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Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah

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Die koreanische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo widmet sich in diesem Entwicklungsroman einem Frauenleben, das geprägt ist von Armut und der immensen Scham, mit Mitte 30 noch unverheiratet zu sein.

Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Ihr Vater arbeitet in einem Imbiss und ihre Mutter ist erwerbslos. Als kleines Mädchen träumte Mani davon, rhythmische Sportgymnastin zu werden, inspiriert durch Fernsehbilder der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Als Kind fängt sie mit dem Turnen an, muss aber schnell einsehen, dass sie im Vergleich zu anderen kein Talent hat. Sie wird ein einfaches, unerfülltes Leben führen, auch geprägt von der Demütigung, mit Mitte dreißig noch keine eigene Familie zu haben.

Die Nachricht von der Stadtteilsanierung lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, gleichzeitig erfährt Manis Familie zufällig, dass die Sanierung abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen oder ihn täuschen soll. Ihr ganzes Leben lang haben sie sich an das Prinzip der Ehrlichkeit gehalten. Welche Entscheidung werden sie treffen, wenn sie vor dem größten Dilemma ihres Lebens stehen?

281 pages, Hardcover

First published January 1, 2016

44 people are currently reading
942 people want to read

About the author

Cho Nam-Joo

26 books1,965 followers
Associated Names:
* 조남주 (Korean)
* Cho Nam-Joo (English)
* 趙南柱 (Chinese)
* โชนัมจู (Thai)
* チョ・ナムジュ (Japanese)

Cho Nam-joo is a former television scriptwriter. In the writing of Kim Jiyoung, Born 1982 she drew partly on her own experience as a woman who quit her job to stay at home after giving birth to a child.

Kim Jiyoung, Born 1982 is her third novel. It has had a profound impact on gender inequality and discrimination in Korean society, and has been translated into 18 languages.

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Community Reviews

5 stars
33 (7%)
4 stars
143 (30%)
3 stars
224 (48%)
2 stars
59 (12%)
1 star
7 (1%)
Displaying 1 - 30 of 70 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews365 followers
January 25, 2024
Was habe ich mich gefreut, als mir dieses Buch unvermittelt in den Schoß fiel, habe ich doch die Vorgänger-Kurzgeschichtensammlung Miss Kim weiß Bescheid sehr genossen, beziehungsweise hat sie mich sogar zu Lobliedern hingerissen. Deshalb kann ich nicht nachvollziehen, warum so viele meiner Buchfreunde von diesem Roman so begeistert sind, denn ich habe mich leider recht ordentlich gelangweilt. Und das Schlimmste bei dem Umstand ist, dass ich zwar mehrere mittlere Irritationen ausmachen kann, aber nicht ein paar grobe Schnitzer, die mir meine sehr klare Ablehnung beschert haben. Es ist wahrscheinlich die große Summe der Kleinigkeiten, die mich so gestört hat.

Die alleinstehende Protagonistin Mani ist Mitte dreißig, gerade arbeitslos geworden und lebt noch immer bei Mami und Papi im Haushalt. Die ganze Familie ist nie aus dem Prekariat herausgekommen, der Vater fristet als recht unerfolgreicher Kleinst-Unternehmer sein Dasein, die Mutter arbeitet nicht und nun fällt auch noch das Gehalt der Tochter, das zum Familieneinkommen beigetragen hat, einfach aus. An diesem Punkt in ihrer Biografie lässt unsere Hauptfigur ihr Leben von der Kindheit an Revue passieren.

Man muss schon sagen, die beschriebene koreanische Familie ist zwar arm, aber definitiv nicht komplett toxisch oder dysfunktional. Sie haben zwar ernsthafte wirtschaftliche Probleme, gehen aber trotzdem sehr partnerschaftlich miteinander um und lieben ihre Tochter, der sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles finanzieren, teilweise sogar über das Machbare hinaus. Mani möchte nämlich Kunstturnerin werden, hat aber keinen Funken Talent zu diesem Sport. So investieren die Eltern Unsummen, die sie sich nicht leisten können, in ein teures nutzloses Luxus-Hobby, das nie Früchte tragen wird. Was ich hier schon nicht verstanden habe, ist der Umstand, dass arme Familien normalerweise ja zwar versuchen, ihre Kinder zu ermächtigen, zu fördern und zu unterstützen, aber meistens dann auch so bodenständig sind, schnell zu erkennen, ob der teure Unterricht tatsächlich fruchtet, weil Talent vorhanden ist. Die Unterschicht hat einfach meist genug Verstand, um Geld, das sie sich eh nicht leisten können, nicht unnütz zu vergeuden. Nicht so in dieser Familie. Mani wird unter Aufbringung höchster Opfer immer weiter gepampert, bis sie nach Jahren und vergeudeter Summen aufgibt. Hätte sie eine Sprache gelernt oder wäre das Geld in eine andere Ausbildung geflossen, wäre die Familie wahrscheinlich sogar aus der Armut herausgekommen. Hier kann ich nur sagen, selbst schuld und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich selbst konnte nie den Beruf wählen, den ich wollte, weil er zu wenig einbrachte, sondern musste immer das arbeiten, was ich konnte und was Geld brachte.

