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Issa
«Ich kenne ihre Geschichten so gut, dass ich manchmal glaube, ich hätte sie selbst erlebt.»
Eigentlich will Issa diese Reise gar nicht antreten. Schwanger sitzt sie im Flugzeug nach Douala, angetrieben von ihrer Mutter, die bei der bevorstehenden Geburt um das Leben ihrer Tochter fürchtet. In Kamerun, dem Land ihrer Kindheit, soll sie den heilsamen Weg der Rituale gehen, unter den Adleraugen ihrer Omas. Doch so einfach ist das alles gar nicht, wenn man in Frankfurt zu schwarz und in Buea zu deutsch ist. Der Besuch wird für Issa eine Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und der Gewissheit, dass sowohl Traumata als auch der unbedingte Liebes- und Lebenswille vererbbar sind.
Kunstvoll verwebt Mirrianne Mahn die Schicksale von fünf Frauen miteinander, deren Leben mehr als ein Jahrhundert auseinanderliegen und doch über die Linien kolonialer Ausbeutung und Streben nach Selbstbestimmung verbunden sind. Ein empowerndes, ein kraftvolles, ein eindringliches Debüt.
Eigentlich will Issa diese Reise gar nicht antreten. Schwanger sitzt sie im Flugzeug nach Douala, angetrieben von ihrer Mutter, die bei der bevorstehenden Geburt um das Leben ihrer Tochter fürchtet. In Kamerun, dem Land ihrer Kindheit, soll sie den heilsamen Weg der Rituale gehen, unter den Adleraugen ihrer Omas. Doch so einfach ist das alles gar nicht, wenn man in Frankfurt zu schwarz und in Buea zu deutsch ist. Der Besuch wird für Issa eine Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und der Gewissheit, dass sowohl Traumata als auch der unbedingte Liebes- und Lebenswille vererbbar sind.
Kunstvoll verwebt Mirrianne Mahn die Schicksale von fünf Frauen miteinander, deren Leben mehr als ein Jahrhundert auseinanderliegen und doch über die Linien kolonialer Ausbeutung und Streben nach Selbstbestimmung verbunden sind. Ein empowerndes, ein kraftvolles, ein eindringliches Debüt.
304 pages, Hardcover
Published March 12, 2024
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Community Reviews
Displaying 1 - 30 of 183 reviews
January 3, 2026
Issa ist in der 5. Woche schwanger und sitzt in einem Flugzeug von Frankfurt nach Kamerun. Eigentlich wollte sie diese Reise gar nicht antreten, doch ihre Mutter fürchtet aufgrund eines schlimmen Traums um ihr Leben bei der Geburt und die Auseinandersetzungen mit dem Kindsvater werden immer aggressiver. Issa musste aus dieser Umgebung raus. In Buea soll sie die Rituale durchlaufen, unter Beobachtung ihrer beiden Omas. Je länger Issa sich in Kamerun aufhält, desto tiefer taucht sie in die Geschichte des Landes und der Frauen ihrer Familie ein - mit Folgen für ihr ganzes weiteres Leben.
Mirrianne Mahn erzählt in ihrem Debütroman "Issa" die Geschichte von fünf Frauen einer Familie über ein ganzes Jahrhundert hinweg. Sie nutzt dabei zwei Erzählstränge, einen aus der Sicht von Issa, der Anfang des 21. Jahrhunderts spielt, und einen ab 1906, der sich ihrer Ururgroßmutter und deren weiblichen Nachkommen widmet. Issas Perspektive ist geprägt von ihren Erfahrungen als Schwarze Frau in Deutschland und den Alltagsrassismen, denen sie immer wieder ausgesetzt ist, auch durch ihren eigenen Partner und Vater ihres Kindes. Außerdem hat sie damit zu kämpfen, dass sie für die deutsche Gesellschaft zu Schwarz und für die Kamerunische zu weiß ist. Ihre Kapitel bieten einen interessanten Einblick in die Gesellschaftsstrukturen und Rituale der Menschen in Kamerun. Durch die Rückblicke in das Leben ihrer Vorfahrinnen erfahren die Lesenden darüber hinaus sehr viel über die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun, mit der ich mich zuvor wenig beschäftigt habe. Ich fand beide Erzählstränge sehr, sehr spannend und bewegend und habe Mirrianne Mahns Debüt regelrecht verschlungen. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!
Mirrianne Mahn erzählt in ihrem Debütroman "Issa" die Geschichte von fünf Frauen einer Familie über ein ganzes Jahrhundert hinweg. Sie nutzt dabei zwei Erzählstränge, einen aus der Sicht von Issa, der Anfang des 21. Jahrhunderts spielt, und einen ab 1906, der sich ihrer Ururgroßmutter und deren weiblichen Nachkommen widmet. Issas Perspektive ist geprägt von ihren Erfahrungen als Schwarze Frau in Deutschland und den Alltagsrassismen, denen sie immer wieder ausgesetzt ist, auch durch ihren eigenen Partner und Vater ihres Kindes. Außerdem hat sie damit zu kämpfen, dass sie für die deutsche Gesellschaft zu Schwarz und für die Kamerunische zu weiß ist. Ihre Kapitel bieten einen interessanten Einblick in die Gesellschaftsstrukturen und Rituale der Menschen in Kamerun. Durch die Rückblicke in das Leben ihrer Vorfahrinnen erfahren die Lesenden darüber hinaus sehr viel über die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun, mit der ich mich zuvor wenig beschäftigt habe. Ich fand beide Erzählstränge sehr, sehr spannend und bewegend und habe Mirrianne Mahns Debüt regelrecht verschlungen. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!
May 5, 2024
So viel Potential und dann werden starke Bilder auserklärt und das Buch streckenweise zum Sachbuch. Wäre es doch bloß anders lektoriert worden. Mehr show, weniger Erklärbär.
August 10, 2024
Diese Geschichte rangiert ganz eng bei Heimkehren von Yaa Gyasi und ist direkt auf die Liste meiner Jahreshighlights gelandet. Ich habe genauso viele Tränen geweint, wie gelacht und einiges über die Mentalität und das Leben in Kamerun gelernt. Großartiges Buch!
August 17, 2024
2006: Issa ist schwanger und reist von Frankfurt am Main in ihr Geburtsland Kamerun, um sich einigen traditionellen Ritualen zu unterziehen. Sie glaubt selbst nicht wirklich daran, aber erstens drängt ihre Mutter sie und zweitens ist es ihr auch ganz recht, etwas Abstand zwischen sich und den Vater des Kindes zu bringen ("den blonden Zwerg" wie ihre Freundin ihn nennt).
Die Reise bringt Issa näher zu sich selbst, vor all aber zu ihrer Familie, ihrer Großmutter und Urgroßmutter, deren eigene Geschichten in Rückblicken erzählt werden. So wird aus dem Roman über eine junge Schwarze Frau, die als Kind nach Deutschland kam, Rassismus erlebt und überlebt, ein Roman über die Geschichte Kameruns, das von 1884 bis 1919 deutsche Kolonie war.
