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Acqua Alta

2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters.
Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie aus der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten?

208 pages, Hardcover

Published February 20, 2024

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About the author

Isabelle Autissier

46 books24 followers

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Community Reviews

5 stars
6 (7%)
4 stars
36 (46%)
3 stars
28 (36%)
2 stars
5 (6%)
1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Domic.
972 reviews17 followers
September 14, 2026
Das zweite Buchclub-Buch im September- und auch das hat mir gut gefallen. Wegen des Settings hatte ich natürlich sofort "Brunnetti-Vibes", aber außer dem Schauplatz haben die Bücher wenig miteinander zu tun. Die Geschichte spielt in einem dystopischen Venedig, gleich im ersten Kapitel erfahren wir, dass Venedig durch eine große Überschwemmung "untergegangen" ist: Die Altstadt und Paläste sind größtenteils zerstört, viele Bewohner zu Tode gekommen.

Die Geschichte erzählt dann in Rückblenden aus verschiedenen Perspektiven, wie es dazu gekommen ist: Wir lesen aus Sicht von Guido, einem Immobilien-Unternehmer in den mittleren Jahren, seiner Frau Maria Alba, die aus einer sehr alten und traditionsreichen venezianischen Familie kommt, und ihrer 18jährigen Tochter.

Guido ist politisch engagiert im Stadtradt und sehr fasziniert von den technischen Möglichkeiten des Sperr- und Schleusensystems MOSE (das es tatsächlich gibt, ich habe gegoogelt). Er mag Venedig, möchte aber da wirtschaftlich das Maximum herausholen, und das geht aus seiner Sicht am besten mit noch mehr Touristen und noch mehr Hotels, die für kürzere Aufenthalte möglichst viel Geld bezahlen.

Maria Alba liebt die venezianische Geschichte, denn ihre Familie hat 4 Dogen von Venedig gestellt, auch wenn sie nicht so ganz "richtig" vornehm und alteingesessen ist. Guido stammt aus einer venetischen Bauernfamilie, Maria Alba war seine "Eintrittskarte" in die gehobene Gesellschaft. Maria Alba vermittelt ihrer Tochter die Liebe zum "alten Venedig", weshalb die jetzt auch Kunstgeschichte studiert.

Die Tochter Lea kommt während ihres Studiums mit Aktivisten in Kontakt, die Venedig durch WENIGER Touristen vor dem Untergang schützen wollen. Auch dem Absperr-Projekt stehen die Aktivisten kritisch gegenüber, weil sie denken, dass die Absperrungen bei durch den Klimawandel steigendem Meeresspiegel eh nicht funktionieren werden und außerdem den Wasseraustausch zwischen Salz- und Süßwasser so behindern, dass die Ökologie der Lagune "kippen" könnte.

Zeitlich beginnen die Rückblenden kurz vor Ausbruch der Pandemie 2019/20, allerdings würde ich die Geschichte nicht als "Pandemieroman" bezeichnen. Die Pandemie hat aber den Tourismus auf Null gesetzt, so dass man sehr schnell sehen kann, was weniger (oder eben gar keine) Touristen für die Stadt bedeuten. Das heißt zum einen klares Wasser in den Kanälen, aber auch wirtschaftlich sehr harte Zeiten für die Menschen, die vom Tourismus abhängig sind (und das sind in Venedig zu ziemlich alle).

Ich mag ja eigentlich keine Dystopien, aber die habe ich gern gelesen. Ich fand auch gut, dass die Figuren nicht "nur" gut oder böse waren, sondern dass es schon Nuancen gab. Und das Ende ist sehr offen, man weiß nicht so genau, wie es mit den Figuren weitergehen wird - naja, mit fast allen Figuren. Das Setting in Venedig war toll, obwohl ich noch nicht da war - sollte ich wohl bald mal sehen, dass ich hinkomme, weil Venedig ja "in echt" (noch) nicht untergegangen ist.

Ich vergebe solide 4 von 5 Sternen.
Profile Image for Sternenstaubsucherin.
854 reviews1 follower
December 30, 2024
"Die Kunst ist keine weltfremde Vorstellung, Kunst kann auch Wahrheit vermitteln und hat uns über Jahrhunderte hinweg etwas zu sagen."

Nette Geschichte, die mir aber irgendwie zu viel wollte. Themen wie Familienprobleme, Generationsprobleme, Kunst, Kultur, Umwelt, Wirtschaft und Politik, hinzu kommt eine große Katastrophe und die Pandemie. Alles Themen, die für sich alleine ziemlich interessant sein können, aber wenn das alles in einem kleinen 200 Seiten Buch zusammen kommt, bleibt nicht viel für eine gute Geschichte übrig.
Trotzdem solide Unterhaltung, die der Gesellschaft einen Spiegel vorhält. Die Menschheit lernt eben nicht und es zählt nur der Profit und noch mehr Profit, komme was wolle.

