Martin Waldseemüller studiert die sieben Künste, entdeckt seine Liebe zur Kosmographie und will sich ganz der Wissenschaft widmen. Während spanische und portugiesische Seefahrer immer mehr unbekannte Winkel der Erde entdecken, beschließt Martin, sein beschauliches Leben aufgeben und eine lange Reise anzutreten. In Lissabon begegnet er der schönen Spanierin Elena. Doch ihrer heimlichen Liebe droht Gefahr, als Elenas verschollen geglaubter Ehemann von einer Reise mit Amerigo Vespucci zurückkehrt.
Die Geschichte spielt Ende des 15. Jahrhunderts, und die Autorin entführt den Leser in viele Orte Europas. – Es gibt zwei Hauptfiguren: Zum einen Martin Waldseemüller, der nicht Metzger wie sein Vater werden will, sondern viel lieber studieren möchte. Zum anderen begleitet man die junge Elena, die in Sevilla bei ihrer Mutter lebt und mit dem Seefahrer Enzo verheiratet werden soll. Während Martin seinen Traum eines Studiums verfolgt und durch Europa zieht, leidet Elena unter ihrem gewalttätigem Ehemann. In Lissabon lernen die beiden sich zufällig kennen – und träumen von einem gemeinsamen Leben...
Ich mochte den Roman und habe sowohl Martin als auch Elena gerne begleitet. Am Anfang laufen beide Erzählstränge parallel, man ahnt natürlich, dass die beiden liebenswerten Hauptfiguren irgendwann aufeinander treffen werden, das dauert aber ein wenig. Und so erfährt man vieles aus dem damaligen Leben – Martin leidet sehr unter der strengen Hand seines Vaters, man begleitet ihn dann bei seinen Studien, und das waren für mich sehr interessante Abschnitte. Seine Liebe zur Kartographie lässt Martin dann durch die Lande ziehen – bis er in Lissabon landet und dort auch sesshaft wird. Martin mochte ich von Anfang an – er ist sanftmütig, hat ein großes Herz, kann nur schlecht mit der Grobheit anderer umgehen und zieht sich so ganz in seine Studien zurück. Elena in Sevilla wächst gut behütet auf, da ihre Mutter sie stets vor allen Gefahren abzuschirmen versuchte, in ihre Ehe aber muss sie sich dann der brutalen Realität stellen. Auch sie ist eine sympathische Figur, die sich nicht so leicht unterkriegen lässt und sich auch schon mal gegen bestehende Konventionen auflehnt – leider muss sie dafür dann oft auch büßen.
In immer abwechselnden Kapiteln - jeweils aus Sicht von Martin und Elena - erfährt man eine Menge aus dem mittelalterlichen Leben – und das sowohl zum Leben der Reichen und Adligen als auch der einfachen Leute. Der Schreibstil ist sehr angenehm, lebendig und leicht zu lesen, es gibt viele Beschreibungen, so dass ich alles genau vor Augen hatte und ohne, dass es aber langweilig geworden wäre. Den Einstieg in die Gesichtete fand ich toll, im Mittelteil gab es für mich dann doch ein paar Längen, weil nicht so viel passierte – das ändert sich aber schlagartig im letzten Viertel, wo sich die Ereignisse überschlagen und es viele Wendungen und Überraschungen gibt.
Martin Waldseemüller ist eine historische Persönlichkeit – er hat Anfang des 16. Jahrhunderts die Neuausgabe der Ptolemaioskarte mitgestaltet, die dann als Waldseemüllerkarte bekannt wurde. Auch andere historische Figuren tauchen in dem Roman auf, und geschickt hat die Autorin die fiktive Geschichte in den historischen Kontext eingebaut. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und finde es auch für Einsteiger in das historische Genre sehr geeignet.
Mein Fazit Ein lebendiger historischer Roman, der viele Einblicke in das damalige Leben bietet, und den Leser an verschiedene Orte in Europa entführt. Ich habe die sympathetischen Charaktere gerne begleitet und wieder eine Menge dazugelernt – durch den bildreichen und angenehm zu lesenden Schreibstil hatte ich nicht nur viele Bilder im Kopf, sondern empfehle das Buch auch gerne Einsteigern ins historische Genre.
