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Und auch so bitterkalt

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Dies ist die Geschichte von Lucinda. Lucinda ist schön, lebenshungrig und leuchtet wie ein Stern. So hell und so schön und gleichzeitig Lichtjahre entfernt. Lucinda scheint in einer anderen Welt zu leben, nach eigenen, erbarmungslosen Regeln. Wer Lucinda liebt, muss ertragen, ihr niemals richtig nah sein zu können. So sind Sterne eben. Und manchmal fallen sie vom Himmel und verglühen. Einfach so.

176 pages, Kindle Edition

First published February 20, 2014

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About the author

Lara Schützsack

8 books2 followers

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Community Reviews

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1 star
11 (7%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Alexandra.
128 reviews113 followers
July 5, 2014
Meine Gedanken zu dem Buch:

Die junge Berliner Autorin Lara Schützsack wagt sich mit diesem Jugendroman an das große Tabuthema Essstörung heran und erschafft auf gerade einmal 176 Seiten ein Drama, welches mich tief berührte, schockierte und auch immer wieder für sprachlose Momente sorgte.

Wir erfahren diese tragische Familiengeschichte aus Sicht der jungen dreizehnjährigen Malina. Sie sieht zu ihrer vier Jahre älteren Schwester Lucinda herauf, aber auf eine schön fast erschreckende Art und Weise. Sie vergöttert sie und hebt sie auf einen Sockel. Was ihre Schwester sagt und tut, ist richtig. Alles dreht sich um Lucinda und was sie sagt, ist Malina Befehl. Sie lässt sich von ihr steuern und lenken.
Lucinda ist eine junge Frau, die ihren Weg im Leben sucht und bei dieser Suche auf Abwege gerät. Sie lässt sich treiben, gibt sich ihrer eigenen Fantasiewelt "Tenebrien" hin, sieht sich selbst als angehende Muse, als Lichtwesen und verliert sich dabei haltlos ...
Sie ist eine polarisierende Persönlichkeit, spielt mit dem Leben, mit den Jungs, ist rebellisch und provozierend und sträubt sich gegen Regeln und Vorschriften. Sie bemerkt dabei nicht, dass sie unter einer ausgeprägten Essstörung leidet und immer tiefer in den Strudel gerät, der sie hinabzureißen droht.

Malinas und Lucindas Mutter Ina tritt meist mit einem herrischen, bestimmenden Ton und auf und niemand entgeht ihrem "Laserblick". Sie erscheint hart und unnachgiebig, aber es ist doch so sehr Schutzhülle für sie, die vor lauter Verzweiflung weder ein noch aus weiß. Die eigene Härte hält sie in der Realität.
Und dann wäre da noch der Vater Frieder - gebrochen durch das Matriarchat seiner Frau, wie Lucinda immer sagt. Er scheint sich gerne weit weg zu wünschen, entflieht im Geiste an andere Orte, erscheint abwesend. Er weiß sich nicht zu behelfen. Er versucht, die Familie zusammenzuhalten, tritt als Schlichter auf, scheitert wieder und zieht sich verzweifelt zurück.
Als der amerikanische Nachbarsjunge Jarvis - Lucindas aktueller Freund - sich das Leben nimmt, nimmt auch in der schon angeknacksten Familie die Tragödie ihren Lauf. Der Strudel scheint nicht mehr aufhaltbar...

Lucinda ist in diesem Roman die Hauptfigur, sie nimmt alles für sich ein. Malina ist zwar die Erzählerin, aber in der Familie eher untergeordnet. Doch gerade für sie ist die Situation tragisch. Sie steht zwischen den Stühlen, zwischen den Eltern und der Schwester. Sie kann Jarvis ebenfalls nur aus der Ferne betrachten, denn er gehört ihrer Schwester. Sie muss mit erleben, wie ihre eigene Schwester mit der Magersucht kämpft, wie sich alle Sorgen um sie machen. Doch Malina ist allein mit ihren Gedanken. Ihre Schwester stellt sie unbeabsichtigt in den Schatten....

