Spannender Auftakt zur neuen Reihe Tatort Waterkant von Bestsellerautor Thomas Herzberg
Der Mord an Hajo Petersen erschüttert ganz Nordstrand. Aber wer hat den alten Widerling auf dem Gewissen?
Auf Nordstrand wird ein Urgestein der Halbinsel und allseits bekannter Mann erschossen. Verdächtige gibt es reichlich, denn Hajo Petersen hat zu Lebzeiten nichts unversucht gelassen, sich Feinde zu machen. Da kommt Verstärkung für die Husumer Mordkommission in Form von Kommissaranwärterin Michi Greve gerade recht. Allerdings sorgen die Altlasten der jungen Frau für zusätzliche Probleme.
Als dann ein zweiter Mord geschieht, spitzt sich die Situation zu. Hinter dem Rücken ihrer erfahrenen Kollegen setzt Michi alles auf eine Karte. Doch das gilt auch für ihren unbekannten Widersacher, denn der hat nur eins im Rache auf Friesisch …
Ich habe schon Bücher von Thomas Herzberg gelesen; warum ich diesen Krimi lesen wollte, hing auch mit dem Titel zusammen: Ich bin selbst Friesin und habe meine Kindheit auf Ameland (Niederländische Watteninsel) verbracht. Meine Muttersprache ist Friesisch. Ich habe in Ostfriesland studiert und kenne die deutsche Wattenküste (und auch Husum) wie meine Westentasche. Das Watt, das Inselleben und das Meer sind die Orte, an denen ich mich am wohlsten fühle - die Weite, das Meer, das immer in der Nähe ist, der Humor und die Mentalität der Menschen. Oh, ich kenne die Witze über uns, Friesen, unsere Streberei und unseren Stolz, aber nirgendwo anders möchte ich leben. Dieser Krimi macht mir Lust, so schnell wie möglich nach Husum und an die deutsche Wattenküste zurückzukehren! Herzberg spricht von "Wo das Land so flach ist, dass man morgens schon sehen kann, wer mittags zu Besuch kommt, und wo sich Himmel und Meer treffen." Ich nenne es Paradies.
Michaela tritt ihren neuen Job bei der Kripo in Husum an; ihr neuer Chef, Kruse, hat noch mit ihrem Großvater zusammengearbeitet. Ulf, ihr neuer Kollege, ist anfangs nicht gerade begeistert, denn sie hatten jemand anderen für die Stelle vorgesehen, und die Tatsache, dass Michaela Greve ihrem alten Chef eine gebrochene Nase verpasst hat, dämpft seine Erwartungen. Kruse ist nicht besonders angetan, vielleicht weil er mit ihrem Großvater gearbeitet hat? Kurz nach ihrer Ankunft wird der ehemalige Bürgermeister Hajo auf Nordstrand ermordet aufgefunden. [Nordstrand ist eine ehemalige Wattenmeerinsel im deutschen Teil des Wattenmeeres und gehört zum Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein]. Ulf und Michaela machen sich auf den Weg, um zu ermitteln, während Kruse im Präsidium bleibt und in der Zwischenzeit nur rumtelefoniert.
Die Ermittlungen ergaben bald, dass Hajo nicht sehr beliebt war. Wurde er ermordet, weil er den Pachtvertrag für die Pferdepension kündigen wollte? Oder hat es damit zu tun, dass Hajo in der Nähe von Husum ein Gewerbegrundstück gekauft hat, auf dem er Reihenhäuser bauen wollte, und was haben die Linnewever-Schwestern mit dem Fall zu tun?
Das Buch hat mir gut gefallen. Für mich war Kruse die sympathischste der Hauptfiguren, ein etwas ruppiger Typ, der Michaela sehr beschützt. Wie schnell sich Michaela an ihrem neuen Arbeitsplatz und bei ihren neuen Kollegen zu Hause fühlt, hat mich gewundert.
Leichte Kost, mit bissigem Humor und friesischem Charme, mit Vergnügen gelesen und sehr empfehlenswert; erster Auftakt, freue mich schon auf die Fortsetzung!
