwahn entreißt sie dem Garten, was er zu bieten hat, ohne etwas zurückzugeben. Aber allmählich fängt sie an, umzudenken: Maulwürfe und Ameisen haben ihre Berechtigung im Garten und sind nicht dessen Feinde, eine Wildwiese bietet den Insekten endlich wieder Lebensraum, Rasen dagegen ist eine tote Fläche. Totholz erfüllt eine Funktion, bietet Raum den Kleinstlebewesen und den Vögeln. Alte Bäume soll man in Ruhe und Würde sterben lassen und sie nicht vorzeitig umbringen, ausreißen, entsorgen. So bringen sie sich in den Lebenskreislauf wieder ein. Am Ende eines Lernprozesses ist Katrin de Vries von einem Alleinherrscher zu einer Mitarbeiterin geworden. In vielfältiger Weise. Zu kurz kommt sie deswegen nicht, ganz im Gegenteil: ihre Erfolge geben ihrer Vorgehensweise recht. Als Beispiel: sie muss nicht mit Gift gegen den Buchsbaumzüngler vorgehen (wie ihre Nachbarn) oder mit Kahlschnitt, ihr Garten hat die Kraft, zu widerstehen. Und die Ernte ist mannigfach; auch wenn ein paar Salatköpfe an die Schnecken gehen oder die Wühlmäuse ihren Teil Leben aus dem Garten nehmen. Schließlich ist er für alle da - oder nicht?

Vor allem im ersten Teil des autobiografischen Gartenbuchs widmet die Autorin sich den Erinnerung an das arbeitsreiche Leben ihrer Großeltern auf dem Land, die zusammen mit den anderen Dorfbewohnern ein organisches, gesundes Leben führten, freilich nicht ohne Mühe und so ganz ohne Wohlstand, es war ein karges Leben mit geringen Bedürfnissen; doch es war auch eine Lebensweise, die kaum Müll produzierte und gar keinen Elektroschrott. Dafür machte man viele Arbeiten gemeinsam; Erbsen pulen, Beeren pflücken, einmachen, etc. etc. Dabei wurde gesungen und erzählt. Trotz aller Erinnerungen ist Katrin de Vries nicht nostalgisch. Wir sind moderne Menschen, wir können nicht zurück in die Steinzeit, doch manches aus der alten Zeit sollte man bewahren: das Gute.

Katrin de Vries ist ein naturnaher, wunderschöner Roman gelungen, der in feiner Sprache erzählt, wie sie als langjähriger Haus- und Gartenbesitzer einen Weg gefunden hat, im Einklang mit der Natur ihr Grundstück zu bewirtschaften und gleichzeitig die Natur zu bewahren. Alles, was es dazu brauchte, war die Bereitschaft hinzusehen und von der Natur zu lernen.

Fazit: Eine wunderschöne Erzählung mit Beispielcharakter und manchen Erinnerungen, die ältere Leserinnen teilen, ich sage nur: Teppichklopfer! Für dieses schöne Buch, das in einer Leserunde einhellig Anklang fand, gebe ich eine Leseempfehlung!

Kategorie: Autobiografie
Verlag: dtv 2024
Ein Lesehighlight (erhältich ab 15.02.24)


8 reviews
April 1, 2024
In ihrem Buch "Ein Garten offenbart sich" nimmt Katrin de Vries die Leser auf ihre Reise zum Gartenfreund mit. Es beginnt mit der Vergangenheit und ihrer Urgroßmutter, die selbst noch Gemüse anbaute und trotz fortschreitender Entwicklung lieber beim Alten blieb. Sie scheint unterbewusst einen großen Einfluss auf die Autorin genommen zu haben, da sie sich zwischendurch auf sie zurück besinnt und einige Arbeitsweisen annimmt.

Wir erleben wie Katrin de Vries in das Haus ihrer Urgroßmutter einzieht und sich erst auf ihren neuen Garten einlassen muss, da sie zuerst völlig erschlagen von der scheinbar unendlichen Arbeit dort zu sein scheint. Mit ihren Söhnen, die sie immer wieder an die einfachen Mechanismen der Natur, sich selbst versorgen zu können, hinweisen und ihr somit manche Sorgen nehmen. Die beiden nehmen eine größere Rolle ein als ihr Mann, der nur ab und zu auftaucht.
Katrin de Vries lernt mithilfe von Recherche aber auch simplen ausprobieren von Tag zu Tag dazu wie ihr Garten funktioniert und dass sie den Dingen manchmal einfach ihren Lauf lassen kann ohne eingreifen zu müssen.

