Jump to ratings and reviews
Rate this book

Sund

Rate this book
Am Sund angekommen, ahnt die Erzählerin nicht, welche Geheimnisse die Gegend birgt. Während sie auf ihre Geliebte wartet, schwappen nachts seltsame Gesänge von der Insel Lykke über das Wasser ans menschenleere Festland – unheimlich und verheißungsvoll zugleich. Sie beschließt, ihre Recherche um die Rolle ihres Urgroßvaters im Nationalsozialismus ruhen zu lassen, und bricht nach Lykke auf. Auf der Überfahrt dorthin lernt sie die Neue kennen. Beide sind als Fremde auf der Insel nicht gern gesehen und werden, widerstrebend zunächst, zu Komplizinnen. Denn irgendetwas stimmt nicht in diesem vermeintlichen Idyll aus Amaranthfeldern und selbst geschleudertem Honig. Die Menschen sind verschlossen, bestimmte Fragen dürfen nicht gestellt werden, und Besuch sollte besser bald wieder verschwinden. Doch die Erzählerin bleibt und findet heraus, dass dieser Ort einst Schauplatz von Zwangssterilisationen war. Während sich zunehmend Parallelen zu ihrer eigenen Familiengeschichte auftun und über der Insel der Dunst aufzieht, wird klar, dass sie auch hier nicht bleiben kann.Wie fragil ist unsere Gegenwart, wenn sie von einer Vergangenheit bestimmt wird, die nicht bemerkt werden soll? «Sund» ist der entschlossene Versuch einer Geisteraustreibung, der vor fantastischen Bildern sprüht und ebenso frei und unangepasst voranschreitet wie seine Erzählerin selbst.

130 pages, Hardcover

Published February 15, 2024

1 person is currently reading
79 people want to read

About the author

Laura Lichtblau

5 books1 follower

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
3 (4%)
4 stars
20 (28%)
3 stars
30 (42%)
2 stars
15 (21%)
1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 17 of 17 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,425 reviews194 followers
February 19, 2024
Laura Lichtblaus namenlose Icherzählerin entschließt sich spontan zur Überfahrt auf die fiktive dänische Insel Lykke. Ihr Text richtet sich an eine ferne Geliebte, von Beruf Küstengeologin, die die Erzählerin offenbar versetzt hat. „Ich beschreibe dir alles. … Du beschreibst mir alles.“

Zur Hagebuttenzeit am Saisonende wirkt die Insel eigenartig farblos. Nicht näher beschrieben wird eine alternative Gruppe/Kommune/Sekte. Kaum zu übersehen sind Bunkerreste aus dem Zweiten Weltkrieg, die vermutlich Touristenattraktion der Insel sind. Ein ehemaliges Klinikgebäude konfrontiert die Besucherin schließlich mit ihrem Recherchethema, dem sie offenbar mit dem Ausflug aus dem Weg gehen wollte. Ihr Urgroßvater war während des Nationalsozialismus als Orthopäde beruflich mit Karl Brandt verknüpft, über den es umfangreiches Archivmaterial gibt, und hat selbst ein Buch veröffentlicht. Die Klinik auf der Insel diente der Zwangssterilisierung Körperbehinderter; dazu finden die Besucherinnen Beweismittel. Gestört hat mich hier der vereinfachte Begriff Sterilisationsklinik in der ersten Hälfte des Romans, der die Geschehnisse m. A. verharmlost.

„Sund“ ist in eigenartiger Sprache verfasst, u. a. in Möglichkeitsform (Die Insel, auf die ich vielleicht führe …). Stilmittel sind Paarungen aus Ich/Sie, die Alte/die Neue (Frau?), Draußen (Bunker)/Drinnen (Archivrecherche), Fakten/Fantasie. Der Sinn der Recherche nach der NS-Vergangenheit des Urgroßvaters bleibt für mich offen; die stilistischen Volten empfinde ich für den extrem kurzen Text übertrieben.
Profile Image for mari_liest.
317 reviews
March 15, 2024
“Verzettle ich mich? Wieder greife ich nach dem Buch „Erbbiologie der angeborenen Körperfehler“ und lese das Vorwort von Ernst Rüdin. Ich will das Umfeld meines Urgroßvaters kennen.“ (S. 80)

In "Sund" entfaltet sich eine Erzählung, die sich sehr schmal an der Schnittstelle von Familiengeschichte und der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit bewegt. Die Haupterzählerin, deren Reise uns tief in die Geheimnisse der Insel Lykke und die unheimlichen Gesänge, die nachts über das Wasser schwappen, führt, und ihre Suche nach familiären Antworten stehen im Zentrum dieser Geschichte. Ihre Entscheidung, die Recherche über die Rolle ihres Urgroßvaters im Nationalsozialismus hintanzustellen, leitet eine intensivere Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Familiengeschichte ein, die sich auf der Insel mit der düsteren Geschichte des Ortes verwebt.