Nun aber zu den Kritikpunkten. Zuerst wird recht wüst im Leben unserer kleinen Protagonistin vor und zurück gesprungen, was schon meine erste Entfremdung mit der Figur manifestierte, dann wurden nur Szenen aus dem Leben, manchmal sogar recht groteske Situationen beschrieben, die mir zwar gefielen, aber an der Oberfläche blieben. Der innere Antrieb der Familienmitglieder, die Psychologie der Handlungen und Einstellungen, die Tiefe aller Figuren bleibt bedauerlicherweise unerforscht. Sogar im Nachgang wird nie analysiert, was die Eltern da gebissen hat, wegen der Kunstturnerei nicht früher einzugreifen oder auch wie die Ehe wirklich funktioniert. Alles plätschert mit ein bisschen Armut, Lokalkolorit und ein paar witzigen Alltagsgeschichten an der Oberfläche herum. Ich hatte nie eine irgendwie geartete Beziehung (das darf übrigens bei mir auch durchaus eine sehr negative sein) zu einer der handelnden Personen, insbesondere zu Mani. Und da ist dann der Punkt erreicht, neben den nicht chronologischen, teilweise ein bisschen unmotivierten Szenensprüngen, an dem mich dann eine bleierne Müdigkeit packt, die in gähnender Langeweile mündet. Am Ende verkaufen sie ihr altes Haus, ziehen alle an den Stadtrand und verbessern nur marginal ihre Armutssituation. Und sonst passiert gar nix. Keine Analyse, keine Veränderung, kein Plot – Nada. Punkt, aus, basta. Und ich stehe noch immer völlig ratlos da, weil ein paar wenige hochgeschätzte Buchfreunde von mir vier bis fünf Sterne vergeben haben.

Fazit: Diesmal gibt es beim besten Willen überhaupt keine Leseempfehlung von mir. Lest die Kurzgeschichtensammlung Miss Kim weiß Bescheid , die ich zu Begin der Rezension erwähnt habe, die ist sensationell, aber nicht diesen Roman, bei dem mir die Füße eingeschlafen sind.
Profile Image for Clarissa.
695 reviews20 followers
January 1, 2025
Ich mag eigentlich Bücher, in denen kaum etwas passiert, wirklich. Hier wurde es plötzlich zu einem Problem, denn das bisschen, was passiert ist, ging in so eine für mich langweilige Richtung mit zu viel Details zur Immobilien-Situation von Seoul und in der Erzählweise zu vielen chaotischen Zeitsprüngen. Da kam leider keine Freude oder echte Anteilnahme für die Situation der Figuren auf.
Trotzdem wie immer ein interessanter Einblick in einen Aspekt des koreanischen Lebens.
89 reviews4 followers
February 22, 2024
Ich liebe den Schreibstil von Cho Nam-Joo, auch schon von ihren vorherigen Büchern. Ich fand auch hier die ersten 150/200 Seiten toll und dann zieht sich die Handlung für mich nur noch, schade!
Trotzdem sehr lesenswert und ein toller weiterer Einblick in das Leben am Rande von Seoul.
Profile Image for Olivia.
191 reviews1 follower
January 13, 2024
In dem Entwicklungsroman „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“, folgen wir Go Mani, die in einem armen Viertel Seouls aufwächst.
Der komplette Roman dreht sich darum, dass Mani und ihre Familie in Armut leben und ihr auch nie entkommen können. Dabei wird immer zwischen der Vergangenheit und Gegenwart hin und her gesprungen. Manis Kindheitstraum, Turnerin zu werden, wird schnell zu Nichte gemacht und auch sonst hat sie wenig Erfolg im Leben.

Im Großen und Ganzen hat der Roman ausführlich dargestellt, wie es ist in Armut zu leben, und wie nahezu unmöglich es ist, dieser Situation zu entkommen. Leider konnte er mich nicht wirklich mitreißen und auch zu den Charakteren habe ich keine sonderlich starke Bindung aufgebaut. Dennoch bin ich auf die anderen Bücher der Autorin gespannt.
Profile Image for Cheap.And.Cheerful.
409 reviews21 followers
February 11, 2024
Das dritte Buch von Cho Nam-Joo, wieder ein Roman, erzählt die Geschichte von Go Mani, einer Frau in den Dreißigern, die in einem von Armut geprägten Viertel in Seoul aufwächst. Auch als Erwachsene lebt sie noch mit ihren Eltern in einer kleinen Zweizimmerwohnung, doch schon zu Beginn des Romans erfahren wir, dass sich bald einiges ändern wird. Go Mani hat ihren Job verloren und wird das Haus verlassen. In dem Rahmen lässt sie ihr bisheriges Leben Revue passieren:

Eigentlich ist in dem Haus kein Platz für Träume, doch Go Mani setzt sich in den Kopf, eine weltberühmte Turnerin zu werden - so wie Nadia Comaneci, die 1976 als 14-Jährige die bisher höchste Punktzahl bei den Olympischen Spielen holte. Die Mutter der Protagonistin versucht sie nach bestem Gewissen zu unterstützen, doch durch Armut und Perspektivlosigkeit gesäte Selbstzweifel erschweren das Bestreben.

Die Geschichte springt zwischen Kindheit und Gegenwart immer wieder hin und her und zeigt damit auf, dass es nahezu unmöglich ist, Armut zu entkommen. Damit einhergehend spielen auch Mobbing, Klassismus und Immobilienspekulationen eine große Rolle im Leben der Familie.

Mir gefällt die unaufgeregte Erzählweise der Autorin, auch die Übersetzung ist mir mit einigen gut eingefädelten umgangssprachlichen Wörtern positiv aufgefallen. Obwohl Antriebslosigkeit und auch Perspektivlosigkeit schwer auf der Familie lasten, tauchen immer wieder unterhaltsame, belustigende Momente auf (Stichwort Toiletten).

Auch die sehr enge Beziehung zwischen Tochter und Mutter nimmt viel Raum ein. Dagegen kamen mir manch andere Themen leider zu kurz, z.B. das Liebesleben der Protagonistin.

Insgesamt ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe!

Übersetzt von Jan Henrik Dirks.

CN: Armut, Abl3ismus, Blut, Depr3ssion, M0bbing, Kindst0d
Profile Image for Marvin Thiele.
56 reviews
January 21, 2024
Die anderen Romane von Cho Nam-Joo habe ich bereits ins Herz geschlossen und auch dieses Porträt einer Frau, die in Armut in Seoul aufwächst ist interessant und hat seine Momente. Dennoch hatte ich durch die Geschichte hinweg Probleme Bindung zu den Charakteren aufzubauen und deswegen fällt dieses Buch für mich irgendwo in die Wertung zwischen 3 und 4.
Profile Image for Allydy.
66 reviews
March 31, 2024
English & Korean Version Below:
Vielen Dank an NetGallery und Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar.

"Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah" ist ein Roman von Cho Nam-Joo, die für ihre gesellschaftskritischen Werke bekannt ist.
Auch in diesem Buch übt sie Kritik an der koreanischen Gesellschaft.
Hier geht es um Mani, welche auf die 40. zugeht, ihren Job verloren hat und immer noch nicht verheiratet ist. Für koreanische Verhältnisse ist dies skandalös.
Im Laufe des Buches wird beschrieben, wie Mani in armen Verhältnissen aufwächst und aufgrund ihrer sozialen Schicht in jeder Lebenslage Diskriminierung erfährt. Zentral ist besonders ihr Familienleben und die ständige Angst, hungern zu müssen und Obdach loszuwerden aufgrund massiver Umbaumaßnahmen in dem Viertel, in welchem sie wohnt.
Auch wenn zum größten Teil von Manis Vergangenheit berichtet wird, denke ich, dass die meisten Dinge sich auch auf die heutige Gesellschaft noch übertragen lassen. Man fühlt mit der Protagonistin mit und hofft stets auf eine Besserung für sie.
Dadurch, dass die Story eher dahin plätschert, durch seine biografische Art, ist das Buch an manchen Stellen sehr langatmig. Dafür gibt es die Abzüge.

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Thanks to NetGallery and Kiepenheuer & Witsch for providing the ARC.

'[Do not know the english title]' is a novel by Cho Nam-Joo, known for her critical works on society. In this book, she also critiques Korean society.

The story revolves around Mani, who is approaching her 40s, has lost her job, and is still unmarried, which is scandalous by Korean standards.

Throughout the book, we witness Mani growing up in impoverished conditions and experiencing discrimination in every aspect of life due to her social status. Her family life and the constant fear of hunger and homelessness due to massive redevelopment in her neighborhood are central to the narrative.

Although the focus is mainly on Mani's past, I believe many themes are relevant to today's society. Readers empathize with the protagonist and hope for her improvement.

The narrative's slow pace, characteristic of its biographical nature, makes the book somewhat tedious at times, resulting in deductions

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NetGallery와 Kiepenheuer & Witsch에게 리뷰용 복사본을 제공해 주셔서 많은 감사드립니다.

'고마네치를 위하여 '는 조남주의 소설로, 사회 비판적인 작품으로 유명한 작가입니다. 이 책에서도 그녀는 한국 사회를 비판합니다.

이 이야기는 40세에 접어들고, 일자리를 잃고, 아직 결혼하지 않은 마니를 중심으로 전개됩니다. 한국 사회 기준으로는 이는 스캔들입니다.

책을 통해 마니가 가난한 환경에서 자라며 사회적 지위로 인한 모든 면에서 차별을 경험하는 과정을 볼 수 있습니다. 그녀의 가족 생활과 동네의 대규모 재개발로 인한 굶주림과 집 없음의 두려움이 이야기의 중심입니다.

주로 마니의 과거에 초점이 맞춰져 있지만, 많은 주제가 오늘날 사회에도 적용될 수 있다고 생각합니다. 독자들은 주인공에 공감하며 그녀의 개선을 바랍니다.

전기적인 성격 때문에 이야기가 때로는 다소 지루할 수 있습니다. 이로 인해 감점 사항이 있습니다.
Profile Image for Brina.
664 reviews
January 17, 2024
Erster Eindruck:
Der Schreibstil wirkt auf mich anfangs sehr blumig. Es war erwachsener und realer als ich es als vorwiegend Fantasy-Leserin gewohnt war. Das fand ich gar nicht mal so schlecht.

Protagonistin:
Die Protagonistin Mani, die wir überwiegend durch ihre frühen Erinnerungen begleiten, erzählt uns von einem Leben, das alles andere als komfortabel ist. Manis Träume sind groß, doch ihre Möglichkeiten begrenzt. Wir erleben die Gedanken der 9-jährigen Mani und die der Erwachsenen unverheirateten Mani, die viel Verantwortungen auf ihren Schultern trägt.

Meine Meinung:
Oft habe ich mich noch nicht an das Genre des Gesellschaftsroman getraut, aber hier wurde ich neugierig hinter die Kulissen eines Lebens zu blicken, das anders als das ist das ich kenne. Es liest sich etwas wie ein Tagebuch, aber viel flüssiger. Die Autorin erzählt in einem nüchternen, ja fast schon resignierten Ton von den Lebensumständen. Es wird nichts ausgeschmückt und das regt etwas zum nachdenken an, wie unterschiedlich die Leben in einer Stadt wie Seoul sein können. Die Zwischentöne beim Lesen lassen einen als Leser*in selbst bestimmen, welche Gefühle dies in einem auslöst. Cho Nam-Joo beschreibt für mich ein Leben, das fernab vom Glanz der Großstadt ist, obwohl sie nur eine kurze Fahrt entfernt ist. Das Ende war eines das viel ungesagt und Fragen offen ließ. Doch eine hat mich die ganze Zeit nicht losgelassen: „Wieviele Manis es wohl im Jahr 2024 da draussen noch so gibt?“ und wie schwer es sein muss, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Profile Image for Lea.
53 reviews3 followers
October 6, 2024
Nachdem ich von "Kim Jiyoung, geboren in 1982" begeistert war, wollte ich unbedingt weitere Bücher von Cho Nam-Joo lesen. Leider konnte "Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah" nicht mit dem anderen Roman mithalten.