Issas Urgroßmutter, Marijoh, ist die Tochter eines deutschen Kolonialherren, der Marijohs Mutter Enanga vergewaltigte, als diese noch ein Kind war. Die Brutalität von Rassismus und Patriarchat durchziehen den Roman, aber sie gewinnt nicht. Denn "Issa" ist vor allem ein Buch, das weibliche Resilienz, Freundinnen- und Schwesternschaft feiert und von der ungeheuren Stärke erzählt, die Enanga, Marijoh, Namondo, Ayudele und Issa in sich tragen und weitergeben.
Ich habe gelesen, dass einigen der Roman zu "erklärend" war, zu viel Sachbuch. Ich teile das nicht, ich bin froh, dass Mirrianne Mahn historische Fakten und Fiktion vermischt, Aufklärung mit Emotion. "Issa" ist ein ganz besonderer Roman, der fesselt und berührt und dennoch "leicht" zu lesen ist, auch weil der Humor der Autorin immer wieder aufblitzt und dem Ganzen ein bisschen die Schwere nimmt.
Die Reise bringt Issa näher zu sich selbst, vor all aber zu ihrer Familie, ihrer Großmutter und Urgroßmutter, deren eigene Geschichten in Rückblicken erzählt werden. So wird aus dem Roman über eine junge Schwarze Frau, die als Kind nach Deutschland kam, Rassismus erlebt und überlebt, ein Roman über die Geschichte Kameruns, das von 1884 bis 1919 deutsche Kolonie war.
Issas Urgroßmutter, Marijoh, ist die Tochter eines deutschen Kolonialherren, der Marijohs Mutter Enanga vergewaltigte, als diese noch ein Kind war. Die Brutalität von Rassismus und Patriarchat durchziehen den Roman, aber sie gewinnt nicht. Denn "Issa" ist vor allem ein Buch, das weibliche Resilienz, Freundinnen- und Schwesternschaft feiert und von der ungeheuren Stärke erzählt, die Enanga, Marijoh, Namondo, Ayudele und Issa in sich tragen und weitergeben.
Ich habe gelesen, dass einigen der Roman zu "erklärend" war, zu viel Sachbuch. Ich teile das nicht, ich bin froh, dass Mirrianne Mahn historische Fakten und Fiktion vermischt, Aufklärung mit Emotion. "Issa" ist ein ganz besonderer Roman, der fesselt und berührt und dennoch "leicht" zu lesen ist, auch weil der Humor der Autorin immer wieder aufblitzt und dem Ganzen ein bisschen die Schwere nimmt.
February 16, 2026
Mit der letzten Stunde war ich nicht ganz so glücklich, aber insgesamt eine schöne, interessante Geschichte.
January 14, 2025
In der kamerunischen Kultur werden Ahnen mehr als alles andere verehrt und respektiert, da ergibt es Sinn, dass das Buch namens „Issa“ nur etwa zur Hälfte ihre Perspektive zeigt und in der restlichen Zeit die Geschichte ihrer Mütter und Ahninnen erzählt, die Issa dorthin gebracht haben, wo sie heute ist.
Alle Frauen in diesem Buch sind stark und fühlen sich echt an, haben viel durchgemacht und eine unendliche Resilienz gezeigt, aber Issa möchte trotzdem bei ihrem eigenen Kind Dinge anders machen und generationelle Muster durchbrechen.
Die Rituale, die sie durchläuft, helfen ihr, für sich selbst Klarheit zu finden und sind für die Leser*innen sehr interessant. Das Motiv der Schwesternschaft ist so präsent, stark und schön, selbst wenn man wie ich mit Mutterschaft selbst nicht so viel anfangen kann.
Ein wunderbares Buch, vor allem auch, um sich mal wieder an die scheußliche Kolonial-Geschichte Deutschlands zu erinnern.
Alle Frauen in diesem Buch sind stark und fühlen sich echt an, haben viel durchgemacht und eine unendliche Resilienz gezeigt, aber Issa möchte trotzdem bei ihrem eigenen Kind Dinge anders machen und generationelle Muster durchbrechen.
Die Rituale, die sie durchläuft, helfen ihr, für sich selbst Klarheit zu finden und sind für die Leser*innen sehr interessant. Das Motiv der Schwesternschaft ist so präsent, stark und schön, selbst wenn man wie ich mit Mutterschaft selbst nicht so viel anfangen kann.
Ein wunderbares Buch, vor allem auch, um sich mal wieder an die scheußliche Kolonial-Geschichte Deutschlands zu erinnern.
January 6, 2025
4,5 Sterne
April 9, 2024
Rezi folgt…
April 10, 2025
Mirrianne Mahn verflechtet geschickt die Geschichte von fünf Frauen in Kamerun über mehrere Generationen hinweg. Ein Einblick in eine Kultur, die mir selbst fremd ist. Koloniale Ausbeutung, Traumata, Gewalt, Liebe und Selbstfindung. Mahn schreibt über all dies tiefgründig, aber immer wieder auch mit einer Prise Humor. Ein sehr tolles Buch, dass ich weiterempfehle.
March 30, 2024
In "Issa" taucht man ein in eine Welt voller weiblicher Resilienz, die sich über Generationen hinweg gegen Traumata behauptet. Der Autorin Mirrianne Mahn gelingt es, die Erfahrungen von Alltagsrassismus, mit denen die deutsche Protagonistin und Erzählerin Issa konfrontiert wird, geschickt mit den Erlebnissen ihrer kamerunischen Ahninnen im kolonialen Kontext zu verknüpfen. Diese Verflechtung führt zu einer tiefgreifenden Betrachtung von Trauma und Identität, die mich gleichermaßen erschüttert und zum Nachdenken angeregt hat. Issa selbst schafft es trotz ihrer belastenden Erfahrungen immer wieder, ihre eigene Geschichte mit pointierten Kommentaren unterhaltsam zu begleiten. Persönlich war es für mich besonders erfreulich, Elemente wie etwa das Verhalten des kamerunischen Taxifahrers aus meinen eigenen Erfahrungen in Kamerun wiederzuerkennen.
Die Geschichte von insgesamt fünf Frauen in fünf Generationen überbrückt geschickt die Zeit und den Raum, um die Auswirkungen insbesondere der deutschen kolonialen Herrschaft und den Kampf um Selbstbestimmung zu illustrieren. Dass koloniale Traumata fortwirken, habe ich selbst schon in Kamerun beobachten können, allerdings habe ich noch nie so differenziert wie anhand dieses Romans darüber nachgedacht. Auch die Formen der deutschen Kolonialherrschaft sind mir hier noch einmal plastischer deutlich geworden. Zusätzlich sind die Geschichten auch einfach spannend erzählt.
Insgesamt ist "Issa" ein eindringlicher Roman, der emotional mitnimmt. Mirrianne Mahn gelingt es, mit ihrer einfühlsamen und gleichzeitig scharfsinnigen Erzählweise eine Geschichte zu kreieren, die lange nachhallt und zum Weiterdenken anregt.