Der Schreibstil zeichnet sich durch eine freie und unangepasste Erzählweise aus, die von nicht immer greifbaren Bildern und einer, tlw. gefühlt, wirren Erzählweise der Protagonistin geprägt ist. Diese Art der Darstellung trägt maßgeblich zur atmosphärischen Dichte des Romans bei und spiegelt die Komplexität ihrer gedanklichen Reise wider.

"Sund" ist somit mehr als nur eine Geschichte über die Aufdeckung von Geheimnissen; es ist eine tiefgreifende Reflexion über die Bedeutung von Erinnerung und kollektiver Geschichte. Erzählt in 5 kurzen Kapiteln hat mich Kapitel 3 wohl am Eindrücklichsten getroffen. Komplexe Themen wie die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, familiäre Geheimnisse und die Suche nach Identität kunstvoll zu verweben, macht „Sund“ zu einem tollen Werk. Diese Verflechtungen fand ich tlw. herausfordernd und nicht immer konnte ich der Erzählerin in ihren Gedankentornados folgen.
Eine Lektüre, die mich gut unterhalten und gefordert hat und für die ich gerne eine #leseempfehlung gebe.
Profile Image for julia.liest aka einfach.naturlich.mama.
220 reviews1 follower
February 26, 2024
Wenn die Vergangenheit klarer ist als die Gegenwart
-Rezensionsexemplar-
.
Sie hat es nach Sund verschlagen, die Vergangenheit des Ur-Opas als NaziArzt aufarbeiten. Doch dann ein Ausflug auf unbestimmte Zeit auf die Insel davor, Eigenbrötler, eine Neue Mitreisende & mehr Verstrickungen der Vergangenheit.
Während die aktuelle Zeit eher vage, andeutungshaft erzählt wird - klare Worte & ernst benannte Vermutungen zum NaziBezug des Ur-Opas, ein Spagat, der ins rechte Licht rückt, was einfach zu benennen wäre & was ungewiss ist.
.
Schnapp dir einen Kaffee & lass dich treiben.
Profile Image for Isabel Herrle.
13 reviews
October 13, 2024
Poetische Sprache, die viele Bilder schafft und einen mitnimmt in eine verworrene Geschichte. Auf eine leichte Weise sind die historischen Fakten mit Fiktion verwoben
19 reviews
January 1, 2026
Mich hat die poetische Sprache und die teilweise skurrile Geschichte nicht in ihren Bann gezogen. Kann mir aber vorstellen, dass es für manch eine*n ein hervorragenderes Buch ist.
Profile Image for Karina.
250 reviews3 followers
February 18, 2024
Ich habe gerade 'Sund' von Laura Lichtblau beendet und bin etwas zwiegespalten in meiner Meinung dazu.
Ich fange erst einmal mit dem sehr schönen Cover an und wie wertig sich dieser, mit 134 Seiten recht schmale Roman anfühlt.
Der Schreibstil ist sehr lyrisch und für mein empfinden kunstvoll geschrieben. Und das ist wohl auch der Knackpunkt...ich kann damit leider nicht viel anfangen. Ich habe im ganzen ersten Teil nicht wirklich verstanden was mir erzählt oder vermittelt werden soll. Auch das zwischen den Zeilen lesen fällt mir schwer. Wer oder was ist das Balg, warum wird da jemand Elch genannt und und und.
Der Teil um die Recherche nach dem Urgroßvater der Erzählerin war gut, sehr erschreckend und interessant. Er hat mich animiert einiges nachzulesen. Die Themen Euthanasie im nationalsozialistischen Kontext, Zwangssterilisierung, Frauen als Zuchtstuten, Menschenversuche und vieles mehr sollte nicht vergessen werden.
Aber wie schon erwähnt konnte mich die Erzählung drumherum leider nicht abholen.
Ich könnte darauf wetten das es viele Liebhaberinnen (das war auch interessant, es wurde alles in der weiblichen Form geschrieben und nur ein paar Ausnahmen gegendert) geben wird, die an so einem Roman Freude haben.
Mein Buch war es leider nicht.
Profile Image for Verena.
391 reviews
March 11, 2024
Sund ist speziell. Experimentelles Werk, persönliche Erzählung und ein geschichtlicher Aspekt, der wenig bekannt ist, aber dennoch nie vergessen werden darf.
Deshalb fällt es mir schwer, das Buch zu rezensieren. Mit dem experimentellen Teil haderte ich sehr, zu wenig wurde mir klar, was gemeint ist: wer oder was ist der Balg? Der Elch? Ist die Neue eine Person oder ein Teil der Persönlichkeit der Erzählerin? Wäre der Roman nicht nur 130 Seiten lang, weiß ich nicht, ob ich nicht abgebrochen hätte, einfach weil ich nicht wusste, was ich gerade lese. Das wäre aber sehr schade gewesen, denn der Sund ist sozusagen Rahmenhandlung für Recherchen der Erzählerin über die Rolle des Uropas zur Zeit des Nationalsozialismus. Ein Orthopäde, der an den Euthanasie-Verbrechen beteiligt war, nach Ende des 2. Weltkrieges war er als renommierter Medizinier bekannt, als wäre nichts gewesen. Straßen sind nach ihm benannt und da mir der Name bekannt vorkam, begann ich zu googeln. Tatsächlich, ich hatte Recht. Sogar in meinem Navi zeigt es die Straße noch an. Anfang 2023 war ich in Bad Tölz und Lenggries unterwegs, weil dort Special Olympics Winterspiele sattfanden. Sportwettbewerbe für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Was für ein erschreckender Zufall, dass ich ausgerecht in diesem Zusammenhang die Straße entlangfuhr, die nach einem Medizinier benannt ist, der an Programmen beteiligt war, in denen unter anderem Menschen mit Behinderung ermordet wurden.
Chronologisch wird die Recherche aufarbeitet, Fakten treffen auf offene Fragen, auch deshalb, weil die Biografie des Mediziners „beschönigt“ wurde, weil Dokumente vernichtet wurden, weil man es ignorieren will, weil das dem Morden zugrundeliegende Gedankengut nach wie vor verbreitet.
Was ist die Wahrheit? Wer ist die Erzählerin, wer war der Urgroßvater? Was ist der Sund? Was passiert auf der Insel?
Die offenen Fragen sind für mich das, was die Handlung am Sund und die Recherchen über die NS-Zeit verbinden, auch wenn sie inhaltlich nichts miteinander zu haben. Oder doch? Ich weiß es nicht, denn mir als Leserin blieben viele Fragen unbeantwortet. Vielleicht eignet sich der Roman nicht, alleine gelesen zu werden; vielleicht muss er diskutiert werden.
Letztendlich gibt es 4 Sterne von mir, auch wenn ich mit der Rahmenhandlung echt Schwierigkeiten hatte, aber gleichzeitig habe ich selten so viel noch über die Handlung eines so kurzen Romans nachgedacht.
An dieser Stelle möchte ich unbedingt "Schwarzpulver", den Debütroman von Laura Lichtblau, empfehlen. 2020 schon aktuell, jetzt erschreckenderweise noch aktueller, leider.
Profile Image for Marie.
201 reviews14 followers
March 5, 2024
"Dass du über der Landschaft liegst wie ein Film, ist mir nur recht."

