Eigentlich ganz clever: Lukas heiratet zum Schein seine Mitbewohnerin Ines, damit sie Steuern sparen kann. Doch dann zieht unter ihnen ihr Finanzbeamter ein: Ekkehard Stöckelein-Grummler. Nun müssen Ines und Lukas richtig Ehe spielen - was nicht wirklich gut funktioniert. Und Ekkehard setzt sich auch noch in den Kopf, die "Beziehung" seiner neuen Freunde zu retten.
Matthias Sachau kam 1969 in München zur Welt, lebt seit sechzehn Jahren in Berlin und arbeitet – sofern sein kleiner Sohn ihn lässt – als freier Autor und Texter. Er gilt als erster Erwachsener, der sich auf einem Bobbycar die Veteranenstraße hinuntergestürzt hat.
Hier endet meine Erkundungstour durch die deutsche Comedy-Literatur: Ich habe die Talsohle erreicht.
Die Ausgangslage ist nicht einmal schlecht. Aus Steuergründen heiratet der Erzähler (Lukas) seine WG-Mitbewohnerin (Ines) zum Schein, und der neue Nachbar ist kein anderer als der zuständige Finanzamtssachbearbeiter (Ekkehard Stöcklein-Grummler [!]). Daraus lässt sich was machen, es sei denn, der Autor heißt Sachau. Tatsächlich entwickelt sich alles wie in einem C-Film aus Hollywood. Ekkehard ist eigentlich ganz nett, Ines und Lukas verlieben sich ineinander, sie heiraten noch kirchlich, alles wird also gut, und Ekkehard gibt seinen Job beim Finanzamt auf (alles wird also noch besser). Dazwischen jede Menge Turbulenzen, Missverständnisse und Verwechslungen, aber so vorhersehbar, dass mein Spoiler-Alert eigentlich schon ein unverdientes Kompliment ist.
Am schlimmsten aber ist die seichte und gleichzeitig gewollt nachdenkliche Erzählweise. Alle sind irgendwie cool, aber natürlich nicht oberflächlich. Wer „How I met your mother“ mag, könnte auch die ersten 50 Seiten von „Wir tun es für Geld“ überleben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Verwendung von Worten wie „Iwo“, „Autsch“, „Hmpff“, „Mannomann“, „Tschuldigung“ oder „pfui“ schon seit 1950 unter Strafe steht, aber nach der Lektüre dieses Buches weiß man, dass der Gesetzgeber damals einfach recht hatte. Nur der Strafrahmen gehört ordentlich verschärft.
Geht’s noch schlimmer? Ja. Der Versuch, die Sprache alkoholisierter oder verschnupfter Menschen in Schriftsprache umzusetzen, hat noch nie funktioniert und wirkt einfach nur peinlich. Das gilt auch dann, und erst recht dann, wenn man es in einem Buch gleich mehr als 10 mal versucht. Ich erspare mir Kostproben, aus Angst, dass beim Abtippen dieser Wortungeheuer ein Virus auf meiner Festplatte entsteht, den ich nicht mehr loswerde.
Um die Biederkeit, die das ganze Buch ausstrahlt, zu demonstrieren, dann doch eine kurze Kostprobe.
„Ich werfe mir die Sporttasche über die Schulter und luge vorsichtig aus der Tür.Ich atme durch, setze mich in Bewegung und winke im Vorbeigehen Toni zu, der mit krauser Stirn über seinen Rechnungen brütet.“
Das ist an sich keine Katastrophe, aber eben alles irgendwie verquast und erinnert an „Brigitte“ oder „Bunte“, und vor allem: Das ist jetzt keine mühsam herausgesuchte Stilblüte, sondern absolut repräsentativ.
Immerhin gibt es ein paar Lichtblicke, die letzten Endes zu 1,25 Sternen führen:
- Die Verkaufsgespräche im Kaufhaus - Frau Kohlmeyer - Die Abgrenzung zwischen HiFi-Fans und Musikfans
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Habe es wegen Kerstin Giers Empfehlung gehört, da ich ihre Romane früher sehr gerne zwischendurch gehört habe. Deswegen hatte ich auf etwas Ähnliches gehofft.