Die Geschichte von insgesamt fünf Frauen in fünf Generationen überbrückt geschickt die Zeit und den Raum, um die Auswirkungen insbesondere der deutschen kolonialen Herrschaft und den Kampf um Selbstbestimmung zu illustrieren. Dass koloniale Traumata fortwirken, habe ich selbst schon in Kamerun beobachten können, allerdings habe ich noch nie so differenziert wie anhand dieses Romans darüber nachgedacht. Auch die Formen der deutschen Kolonialherrschaft sind mir hier noch einmal plastischer deutlich geworden. Zusätzlich sind die Geschichten auch einfach spannend erzählt.
Insgesamt ist "Issa" ein eindringlicher Roman, der emotional mitnimmt. Mirrianne Mahn gelingt es, mit ihrer einfühlsamen und gleichzeitig scharfsinnigen Erzählweise eine Geschichte zu kreieren, die lange nachhallt und zum Weiterdenken anregt.
February 18, 2026
ISSA ist für mich ein fantastisches, sehr mitreißendes Buch. Entgegen mancher Stimmen, die es als eine Art „Lehrbuch“ bezeichnen, habe ich es zu keinem Zeitpunkt so empfunden. Ja, man nimmt unglaublich viel aus dieser Geschichte mit: historisch, gesellschaftlich, emotional. Aber all das ist organisch in einen Roman eingebettet, der sich flüssig liest und durch seine Figuren trägt.
Der Einstieg ist etwas ruhiger und braucht einen Moment, um sich zu entfalten. Doch sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt, entwickelt sie eine enorme Sogwirkung. Beeindruckend sind die fünf (allerdings unterschiedlich ausführlich) verwobenen Lebensgeschichten der Frauen in Issas Familie. Diese Perspektiven eröffnen vielschichtige Einblicke in unterschiedliche Zeiten und Lebensrealitäten. In der zweiten Hälfte wirken diese Erzählstränge stellenweise etwas komprimiert; hier hätten ein paar zusätzliche Seiten der Tiefe gutgetan. Gerade weil die Figuren so stark angelegt sind, hätte ich gern noch mehr Zeit mit ihnen verbracht.
Sprachlich überzeugt das Buch ebenfalls: Der Wechsel zwischen Issas Gegenwartsperspektive und den Erzählsträngen aus der Vergangenheit ist deutlich spürbar und stilistisch unterschiedlich gestaltet. Das macht die Stimmen glaubwürdig (sie klingen nicht wie aus einem Guss) sondern tragen jeweils ihre eigene Atmosphäre in sich.
Insgesamt ein eindrucksvoller, bewegender Roman, der viel erzählt, ohne belehrend zu sein. Für mich eine klare Leseempfehlung (4,5 Sterne) mit leichten Abzügen in der B-Note, weil ich mir an manchen Stellen einfach noch ein wenig mehr Raum gewünscht hätte.
Der Einstieg ist etwas ruhiger und braucht einen Moment, um sich zu entfalten. Doch sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt, entwickelt sie eine enorme Sogwirkung. Beeindruckend sind die fünf (allerdings unterschiedlich ausführlich) verwobenen Lebensgeschichten der Frauen in Issas Familie. Diese Perspektiven eröffnen vielschichtige Einblicke in unterschiedliche Zeiten und Lebensrealitäten. In der zweiten Hälfte wirken diese Erzählstränge stellenweise etwas komprimiert; hier hätten ein paar zusätzliche Seiten der Tiefe gutgetan. Gerade weil die Figuren so stark angelegt sind, hätte ich gern noch mehr Zeit mit ihnen verbracht.
Sprachlich überzeugt das Buch ebenfalls: Der Wechsel zwischen Issas Gegenwartsperspektive und den Erzählsträngen aus der Vergangenheit ist deutlich spürbar und stilistisch unterschiedlich gestaltet. Das macht die Stimmen glaubwürdig (sie klingen nicht wie aus einem Guss) sondern tragen jeweils ihre eigene Atmosphäre in sich.
Insgesamt ein eindrucksvoller, bewegender Roman, der viel erzählt, ohne belehrend zu sein. Für mich eine klare Leseempfehlung (4,5 Sterne) mit leichten Abzügen in der B-Note, weil ich mir an manchen Stellen einfach noch ein wenig mehr Raum gewünscht hätte.
March 19, 2024
»Aber jetzt war ich auch dankbar, dankbar, dass sie mein Mutter ist. Dankbar ihr und allen Vorfahrinnen gegenüber, dass sie gekämpft haben. Dass sie mir gezeigt haben, dass ich ein Recht auf ein gutes Leben habe.« (S. 295)
»ISSA« von Mirrianne Mahn ist eine Hymne an Mütter, Solidarität, Zusammenhalt und weibliche Stärke. 💙 Für mich ist dieses Debüt ein absolutes Highlight 🩵 Einigen wir uns einfach darauf, dass wir es alle lesen und diskutieren 🫱🏼🫲🏾
Dieser Roman zelebriert die gesamte Range der Gefühlslagen und kann das alles gleichzeitig: Zum Lachen bringen, zum Nachdenken anregen, sich auf neue Perspektiven einlassen, wütend machen, mitfühlen lassen, das Herz brechen und wieder zusammenflicken. 💥 Chapeau an Mirrianne für dieses krasse Debüt! 😮💨
Es ist unglaublich, was für eine Bandbreite an Themen die Autorin in ihrem wunderbaren, immer wieder bildlichen und sehr schönen Schreib- & Erzählstil in ihrem Roman quasi ganz nebenbei thematisiert, jedoch ohne, dass man das Gefühl hätte, das Thema komme im Roman zu kurz: Mutterschaft, Oma-Mutter-Tochter-Beziehung, Generationskonflikte, Rassismus, Sklaverei, Kolonialismus, Mobbing, Freundschaft, Schwangerschaft, kulturelle Diversität, Mythen & Rituale, Zugehörigkeit, Identität, Kamerun & Deutschland, Familie, Patriarchat, Klassismus, Auswanderung, afrikanische Haarfrisuren und und und.
WHAT’S IT ABOUT? Issa wird ungewollt schwanger 🤰🏾und nach Streit mit ihrer Mutter fliegt sie in ihr Heimatland Kamerun, um dort traditionelle Rituale durchzuführen und ihre Familie wiederzusehen. Dort wird sie herzlich von ihren Omas empfangen und beginnt über ihre beiden Heimaten 🇨🇲&🇩🇪 , Mutterschaft, ihre Zugehörigkeit und Identität nachzudenken.
