Inmitten der Kleinstadt Dwellton steht Nate vor einer gewaltigen Herausforderung. Sein verstorbener Vater hinterlässt nicht nur ein Haus und einen Buchladen, sondern auch ein erdrückendes Erbe von 80.000 Pfund Schulden. Um die medizinische Behandlung seiner Mutter zu finanzieren, muss sich Nate nicht nur den äußeren Widrigkeiten stellen, sondern auch den inneren Dämonen, die ihn seit Jahren quälen. Die englische Stadt, in der er sich wiederfindet, birgt nicht nur die Geheimnisse seines Vaters, sondern auch die düsteren Schatten einer Geschichte, die von Homophobie und dem Teufelskreis des Alkohols durchzogen ist. Als Nate auf Ethan, den schweigsamen Haushälter seines Vaters, trifft, öffnen sich die Türen zu einer schmerzhaften Familiengeschichte. Zwischen den Zeilen entfaltet sich nicht nur die Last der Vergangenheit, sondern auch die Reise zur Selbstentdeckung.
"Nathaniel" ist mehr als eine einfache Erbschaftsgeschichte – es ist ein packender Sog aus Selbstfindung, Vergebung und Heilung. In einer Stadt voller Geheimnisse und unterdrückter Wahrheiten wird Nate nicht nur mit den Herausforderungen der Außenwelt konfrontiert, sondern auch mit der tiefen, verborgenen Wahrheit über sich selbst, während er nicht nur das Erbe seines Vaters, sondern auch die Wunden seiner eigenen Seele zu heilen versucht.
Nates Vater hinterlässt seinem Sohn einen Haufen Schulden, ein Haus und einen Buchladen. Dabei fließen Nates Einkünfte alle in die Versorgung seiner an Demenz erkrankten Mutter. Er reist nach Dwellton und lernt dort den Haushälter seines Vaters kennen, den in sich gekehrten Ethan. Dieser Ort zeugt von einer schwerwiegenden Vergangenheit und einer schmerzlichen Geschichte, die Nate ergründen muss.
Kai hat eine wundervolle Art zu schreiben und Gefühle aufs Papier zu bringen. Mit so viel Deepness habe ich tatsächlich gar nicht gerechnet und es hat mich wirklich umgehauen, was handwerklich da geboten wurde. Ich konnte Nates Ängste selbst fühlen, als wären es meine eigenen. Die Dialoge, die Kai schreibt, sagen so viel zwischen den Zeilen aus, was man erst im Laufe der Geschichte zusammenbringen kann, das ist wirklich sehr impressive.
Während alles um Nate herum sich sehr schnell entwickelt, ist die Liebesgeschichte von der langsamen Art. Das passt aber sehr gut zu Nates und Ethans Gedanken über ihre s3xuelle Identität und ihren Weg zur Selbstakzeptanz. Ich bin einfach auch schon super gespannt, was mich in Band 2 „Ethan“ dann erwarten wird. Nates Geheimnisse waren schon mal richtig ergreifend und ich habe tatsächlich ein bisschen Angst, dass Ethan mich zerstören wird, aber ich freue mich sehr auf ihn!
Wer einen Snack für Zwischendurch sucht ist bei Nathaniel falsch. Es gibt so viel Unausgesprochenes zwischen den Zeilen zu entdecken, kleine Details, die dann plötzlich wirklich wichtig werden und einen sehr klug gesponnenen roten Faden. Ich konnte und wollte dieses Buch nicht einfach in einem Rutsch lesen. Es ist mehr etwas, was wirken muss, etwas woran man sich noch lange zurückerinnert und Sätze, über die man noch Nachgrübelt, bevor die Augen zufallen. Ein wundervolles, herzergreifendes Debüt von Kai.
Nathaniel ist eine langsame, einfühlsame Geschichte. Wir kommen den Charakteren langsam näher, ohne viele Beschreibungen und Erklärungen. Wer die Charaktere sind und was sie ausmacht, lernen wir auf dem Weg. Und dieser Weg ist nicht immer leicht. Oft wäre ich gerne in das Buch gesprungen und hätte eingegriffen – hätte gerne geholfen oder etwas eingeworfen. Generell wird viel über die Worte kommuniziert, die nicht gesprochen werden. Man bekommt deutlich zu spüren, was es zur damaligen Zeit heißt, queer zu sein und wie mit diesem Thema und den betroffenen Personen umgegangen wird. Das Dorfsetting verstärkt diesen Konflikt noch zusätzlich. Eine Geschichte, die gleichermaßen schmerzt und berührt.
Ich weiß gar nicht wie ich meine Gedanken richtig in einen sinnvollen Satz packen soll, denn...mir fehlen die Worte ein bisschen. Ich liebe solch langsamen, vorsichtigen und gefühlvolle Geschichten und ich liebe es, wenn ich beim lesen selbst alles mitfühlen kann. Und das war definitiv der Fall. Ich hatte so oft Tränen in den Augen und wollte mit Nate weinen, habe mit ihm gelitten und wollte ihn einfach nur in den Arm nehmen. Auch Ethan, den stillen Haushälter, habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen und lieben gelernt. Ich mochte die beiden so unheimlich gerne, wie sie sich angenähert haben und vorsichtig umeinander herum geschlichen sind, dass ich es kaum erwarten kann, den zweiten Teil zu lesen. Eine Geschichte voller Liebe und Hoffnung und einem Blick auf die tiefen Abgründe der Menschheit. Ich kann auch gar nicht mehr dazu sagen, weil ich sonst versucht bin Dinge zu sagen, die eventuell zu viel verraten, also rate ich euch einfach, lest dieses Buch. Es wird sich lohnen.