"Sund" ist ein ziemlich experimentell erzählter Roman. Darin begibt sich die Protagonistin an die dänische Küste, um Nachforschungen über ihren Urgroßvater anzustellen. Der war damals, so die Vermutung der Frau ohne Namen, in die Ermordung von körperlich behinderten Menschen unter den Nazis verwickelt. Dass es darum geht, erfährt der Leser aber erst auf der Hälfte des Buches. Dann, wenn sich mehr oder weniger Zitate aus unterschiedlichen Quellen aneinanderreihen, die die Tötung von Homosexuellen und Beeinträchtigen im NS-Regime nachzeichnen. Davor geht es aber auch um eine Insel, Lykke, auf der Menschen zwangssterilisiert worden sind. Die Protagonistin weiß das von Beginn an, der Leser nicht. So findet man zunächst alles merkwürdig, was auf dieser Insel passiert und wie die Frau ihre Bewohner beschreibt. Im Nachhinein kann man sich zusammenreimen: Hier geht es um Verdrängung.

Laura Lichtblau wählt eine möglicherweise unzuverlässige Erzählerin. Nie ist sie ganz greifbar, nicht man ihren Namen kennen wir. Die Erzählerin und gleichzeitig Protagonistin gibt sich mal als Küstenforscherin aus, doch das ist eigentlich der Beruf ihrer Geliebten, Mystische Gestalten treten auf, von denen man nicht weiß, ob sie tatsächlich da sind oder der überhitzten Fantasie der Frau entsprungen sind. Aber auch Figuren, die auf den ersten Blick sehr real scheinen, sind auf den zweiten Blick womöglich doch eher Alter Ego der Erzählerin als tatsächliche Figuren.