Dieser Roman war eine schöne Überraschung: der Roman basiert auf dem Leben von Martin Waldseemüller, einem deutschen Kartographen, der in Wolfenweiler (heute Schallstadt) geboren wurde, in der Nähe von Freiburg im Breisgau und nicht so weit von meiner Stadt Basel (in der Nordwestschweiz). Die Geschichte handelt nicht so sehr von Waldseemüllers akademischen und beruflichen Leistungen, sondern von seiner Kindheit, in der er einen tyrannischen Vater ertragen musste, von seiner Jugend als Student und dann von einem hypothetischen (weil nicht bewiesenen) Aufenthalt in Lissabon (damals das Weltzentrum für maritime Entdeckungen), wo er seine (ebenfalls hypothetische) Frau Elena de Cabrera (geborene Barroso) kennenlernt. Anhand dieser beiden Personen können wir das Leben zur Zeit der grossen Entdeckungen nachvollziehen: die Stellung der Frau (die praktisch das Eigentum ihres Mannes war), uneheliche Kinder, die verschiedenen Berufe, die Situation der öffentlichen Gesundheit, die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft. Ein fesselndes Buch, für das ich versprochen habe, diesen Sommer Schallstadt zu besuchen, um mir das Leben dieses berühmten Baden-Württembergers, nach dem Amerika nach Americo Vespucci benannt ist, vorzustellen (obwohl das fast unmöglich ist, da das Dorf von heute nichts mit dem von vor 500 Jahren gemeinsam hat).
Klappentext: Martin Waldseemüller studiert die sieben Künste, entdeckt seine Liebe zur Kosmographie und will sich ganz der Wissenschaft widmen. Während spanische und portugiesische Seefahrer immer mehr unbekannte Winkel der Erde entdecken, beschließt Martin, sein beschauliches Leben aufgeben und eine lange Reise anzutreten. In Lissabon begegnet er der schönen Spanierin Elena. Doch ihrer heimlichen Liebe droht Gefahr, als Elenas verschollen geglaubter Ehemann von einer Reise mit Amerigo Vespucci zurückkehrt.
„Der Meister der Karten“ von Johanna von Wild ist ein sehr interessanter Historischer Roman.
Im Mittelpunkt steht Martin Waldseemüller, er war ein deutscher Kartograf und hat 1507 die erste Weltkarte erstellt wo das Land im Westen mit America bezeichnet wurde. In diesem Historischen Roman treffen die Leser*innen auf noch mehr historisch überlieferten Personen.
Martin Waldseemüller hat seine Liebe zur Kosmographie entdeckt Es war eine interessante Zeit wo die Seefahrer unterwegs waren und neue Länder entdeckt haben. Auch Martin begab sich auf Reisen. In Lissabon verliebte er sich in die Spanierin Elena. Elena ist vor ihrem Mann Enzo De Cabrera aus Spanien gefochten. Auf einer Reise mit Amerigo Vespucci scheint ihr Mann verschollen zu sein, was dazu führt, dass Elena zu ihrer Liebe zu Martin steht. Doch als Martin einer Einladung von Don Manuel nach Evora folgt steht er Enzo De Cabrera auf einmal gegenüber.
Johanna von Wild erzählt ihre Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Martin und von Elena. So kennen die Leser*innen die zwei Protagonisten schon gut bevor sie sich selbst begegnen.
Die Autorin beschreibt das Leben im Mittelalter sehr authentisch. Dabei wird nicht nur das Leben der Reichen und Adligen beäugt sondern auch das der einfachen Leute. Man hat schnell ein Bild vor Augen, kann sich alles gut vorstellen.
Die Charaktere werden gut durch die Geschichte geführt und sind richtig lebendig. Natürlich gefällt mir Martin Waldseemüller am besten. Er ist ein intelligenter Mann mit Träumen. Auch Elena ist eine interessante Frau, Sie ist mit einem gewalttätigem Mann verheiratet und weiß sich nur mit Flucht zu helfen.
Auch die Handlungsorte beschreibt Johanna von Wild sehr eindrucksvoll. Egal ob in Deutschland, Spanien oder Portugal, auch hier hat man schnell Bilder vor Augen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Ich bin schnell in die Geschichte versunken und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.
„Der Meister der Karten“ ist ein Historischer Roman in dem einige reale Persönlichkeiten zu Wort kommen.