Und wenn ich die Augen schließe, kann ich ihn, kann ich Jarvis hören, ganz nah an meinem Ohr flüstert er.
"Strange little girl. You are beautiful." - Seite 92

Mein persönliches Fazit

Und auch so bitterkalt ist ein starkes Werk, für dass man sich viel Zeit nehmen muss, in dem man auch zwischen den Zeilen lesen muss. Ein bedrückendes Drama, dass emotional mitreißt und zudem durch seine sprachliche Eleganz und tiefgründig gezeichneten Figuren punktet.
Realistisch gesehen hätte man in manchen Punkten sicher anders (oder überhaupt) gehandelt, aber dieses Werk ist kein "Problem-Lösung-Buch", hier geht es eher um die persönlichen, zwischenmenschlichen Aspekte.
Meiner ganz persönlichen Einschätzung nach würde ich das Buch eher Jugendlichen ab 16 Jahren empfehlen.

© Rezension: 2014, Alexandra
buecherkaffee.de
Profile Image for Favola.
402 reviews115 followers
March 3, 2014
Für viele Kinder ist wohl das grössere Geschwister ein Vorbild, doch bei Malina geht das noch viel weiter. Sie vergöttert Lucinda geradewegs, denn diese ist etwas ganz Spezielles. Durch Malinas Augen lernen wir ihre grosse Schwester kennen. Lucinda gehört zu keiner Clique und beugt sich keiner Norm. Sie kleidet sich wie und macht was sie möchte und scheint alles aus voller Inbrunst zu tun.
Selten habe ich es erlebt, dass die erzählende Protagonistin so wenig Platz einnimmt, doch genau so ist es auch im Alltag der Familie: Lucinda bekommt alle Aufmerksamkeit, erst durch ihr extravagantes Benehmen, dann durch ihr gestörtes Essverhalten.

Doch es gibt auch die dunklen Tage, an denen Lucinda weder sich noch die Welt ausstehen kann, während denen sie sich ins Schneckenloch zurückzieht und nicht herauszulocken ist.
Die Familiensituation spitzt sich immer weiter zu. Lucinda hält sich an keine Regel, macht was sie möchte und stösst ihre Eltern und ihr Umfeld oft vor den Kopf. Sie sammelt Erfahrungen mit Jungs, mit Alkohol und merkt wohl erst zu spät, dass sie bei ihrer Gratwanderung langsam aber sicher das Gleichgewicht zu verlieren scheint.

"Und auch so bitterkalt" ist eine Hommage an eine grosse Schwester, an eine schillernde Persönlichkeit, die in alle Richtungen überbordet. Lucinda ist alles andere als ein 0815-Charakter und wahrlich kein einfacher Teenager. So tat ich mich öfters schwer mit ihren Allüren und fragte mich, woher ihr Drang, immer im Mittelpunkt stehen zu müssen, wohl kommen mag. Antwort habe ich keine gefunden, denn die Familie scheint eigentlich intakt zu sein, nur verblassen sie allesamt neben einem so einnehmenden Menschen.

Es gibt Schriftsteller, die für eine nichtssagende Geschichte 500 Seiten verschreiben und es gibt einzelne Autoren, die es schaffen in knapp 180 Seiten ein Drama zu verpacken, das auch nach dem Zuklappen des Buches immer noch in einem nachhallt. Lara Schützsack gehört ganz sicher zur zweiten Gruppe.
In "Auch so bitterkalt" zeigt sie so viele unterschiedliche Geischtspunkte, so dass auch ich manchmal irritiert, dann wieder fragend , bedrückt oder betroffen inne halten musste.
Ihre Geschichte, ihr Schreibstil ist anders, speziell und spricht wohl auch mit dem Tabu-Thema Essstörung nicht die breite Masse an. Doch es ist ein ungeschliffener Juwel in einer Nische des Buchmarktes.