Parallel zu dieser Rahmenhandlung werden in aufeinanderfolgenden Kapitel die Leben und Perspektiven ihrer Vorfahrinnen (angefangen bei ihrer Ur-Ur-Oma bis zu ihrer Mutter, der Stammbaum am Ende des Buches hilft für den Überblick 🫱🏾🫲🏼) erzählt. Mehr und mehr wird das große Ganze deutlich: Mit wie viel Stärke, Solidarität zu anderen Frauen, Unabhängigkeit und Liebe die jeweilige Frau in ihrer eigenen Zeit und mit ihren jeweiligen Mitteln gekämpft hat. #empowerment
»»Ich will nicht, dass du zulässt, dass irgendein Mann jemals wieder etwas von dir nimmt, das du ihm nicht aus freien Stücken gibst.«« (S. 259)
Die wirkliche Magie, über die hier geschrieben wird, liegt im Zusammenhalt, der Liebe und der Solidarität unter Frauen — seit Generationen: »«In unseren eigenen Geschichten sind wir keine Opfer. Issa, du hast lesen und schreiben gelernt, aber das Denken kann dir niemand beibringen, das musst du selbst erlernen. Denn dann kannst du deine Geschichte selbst schreiben. Du musst in die Vergangenheit schauen, um die Gegenwart zu verstehen, damit du deine Zukunft gestalten kannst.»« Marijoh zu Issa (S. 260)
WAS FÜR EIN ROMAN 😮💨 Wirklich ein krasses Brett, das Autorin Mirrianne Mahn hier geschrieben hat und deren Buchbaby ich ALLEN empfehle. 🩷 HIGHLIGHT 🩵 Ich freue mich jetzt schon auf alles weitere literarische, das wir hoffentlich von Mirrianne lesen dürfen.
P.S.: Highlight-Game eskalierte hart 🥵 Es ist einfach zu gut 🔥
BTW: Wie schön kann ein Cover sein? ISSA: YESSS 💥
»ISSA« von Mirrianne Mahn ist eine Hymne an Mütter, Solidarität, Zusammenhalt und weibliche Stärke. 💙 Für mich ist dieses Debüt ein absolutes Highlight 🩵 Einigen wir uns einfach darauf, dass wir es alle lesen und diskutieren 🫱🏼🫲🏾
Dieser Roman zelebriert die gesamte Range der Gefühlslagen und kann das alles gleichzeitig: Zum Lachen bringen, zum Nachdenken anregen, sich auf neue Perspektiven einlassen, wütend machen, mitfühlen lassen, das Herz brechen und wieder zusammenflicken. 💥 Chapeau an Mirrianne für dieses krasse Debüt! 😮💨
Es ist unglaublich, was für eine Bandbreite an Themen die Autorin in ihrem wunderbaren, immer wieder bildlichen und sehr schönen Schreib- & Erzählstil in ihrem Roman quasi ganz nebenbei thematisiert, jedoch ohne, dass man das Gefühl hätte, das Thema komme im Roman zu kurz: Mutterschaft, Oma-Mutter-Tochter-Beziehung, Generationskonflikte, Rassismus, Sklaverei, Kolonialismus, Mobbing, Freundschaft, Schwangerschaft, kulturelle Diversität, Mythen & Rituale, Zugehörigkeit, Identität, Kamerun & Deutschland, Familie, Patriarchat, Klassismus, Auswanderung, afrikanische Haarfrisuren und und und.
WHAT’S IT ABOUT? Issa wird ungewollt schwanger 🤰🏾und nach Streit mit ihrer Mutter fliegt sie in ihr Heimatland Kamerun, um dort traditionelle Rituale durchzuführen und ihre Familie wiederzusehen. Dort wird sie herzlich von ihren Omas empfangen und beginnt über ihre beiden Heimaten 🇨🇲&🇩🇪 , Mutterschaft, ihre Zugehörigkeit und Identität nachzudenken.
Parallel zu dieser Rahmenhandlung werden in aufeinanderfolgenden Kapitel die Leben und Perspektiven ihrer Vorfahrinnen (angefangen bei ihrer Ur-Ur-Oma bis zu ihrer Mutter, der Stammbaum am Ende des Buches hilft für den Überblick 🫱🏾🫲🏼) erzählt. Mehr und mehr wird das große Ganze deutlich: Mit wie viel Stärke, Solidarität zu anderen Frauen, Unabhängigkeit und Liebe die jeweilige Frau in ihrer eigenen Zeit und mit ihren jeweiligen Mitteln gekämpft hat. #empowerment
»»Ich will nicht, dass du zulässt, dass irgendein Mann jemals wieder etwas von dir nimmt, das du ihm nicht aus freien Stücken gibst.«« (S. 259)
Die wirkliche Magie, über die hier geschrieben wird, liegt im Zusammenhalt, der Liebe und der Solidarität unter Frauen — seit Generationen: »«In unseren eigenen Geschichten sind wir keine Opfer. Issa, du hast lesen und schreiben gelernt, aber das Denken kann dir niemand beibringen, das musst du selbst erlernen. Denn dann kannst du deine Geschichte selbst schreiben. Du musst in die Vergangenheit schauen, um die Gegenwart zu verstehen, damit du deine Zukunft gestalten kannst.»« Marijoh zu Issa (S. 260)
WAS FÜR EIN ROMAN 😮💨 Wirklich ein krasses Brett, das Autorin Mirrianne Mahn hier geschrieben hat und deren Buchbaby ich ALLEN empfehle. 🩷 HIGHLIGHT 🩵 Ich freue mich jetzt schon auf alles weitere literarische, das wir hoffentlich von Mirrianne lesen dürfen.
P.S.: Highlight-Game eskalierte hart 🥵 Es ist einfach zu gut 🔥
BTW: Wie schön kann ein Cover sein? ISSA: YESSS 💥
October 30, 2024
"Ich kenne ihre Geschichten so gut, dass ich manchmal glaube, ich hätte sie selbst erlebt."
Issa reist auf Wunsch ihrer Mutter schwanger nach Kamerun, in das Land ihrer Ahnen, um dort traditionelle Rituale durchzuführen, die ihr und ihrem Kind Gesundheit und Glück bringen sollen.
Wow, was für ein Buch. Unterhaltsam, tiefsinnig, lehrreich, emotional. Ich habe Einiges über Land und Leute gelernt und über die Kultur in Kamerun. Ich habe viel über Alltags Rassismus gelernt, den man als Nicht Betroffene oft gar nicht bemerkt. Auf mehreren Zeitebenen erzählt die Autorin über Issa und ihre Ahnen, und über die dunklen Jahre der deutschen Kolonialgeschichte in Kamerun, ein Thema, dass mir kaum bekannt ist. Und dabei ist das Buch bei aller Deutlichkeit und aller erschreckenden Details auch wirklich unterhaltsam. Ein Buch, was mir bestimmt lange im Gedächtnis bleiben wird. Und eine absolute Leseempfehlung
Issa reist auf Wunsch ihrer Mutter schwanger nach Kamerun, in das Land ihrer Ahnen, um dort traditionelle Rituale durchzuführen, die ihr und ihrem Kind Gesundheit und Glück bringen sollen.