In diesem Buch folgen wir der fast 40 jährigen Go Mani, die unverheiratet noch bei ihren Eltern wohnt und am Anfang der Geschichte ihren Job verliert. Danach springen wir zwischen der Gegenwart und ihrer Kindheit, in der sie Turnerin werden wollte. Zum Ende hin kommt dann der Konflikt, der im Klappentext genannt wird.

Was ich sehr an der Geschichte mochte, war die Kritik an der (koreanischen) Gesellschaft, die Darstellung der Armut und die Schwierigkeiten, die damit einhergehen.
Leider empfand ich die Geschichte zwischendurch als sehr langatmig und bei manchen Szenen frage ich mich, welchen Sinn diese überhaupt hatten. Die Charaktere blieben überwiegend distanziert, aber ich hatte das Gefühl, dass dies auch beabsichtigt war. Der Konflikt kam erst in den letzten 15 bis 20 Seiten auf und wurde nach 5 Seiten wieder gelöst. Das fand ich schade, da hätte man durchaus noch mehr draus machen können.

Insgesamt landet dieses Buch zwischen 2 und 3 Sternen. Dennoch freue ich mich darauf, weitere Bücher von Cho Nam-joo zu lesen.

Vielen Dank an den Verlag für die Bereistellung des Rezensionsexpemplares über Netgalley!
Profile Image for PiaReads.
345 reviews8 followers
April 30, 2024
"Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah" von Cho Nam-joo erzählt die Geschichte von Mani und ihrer Familie, die in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul leben. Die Hoffnungen und Träume, die Mani als kleines Mädchen hatte, stehen im Kontrast zu ihrer Realität als erwachsene Frau, die ein einfaches Leben mit ihren Eltern führt.

Die Handlung dreht sich um eine geplanten Stadtteilsanierung, die die Immobilienpreise in die Höhe treibt. Gleichzeitig soll die Sanierung Gerüchten nach wieder abgesagt werden könnte. Als ein Fremder ihr Haus kaufen möchte, steht die Familie vor der Entscheidung, ob sie ihn täuschen sollen.

Obwohl der Klappentext vielversprechend klingt, konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Die Handlung wirkte langweilig und die Charaktere blieben bestenfalls mittelmässig entwickelt. Im Vergleich zu anderen Werken von Cho Nam-joo fehlte es diesem Buch an der Tiefe und emotionalen Resonanz, die ihre früheren Arbeiten auszeichneten.

Das Thema der Ehrlichkeit und die ethischen Dilemmata, denen die Familie gegenübersteht, sind zwar interessant, werden jedoch nicht ausreichend ausgeführt, um eine tiefgreifende Wirkung zu erzielen. Die Geschichte plätschert eher vor sich hin, ohne echte Höhepunkte oder überraschende Wendungen.

Insgesamt war "Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah" für mich eine enttäuschende Lektüre, die nicht das Potenzial ausschöpfte, das in der interessanten Prämisse der Geschichte lag. Fans von Cho Nam-joos früheren Werken sollten möglicherweise ihre Erwartungen an dieses Buch anpassen.
23 reviews3 followers
January 30, 2024
Ich war sehr enttäuscht von dem Buch. Es ist sehr holprig geschrieben, inhaltlich langweilig. Die Protagonistin bleibt unverständlich, sie kommt mir nicht nahe. Es passiert eigentlich gar nichts - und warum die junge Frau bzw. das junge Mädchen so eine Außenseiterin ist, wird überhaupt nicht erklärt oder nachvollziehbar gemacht.
Mein Fazit: langweilig und schlecht geschrieben.
Profile Image for Arja.
83 reviews1 follower
March 2, 2024
Wer auf der Suche nach Spannung oder überraschenden Wendungen ist, wird in diesem Buch nicht fündig werden. Stattdessen gibt die Geschichte einen ungeschönten Einblick in die Lebensumstände der Protagonistin, ohne dabei auf dramatische Höhepunkte zu setzen. Die Darstellung von Manis Welt wirkt dabei besonders realistisch und die Hilflosigkeit, mit der sie ihrem Schicksal gegenübersteht wird deutlich spürbar. Der Fokus liegt dabei weniger auf dramatischen Wendungen, sondern vielmehr auf der authentischen Darstellung menschlicher Beziehungen und der (möglichen) Überwindung schwieriger Lebensumstände. Trotz des Mangels an Spannung schafft es das Buch den Leser durch seine bildhafte Sprache und lockeren Schreibstil zu fesseln. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich habe es gerne gelesen.
Profile Image for  .ᐟ كَوْثَر .
10 reviews1 follower
January 24, 2025
Ich muss zugeben, dass ich das Buch am Ende erst richtig verstanden haben – so auf den letzten zwei Seiten.

"Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben."

Während des Lesens ist mir bereits aufgefallen, dass ich die Geschichte nicht mag, weil sie besonders spannend ist; sondern viel mehr, weil sie so gewöhnlich erscheint. Vielleicht auch ein bisschen, weil ich Mani's Empfinden nachvollziehen kann. Einiges aus dem Leben dieser Figur war mir nicht fremd und ich denke (das basiert rein auf meiner eigenen Meinung), dass die Autorin eine gewisse "Langeweile" bezwecken möchte. Schließlich geht es in dieser Geschichte um die Realität einer Frau, die in ärmsten Verhältnissen groß geworden ist (nicht zu vergessen, dass es sich ja hier um eine südkoreanische Perspektive handelt), deren Kindheitsträume nicht erfüllt worden sind und die sich festgesetzt in ihrem stinknormalen Leben fühlt - in dem sie aber auch eine Art Komfort findet. Cho Namjoo wollte keine Heldin erfinden, die auf den letzten Seiten ihr Happy End erfährt, wie wir es uns vielleicht wünschen. Sie wollte keinen Charakter, der sich von unten nach oben kämpft. Sie malt ein absolut realistisches Bild von einer Person, die vielleicht nicht nur unglücklich, aber auch nicht immer glücklich ist. Jemand der genauso emotional als auch stumpf sein kann. Jemand absolut normales, mit einer Nostalgie für Vergangenes das nicht vergessen werden kann und einem pessismistischen Blick auf die Welt.