Fazit:
Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten hat Lucinda auch mich mit ihrer schillernden Persönlichkeit gefangen genommen. Auf gerade mal knapp 180 Seiten schildert Lara Schützsack eindringlich ein literarische hoch stehendes, manchmal irritierendes, sehr ehrliches und bewegendes Familiendrama, das einen nicht mehr so schnell loslässt.
4.5 Sterne
Profile Image for Laura Mikkelsen.
Author 1 book9 followers
August 16, 2019
Denne bog havde jeg set frem til at læse, da jeg som altid var blevet fanget af den poetiske titel men også temaet. Desværre skuffede den voldsomt. Selvom sproget var smukt havde det sammen med meget af det andet indhold passet bedre ind i en fantasybog.

Jeg er ikke i tvivl om Lara Schützsack ville kunne skrive smukke og gode bøger, men for mig blev det et akavet møde mellem socialrealismen og så det mere fantasy-lignende univers.

Jeg synes det var malplaceret, og jeg brød mig ikke om måden den behandlede og nærmest ophøjede emner som for eksempel spiseforstyrrelse og selvmord.
Profile Image for Nikola.
10 reviews
January 7, 2026
Eine liebevolle Zeichnung der jüngeren Schwester ihrer großen,rebellischen Schwester. Fast wie ein Liebesbrief in den Worten einer kleinen Schwester - oder wie ein Nachruf.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Brina.
2,049 reviews122 followers
April 25, 2014
Über "Und auch so bitterkalt" habe ich schon einige negative Kritiken gelesen und war mir von daher nicht sicher, ob mir das Buch tatsächlich gefallen könnte. Da es aber bereits im Bücherregal stand und nicht allzu viele Seiten hatte, habe ich mich dann doch an die Geschichte herangewagt und ich muss zugeben, dass ich auch jetzt noch nicht so genau weiß, was ich von dem Buch halten mag.

Es ist sicherlich interessant, melancholisch und regt zum Nachdenken an, gleichzeitig fand ich die Geschichte auch wahnsinnig anstrengend, sodass ich immer wieder ein paar Pausen brauchte. Dies liegt nicht nur an den Figuren, sondern auch am Schreibstil, der sich sehr eigenwillig liest. Man muss zwar sagen, dass der Schreibstil sehr gut zu Lucinda passt, aber oftmals so wirr und holprig war, dass mir dieses Buch zu großen Teilen keinen Spaß gemacht hat. Dennoch habe ich das Buch nicht abgebrochen, da ich trotz der vielen Schwächen einfach wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht. Und da liegt dann auch das Problem, denn das Ende hat mir leider gar nicht gefallen. Natürlich ist es immer Geschmacksache, wie man das Ende eines Buches findet, allerdings ist dies in meinen Augen absolut nicht gelungen, da es für mich einfach kein Ende war. Es ist ein eher offenes Ende ohne irgendwelche Lösungen. Manchmal glaube ich sogar, dass die Autorin am Ende selbst auch keine Lösung mehr fand und deswegen die Geschichte so schnell wie möglich abschließen wollte. Dabei möchte ich der Autorin jedoch nun nicht Ideenlosigkeit vorwerfen, ich glaube eher, dass die Thematik am Ende doch etwas zu schwer war.

Sämtliche Figuren waren zu großen Teilen interessant, jedoch auch immer abweisend dem Leser gegenüber. Man erfährt zwar einiges über die Personen, bekommt aber nicht das Gefühl, als dürfte man sie wirklich kennenlernen. Gleichzeitig merkt man auch, dass in der Familie nahezu nichts mehr stimmt. Sie leben in einem Haus, das immer mehr verfällt, die Eltern sprechen kaum noch miteinander und spielen sich oftmals gegenseitig aus und die beiden Töchter Lucinda und Malina erscheinen alles andere als normal.