Wow, was für ein Buch. Unterhaltsam, tiefsinnig, lehrreich, emotional. Ich habe Einiges über Land und Leute gelernt und über die Kultur in Kamerun. Ich habe viel über Alltags Rassismus gelernt, den man als Nicht Betroffene oft gar nicht bemerkt. Auf mehreren Zeitebenen erzählt die Autorin über Issa und ihre Ahnen, und über die dunklen Jahre der deutschen Kolonialgeschichte in Kamerun, ein Thema, dass mir kaum bekannt ist. Und dabei ist das Buch bei aller Deutlichkeit und aller erschreckenden Details auch wirklich unterhaltsam. Ein Buch, was mir bestimmt lange im Gedächtnis bleiben wird. Und eine absolute Leseempfehlung
March 11, 2024
Mirrianne Mahn entführt uns in ihrem Debüt auf eine emotionale Reise durch fünf Generationen in Kamerun. Die Geschichte von Issa, einer Frau zwischen den Welten von Frankfurt und Buea, beeindruckt durch die kunstvolle Verwebung von kolonialer Ausbeutung, Selbstbestimmung und Familiengeschichte. Auf wenigen Seiten entfaltet sich eine dichte, tragische Erzählung, die mitfühlend und fesselnd das Schicksal dieser Frauen in den Fokus rückt – ein eindringliches Debüt über Liebe, Lebenswillen und die Überwindung von Traumata.
March 14, 2024
setting und handlung haben mir gut gefallen, die charaktere fand ich ein bisschen flach (was aber vor allem daran liegt, dass es ein roman ist, der über verschiedene generationen weg spielt & ich finde da passiert es oft, dass die charaktere oberflächlich bleiben).
mit dem schreibstil kam ich echt gar nicht klar. es gab so viele metaphern die irgendwie cheesy oder abgedroschen waren (der vergleich von etwas, über das nicht viel geredet wird mit "voldemort aus der welt der zauberer"... oh je).
aber grundsätzlich ein lesenswertes buch, ich hatte eine gute zeit und würde auch wieder etwas von mahn lesen :)
mit dem schreibstil kam ich echt gar nicht klar. es gab so viele metaphern die irgendwie cheesy oder abgedroschen waren (der vergleich von etwas, über das nicht viel geredet wird mit "voldemort aus der welt der zauberer"... oh je).
aber grundsätzlich ein lesenswertes buch, ich hatte eine gute zeit und würde auch wieder etwas von mahn lesen :)
August 18, 2026
Ich hatte zu Anfang Schwierigkeiten mit dem titelgebenden Hauptcharakter Issa warm zu werden, was mir dann aber im Laufe des Buches immer mehr gelang.
Mir haben danach vor allen die Teile gefallen, wo man mehr über das Land Kamerun aus Issas Sicht erfährt und auch wenn Issa auch mal aus ihrer Rolle der folgsamen Tochter und Enkelin ausbricht. Denn sowohl in Deutschland als auch in Kamerun kann oder darf sie nicht so sein, wie sie ist.
Daneben werden in eingeschobenen Kapiteln auch die Geschichten ihrer Vorfahrinnen bis hin zu ihrer Mutter erzählt. Leider haben mir diese Teile, abgesehen von den Informationen zur Kolonialgeschichte und der Geschichte der Frauen in Kamerun, leider nicht so gut gefallen. Vieles in den Geschichten der Frauen bleib oberflächlich, es werden Gefühle, Gedanken usw. die ganze Zeit auserklärt. Als Leserin muss man dafür überhaupt nichts machen und man wird dadurch eigentlich nur mit Informationen zugeschmissen. Die Schicksale an sich sind natürlich tragisch und ergreifend. Man hat auch Hochatung davor, wie diese Frauen es geschafft haben so zu leben und überleben, aber man kann dadurch nicht wirklich mit ihnen mitfühlen.
In den Kapiteln in denen man Issa folgt, dreht sich vieles in ihren Gedanken um ihre Mutter. Sie liebt und hasst sie irgendwie gleichermaßen. Der Hass ist mir absolut verständlich, nur für die Liebe hätte ich mir mehr Hinweise dafür erwünscht. Mir reicht es einfach nicht aus, wenn Issa zu der Erkenntnis kommt, dass die schlechte Behandlung seitens ihrer Mutter (wohl) ein Zeichen ihrer Liebe ist.
Ich fand die Rolle von Issas Freund auch schlecht angelegt. Ich glaube dem Buch und der Entscheidung von Issa hätte es besser getan, wenn der nicht einfach nur eine komplette "Red Flag" gewesen wäre, die jede Person schon auf 1km Entfernung erkannt hätte
Insgesamt ein aber trotzdem ein lesenswertes Buch, nur habe ich mit Heimkehren von Yaa Gyasi etwas Ähnliches schon besser gelesen.
Mir haben danach vor allen die Teile gefallen, wo man mehr über das Land Kamerun aus Issas Sicht erfährt und auch wenn Issa auch mal aus ihrer Rolle der folgsamen Tochter und Enkelin ausbricht. Denn sowohl in Deutschland als auch in Kamerun kann oder darf sie nicht so sein, wie sie ist.
Daneben werden in eingeschobenen Kapiteln auch die Geschichten ihrer Vorfahrinnen bis hin zu ihrer Mutter erzählt. Leider haben mir diese Teile, abgesehen von den Informationen zur Kolonialgeschichte und der Geschichte der Frauen in Kamerun, leider nicht so gut gefallen. Vieles in den Geschichten der Frauen bleib oberflächlich, es werden Gefühle, Gedanken usw. die ganze Zeit auserklärt. Als Leserin muss man dafür überhaupt nichts machen und man wird dadurch eigentlich nur mit Informationen zugeschmissen. Die Schicksale an sich sind natürlich tragisch und ergreifend. Man hat auch Hochatung davor, wie diese Frauen es geschafft haben so zu leben und überleben, aber man kann dadurch nicht wirklich mit ihnen mitfühlen.
In den Kapiteln in denen man Issa folgt, dreht sich vieles in ihren Gedanken um ihre Mutter. Sie liebt und hasst sie irgendwie gleichermaßen. Der Hass ist mir absolut verständlich, nur für die Liebe hätte ich mir mehr Hinweise dafür erwünscht. Mir reicht es einfach nicht aus, wenn Issa zu der Erkenntnis kommt, dass die schlechte Behandlung seitens ihrer Mutter (wohl) ein Zeichen ihrer Liebe ist.
Ich fand die Rolle von Issas Freund auch schlecht angelegt. Ich glaube dem Buch und der Entscheidung von Issa hätte es besser getan, wenn der nicht einfach nur eine komplette "Red Flag" gewesen wäre, die jede Person schon auf 1km Entfernung erkannt hätte
Insgesamt ein aber trotzdem ein lesenswertes Buch, nur habe ich mit Heimkehren von Yaa Gyasi etwas Ähnliches schon besser gelesen.
August 3, 2025
Ich war bei der Lektüre etwas zwiegespalten. Ich finde es sprachlich eher schwach und auch erzählerisch sehr holprig.
Aber die kulturellen Eindrücke und das Thema Mutterschaft gefallen mir sehr gut. Vor allem als Debüt betrachtet ein besonderes Werk mit vielen Schichten, die leider teilweise zwischen den Plattitüden verborgen liegen.
Aber die kulturellen Eindrücke und das Thema Mutterschaft gefallen mir sehr gut. Vor allem als Debüt betrachtet ein besonderes Werk mit vielen Schichten, die leider teilweise zwischen den Plattitüden verborgen liegen.
