Februar 1929: In einer Grünanlage am Ufer des Gewässers Blanke Hölle wird ein Mann ermordet aufgefunden. Man identifiziert ihn als Dr. Ferdinand Clasen, der in der Nähe in einem Haus wohnte, das im Volksmund Spukvilla genannt wird. Es finden sich Hinweise darauf, dass Dr. Clasen sehr freigiebig mit der Verordnung von Medikamenten war, solange das Honorar stimmte. Ein Mordmotiv?
Die Erfolgsserie im Berlin der 1920er-Jahre geht weiter: Leo Wechslers bisher kniffligster Fall.
Eine weitere Spur führt Oberkommissar Leo Wechsler zum Kloster vom Guten Hirten im benachbarten Marienfelde, das ein Erziehungsheim für Mädchen unterhält. Clasen hatte dort einen Kollegen bei der ärztlichen Versorgung unterstützt. Gerade ist die junge Erika von dort verschwunden, die von ihm behandelt werden sollte. Doch wo ist das Mädchen jetzt und könnte sie eine Mörderin sein?
In Tempelhof wird die Leiche von Doktor Clasen gefunden, der brutal erschlagen wurde. Leo Wechsler und sein Team suchen das Motiv für den Mord in Clasens Tätigkeit als Arzt, denn er verschrieb zum Beispiel auch experimentelle Medikamente und hatte keinen geradlinigen Karriereweg. Leo stößt auf ein Kloster, in dem Mädchen betreut werden und Erika, die dort weggelaufen ist, sollte von Clasen behandelt werden.
Ein neuer Fall für Leo Wechsler und seine Kollegen vom Kommissariat A. In Tempelhof wird an der Blanken Hölle ein Toter aufgefunden. Er ist Arzt und das Motiv liegt im Dunkeln. Doch nach und nach schaffen es die Polizisten den roten Faden zu finden und den mysteriösen Mord aufzuklären.
Susanne Goga hat es in diesem Buch wieder geschafft einen interessanten Krimi mit einem ungewöhnlichem Motiv zu bieten. Es bleibt auch nicht bei einem Mord und auch Robert Walther ist wieder mit von der Partie. Der Krimianteil hält sich die Waage mit der privaten Seite und wir erfahren wieder viel über das Leben im Jahre 1929. Dabei entsteht ein spannendes Bild der Zeit, das durch viele Kleinigkeiten ergänzt wird. Die Parallelen zur heutigen Zeit fallen auf, werden aber nicht mit dem Holzhammer vermittelt. Machte man sich in den früheren Bänden Sorgen um die Protagonisten, weil man weiß. was auf sie zukommen wird, muss man sich mittlerweile die Frage stellen, ob wir nicht ähnliches zu befürchten haben. Die damalige politische Entwicklung hat sich ja auch über Jahre hinweg angeschlichen.
Alles in allem war es wieder ein wunderbares Buch der Reihe. Auch in Band 9 lässt die Qualität der Bücher kein bisschen nach. Eine Reihe, die ich hoffentlich noch lange weiterverfolgen kann.
Berlin, 1929: auf seinem Abendspaziergang wird der angesehene Arzt Dr. Clasen erschlagen. Leo Wechsler und seine Kollegen sind ratlos. Wer würde einen Arzt ermorden?
„Der Teufel von Tempelhof“ ist der 9. Fall für Leo Wechsler und hat mir sehr gut gefallen. Susanne Goga fängt nicht nur die Zeit der 20er Jahre toll ein. Auch die von ihr beschriebenen Ermittlungen sind spannend und aufschlussreich. Der Autorin geht es nicht um Schockmomente, sondern um den Alltag ihrer Figuren und wie schwer es damals war, Details herauszufinden.
Leo Wechsler ist für mich ein Sympathieträger. Trotz seines stressigen und anspruchsvollen Berufs bleibt er menschlich und emphatisch.
Die Geschichte ist fesselnd und hat mich konstant neugierig gemacht ohne zu hetzen. Die Auflösung der Tat hat mich überrascht, wurde aber von den Ermittlern sehr gut herbeigeführt.
Mein erstes Lesehighlight in diesem Jahr. Ich liebe die Reihe um den Berliner Kommissar Leo Wechsler. Susanne Goga schafft es durch ihren Schreibstil einen gedanklich sofort in das Berlin der 1930er Jahre zu versetzen. Die Kriminalfälle sind spannend und greifen auch immer wieder gesellschaftliche Themen der damaligen Zeit auf. Von mir eine ganz klare Empfehlung.
Buchmeinung zu Susanne Goga – »Der Teufel von Tempelhof«
»Der Teufel von Tempelhof« ist ein Kriminalroman von Susanne Goga, der 2024 bei dtv erschienen ist. Dies ist der neunte Band in der Serie um den Berliner Kommissar Leo Wechsler.
Zum Autor: Susanne Goga lebt als Autorin und Übersetzerin in Mönchengladbach. Sie ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums. Außer ihrer Krimireihe um Leo Wechsler hat sie mehrere historische Romane veröffentlicht und wurde mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Goldenen HOMER für ›Mord in Babelsberg‹ und dem Silbernen HOMER für ›Nachts am Askanischen Platz‹.
Zum Inhalt: Februar 1929: Neben einem Mord an einem Arzt geht es um die Flucht einer Jugendlichen aus einer kirchlichen Anstalt und Verbrechen an jungen Frauen in der Vorkriegszeit. Aber auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen spielen eine Rolle.