Nach der Hälfte des Buches wird ihr schmerzlich bewusst, wie viel Leid wir als Gesellschaft der Natur oftmals durch unser Verhalten antun und möchte dies in ihrem grünen Zuhause vermeiden. Dies hält sie dem Leser vor Augen ohne zu schimpfen oder Vorwürfe zu machen, es ist eher ein "wir", eine Gemeinschaft, die zusammen da auch wieder raus findet, wenn wir uns dessen nur bewusst werden.

Das Ende findet sie im Ableben von Bäumen, wo erneut der Natur einfach freie Hand gewährt wird und ein Baum so lange wie er nur kann leben darf ohne zuvor abgesägt zu werden. Katrin de Vries setzt dies selbst mit der menschlichen Vergänglichkeit in Verbindung und kehrt kurze Zeit in die Vergangenheit zurück.

Insgesamt halte ich das Buch für wirklich gut geschrieben, man kann der Autorin ohne Schwierigkeit folgen, die Übergänge sind stufenlos und die Struktur, wie der Leser aus der Vergangenheit in die Gegenwart geführt wird, die Verknüpfung von Garten und Umweltschutz ist ebenfalls super ausgewählt.

Wer hier großartige Wandel und Action erwartet ist fehl am Platz. Ganz unaufgeregt und mit nettem Wissen nebenbei wird man aus seinem vielleicht gartenlosen Alltag in eine wunderschöne Welt entführt, die man sich bildlich gut vorstellen kann. Mit seinen 238 Seiten ist das Buch dafür keineswegs zu lang.
Was ich mir noch gewünscht hätte wäre eine emotionale Ebene, auf der man sich besser mit Katrin de Vries verbinden kann, denn so ist es, zumindest für mich persönlich, schwierig gewesen, dass Buch über einen Zeitraum von zwei Wochen zu lesen, weil das kleine etwas gefehlt hat um mich neugierig weiterlesen zu lassen.
Profile Image for Lena.
164 reviews
March 19, 2024
Ein wunderbares Buch über die Natur im Garten!

„Alleinige Vorherrschaft will nur der Mensch erreichen. Wir verstoßen damit gegen das Wesen der Natur, das auch unser Wesen ist. Alleinige Vorherrschaft werden wir nie erreichen.“(S. 205)

In dieser Erzählung beschreibt Katrin de Vries das Leben in Ostfriesland, wie es damals war, als ihre Urgroßeltern und Großeltern noch lebten und wie es heutzutage ist. Vorwiegend liegt der Fokus dabei auf den Gärten und der Natur. Welchen Wandel haben die Gärten in den ca. 100 Jahren gemacht? Und wie hat sich die Einstellung zum eigenen Garten der Menschen entwickelt?

Das Cover ist wunderschön und passt hervorragend zum Inhalt. Die Zeichnung der Blümchen sieht etwas veraltet aber romantisch aus. Dass der Garten größer wirkt, als das Haus, gefällt mir sehr.
Ich hatte einen etwas trockenen Schreibstil erwartet, wurde aber durch die bildhafte und lebensnahe Erzählweise überrascht. Ab und zu gibt es Abschnitte, die poetisch und philosophisch sind, diese haben mich besonders überzeugt.

Ich liebe die Natur und habe mich sehr über dieses Buch gefreut. Meine Erwartungen wurden zu hundert Prozent getroffen. Man spürt in jedem Kapitel die Leidenschaft zur Natur.
Zuerst erzählt Katrin de Vries über das Leben ihrer Urgroßeltern und Großeltern und wie der Garten zur damaligen Zeit genutzt wurde. Ihre Beschreibungen sind so lebendig, sodass ich beim Lesen viele eigene Kindheitserinnerungen hatte. Das hat mich sehr gefreut, da ich auch einige Parallelen bei meinen Großeltern feststellen konnte.
Dann vergleicht sie ihr Leben und ihren großen Garten und hinterfragt die gesellschaftlichen Zwänge, den Rasen immer zu mähen und Wildpflanzen zu entfernen. Zuerst hat sie auch vorbildlich ihren gemähten Rasen, doch nach einiger Zeit ändert sich ihre Einstellung und es entsteht ein wunderbares Naturparadies mit vielen Bäumen, Pflanzen, Kräutern, etc. Dabei denkt sie auch über den Klimawandel nach und beschreibt den Zwang der Menschen, alles kontrollieren zu müssen. Auch das Verständnis von Schönheit und Älterwerden hat sich bei ihr verändert. Ich konnte alle Gedanken von ihr nachvollziehen und einiges für mich mitnehmen. Vor allem werde ich versuchen, die Natur nochmal mit einem anderen Auge wahrzunehmen. Mehr beobachten und zum Beispiel das ungeliebte Unkraut, als eine notwendige Pflanze für Insekten und Tiere betrachten.