Dieses Buch hat mich nicht erfüllt wie es andere tun. Es hat mich nicht geflasht. Sicherlich hat es mir auch nicht überaus große Freude bereitet. Aber irgendwie mag ich das doch, dieses "Tagebuchgefühl". Als hätte ich irgendeine Person begleiten dürfen, und mein Leben ein wenig ausser Acht lassen können.

Einzig und allein mit der deutschen Übersetzung habe ich mich schwer getan, aber das liegt eher an der Ausdrucksweise wie es natürlich aber übersetzt werden muss. Es ist sowieso schwer aus einer Sprache wie dieser so gut übersetzen zu können, dass es einem Muttersprachler nicht schwer fällt. Ich finde Koreanisch auf Deutsch generell schwierig. (Da kann ja aber der Übersetzer nichts für 🥹) Ich denke, auf Englisch wäre es mir anders ergangen. Ich wünschte, ich würde es auf der Originalsprache verstehen, weil dort mit großer Wahrscheinlichkeit viele Sätze natürlich anders Sinn ergeben. Gerade das würde mich interessieren - die Meinung koreanischer Leser (vielleicht google ich das einfach).
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Katja (wortesindmagie).
79 reviews8 followers
August 24, 2024
Nach Kim Jiyoung geboren 1982 war ich auf die weiteren Werke der Autorin gespannt. Zuerst fiel meine Wahl hierauf. Doch leider war es kein Highlight, wie das vorherige geworden.

Ein gewöhnliches Leben, über eine Familie die es schwer in der Gesellschaft hat und somit zu dem Teil gehört, der eher als vergessen gilt. So erzählt es von Mani‘s Träumen, das ihr Leben ganz anders verlaufen ist, als das von eventuell anderen in ihrem Alter. Dieses Bild das wir alle kennen und welches uns schon vorgezeichnet wurde.

Ich wollte wissen was ihr Traum, der zerplatzt ist, mit ihr gemacht hat. Ihr Bedauern, aber einfach auch die Umstände ihres Lebens, ließen vieles nicht zu. Etwas was leider keine Seltenheit hat. Aufeinander folgende Abläufe, die sie nicht in der Hand hat. Doch auch wenn wenig davon wirklich gezeigt wurde, wurde durch wenige Worte, deutlich das ihre Eltern sie sehr lieben.

Nur war ich in ständiger Erwartung, die irgendwann durch diese Vielzahl an Geschehnissen, die sich auch manchmal mehr wie Lückenfüller lesen ließen, nicht erfüllt worden. Kurzum es war doch eher eintönig.