Uuhm, das war es nicht. Uncharmant und irgendwie eklig sexistisch trifft es eher. Der Typ hat seine Anziehung zu einer Frau, (die die Verbindung zu einer anderen Frau vernachlässigte) mit einer Stimme in seinem Kopf erklärt, die ihn quasi zum triebhaft sein zwingt. Also er hat eine Steinzeitmenschstimme in seinem Kopf, die ihm sagt: "Geh und habe Sex, denn dafür bist du geboren." Wtf?
Auch zum Rest der Story - wtf?
Trotzdem würde ich es lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir gar keinen Unterhaltungswert gebracht hat. Ich habs ja schließlich beendet. Witzig war es aber auch nicht
Tut was es soll. Es sollte aber kein lustiges Buch erwartet werden. Ich habe es eher als Romanze empfunden, wenn auch eine sehr seichte. Das Buch war flüssig zu lesen, hielt aber keine großen Überraschungen bereit. Am Anfang war ich etwas von dem ganzen Jazz und Hifi-Audio-Zeug irritiert. Das hat sich aber sehr schnell gelegt und von da an konnte ich das Buch sehr gut genießen. Absolut anspruchslos und super für zwischendurch. Wer sowas sucht, dem ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen.
Kurz-Meinung: Zum Inhalt sage ich nicht mehr als, dass was in der Beschreibung steht, denn das reicht vollkommen. Die Geschichte ist locker und leicht und einiges kann man sich natürlich von vorn herein denken. Trotzdem wurde ich durch einige Sachen noch überrascht und es war einfach unglaublich unterhaltsam und witzig.
Das Buch MUSS man als Hörbuch hören, denn Simon Gosejohann liest das Ganze so unglaublich witzig vor, das darf man sich nicht entgehen lassen. Herrlich wie er den etwas eigensinnigen Ekkehard spricht. Aber auch der Hauptcharakter Lukas ist mir richtig ans Herz gewachsen. Hier ist wirklich jeder Charakter individuell und der Sprecher kann das sehr gut herüber bringen.
Wenn ihr was lustiges für zwischendurch sucht, wo es auch eine Liebesgeschichte gibt, die aber nicht zu sehr ins romantische abdriftet, dann seit ihr hier genau richtig. Ich kann es nur empfehlen. Wer Tommy Jauds Bücher mag, sollte es sich definitiv mal ansehen bzw. anhören.
Eine reine Finanzamtehe wird plötzlich romantisch, aber dafür ist es eigentlich zu spät, denn beide sind doch eigentlich mit ihren jeweiligen Partnern glücklich, oder nicht? Nach dem ersten Knistern gibt es jedenfalls noch eine Menge Hin und Her, Vor und Zurück und als Leserin fragt man sich, ob es denn nun doch noch was wird mit den beiden. Meiner Meinung nach übertreibt der Autor es aber ein wenig mit dieser Unentschlossenheit, den Vielleichts, dem Fremdgehen und doch wieder Zurückwollen, sodass mir die Antwort schon etwas gleichgültig wurde und ich hoffte, dass er wenigstens nicht noch ein Happy End draufbastelt...ob er es nun gemacht hat oder nicht, verrate ich natürlich nicht ;)
Trotz too much Unentschlossenheit und way too much Alltag ein unterhaltsames Buch, das mich mal mehr, mal weniger zum Lachen, aber auch ebenso zum Augenrollen bringen konnte.
Es handelt sich um eine sehr amüsante Geschichte, die immer wieder eine Wendung findet und viel Unerwartetes hervorbringt. Sehr unterhaltsam, aber auch tiefgründig und von einem sehr guten Humor geprägt. Was vielleicht ganz interessant ist, auch wenn nur eine Nebensache, die aber trotzdem durch das ganze Buch hinweg präsent ist: Eine Figur ist sehr "audiophil" veranlagt und sorgt so für großes Schmunzeln.
Das Buch liest sich angehm und die Charactere sind nett geschrieben. Ideal zum lesen, wenn man gerade viel um die Ohren hat und eine leichte Ablenkung sucht.
Die Story selbst hat nicht sehr viel Tiefgang und ist sehr voraussehbar, aber für diese Art von Geschichte ist das in Ordnung.
Super Buch, saß oft davor und musste laut lachen :) Der Schreibstil ist top und man konnte sich richtig gut in die Geschichte einfinden... Ekkehart forever! ;)