Fazit: Das Buch hat mir sehr gefallen und beschäftigt mich immer noch. Mich hat die Erzählung fasziniert. Ich kann es allen Naturliebhabern empfehlen oder allen, die es werden wollen.
Profile Image for Lesereien.
257 reviews22 followers
February 4, 2024
Was passiert mit einem Garten, wenn man den Rasen nicht mehr mäht, wenn man kein Unkraut mehr jätet, wenn man kranke Bäume nicht mehr fällt?

In Kartrin de Vries' Garten lässt sich beobachten, welche Auswirkungen es auf die Natur hat, wenn der Mensch sich zurücknimmt, wenn er auf Rasenmäher, Laubbläser, Gifte, Steine und Plastikplanen verzichtet.

Es ist faszinierend zu erfahren, wie im Garten der Autorin durch das wenige Eingreifen ein Ökosystem entsteht, in dem sich wilde Pflanzenarten und selten gewordene Insekten niederlassen. Doch nicht nur das, es werden Symbiosen eingegangen, Pflanzen ergänzen sich gegenseitig, bieten einander beispielsweise Schatten oder sorgen für genügend Feuchtigkeit.

Die Autorin macht dabei im Laufe des Buches selbst eine Entwicklung durch. Sie nimmt immer mehr Details in ihrem Garten wahr, schaut immer genauer hin. Die "Verwilderung" wird für sie immer natürlicher. Auch ihre eigene Rolle in diesem neuen System nimmt sie dabei klarer wahr.

"Es gelingt mir immer besser, langsam durch diese erweiterte Welt zu gehen und zu schauen, mich nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen."

Eine der für mich eindrücklichsten Erkenntnisse der Autorin war, dass sie versteht, dass es in einem Garten nicht um Schnelligkeit oder Wachstum gehen darf. Dass es ganz egal ist, wie groß die Ernte ausfällt. Dass, wie ihr Sohn ihr erklärt, sie nicht eine Fabrik betreibt, sondern es mit einem lebendigen Organismus zu tun hat.

"Ein Garten offenbart sich" ist ein Buch, dass der Idee des "gepflegten" (man könnte auch sagen: spießigen, toten, biologisch wertlosen) Gartens etwas entgegensetzt. Es ist dabei nicht nur inhaltlich überzeugend, sondern auch stilistisch. Für mich ein in jeder Hinsicht rundes und bereicherndes Leseerlebnis.
Profile Image for Estrelas.
942 reviews
April 7, 2024
Vom Selbstversorgen zum Müßiggang — die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Familie anhand des Lebens mit einem Garten. Während dieser für ihre Urgroßeltern noch Lebensgrundlage war, hatte sie die freie Wahl, sich ein Grundstück mit Garten zu suchen.
Während der Lektüre erfahren wir viel über den Wandel des Landlebens in Ostfriesland im Allgemeinen und den Eigenanbau im Besonderen. Dabei kommt die Großmutter auf Plattdeutsch zu Wort oder werden Ratschläge der Söhne eingebunden, die sich beruflich mit Pflanzen beschäftigen.
Auf gewisse Weise, da entgegen aktuell verbreitetem Empfinden, wendet die Verfasserin radikale Methoden an, indem sie den Garten stellenweise sich selbst überlässt, dann aber neben dem Verfall auch das Entstehen neuen Lebens beobachten kann.
„Ich blickte auf die gesammelten wilden Kräuter. Die Wiese hatte mir gerade gegeben. Ich hatte nichts dafür getan, hatte weder dafür bezahlen noch arbeiten müssen. Was ich mir genommen hatte, war einfach so da gewesen, unabhängig von mir. Die Wiese gibt mir. Schenkt mir. Ich muss bloß nehmen.“
Das Geschilderte wirkte nahbar und authentisch auf mich. Mir gefiel, welche Atmosphäre diese „Gartenbiografie“ vermittelte. Ich konnte die Begeisterung für die Natur beim Lesen spüren und mich von vielen kleinen Dingen inspirieren lassen.
Profile Image for Miriam.
25 reviews1 follower
March 30, 2024
Als Katrin de Vries eines Tages beschließt, den Rasen in ihrem Garten nicht mehr zu mähen und die Pflanzen dort einfach wachsen zu lassen, beginnt ihre Entdeckungsreise durch die Natur in ihrem Garten, bei der sie auch einiges über sich selbst entdeckt. Dabei zeigt sie dem Leser, zu welchen Schönheiten die Natur fähig ist, wenn man sie einfach nur sich selbst überlässt und öfter mal genauer hinsieht.
Dieses Buch ist für alle, die ihre Vorstellung von einem perfekten Garten neu denken wollen.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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