Obwohl es der Autorin gelingt, gerade im ersten Teil atmosphärisch dichte Landschaftsbeschreibungen zu zeichnen, hat mir "Sund" weniger gut gefallen. Zu aneinandergereiht sind die einzelnen Teile, zu gewollt mystifiziert die eigentliche Geschichte. Überdeutlich wird, dass die Autorin auf Vielschichtigkeit herstellen möchte, nicht zuletzt durch die Übersetzungen, die dänischen und englischen Einschübe und die manchmal nur dem Klang, nicht aber der Bedeutung nach richtigen Übertragungen einer Sprache in die andere. Am Ende bleiben viele Fragezeichen und lose Elemente. Für mich war dieses Buch leider zu experimentell.
Profile Image for Naraya.
280 reviews8 followers
February 19, 2024
Die namenlose Protagonistin wartet am dänischen Sund auf ihre Geliebte. Als die sie jedoch immer wieder vertröstet, beschließt die Erzählerin, ihre Recherche zur Rolle des Urgroßvaters im Dritten Reich zu pausieren und auf die Insel Lykke überzusetzen. Dort werden sie und eine weitere neu Angekommene mit Misstrauen begrüßt und bleiben Außenseiterinnen. Doch dann entdeckt die Erzählerin Hinweise, die bestätigen, dass auf der Insel während des Nationalsozialismus Zwangssterilisationen durchgeführt wurden und plötzlich ist der Bezug zur eigenen Familie wieder ganz frisch.

„Sund“ ist bereits der zweite Roman der Autorin Laura Lichtblau. Erzählt wird aus der Perspektive der Protagonistin in der Ich- und Gegenwartsform. Dies und ein Sprachstil mit vielen kurzen Sätzen und beschreibenden Vergleichen (vor allem Naturbilder) vermitteln den Eindruck, die Handlung unmittelbar durch die Figur mitzuerleben und ihre Emotionen zu teilen. Der Text in der Gesamtheit ist jedoch eine gekonnte Mischung aus Romanszenen und Sachinformationen, denn wenn in der Mitte des Buches die Erzählerin über ihren Urgroßvater spricht, tut sie dies im Stil einer detaillierten biografischen Aufzeichnung, die sie aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen hat.

Wie mit der eigenen Familiengeschichte umgehen? Das ist die Frage, die Laura Lichtblau sich in diesem kurzen, aber gehaltvollen Roman stellt. Ein Gericht stufte den Urgroßvater als „Mitläufer“ ein, aber kann und darf seine Urenkelin zu dem selben Schluss kommen? Die Fakten sind zusammengestellt und nun müssen wir uns als Leser*innen abschließend selbst ein Urteil bilden. Die umrahmende Romanhandlung hingegen scheint sich der Realität zu entziehen. Die Protagonistin ist oft unsicher, ob sie ihrer Wahrnehmung trauen kann; einzelne Szenen lassen sich nicht klar als Wahn oder Wahrheit einordnen Was am Ende bleibt, ist nur der Titel gebende Sund.

„Dann verwandelt sich der Sund wieder in eine Fläche, auf der sich alles ablegen lässt. Er gleißt auf. Und mit einem festen Ruck verschluckt er jede Geschichte, alle Beweise, und alles, was stört.“ (S. 130)
Profile Image for Runenmädchen.
239 reviews8 followers
March 15, 2024
Unkonventionell und wenig greifbar, wenngleich es sensibilisiert!

Es geht um die Aufarbeitung der Familiengeschichte unserer Ich-Erzählerin. Ihr Urgroßvater soll am Euthanasie - Programm Hitlers beteiligt gewesen sein, welches initiiert wurde, um, aus Sicht der abartigen Ideologie, „Ballastexistenen“ den „Gnadentod“ zu gewähren.

Das klingt unvorstellbar und furchtbar. War es auch. Ist es auch. Bleibt es auch. Und hier liegt auch mein Hauptkritikpunkt. Ich konnte nicht feststellen, dass das Verhalten, die Taten kritisch hinterfragt worden ist. Vielleicht wurde es aufbereitet, ich konnte es dann aber nicht erkennen. Der Schreibstil ist, wie bereits angedeutet, wenig greifbar, Vieles bleibt unerwähnt oder ist mir hinter einem nebeligen Schwall schön klingender Worte verborgen geblieben.