Ihr "Herz auf Eis" fand ich aber um Längen besser und viel spannender.
204 reviews
November 1, 2024
Etwas zu klischeebehaftet! Immer dieser prof-stdentin-sch....
Nicht während der reise zu lesen ;)
50 reviews
May 12, 2025
Flüssig geschrieben, erzählte mir das Buch zwei Geschichten, über Venedig, das durch menschliche Eingriffe in die Lagune und ins Klima langfristig wohl kaum zu retten ist (auch wenn es kaum so spektakulär zugrunde gehen dürfte wie im Roman), und über drei Menschen, die sich auseinanderleben, die im Grunde alle dasselbe Problem sehen und dieselbe Liebe zu ihrer Stadt teilen, doch alle verschiedene, jeweils nicht funktionierende Lösungen verfolgen. Spannend, aber auch ein wenig perspektivlos traurig.
Profile Image for Arcimboldis World.
148 reviews7 followers
October 10, 2024
Venedig macht heutzutage mehr Schlagzeilen mit seinen Problemen, als mit der seit Jahrhunderten erhaltenen Schönheit der Stadt und der Lagune. In den Medien sieht man nur noch riesige, grässliche Kreuzfahrtschiffe, die am Markusplatz vorüber ziehen und durch die engen Gassen strömende Massen an Tagestouristen. In ihrem neuen Roman „Aqua Alta“ schildert die französische Autorin Isabelle Autissier den Untergang des Weltkulturerbes: Venedig fällt 2021 einer gigantischen Flut zum Opfer – ein hochaktuelles und brisantes Thema, eine packende Geschichte, spannend erzählt…
30 Millionen Menschen strömen jedes Jahr nach Venedig, man kann es kaum glauben. Und trotz des Megaprojekts M.O.S.E. sind die Zukunftsaussichten dieser wunderschönen Stadt in der Lagune alles andere als rosig. Doch was kann man tun? Die Gier nach Profit und schnellem Umsatz ist grösser als das nachhaltige Denken. Isabelle Autissier, die Autorin von „Aqua Alta“ machte 1991 Furore, als sie als erste Frau allein im Rahmen einer Regatta die Welt umsegelte, von 2009 – 2021 war sie Präsidentin des WWF Frankreich.
2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. (mare Verlag)
Drei Personen, drei komplett andere Meinungen und Haltungen zum Thema Klimaerwärmung, Nachhaltigkeit, Umweltschutz, in diesem Fall Schutz der Stadt Venedig, Schutz der Lagune. Die Spaltung geht in diesem Fall komplett durch die Familie, sorgt für unheilbare Wunden. Autissier beschreibt dieses dramatische, wie realistische Szenario des Untergangs einer tausend Jahre alten Stadt so glaubhaft und erschütternd, man mag es fast nicht glauben, dass es reine Fiktion ist. Die Katastrophe selbst wird nur kurz beschrieben, viel mehr verwendet die Autorin ihren Blick auf die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Thema, auf die politischen Spannungen im Land, in der Kommune und diesen quer durch die Gesellschaft gehenden Riss. Nachdem ich zu Beginn diesem Plot gegenüber eher skeptisch war, ja das Thema fast schon etwas platt und abgegriffen fand, muss ich doch sagen, dass mich dieser Roman in seinen Bann gezogen und sich ziemlich rasch zu einem Pageturner entwickelt hat.
Profile Image for Achim ('akim) Schmidt.
264 reviews
January 25, 2025
Im Grunde ein echt guter Plot!

… was aber echt nervt sind die stereotypen Charaktere sowie der Twist zwischen dem rechts-konservativem Vater (Hauptprotagonist) und seiner rebellischen Tochter.

Dazu noch die unsägliche Beziehung zwischen even dieser minderjähriger Tochter und dem 30-40 Jahre älteren Professor und schließlich die total traurige Figur der „katholisch erzogenen“ Mutter, die jegliche Gefühle unterdrückt, Ihre Erfüllung in den Balkonpflanzen sowie Ihrer Hollywoodschaukel findet und ansonsten gut aussieht, altert und „die Beine breit macht“.

Wirklich schade, da ich „Herz aus Eis“ von Isabelle Autissier wirklich gut fand.
Profile Image for Katharina Sundown.
35 reviews
August 3, 2025
Ohne zu viel vorwegzunehmen: Acqua Alta entwirft ein düsteres Zukunftsbild, in dem Venedig langsam im Wasser versinkt – ein Szenario, das erschreckend realistisch wirkt. Dieses Motiv des Untergangs ist kraftvoll und bildgewaltig erzählt, hat mich sofort gepackt und durch das Buch getragen. Besonders, da ich Venedig selbst vor einigen Jahren erstmals besucht habe, war die emotionale Bindung zur Geschichte für mich sehr stark.

Weniger überzeugen konnten mich die Figuren: Sie bleiben schablonenhaft, ihre Entwicklung wirkt flach, echte Katharsis bleibt aus. Die Mutterfigur besitzt noch am ehesten Tiefe, aber gerät auch zum Symbol.
Eine Lektüre, die mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt.
Profile Image for Kathrin Olzog.
231 reviews19 followers
May 26, 2024
Das Buch hat mich nicht gefesselt, die Geschichte Venedigs bei Hochwasser und die Entfremdung von Vater und Tochter.
Note: 3
Profile Image for Caroline Klima.
52 reviews
May 28, 2024
Hmmm. Sie kann gut erzählen und sehr detailliert beschreiben, aber die Story hat keinen Bogen, die Figuren etwas klischeehaft, es bleibt trotz der vielen Details etwas oberflächlich.
Profile Image for Silvio Weitzl.
153 reviews
June 30, 2025
La Serenissima als sterbender Protagonist

Isabelle Autissier hat es sich zur Aufgabe gemacht einen aufklärenden Roman über das Dahinscheiden Venedigs zu verfassen und reichert diesen mit zahlreichen Daten und Fakten über die Lagunenstadt an. Mit klassischer Rollen- und Figurenverteilung stellt sie Massentourismus, Klimawandel und Kapitalismus dem Willen der Bewohner ihre Stadt zu bewahren gegenüber. Ein wichtiges Buch in absurden Zeiten, wo ein kahlköpfiger Milliardär ein UNESCO Weltkulturerbe für Tage sein Eigen nennen darf und für seine Zwecke ausnutzt.
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