Eine durchaus interessante Studie oder ein Ritt durch 13.000 Jahre Kulturgeschichte des Bieres.
Ab dem Mittelalter erfährt das Thema eine sehr starke Einengung auf den deutschen Kulturkreis, was allen voran an der Bedeutung des Bieres hier liegt und an der starken Quellenlage. Das Werk versucht immer über die Grenzen hinaus zu schauen, kann das aber meist nur anreißen, auch aufgrund der konzisen Darstellungsform.
Ein paar Punkte habe ich selbst vermisst, auch in der innerdeutschen Perspektive. So beschränkt sich das Werk vor allem auf die bayerischen Biere und die Entwicklung hin zum Pilsner. Die norddeutschen Brauereikulturen lässt ist es dabei weitestgehend heraus.
Die für Deutschland sehr bedeutende Unterscheidung zwischen Privatbrauereien (auch größeren) und die Verstetigung der Internationalisierung hat mir etwas gefehlt. Hier war der Fokus, wenn, eher auf den Craft Beer-Variationen, nicht aber auf den klassischen Teilnehmern am Markt, die bspw. ja auch eine eigene Lobbygruppe haben.
Zwar stellt das Buch auch in Deutschland eine Nord-Süd-Dichtomie dar, beleuchtet dann aber allen voran den Süden, während es den Norden und auch den Osten weitestgehend ausspart.
Ein paar Worte sind zu den sonstigen, klassischen deutschen Biervariationen ab von Pilsner, Hell, Weißbier wäre auch spannend gewesen.
Die Welt der Biermischgetränke ist weitestgehend unbeleuchtet geblieben.
Das sind Auszüge dessen, was bei einer Erweiterung noch eine Rolle spielen könnte. Es ändert aber nichts daran, dass es ein solides Einstiegswerk ist. Durch seine Kürze müssen zwangsläufig gewisse Themen verkürzt bleiben, wie bspw. die Soziologie des Bieres beim deutschen Fabrikarbeiter und in Bezug auf das Vereinswesen, oder eben auch die Rolle von Gilden und Zünften im Mittelalter, aber die Themen werden genannt und können von dort aus weiter beleuchtet werden.
Insgesamt ist es also eine lesenswerte Einführung in die Kulturwelt des Bieres.