Mani wirkte stumpf, beinahe gleichgültig. Weder was sie nun im Erwachsenenalter gerne mochte oder wollte, kam durch. Und das Ende, war „freudig“ für ihre Familie, aber gleichzeitig wusste ich nicht, ob es das nun wirklich war. Aber auf der einen Seite war es eventuell auch einfach nur eine realistische Darstellung eines Lebens.
Profile Image for FiLu.
38 reviews2 followers
October 24, 2024
Puuuh. Vielleicht geht dieses Buch in der Übersetzung verloren aber ich habe lange nicht so ein langweiliges Buch gelesen.
„Kim Jiyoung“ hab ich so geliebt, und dieses hätte ich fast nicht zu Ende gelesen, weil es sich so hingezogen hat…
Endlich ist es vorbei. Lest „Kim Jiyoung“, das lohnt sich wirklich!
Profile Image for Justine Tinúviël.
56 reviews1 follower
November 16, 2024
Toller Schreibstil insgesamt, spannende Perspektive eines jungen Mädchens, welches in Armut lebt und Turnerin werden möchte. Für mich wird die Situation der Familie sehr spürbar. Mit der Zeit wurde es mir leider nur ein bisschen langweilig und gefühlt ziellos und ich konnte dem Handlungsverlauf am Ende nicht gut folgen. Also wieso zum Beispiel entscheidet der Vater sich letztendlich? Daher "nur" die 3 Sterne, wo ich großer Cho Nam-Joo Fan bin.
17 reviews
June 27, 2025
Ein schön langsames Buch, das ich am meisten genossen habe, als es um mich herum ruhig war und ich mich auf das Tempo einstellen konnte. Die Hauptfigur sinniert über ihr Leben, insbesondere ihre Kindheit, und währenddessen ergibt sich in der Jetztzeit für sie eine große Veränderung. Gut, um etwas über das Leben in Südkorea zu erfahren.
Profile Image for Eule und Buch.
350 reviews7 followers
June 2, 2024
Mani wollte immer rhythmische Sportgymnastin werden. Obwohl ihre Eltern arm sind, bemühen sie sich ihr diesen Traum zu ermöglichen, auch wenn Mani kein besonderes Talent dafür zeigt. Mit Mitte dreißig fühlt sie sich unerfüllt, hat keinen besonderen Beruf und ist nicht verheiratet. Die Familie wohnt noch immer in dem ärmlichen Haus in einem der ärmeren Stadtteile Seouls. Da erhalten sie die Nachricht einer Stadtsanierung und erhalten die Chance, ihr Haus gewinnbringend zu verkaufen – daf��r müssen sie jedoch ihre Karten richtig ausspielen und die Wahrheit verschweigen.
Ich habe von der Autorin im letzten Jahr „Kim Jiyoung, geboren 1982“ gelesen und fand es unglaublich gut. Aus diesem Grund habe ich mich nun auf dieses neue Buch von ihr gefreut. Doch auch wenn dieses einige interessante Aspekte bietet, bin ich doch leider nicht davon überzeugt.
„Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ zeigt insbesondere den Alltag der von Armut betroffenen Menschen in Südkorea. Manis Eltern versuchen, ihrer Tochter ihre Träume zu ermöglichen, doch es scheitert immer wieder daran, dass entweder zu wenig Geld vorhanden ist oder Mani dies nicht mit dem nötigen Talent kompensieren kann. Während reichere Kinder etwa bereits in jungen Jahren die nötige Förderung für eine gymnastische Laufbahn erhalten, kann Mani diese erst deutlich später wahrnehmen und schafft es auch nicht, diesen Rückschritt wieder auszugleichen.
Auch dass die Familie später zwar die Möglichkeit hat, aus ihrer wirtschaftlichen Lage auszubrechen, dies jedoch nur möglich ist, indem sie jemand anderen täuschen, ist ein interessantes ethisches Dilemma und zeigt die Schwierigkeiten dabei, aus der Armut auszubrechen.
Das alles hätte ein sehr gutes, gesellschaftskritisches Buch ergeben können. Leider habe ich die Umsetzung als eher schwach empfunden. Die Erzählung wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, oft ohne dies erkennbar zu machen. Ich war davon mehrfach verwirrt und nicht sicher, in welcher Zeitebene sich die Handlung befand. Auch generell folgte die Handlung eher einem ungeordneten Gedankenstrom und plätscherte dadurch manchmal ohne erkennbares Ziel vor sich hin.
Generell blieben insbesondere die Charaktere eher distanziert und ich fand es sehr schwer, diese zu greifen. Regelmäßig war ich nicht sicher, welche Motive hinter ihren Handlungen steckte.
Insbesondere am Ende des Buches fehlte mir ein klarer Abschluss. Es wirkte eher so, als würde die Handlung weiterplätschern und die Autorin hatte einfach entschieden, an diesem Punkt nicht weiterzuschreiben. Ich denke, ein Abschluss, der etwa noch einmal die Botschaften des Buches auf den Punkt gebracht hätte, hätte das Ganze besser abgerundet.
Fazit:
„Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ enthält einige interessante, gesellschaftskritische Botschaften. Leider kommen diese aufgrund der vor sich hinplätschernden Erzählweise nicht so gut rüber, wie ich mir dies gewünscht hätte.
Profile Image for Minnie.
1,202 reviews42 followers
February 12, 2024
Cho Nam-Joo ist eigentlich eine meiner Lieblingsautorinnen, denn ihre zwei vorherigen Bücher waren ganz großartig. Das hier... war ein totaler Reinfall. Normalerweise habe ich nichts gegen ruhige und langsame Geschichte, aber ich konnte dieser Geschichte nichts abgewinnen. Es war zum Schnarchen langweilig und bis zum Schluss habe ich gehofft noch einen Aha-Moment zu haben. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, warum das Buch überhaupt geschrieben wurde. Das Cover, der Titel, der Klappentext - alles klang sehr vielversprechend und großartig. Den Charakteren, der wirklich trögen und zähen Handlung und dem wirklich nur passablen Schreibstil - all das war wirklich nicht gut gemacht in meinen Augen.
Profile Image for Simon.
203 reviews
Read
July 2, 2024
I really liked this novel about a lower class family in one of Seoul's poorest neighborhoods. It's an unadorned portrayal of life but still left me with an overall good feeling. It had plenty of funny moments and I really liked the complicated relationship between mother and daughter from childhood to adulthood. It felt very relatable!
Profile Image for Seitenmusik.
382 reviews20 followers
February 13, 2024
"Das Viertel S-dong, ein typisches Seouler »Mondviertel«, kleine Häuschen auf steilen Hügeln, »dem Mond nahe«, mein Zuhause." - Buchzitat (S. 25)

Cho Nam-Joo, die erfolgreiche Autorin von "Kim Jiyoung, geboren 1982", begleitet die Leser:innen in "Wo ich wohne ist der Mond ganz nah" durch das Leben von Mani, einer Frau aus einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Geprägt von Armut, unerfüllten Träumen und dem Druck, mit Mitte dreißig noch unverheiratet zu sein, wirft der Roman einen Blick auf die alltäglichen Herausforderungen einer Frau, die in den Schatten der Gesellschaft steht.

Der Roman schafft es, einen einfühlsamen Einblick in Manis Leben zu geben. Die Darstellung ihrer Träume, Enttäuschungen und der Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens bietet Raum für Empathie. Die Beschreibung von Manis Apathie nach ihrer Entlassung und die ruppige Kommunikation in der Familie vermitteln einen realistischen Einblick in die Lebensrealität der Protagonistin. Die Rückblicke auf Manis Leben, geprägt von geplatzten Träumen und demütigenden Erlebnissen, bieten eine schonungslose Darstellung der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist.
Die kurzen, prägnanten Kapitel und der klare Schreibstil Cho Nam-Joos sorgen für einen flüssigen Lesefluss.
Die Entscheidungssituation bezüglich des Hausverkaufs und die ethischen Dilemmata, vor die die Familie gestellt wird, verleihen der Geschichte eine gewisse Spannung und regen zum Nachdenken an.

Die Erwartungen, die durch den vorherigen Bestseller geweckt wurden, konnten dennoch leider nicht erfüllt werden. Im Vergleich zu "Kim Jiyoung, geboren 1982" fehlte es diesem Werk an Tiefe und der gewohnten Gesellschaftskritik. Die Geschichte zog sich in ihrer Handlung für mich in die Länge, und die Protagonistin Mani blieb mir zu distanziert.
Anders als im vorherigen Werk wurden die Erzählungen nicht durch Fakten über Korea oder relevante gesellschaftliche Kontexte gestützt (Verweise auf Studien und Daten, die in "Kim Jiyoung, geboren 1982" präsent waren). Fußnoten lieferten kulturelle Kontextinformationen (Pop- und FIlmkultur der 1980er,1990er Jahre), aber keine tiefergehenden Einblicke in die Armut in Korea oder weitere relevante Themen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist das fehlende Gendern, das mir besonders im Kontext der aktuellen Diskussion rund um inklusivere Sprache sehr wichtig ist.
Die Erzählstruktur, die zwischen verschiedenen Zeiten springt, erschwerte meine Verbindung zur Hauptfigur. Die Rückblicke auf Manis Leben, geprägt von geplatzten Träumen und demütigenden Erlebnissen, blieben an der Oberfläche und ermöglichten keine wirkliche Nähe zu den Figuren.
Die gewohnte Gesellschaftskritik von Cho Nam-Joo kam zu kurz. Die Familie Manis und ihre Reaktionen auf Herausforderungen wurden zwar beschrieben, doch es fehlte die tiefgehende Analyse der psychologischen Motive. Auch nach dem Abschluss der Geschichte gab es keine Analyse, Veränderung oder einen klaren Handlungsabschluss.