Die Autorin kann großartig mit Worten umgehen, wenn nicht sogar spielen, und dementsprechend gut schreiben. Ich befand mich eingangs in einem Sog, ich fand es klasse und klebte an Lichtblaus Ausführungen. Doch je dichter ich dem Kern der Geschichte kam, desto unbedeutender wurde mir die Sprache und ich habe mir umso mehr eine klarere und kritischere Darstellung gewünscht.
Bei einem leichteren Thema hätte ich gewiss mehr Sterne vergeben!

Denn es ist so ein wichtiges Thema und darf ebensowenig vergessen werden wie alle anderen Gräueltaten aus der NS-Zeit, zumal ich vergleichbar wenig Romanliteratur zu explizit dieser Thematik gefunden habe. Und genau deshalb bin ich mir unsicher, ob die spezielle Herangehensweise der Autorin die Vielzahl der interessierten Leser ansprechen wird, wenngleich es sensibilisiert.

Es ist daher nur bedingt empfehlenswert, weshalb ich nur drei Sterne vergeben möchte.
Profile Image for Shizu  Reads.
256 reviews
March 23, 2024
Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und auch das tolle Cover war nach meinem Geschmack. Leider habe ich es noch vor der Hälfte abgebrochen. Es war einfach nicht die richtige Zeit für mich und dieses Buch. Ich kam weder in die Story noch in den Stil hinein. Es ist sehr lyrisch mot starken Worte und Sätzen. Die etwas in einem anstimmen, aber ich konnte nicht so richtig greifen was. Irgendwie bekam ich keinen Zugang. Auch der Verlauf der Geschichte viel mir schwer, wer ist wer und warum verschwimmen die Charaktere immer wieder ineinander. Und eigentlich sollte es doch um etwas ganz anderes gehen als um die Liebesgeschichte.
Da ich mich zusehends sehr aufraffen musste, um weiter zu lesen, habe ich entschieden es weg zu legen und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zur Hand zu nehmen.
Profile Image for Niklas.
56 reviews8 followers
September 15, 2025
Ein Zufallsfund aus der Bibliothek: Laura Lichtblau hat mich mit ihrer Sprache schnell in ihren Bann gezogen, ich konnte gar nicht genug bekommen von ihren wohl formulierten Sätzen über das Meer, den Wald, die kleine Insel zwischen Dänemarks und Schweden - und die Menschen! Auch das Kapitel über die Recherche der NS-Biografie des Großvaters und seine Verwicklungen in die Euthanasie-Morde der Nationalsozialisten habe ich mit großem Interesse gelesen. Leider fehlt mir in den letzten beiden Kapiteln eine Zusammenführung der beiden Elemente, die "story" verliert sich ein wenig im Strudel der Assoziationen und Fantasien unserer Erzählerin, und doch möchte ich vielen Menschen dieses schmale Buch sehr gerne ans Herz legen.
Profile Image for Lina.
49 reviews2 followers
December 18, 2025
DNF

Ich mochte den Schreibstil sehr, aber in der ganzen Poesie ist die Geschichte für mich verloren gegangen. Es war unheimlich schwer zu lesen, weil man die ganze Zeit zwischen den Zeilen lesen musste. Irgendwann hat mir das Buch dann so eine Ick gegeben, dass ich nur noch aufhören wollte, es zu lesen.
Profile Image for Christel.
583 reviews18 followers
June 21, 2024
Nunja, davon hatte ich mir mehr versprochen. Interessantes Themas, interessante Figuren-Konstellation. Leider macht die Autorin zu wenig daraus.
Profile Image for Leonie.
76 reviews1 follower
December 19, 2024
»Die Luft draußen ist weich. Auf einmal rennen wir, bis an den Strand! Unter dem graublauen Himmel liegt ein orangefarbener Streifen, es ist das allerletzte Licht des Tages. Die Dünen sind dunkelgrau, die Sträucher und der Meerkohl ragen schwarz auf. Aus dem Sand strömt es kühl, und ich rieche das Strandgras, als hätte es einen Geruch.«


Vielen Dank für das Leseexemplar und die angenehme Abendveranstaltung am mediacampus im Frühjahr an C. H. Beck!
76 reviews
February 20, 2024
Der Anfang des Romans war für mich sehr verwirrend. Ich konnte nicht entscheiden, was Traum,was Realität war. Lar war, dass die Hauptperson lesbisch war. Erst im3.Teil, der Biographie des Urgroßvaters, entwirft sich alles. Diesen Teil fand ich sehr gut. Ich habe viel über Schuld, Täter und Verdrängung erfahren und über Lasten, die über Generationen reichen
Displaying 1 - 17 of 17 reviews