December 10, 2025
(4,5 Sterne) Issa ist ein sehr gutes und berührendes Buch, das in Teilen schwer auszuhalten ist. Es behandelt Themen wie Gewalt an Kindern, Tod und Missbrauch offen und ohne Beschönigung.
Der Einblick in die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun ist besonders interessant. Im Gegensatz zu einigen anderen Rezensionen hätte ich mir sogar noch mehr sachbuchartige Erläuterungen gewünscht, da mir Geschichte und Kultur Kameruns nicht sehr vertraut sind. Manche Figuren bleiben etwas knapp gezeichnet; bei einigen Personen erfährt man irgendwann nichts mehr. Das war schade, macht die Darstellung aber (mit Blick auf die Kriegszeit) realistischer.
Sehr gelungen fand ich den Fokus auf die Frauen der Familie über fünf Generationen hinweg. An einigen Stellen hätte ich dennoch gerne mehr erfahren – etwa über die Kindheit und Jugend von Issas Mutter.
Ich habe kurz in die Lesung der Autorin reingehört und kann sie empfehlen, vor allem wegen der Aussprache und des Klanges der Landessprachen.
Insgesamt ein eindrucksvolles Buch, das lange nachwirkt, aber nichts für schwache Nerven.
Der Einblick in die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun ist besonders interessant. Im Gegensatz zu einigen anderen Rezensionen hätte ich mir sogar noch mehr sachbuchartige Erläuterungen gewünscht, da mir Geschichte und Kultur Kameruns nicht sehr vertraut sind. Manche Figuren bleiben etwas knapp gezeichnet; bei einigen Personen erfährt man irgendwann nichts mehr. Das war schade, macht die Darstellung aber (mit Blick auf die Kriegszeit) realistischer.
Sehr gelungen fand ich den Fokus auf die Frauen der Familie über fünf Generationen hinweg. An einigen Stellen hätte ich dennoch gerne mehr erfahren – etwa über die Kindheit und Jugend von Issas Mutter.
Ich habe kurz in die Lesung der Autorin reingehört und kann sie empfehlen, vor allem wegen der Aussprache und des Klanges der Landessprachen.
Insgesamt ein eindrucksvolles Buch, das lange nachwirkt, aber nichts für schwache Nerven.
May 9, 2024
Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin ihren Figuren und auch den Leser*innen mehr emotionale Komplexität zutraut. Und beim Lesen war deutlich zu erkennen, dass sie die ganze Geschichte um eine bestimmte "Message" gebaut hat, die sie unbedingt vermitteln wollte. So hat es sich immer sehr konstruiert und nicht natürlich gelesen.
May 14, 2025
Ich begebe mich mit meiner Rezension offenbar auf dünnes Eis, denn außer mir scheint es ja wirklich fast allen Leuten gut gefallen zu haben.
Und theoretisch kann ich das sehr gut nachvollziehen: Issa geht als "own-Voices" Buch durch, und beleuchtet nicht nur eine Identität zwischen Kamerun und Deutschland, sondern stellt den interessierten Leser:innen auch eine Familiengeschichte starker Frauen vor, die durch drei koloniale Regime hindurch ihren Weg suchen und finden. Alles wichtig, alles gut - nur leider findet Mirrianne Mahn keine Sprache, um all das literarisch zu erzählen. Die Prosa bleibt ungelenk, fast schon naiv; die Sprache dient nur als Vehikel, um die Geschichte zu transportieren.
Und die Geschichte selbst ist offensichtlich da, um zu erklären, um ein deutschen Publikum zu erreichen und ihnen eine andere Kultur, ein anderes Leben vorzustellen. Behutsam wird auf das Wort Rassismus verzichtet, dafür aber wirklich viel ausbuchstabiert.
Für mich hat das leider nicht funktioniert - aber ich freue mich, dass so viele andere Freude daran haben. Soweit ich weiß, wird das Buch jetzt auch ins Französische übersetzt, und findet offenbar sein Publikum.
Und theoretisch kann ich das sehr gut nachvollziehen: Issa geht als "own-Voices" Buch durch, und beleuchtet nicht nur eine Identität zwischen Kamerun und Deutschland, sondern stellt den interessierten Leser:innen auch eine Familiengeschichte starker Frauen vor, die durch drei koloniale Regime hindurch ihren Weg suchen und finden. Alles wichtig, alles gut - nur leider findet Mirrianne Mahn keine Sprache, um all das literarisch zu erzählen. Die Prosa bleibt ungelenk, fast schon naiv; die Sprache dient nur als Vehikel, um die Geschichte zu transportieren.
Und die Geschichte selbst ist offensichtlich da, um zu erklären, um ein deutschen Publikum zu erreichen und ihnen eine andere Kultur, ein anderes Leben vorzustellen. Behutsam wird auf das Wort Rassismus verzichtet, dafür aber wirklich viel ausbuchstabiert.
Für mich hat das leider nicht funktioniert - aber ich freue mich, dass so viele andere Freude daran haben. Soweit ich weiß, wird das Buch jetzt auch ins Französische übersetzt, und findet offenbar sein Publikum.
March 26, 2025
This is such a profound, deep, and raw insight into a family of 5 women and their hardships, their losses, their wins.
Beautiful and heart-warming!
Beautiful and heart-warming!
April 19, 2026
Ein tolles, emotionales und lehrreiches Buch über eine Protagonistin, die sich in Deutschland zu schwarz und in Kamerun zu weiß fühlt und über generationale Traumata von Frauen einer Familie.
Mirriane Mahn schafft es die Familiengeschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, ohne Wirr zu sein und lässt die lesende Person die Verknüpfungen zwischen den Familienmitgliedern gut erkennen, ohne sie auf dem Präsentierteller zu servieren. Eine mir fremde Kultur wird plötzlich durch die Erzählung so greifbar, so nah. Definitiv eine Leseempfehlung!
Mirriane Mahn schafft es die Familiengeschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, ohne Wirr zu sein und lässt die lesende Person die Verknüpfungen zwischen den Familienmitgliedern gut erkennen, ohne sie auf dem Präsentierteller zu servieren. Eine mir fremde Kultur wird plötzlich durch die Erzählung so greifbar, so nah. Definitiv eine Leseempfehlung!
March 18, 2024
Issa ist schwanger. Auf das Drängen ihrer Mutter fliegt sie nach Kamerun, um dort mit ihrer Familie die üblichen Rituale durchzuführen, um ihre Ahnen zu beschwichtigen. Ihr Cousin nennt sie liebevoll „Kokosnuss“ - außen schwarz, innen weiß. Doch genau diesen inneren Konflikt versucht Issa schon seit sie denken kann, zu lösen. Die Geschichte handelt jedoch nicht nur von Issa und ihrer Mutter, sondern von allen Großmüttern und denen, die davor kamen, bis hin zu Marijoh, Issas Urgroßmutter und wiederum ihrer Mutter. Zurück in der Kolonialzeit lernen wir nicht nur Marijohs Geschichte kennen, sondern schauen auch auf eine Geschichte voll von Unrecht, weißer Vorherrschaft und dem Widerstand, Sklaverei und (sexueller) Gewalt gegen Frauen. ‚Issa‘ ist aber auch eine Geschichte von Mut, Liebe und der Stärke und Selbstbehauptung von unglaublichen Frauen.