Meine Meinung: Ich habe schon Bücher dieser Serie gelesen und bin zum bekennenden Fan avanciert. Auch der neue Band hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Neben einem spannenden Kriminalfall um einen ermordeten Arzt werden aktuelle Entwicklungen aus dem Umfeld Leo Wechslers geschildert. Da sind sein schwuler Assistent oder ein aus einer Erziehungsanstalt geflohenes Mädchen, mit denen es der empathische Kommissar zu tun bekommt. Leo Wechsler versucht sich zu kümmern, aber vorrangig ist er ein Ermittler, der hartnäckig die Spuren verfolgt. Er entdeckt Hinweise auf nahezu unglaubliche Taten, die in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg passiert sind und die mich sprachlos gemacht haben. Man kann kaum glauben, welche Taten von Ärzten im angeblichen Namen der Wissenschaft begangen wurden. Die Behandlung und Verknüpfung dieser Themen in einem Krimi sind einfach großes Kino. Die Figuren sind interessant mit etlichen Grautönen gezeichnet, die historischen Beschreibungen sind eindringlich und akkurat gehalten und der Fall überrascht mit einigen überraschenden Wendungen. Selbstverständlich ist die Auflösung umfassend und nachvollziehbar. Der Leser fiebert mit den Figuren mit, aber nicht für alle geht es gut aus. Beeindruckend ist für mich, welche Spannung auch von den nicht fallrelevanten Szenen ausgeht. Mir hat der Roman fesselnde Lesestunden beschert und ich fiebere dem nächsten Band entgegen.
Fazit: Ein beeindruckender Kriminalroman aus dem Berlin zur Zeit der Weimarer Republik, der mit Handlung, Atmosphäre, Figurenzeichnung und historischer Genauigkeit keine Wünsche offen lässt. Deshalb bewerte ich diesen Titel mit der Maximalwertung von fünf Sternen (100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.
Im Februar 1929 wird an der Blanken Hölle, einem Teich in Tempelhof, der mit einer sagenhaften Geschichte um Hel, die Göttin der Unterwelt, verbunden ist, ein toter Arzt gefunden, augenscheinlich ermordet. Für Leo Wechsler und sein Team gibt es zunächst kaum Anhaltspunkte für Motiv und Täter:in.
Im neunten Fall der Reihe nimmt sich Susanne Goga wieder interessanter Themen an, die mir dieses Mal zum Teil kalte Schauer beschert haben. So erfahren wir in einer Nebenhandlung um die dreizehnjährige Erika etwas über das Fürsorgesystem dieser Zeit, und auch die Hintergründe des Mordfalls sind nichts für schwache Nerven.
Daneben gibt es aber auch positive Dinge, z. B. eine Hochzeit, über die ich mich sehr freue, und Robert Walther erhält eine neue Chance. Mittlerweile sind die Familie Leos und sein Team wie alte Freunde, man freut sich, sie wiederzutreffen, und ist gespannt, was sich in ihrem Leben tut. Auch hier gibt es ein paar Neuigkeiten, z. B. über Sonnenschein und Neufeld, und Leo kann wieder einmal zeigen, wie loyal er ist.
Was mir immer besonders gut gefällt, ist dass es Susanne Goga jedes Mal gelingt, mich sofort in den Roman zu ziehen, der mich dann auch bis zum Ende nicht mehr loslässt. Ich mag es auch, wie sehr ich mitfühlen kann. Am Ende ist dann auch hier wieder der Fall nachvollziehbar gelöst, und man muss sich leider wieder bis zum nächsten Band von den liebgewonnenen Charakteren trennen. Wie ich gelesen habe, wird es zum Glück einen weiteren Band geben, auf den ich mich schon sehr freue.
Auch der historische Hintergrund fließt jeweils gelungen in die Romane ein. Man kann sich darauf verlassen, dass die Autorin gut recherchiert hat, wie man auch am Nachwort erkennen kann. Mich bringt es auch immer dazu, ein bisschen zu goggeln, sei es zu den historischen Persönlichkeiten, die zumindest erwähnt werden, sei es bezüglich historischer Gegebenheiten und Ereignisse. Das vertieft mein Wissen, und macht den Roman noch authentischer.
Band 9 der Leo-Wechsler-Reihe hat mich wieder von Anfang an gepackt, das Wiedersehen mit liebgewonnenen Charakteren ist immer wieder schön. Dieser Fall hat mir einige kalte Schauer beschert und mich emotional sehr gepackt. Wie für die ganze Reihe gibt es auch für diesen Band wieder eine Leseempfehlung von mir.
Hervorragendes Buch, wie immer in der Reihe. Susanne Goga verbindet historisches Wissen um wichtige Themen mit gut gezeichneten Figuren und einer in diesem Fall okayen Kriminalgeschichte.
Content Warnung, die gleichzeitig Spoiler ist: Es geht um FGM -female genital mutilation- weibliche Genitalverstümmelung.
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Ich habe mich sehr gefreut, als mit diesem Buch das neueste Exemplar der Leo-Wechsler-Reihe erschien- und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil: Ein interessantes Abbild der Zeit, verbunden mit einem nicht einfachen Thema, was Einen dann doch sehr betroffen macht.
Wie immer ein gelungener Kriminalroman, mit gut recherchiertem historischen Hintergrund. Man hat das Gefühl, die Familie Wechsler persönlich zu kennen und viel zu schnell ist das Ende erreicht.
story line: **** main characters: ***** side characters: **** world building: ***** editing: **** 4.5 Wieder ein gelungener Fall mit Leo Wechsler und Kollegen. Absolut lesenswert.