Lucinda leidet an Depressionen und einer Essstörung. Sie zerstört sich selbst und andere ohne es zu bemerken, hat ständig große Angst und reißt ihre Mitmenschen mit in die Krankheit hinein. So verlangt sie von ihrer jüngeren Schwestern Malina manchmal sehr gefährliche Dinge, wie sich z.B. nachts herauszuschleichen, um auf kaputten Brücken zu liegen oder schutzlos in der Dunkelheit umherzuwandern. Obwohl Lucinda viel von ihren Mitmenschen abverlangt, gibt sie selbst nur wenig zurück und möchte nicht an Therapien oder Besserung denken. So hart es auch klingen mag, aber ich fand sie nicht sonderlich sympathisch. Sicherlich hat dies viel mit ihrer Krankheit zu tun, allerdings sollte jegliches Verhalten, welches oftmals sehr egoistisch ist, nicht immer nur mit einer Krankheit zu entschuldigen sein. Ihr Vater zieht sich dadurch immer mehr zurück und glaubt immer noch an eine plötzliche Heilung, ihre Mutter verzweifelt dagegen immer mehr und bricht mehrfach zusammen, was jedoch auch niemanden wirklich verwundert. Kurz gesagt: Diese Familie ist anstrengend und nicht unbedingt das, was man als Bilderbuchfamilie bezeichnen würde.

Das Problem bei diesem Buch, ist, dass man die Familienverhältnisse wirklich gut kennen lernt, jedoch alles so dermaßen distanziert ist, dass ich dieses Buch gar nicht mehr als Lesespaß, sondern als reine Arbeit angesehen habe. Es ist anstrengend, es wirft unglaublich viele Fragen auf, jedoch erhältman nur wenige Antworten und auch sonst wirkt dieses Buch komplett unfertig auf mich, was ich sehr bedauerlich finde.

Das Cover selbst gefällt mir sehr gut, jedoch muss ich gestehen, dass ich hierbei zunächst allein am Titel und der Abbildung eher ein Thriller erwartet habe. Allerdings finde ich das Cover dennoch gelungen, da die Position sehr gut zu Lucindas riskantem Lebensstil passt. Die Kurzbeschreibung liest sich gut und ist ebenfalls gelungen.

"Und auch so bitterkalt" ist an sich wirklich eine gute Geschichte mit einem interessanten Plot, allerdings ist dieses Buch auch unglaublich anstrengend und wirkte an so vielen Stellen unfertig, sodass ich mich nie ganz auf die Geschichte und deren Figuren einlassen konnte. Für diejenigen, die gerne mal zu einem Buch über Depressionen greifen, ist dieses Buch sicherlich interessant, für mich, die hierbei eine eher andere Geschichte erwartet hat, war dieses Buch dann doch an vielen Stellen zu schwerfällig und zu distanziert. Von daher nur zu empfehlen, wenn man diese Thematik auch wirklich mag.
Profile Image for Ray.
70 reviews1 follower
March 30, 2019
Ich war wirklich kurz davor dieses Buch zu zerreißen. Das Thema was in dem Buch angesprochen wurde, fand ich ohne Zweifel ziemlich wichtig, aber wie es dann rüber gebracht wurde, war absolut unrealistisch, doch ab und zu waren die Handlungen und Gedanken an manchen Stellen auch wieder logisch und verständlich. Ach, dieses Buch hat mich echt mit gemischten Gefühlen zurück gelassen... aber ich werde es definitiv nicht nochmal lesen. Der Schreibstile hat mir nicht gefallen (mal abgesehen von der 14-seitigen Papierverschwendung, wobei teilweise nur ein Wort auf einer Seite stand) und auch sonst war es wirklich hart sich durch das Buch zu lesen. Ich finde einfach, wenn man über so ein Thema schreibt, dann doch bitte etwas professioneller und auch wirklich realistisch. Nicht immer alle Tatsachen schön reden, damit das Buch vielleicht doch noch ansprechender wirkt.
510 reviews16 followers
September 15, 2020
„Wer einmal mit Lucinda im Keller war, kehrt nicht wieder.“

Und auch so bitterkalt ist es Lucinda zumute. Sie trägt viele Lagen Kleidung gegen das Frieren.