»Denkst du etwa, du bist die Erste, die leidet in dieser Welt? Denkst du, dass du den Schmerz erfunden hast? Es gab schon Trauer und Schmerz, lange bevor du auf die Welt gekommen bist, und es wird noch lange Trauer und Schmerz auf dieser Erde geben, nachdem deine Knochen Staub sind.« (S. 185)
Ich bin gefesselt von dieser Geschichte, die nicht unglaublich, nur unglaublich gut geschrieben ist. Über die Geschehnisse in den damaligen von Deutschland und anderen Großmächten besetzten Gebieten auf dem afrikanischen Kontinet gibt es zwar einige Wissenschaftliche Texte, doch wenig Literatur, die sich damit auseinandersetzt. Mirrianne Mahn schreibt hier also nicht nur über ihre eigene, sondern auch über die Identität vieler Menschen und öffnet hier meiner Meinung nach einen weiteren Aufruf nach Aufarbeitung von Kolonialismus. Sie trägt auf jeden Fall schon einmal für mich dazu bei, mich wieder mehr mit Post-Kolonialien Studien in und außerhalb meines Studiums zu befassen. ‚Issa‘ hat mich mehr als nur berührt, ich habe alle Figuren so lieb gewonnen, dass ich mir sicher bin, dass ich das Buch bald noch ein zweites Mal lesen werde.
Absolutes Jahreshighlight jetzt schon!
»Denkst du etwa, du bist die Erste, die leidet in dieser Welt? Denkst du, dass du den Schmerz erfunden hast? Es gab schon Trauer und Schmerz, lange bevor du auf die Welt gekommen bist, und es wird noch lange Trauer und Schmerz auf dieser Erde geben, nachdem deine Knochen Staub sind.« (S. 185)
Ich bin gefesselt von dieser Geschichte, die nicht unglaublich, nur unglaublich gut geschrieben ist. Über die Geschehnisse in den damaligen von Deutschland und anderen Großmächten besetzten Gebieten auf dem afrikanischen Kontinet gibt es zwar einige Wissenschaftliche Texte, doch wenig Literatur, die sich damit auseinandersetzt. Mirrianne Mahn schreibt hier also nicht nur über ihre eigene, sondern auch über die Identität vieler Menschen und öffnet hier meiner Meinung nach einen weiteren Aufruf nach Aufarbeitung von Kolonialismus. Sie trägt auf jeden Fall schon einmal für mich dazu bei, mich wieder mehr mit Post-Kolonialien Studien in und außerhalb meines Studiums zu befassen. ‚Issa‘ hat mich mehr als nur berührt, ich habe alle Figuren so lieb gewonnen, dass ich mir sicher bin, dass ich das Buch bald noch ein zweites Mal lesen werde.
Absolutes Jahreshighlight jetzt schon!
July 7, 2025
Wow! 8 h Hörbuch haben sich nach 8 h klugen Frauen anhören angefühlt. Sympathische Protagonistin, spannende Familiengeschichten, auch wenn mir die Rückblenden erst in der Rückschau so richtig gefallen haben. Trotz der vielen schweren Themen habe ich auch das ein oder andere Mal gelacht.
Ein paar der Kommentare deuteten ja an, dass es zu versachbucht wurde - ich würde sagen, es gleicht sich gut aus, dafür sind andere Szenen schön und emotional, besonders auch ein paar der Rituale.
Perfektes Sommerhörbuch!
Ein paar der Kommentare deuteten ja an, dass es zu versachbucht wurde - ich würde sagen, es gleicht sich gut aus, dafür sind andere Szenen schön und emotional, besonders auch ein paar der Rituale.
Perfektes Sommerhörbuch!
September 20, 2026
4.5/5 ⭐️
Ich fand die Art des Erzählens und wie die Kapitel aufgeteilt sind ganz toll. Habe gut reingefunden, es wurde nie langweilig. Nur beim vorletzten/letzten Kapitel hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Eine schöne Weise, die verschiedenen Leben der Frauen zu erzählen.
Ich fand die Art des Erzählens und wie die Kapitel aufgeteilt sind ganz toll. Habe gut reingefunden, es wurde nie langweilig. Nur beim vorletzten/letzten Kapitel hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Eine schöne Weise, die verschiedenen Leben der Frauen zu erzählen.
February 20, 2026
ich hab tränen in den augen, das ende und eigentlich die gesamte geschichte geht unter die haut.lässt tief blicken wo ich bisher noch nicht so viel einblick hatte. eine erzählung von und über frauen die ihren weg finden und viele hürden überwinden müssen und dabei wachsen. regt mich zum denken an, hat mich zum lachen gebracht und hat mich begeistert! danke dafür!
April 8, 2024
Wir lernen die titelgebende Issa auf einem Flug nach Kamerun kennen. Sie lebt in Deutschland, aber da sie nun schwanger ist, hat ihre Mutter sie in ihre Heimat geschickt, um sich einer Reihe von Ritualen für eine sichere Geburt zu unterziehen. Dort angekommen wird sie von ihrer sehr großen Familie, allen voran ihrer Urgroßmutter Marijoh, begrüßt und begleitet. Sie hadert mit ihrer Zugehörigkeit und Identität, zu deutsch für Kamerun, zu afrikanisch für Deutschland.
In wechselnden Kapiteln lernen wie die Frauen kennen, die vor ihr kamen. Von ihrer Ur-Ur-Großmutter von über 100 Jahren im von der deutschen Kolonialmacht besetzen Kamerun, bis hin zu ihrer Mutter, die sich, als Issa ein Kind ist, in einen Deutschen verliebt und das Land verlässt. Die fünf Generationen von Frauen, die wir so begleiten, müssen sich zurechtfinden und behaupten in einer männergemachten Welt. Sie werden ausgebeutet und geschlagen vom Kolonialismus, Patriarchat, ihren Vätern und Ehemännern. Was sich dabei wie ein roter Faden durch das letzte Jahrhundert zieht, sind die Beziehungen zwischen den Frauen, die zwischen Müttern und ihren Töchtern, Töchtern und ihren Müttern, Freundinnen, Müttern untereinander. Männer und Väter stehen im Hintergrund, manchmal sind sie Tyrannen, mal eine liebevolle Vaterfigur, manchmal finden wir nicht einmal ihren Namen heraus. So spannungsgeladen sie sein mag, immer ist die Mutter-Tochter Bindung die prägende für beide.
Insgesamt ein sehr kraftvolles und bewegendes Debüt, das gleichzeitig sehr lehrreich ist. Uneingeschränkte Empfehlung!