"Wo ich wohne ist der Mond ganz nah" mag versuchen, das Alltagsleben derer zu spiegeln, die am Rande der Gesellschaft stehen. Dennoch konnte die Geschichte meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllen. Aber vielleicht waren diese auch zu hoch und der Autorin ging es darum, die Banalität des Lebens aufzuzeigen. Dies kommt für mich jedenfalls in den zwei ausgewählten Textstellten klar raus: "Aus kleinen Handlungen entsteht das Leben, aus vielen Leben entsteht die Welt. Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben." und "Dann wird eine Nacht geschlafen und am nächsten Morgen in aller Frühe wieder begonnen. Das ist bei Zügen nicht anders als bei Menschen. Arbeiten und schlafen und wieder arbeiten. So ist das Leben." erahnen. Mir bleibt das Buch ale eine eher zähe Reise durch das Leben von Mani in Erinnerung. Ich vergebe daher 3 von 5 Sternen.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Dies hat die Bewertung/Rezension jedoch in keiner Weise beeinflusst.

Profile Image for Kerstin.
99 reviews2 followers
January 14, 2024
Mani Go, ist Mitte 30, unverheiratet und aktuell ohne Arbeit. Sie lebt zusammen mit ihren Eltern in prekären Verhältnissen einem ärmlichen Stadtteil von Seoul.
Ihre Mutter ist aus gutem Hause. Gutgläubig, einfach und gedanklich etwas schwerfällig hat sie sich einst in einen Hilfsarbeiter verliebt und flott war eine Heirat erforderlich. Die Geschäftsideen von Manis Vater versorgen die Familie seitdem mal mehr und mal weniger.

Als Kind hatte Mani Träume. Sie wollte in der Schule beliebt sein, vor allem aber hat sie davon geträumt, Turnerin zu werden. Leider ist dieser Traum nie wahr geworden, nicht nur hat es an den finanziellen Möglichkeiten für das Training gefehlt, es war vielmehr eine Frage des Talents, was dazu führte, dass Mani das Turnen aufgegeben hat.

„Ich kenne keinen Erwachsenen, der seinen Kindheitstraum hätte verwirklichen können. Vielleicht bedeutet Erwachsenwerden als solches, nach einem Scheitern sein Leben weiterzuleben.“ (S. 223)

Nachdem der Traum vom Turnen ausgeträumt ist, bereitet Mani sich auf das Leben vor, findet nach dem Universitätsabschluss diverse Jobs – und ist gemeinsam mit ihren Eltern auf der Suche nach einem Weg auf die Sonnenseite. Wird Mani das Glück finden?

Cho Nam-Joo erzählt eine Geschichte von Hoffnungen und Träumen – und von der oftmals unbarmherzigen Realität. In Rückblenden erzählt Mani aus ihrer Kindheit, von der Schule, dem Turnen und wie es ist, in sehr einfachen Verhältnissen aufzuwachsen – und welchen Einfluss dies auf das Leben hat.
Mani und ihre Eltern sind ehrlich Menschen, die von der Welt übersehen und vergessen werden und doch auch ein bisschen Glück verdient haben.
Die Geschichte liest sich gut, ich habe von Seite zu Seite immer mehr gehofft, dass all die Bemühungen belohnt werden. Die Charaktere sind gut beschrieben, das Verhältnis von Mani zu ihren Eltern und die Situation, in der sie sich befinden, sind gut nachvollziehbar.

„Es leben alle nur fleißig ihr Leben.“ (S. 277)

Glück? Die Geschichte liest sich beinahe so, als ob Mani und ihre Eltern davon nur vom Hörensagen kennen – und doch sind da in ihrem einfachen Leben diese wenigen kleinen Glücksmomente, die Cho Nam-Joo ganz wunderbar beschreibt.
Jedoch die Anstrengungen überwiegen; die Bemühungen, über die Runden zu kommen, das Schulgeld aufzutreiben, ihr Haus etwas aufzuhübschen, beim Turnen Erfolg zu haben … das Glück zu finden – und auch die schweren Situationen gehen vorbei und so bemühen sie sich einfach immer weiter.

„Das Leben, dass man lebt, verschwindet allzu leicht im Nichts, so dass es manchmal nötig ist, die eignen Fußspuren und den eigenen Standort zu überprüfen. Was nicht unbedingt bedeutet, dass sich dadurch etwas ändert, aber, nun ja, es ist doch immerhin besser als einfach völlig ahnungslos weiterzuleben.“ (S. 236)

Auch wenn mich Mani in ihrer Schlumbunzeligkeit nach der Kündigung etwas geärgert hat, kann ich ihre Passivität durchaus nachvollziehen, sich nach all dem Wollen und nicht dürfen zurückzuziehen und Ruhe zu gönnen. Und doch ist sie ein bemerkenswerter Mensch. Es war schön, ihre Geschichte zu lesen.

Das Buch wird durch Anmerkungen des Übersetzers abgerundet, was beim Lesen sehr hilfreich war, um manche Situationen zu verstehen.

Mich hat die Geschichte berührt und begeistert.