Die meist düstere, teils auch poetische Geschichte wird aus der Sicht der Ich-Erzählerin berichtet, für die Lucinda merkbar der Fixstern im Universum ist. Bald wird klar, dass es sich bei der Ich-Erzählerin um Lucindas jüngere Schwester handelt, Malina. Malina lebt im Sog ihrer großen Schwester, es steht von Beginn des Buches an außer Frage, wer hier die jüngere ist. Lucinda „… hat nur Feindinnen oder Bewunderer.“ S. 17 Sie ist phantasiebegabt, erzählt der jüngeren Geschichten und schleicht sich mit ihr heimlich davon – die beiden leben beinahe in einer eigenen Welt. Lucinda ist sich ihrer Wirkung bewusst – und sie nutzt sie aus, besonders gegenüber Jungen. Aber da ist mehr, was besonders der jüngeren, deren Name nur selten im Buch genannt wird, bewusst ist: „Meine Schwester hat dunkle Tage. …Manchmal starrt es dich nur an. Aber manchmal streckt es die Zunge aus und berührt dich damit, und das fühlt sich an, als würde man dir mit Isas [d.i. die Mutter] Lockenstab ein Loch in den Bauch brennen …. Das Tier.“ S. 24
Die Eltern sind hilflos – die jüngere Tochter nehmen sie meist nicht wahr oder schieben sie in die Rolle der „problemlosen Tochter“. Sie reagieren in allen Varianten: passiv, verharmlosend, praktisch nie konkret werdend, mit Aktionismus, mit Angst, Hysterie, Erpressung, Drohung, Bestechung… und Lucinda schiebt Malina ihre Essensportionen unter, zieht sie oft mit nach unten.
Die Autorin schafft es, im Buch wohldosiert zwischen der Anziehungskraft Lucindas und dem Universum der Schwestern zu wechseln mit den düsteren Seiten. Der Schreibweise kann man gut folgen, wobei Schützsack auch zu optisch eher ungewohnteren Mitteln greift. Das Ende ist recht mehrdeutig – ein Buch, bei dem es weniger darum geht, hier nicht zu viel zu verraten, sondern darum, es zu lesen und darüber nachzudenken, sich davon anregen zu lassen. Einige der durchschimmernden Informationen waren mir völlig neu (vgl. meine Links unten zu Behaarung und Zusammenhängen der verschiedenen Probleme)– schon allein dafür möchte ich dieses Buch empfehlen. Lässt man sich auf den kurzen Roman ein, kann er in seiner teilweisen Trostlosigkeit durchaus düster wirken, so dass es sicherlich Jugendliche gibt, die man damit nicht allein lassen sollte. Ich halte es für eine gute Empfehlung als Buch für den Unterricht, mit nur 188 Seiten landet es da hoffentlich auch nicht auf der Liste der ungeliebten Schullektüren.

Manko, fast lächerlich angesichts der Informationsfülle des Internet: ich hätte mir Tipps/Links zu weiterführenden Informationen am Ende gewünscht, besonders zu Möglichkeiten der Hilfe – auch wenn das Buch gerade hier eindrucksvoll klar macht, wie schwierig schon die reine Einsicht einer Notwendigkeit der Reaktion ist.
http://www.magersucht.de/krankheit/sy...
http://www.psychiatrie.de/bapk/kinder...



