Berlin im Jahre 1376: Der Tuchhändler Randulf van Törsel hat feinstes Flandrisches Tuch in Berlin einfärben lassen, das der Berliner Kaufmann Hovemann nach Hamburg bringen soll. Alle stehen zur Abreise bereit. Da macht man einen grausigen Fund: Die Tochter van Törsels wird zwischen den Tuchballen gefunden - ermordet, mit abgeschnittenen Haaren. Auch Hovemann ist verzweifelt; beim Würfelspiel mit Heinrich von Erp, einem der reichsten Kaufleute Berlins, hat er all sein Hab und Gut verloren. Wie soll er nur seine Schulden begleichen? Von Erp macht ihm ein abstoßendes Angebot: Er verlangt Friedelinde, die junge Tochter Hovemanns, für eine Nacht. Der Vater ist entsetzt und greift in seiner Verzweiflung zu einer tragischen Lösung. Wenige Wochen später brennt Berlin...
Andreas Weber is a Berlin-based philosopher, biologist, and writer. He holds degrees in marine biology and cultural studies, and has collaborated with brain researcher and philosopher Francisco Varela. His books in English include: Enlivenment: Towards a Fundamental Shift in the Concepts of Nature, Culture and Politics (2013); The Biology of Wonder: Aliveness, Feeling, and the Metamorphosis of Science (2016); and Biopoetics: Towards an Existential Ecology (2016). Weber regularly contributes to major newspapers and magazines, such as National Geographic, GEO, and Die Zeit, and has won a number of awards for his writing. He teaches philosophy at Leuphana University, Lüneburg and at the University of Fine Arts, Berlin. Weber has two children, fifteen and seventeen. He lives in Berlin and Italy.
Dies ist ein Roman über die Abgründe der menschlichen Seele. Daß er in der mittelalterlichen Hanse spielt, ist eher ein Nebeneffekt und für die zugrundeliegende Geschichte nur ein Rahmen, der auch anders sein könnte. Der Roman schildert Bösartigkeit als Charakterzug, aber auch verabscheuungswürdiges Verhalten, das aus Verzweiflung und Unsicherheit geboren wurde. Hinzu kommt das alte Thema des Konfliktes zwischen Liebe auf der einen und Vernunftheirat auf der anderen Seite, in dem sich schon so manche Familie aufgerieben hat. Das Buch ist sicherlich kein Reißer, der einen schlaflose Nächte lang durchlesen läßt (dafür ist er ohnehin zu kurz), aber eine interessante und spannende Lektüre, die einem so ganz nebenbei noch ein bißchen des Flairs aus der mittelalterlichen Hanse mitgibt. Allemal ein paar nette Stunden wert.