Große Leseempfehlung!
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181 reviews14 followers
January 11, 2024
"Bisweilen meint man, man hätte sich verändert, dabei ist das, was sich verändert hat, nur die Gruppe derer, mit denen man sich vergleicht."

In ,,Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah" eröffnet Cho Nam-Joo ihren Lesern erneut Einblicke in die koreanische Gesellschaft und nimmt wie auch in ..Kim Jiyoung, geboren 1982" die weibliche Perspektive ein. Im Fokus steht dieses Mal Mani, die mit über dreißig Jahren noch nicht geheiratet hat und sich dessen schämt. Statt mit einem Ehemann lebt sie mit ihren verarmten Eltern am Rande der koreanischen Hauptstadt in einem sogenannten Mondviertel. Diese Stadtbezirke heißen so, da hier die kleinen Häuser der Armen auf so steilen Hügeln stehen, dass sie dem Mond ganz nah sind. Doch so romantisch dieses Bild auf den Leser wirken mag, so hart ist das Leben in einem Mondviertel. Mani berichtet auf den gut 288 Seiten, wie es ist, in Armut aufzuwachsen und den Traum zu gehen, olympische Turnerin zu werden. Sie erzählt von der Lebensrealität mit eisigen Küchen und Plumpsklo - der Normalität ihrer Kinder- und Jugendjahre. Mani wächst mit Eltern auf, die ihr wenig Geborgenheit geben können. Der Vater ist kaum da und spricht noch seltener. Die Mutter scheint mit der Geburt der Tochter unzufrieden zu sein und rettet sich ins Schimpfen und in ihre Träume von einer Hochhauswohnung.

Wenn man "Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah" liest, dann wirkt die Armut oft bedrückend. Die Orientierungslosigkeit der jungen Protagonistin ist manchmal schwer auszuhalten, ebenso das Wissen, dass Mani auch im Alter von dreißig Jahren noch in diesen Verhältnissen lebt. Gleichzeitig scheint der Roman aber auch so etwas wie koreanische Popliteratur zu sein. Viele Anspielungen auf koreanische Filme und Musik der 1980er und 90er-Jahre lassen sich im Buch finden (und sind glücklicher Weise durch Fußnoten erklärt. Offen ist allerdings, ob diese vom Übersetzer Jan Henrik Dirks hinzugefügt wurden.). Beide Themen waren für mich deutlich präsenter als das im Klappentext beschriebene Dilemma des Hausverkaufes, das eigentlich nur auf den letzten Seiten eine Rolle spielt. Beschäftigt man sich mit der Biographie der Bestsellerautorin, lassen sich einige Parallelen zur Jugend der Autorin erkennen. Auch sie wuchs am Rande der Hauptstadt in einem ärmlichen Viertel auf und beschreibt ihre Familie als emotional instabil.

Was mir in diesem Roman im Vergleich zu den vorherigen leider gefehlt hat, sind die Verweise auf Studien und Daten. Wie schon erwähnt, gibt es auch in ,,Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah" Fußnoten. Diese scheinen aber eher kulturelle Kontextinformationen zu liefern. Studien zur Armut in Korea oder weiterführende Informationen zur Wohnungsbaupolitik, in Analogie zu den Studien aus Nam-Joos Debattenroman über Misogynie, gibt es in diesem Buch leider nicht.
38 reviews
January 11, 2024
Entwicklungsroman mit großem Sprachwitz
Nach dem Welterfolg: Kim Jiyoung, geboren 1982, ist dies nun der neue in Deutschland erschiene Roman der koreanische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo. Hier widmet sie sich nunmehr einer jungen Frau, die sich aus der von Armut geprägten Kindheit heraus entwickelt und die Scham ihrer Herkunft, das Erleben von Armut, natürlich nicht vergessen kann. Außerdem fühlt sie sich gesellschaftlich weiterhin auch minderwertig, da sie mit Mitte 30 noch keinen Mann gefunden hat.
"Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Ihr Vater arbeitet in einem Imbiss und ihre Mutter ist erwerbslos. Als kleines Mädchen träumte Mani davon, rhythmische Sportgymnastin zu werden, inspiriert durch Fernsehbilder der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Als Kind fängt sie mit dem Turnen an, muss aber schnell einsehen, dass sie im Vergleich zu anderen kein Talent hat.
Die Nachricht von der Stadtteilsanierung lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, gleichzeitig erfährt Manis Familie zufällig, dass die Sanierung abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen oder ihn täuschen soll. Ihr ganzes Leben lang haben sie sich an das Prinzip der Ehrlichkeit gehalten. Welche Entscheidung werden sie treffen, wenn sie vor dem größten Dilemma ihres Lebens stehen".
Mich hat dieser Entwicklungsroman sehr interessiert und ich konnte die Thematik durch eigene Kindheitserfahrungen so sehr nachvollziehen, jedoch hat mich Cho Nam-Joo's neuer Roman nicht wirklich gepackt. Die Autorin hat diese Thematik und psychologischen Aspekte zwar teilweise gut umgesetzt und ohne zuviel Melancholie oder erhobenen Zeigefinger erzählt, was ich auch gut finde, jedoch fehlt mir eindeutig doch etwas an Tiefe. Dies ist ein wunderbar gut zu lesender und sogar sehr witziger Roman, er bleibt mir jedoch zu arg oberflächlich und auch die Story plätschert so dahin, auch wenn diese mich teilweise gut unterhalten hat. An sprachlichen Witz und Situationskomik mangelt es der Autorin jedenfalls nicht, dies beherrscht sie fantastisch, mir jedoch ist dies ein wenig zu viel dergleichen. Dies ist jedoch ausschließlich meine persönliche Meinung. Ich hatte mir laut Klappentext doch etwas anderes erwartet. Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, was jedoch der angesprochenen Altersklasse gut entspricht und daher gut und flüssig zu lesen ist.
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