Anschlussbuch: ich lehne mich hier einmal aus dem Fenster, da ich nur das Meditations-Buch des Autors kenne und aus dem gleich genannten nur Auszüge - aber auch er kennt hier ein Tier:

Matthew Johnstone: "Der schwarze Hund"

(Untertitel: Wie man Depressionen überwindet und Angehörige und Freunde dabei helfen können)
Profile Image for Bramble.
15 reviews32 followers
January 25, 2016
Dies ist die Geschichte von Lucinda. Lucinda ist schön, lebenshungrig und leuchtet wie ein Stern. So hell und so schön und gleichzeitig Lichtjahre entfernt. Lucinda scheint in einer anderen Welt zu leben, nach eigenen, erbarmungslosen Regeln. Wer Lucinda liebt, muss ertragen, ihr niemals richtig nah sein zu können. So sind Sterne eben. Und manchmal fallen sie vom Himmel und verglühen. Einfach so.

Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald. Es war so finster Und auch so bitterkalt.

Auch Lucinda hat sich im Wald verlaufen. Im Wald ihrer eigenen Traumlandschaft und Fantasiewelt, die sie sich gebaut hat und die sie immer, immer schwerer von der Realität unterscheiden kann.

Tenebrien ist das Land, in das alle gehen, die nicht für unsere Welt gemacht sind. Die Dünnhäutigen, die Gläsernen, diejenigen, die zu viel verloren haben. All die Narben, die wir auf dieser Welt bekommen haben, heilt das Tenebrische Meer. Ein Wasser, das unvorstellbar tief und salzig ist und auf dem der Körper schwerelos treibt. In Tenebrien schlafen wir alle nackt und in Eisbärfelle eingewickelt [...]

Sie hat den Drang nach ungeteilter Aufmerksamkeit, mit dem sie es ihrer Familie, vor allem ihren Eltern, nicht leicht macht. Lucinda selbst spinnt sich ihre Persönlichkeit zu einer Fantasiegestalt zusammen. Sie will eine Muse sein, von allen angebetet werden - kurz: sie will einzigartig sein, der hellste Stern am Himmel.
Und das ist sie auch, für ihre Schwester Malina. Malina himmelt Lucinda an, vergöttert sie. Die Geschichte wird ebenfalls aus ihrer Sichtweise erzählt. Das sich alles um ihre größere Schwester dreht, stört jedoch kein bisschen.

So ist es immer mit meiner Schwester, wenn sie geht, nimmt sie alle Farben mit sich.

Es ist geradezu faszinierend, wie Schützsack Lucinda durch Malina ein Gesicht gibt, Malina dabei aber eine Stimme bekommt, die trotz ihrer vermeintlichen Unscheinbarkeit eine wahre Wucht in sich trägt. Hauptsächlich werden zwar Lucindas Probleme thematisiert, zu denen auch das Thema Essstörung gehört, allerdings wird dadurch auch die Situation der kleinen Schwester in den Vordergrund gehoben. Obwohl Malina ihre Schwester so sehr liebt, leidet sie auch furchtbar unter ihr. Nur scheint sie es selbst nicht zu merken.

Und wer aufhört zu träumen, der stirbt.

Die Autorin hat das Buch mit ihrem wunderbaren Stil, schwerer Thematik und dem gekonnten Einsatz von Metaphern selbst zu einem leuchtenden, wie kraftvollen Stern gemacht. Selten beeindruckt und berührt ein Buch so sehr wie "Und auch so bitterkalt"! Eine Geschichte, die noch ewig nachhallt.
Profile Image for Gaby.
12 reviews1 follower
June 6, 2014
Schön geschrieben aber traurig. Versetzt einen in die weniger lustigen Momente der eigenen Teenie-Jahre zurück.
Profile Image for Kersi.
420 reviews5 followers
December 31, 2016
so, i read this in one day, what means that it was very easy to read, but i really enjoyed the main characters and i even made a playlist out of the songs mentioned there. pretty good book!:)
Profile Image for Sabrina.
176 reviews
March 1, 2014
Wahnsinnsbuch... mit einem Ende über das man wirklich geteilter Meinung sein kann....
Displaying 1 - 13 of 13 reviews

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