Kommissaranwärterin Michaela Greve, Michi genannt, Kriminaloberkommissar Ulf Weingärtner und Kriminalhauptkommissar Werner Kruse sind alle drei schon irgendwie Marken für sich. So kann ich mir gut vorstellen, dass sie von einigen Leserinnen und Lesern gemocht werden, von anderen wiederum nicht. Vor allem Werner Kruse hat eine knurrige Art an sich, ist wortkarg und viele Male ziemlich ruppig. Er hat aber vor allem, was seine neue Mitarbeiterin und ihr Problem angeht, ein sehr großes Herz, versucht wirklich alles um ihr zu helfen und spart auch nicht mit Lob für sein Team. Mir hat an ihm vor allem gefallen, dass er Michi sofort hilft und wirklich alle Hebel in Bewegung setzt, damit sie ihren Job nicht wegen ihres schmierigen Ex-Chefs an den Nagel hängen muss.
Michi war mir gleich sympathisch. Sie hat eine rasche Auffassungsgabe, ist eine gute Ermittlerin und scheut sich nicht davor anzupacken. Dennoch wirkte sie, was ihre Arbeit angeht, in vielen Bereichen noch sehr unsicher und man merkt gerade da, wie gut ihr das Lob ihres Chefs tut.
Was ich von Ulf halten sollte, wusste ich ehrlich gesagt bis zum Schluss nicht so recht. Mir kam es viele Male so vor, als wenn er auf Michi neidisch ist, weil ihr Vorgesetzter sie mag. Zudem war er von den drei Teammitgliedern der blassesten. Wobei ich mir bei allen dreien gewünscht hätte, dass sie vielschichtiger sind.
Das Fall an sich ist spannend. Was vor allem dran liegt, dass das Opfer Hans-Joachim Petersen sich viele Feinde gemacht hat und es somit einen Haufen Verdächtige gibt. Zudem habe ich mich nach dem zweiten Mord gefragt, wie das alles zusammenhängt. Denn auf den ersten Blick gab es da keine wirkliche Verbindung. So war ich gespannt, was Michi, Ulf und Werner herausfinden werden und habe versucht, die Informationen, die ich bekam, zusammenzubringen. Zudem gab es einige Wendungen, mit denen mich der Autor überraschen konnte.
Fazit: Ein spannender Krimi mit einem Ermittlerteam, das man mögen kann oder nicht. Der Fall ist an sich spannend, vor allem weil sich das Opfer Hans-Joachim Petersen viele Feinde gemacht hat und es somit einen Haufen Verdächtige gibt, die alle ein gutes Motiv haben. Zudem gab es einige unvorhersehbare Wendungen, die zum Erhalt der Spannung beigetragen haben. Schade war, dass Michi, Werner und Ulf ziemlich blass gezeichnet waren. Ich hätte sie mir vielschichtiger gewünscht.
Meine Meinung Ich liebe ja Norddeutschland und Krimis. Deshalb war ich sofort dabei, als ich von Rache auf Friesisch gehört habe. Das Buch hat mich gepackt aber es hat mich auch manchmal ein bisschen gestört. Die Story klingt erstmal sehr gut, Hajo Petersen, ein Typ, den wirklich niemand leiden konnte, wird erschossen. Die Liste der Verdächtigen ist sehr lang und mittendrin ist Michi Greve, die als neue Kommissar Anwärterin nicht nur frischen Wind, sondern auch Probleme mit ihrer Vergangenheit mit bringt. Michi mochte ich sofort. Sie ist ehrgeizig, clever und ein bisschen stur also genau die Mischung, die ich bei Ermittlerfiguren spannend finde. Was mir nicht gefallen hat, das ihr Privatleben doch sehr in den Vordergrund gestellt wurde. Klar, das macht sie greifbarer, aber ich dachte mir an manchen stellen, hätte ich lieber viel mehr über die Morde erfahren. Den das fand ich schon sehr spannend doch das Private hat mich dann beim lesen etwas gestört. Trotzdem bleibt es spannend, vor allem als ein zweiter Mord passiert. Die friesische Atmosphäre ist toll eingefangen, und der Humor hat mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Die Eigenarten der Norddeutschen, die bissigen Dialoge das Buch hat definitiv Charakter. Rache auf Friesisch hat mich mitgerissen, auch wenn ich zwischendurch mal gedacht habe weniger Privates mehr von den Mordfällen. Wenn du auf Krimis mit Küstenflair, skurrilen Figuren und einem Hauch Chaos stehst, dann ist das hier genau das Richtige für dich. Diese Reihe werde ich weiter verfolgen, schon allein um sehen wie sich Michi weiter entwickelt.