In wechselnden Kapiteln lernen wie die Frauen kennen, die vor ihr kamen. Von ihrer Ur-Ur-Großmutter von über 100 Jahren im von der deutschen Kolonialmacht besetzen Kamerun, bis hin zu ihrer Mutter, die sich, als Issa ein Kind ist, in einen Deutschen verliebt und das Land verlässt. Die fünf Generationen von Frauen, die wir so begleiten, müssen sich zurechtfinden und behaupten in einer männergemachten Welt. Sie werden ausgebeutet und geschlagen vom Kolonialismus, Patriarchat, ihren Vätern und Ehemännern. Was sich dabei wie ein roter Faden durch das letzte Jahrhundert zieht, sind die Beziehungen zwischen den Frauen, die zwischen Müttern und ihren Töchtern, Töchtern und ihren Müttern, Freundinnen, Müttern untereinander. Männer und Väter stehen im Hintergrund, manchmal sind sie Tyrannen, mal eine liebevolle Vaterfigur, manchmal finden wir nicht einmal ihren Namen heraus. So spannungsgeladen sie sein mag, immer ist die Mutter-Tochter Bindung die prägende für beide.
Insgesamt ein sehr kraftvolles und bewegendes Debüt, das gleichzeitig sehr lehrreich ist. Uneingeschränkte Empfehlung!
April 30, 2024
Mirrianne Mahns Debüt "Issa" ist ein feministischer, antirassistischer und äußerst kraftvoll erzählter Roman, in dem unterschiedliche Generationen von Frauen einer Schwarzen Familie im Mittelpunkt stehen. Über die verschiedenen Lebensgeschichten greift die Autorin viele aktuelle gesellschaftsrelevante Themen auf, zeigt, wie weit die Wurzeln heutigen diskriminierenden Gedankenguts zurückreichen und flechtet diese Themen kunstvoll in eine bewegende, nachdenklich machende Geschichte ein. Dabei schreibt Mirrianne Mahn mit großer Poesie und Ausdruckskraft und schafft es mühelos, die verschiedenen Lebenswelten der Protagonistinnen greifbar zu machen.
Die Handlung spannt sich über mehr als 100 Jahre. 1903 lernen wir beispielsweise Enanga kennen, die im von Deutschland gewaltvoll kolonialisierten Kamerun lebt. Enanga versucht ihre Tochter Marijoh, die aus einer Vergewaltigung durch einen Deutschen entsteht, zu schützen und tut alles, damit sie gut aufwächst. Aber den patriarchalen Strukturen entkommt auch die junge Marijoh nicht. Marijohs Urenkelin Issa wächst wiederrum unter ganz anderen Umständen in Deutschland auf. Als Issa schwanger wird, reist sie zu ihrer Familie nach Kamerun. Dort spürt sie ebenso wie in Deustchland, dass sie nicht richtig dazugehört.
Die Erlebnisse und Probleme der Frauen unterscheiden sich voneinander, auch abhängig von den Zeiten und Ländern, in denen sie leben. Gleichzeitig vereint sie die Suche und der Kampf um einen Platz im Leben. Dieser Roman ist so empathisch und kraftvoll erzählt, dass er eine absolute Bereicherung ist!
Die Handlung spannt sich über mehr als 100 Jahre. 1903 lernen wir beispielsweise Enanga kennen, die im von Deutschland gewaltvoll kolonialisierten Kamerun lebt. Enanga versucht ihre Tochter Marijoh, die aus einer Vergewaltigung durch einen Deutschen entsteht, zu schützen und tut alles, damit sie gut aufwächst. Aber den patriarchalen Strukturen entkommt auch die junge Marijoh nicht. Marijohs Urenkelin Issa wächst wiederrum unter ganz anderen Umständen in Deutschland auf. Als Issa schwanger wird, reist sie zu ihrer Familie nach Kamerun. Dort spürt sie ebenso wie in Deustchland, dass sie nicht richtig dazugehört.
Die Erlebnisse und Probleme der Frauen unterscheiden sich voneinander, auch abhängig von den Zeiten und Ländern, in denen sie leben. Gleichzeitig vereint sie die Suche und der Kampf um einen Platz im Leben. Dieser Roman ist so empathisch und kraftvoll erzählt, dass er eine absolute Bereicherung ist!
December 7, 2025
In diesem Buch steckte so viel Schmerz, der über Generationen weitergetragen wurde - Leid, das durch koloniale Ausbeutung und durch patriarchale Strukturen die Protagonistinnen in Abhängigkeiten zwang, von ihren Ehemännern, dazu zwang, sich anzupassen - und gleichzeitig ist da so viel Kraft und Mut in diesen Frauen, die das Beste für ihre Töchter, Enkel- und Urenkeltöchter wollten und gemeinsam dafür kämpften. Bin sehr gerührt von der Stärke, Liebe und Fürsorge von diesen Frauen und sehr wütend auf Deutschland, das Kamerun kolonialisierte, Menschen ausbeutete und Konflikte mit anderen europäischen Ländern dort austrug, was bis heute an der Stabilität des Landes rüttelt und Menschen das Leben kostet
January 4, 2026
"Während meine Mutter weiter weint, wird mir bewusst, dass sie eine Tochter ist, eine Enkeltochter. Meine unzerstörbare Mutter ist ein Mensch mit einer eigenen Geschichte. [...] Ich sehe ein kleines Mädchen, das um Verzeihung bittet und Sachen in ein Loch schreit, von denen es sich wünscht, sie früher gesagt zu haben."
Issa fliegt von Frankfurt nach Douala, um ihre Familie in Kamerun zu besuchen. Dort soll sie bestimmte Rituale durchführen, denn sie ist schwanger und das Baby soll gesund und glücklich werden. Anfangs widerwillig und skeptisch, wissend, dass sie nicht so recht dazugehört, kommt Issa in Kamerun nach und nach nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Ahnen näher.
Ich hatte zu Beginn ganz klitzekleine Zweifel, ob mich das Buch wirklich abholt, aber nachdem Issa das Flugzeug verlassen hatte, hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Kapitel für Kapitel wird abwechselnd aus Issas Perspektive in der Gegenwart sowie aus der Perspektive ihrer Vorfahrinnen ab 1903 (Ururgroßmutter, Urgroßmutter, Großmutter, Mutter) erzählt.
Besonders die Kapitel über Issas Vorfahr*innen fand ich interessant und mitreißend. Anhand der Schicksale der Frauen und ihrer Familien lernt man einerseits etwas über die Geschichte Kameruns, die in dieser Zeit durch Kolonialherrschaft und Kriege geprägt wurde, als auch über die gesellschaftlichen Zustände, beispielsweise die Rollen und Rechte von Frauen. Ich fand die Verflechtung von geschichtlichen Ereignissen und persönlichen Schicksalen sehr gelungen und definitiv nicht zu sachlich oder zu langweilig, eher im Gegenteil: Hier wurden meiner Meinung nach Fakten, die man zum Verständnis braucht, sehr elegant in die Geschichte eingewebt.
Das Buch ist ein bisschen fordernd in dem Sinne, dass es in den rückblickenden Kapiteln viele Charaktere gibt und man leicht mit den Namen durcheinanderkommen kann. Daher würde ich empfehlen, es möglichst ohne lange Unterbrechungen zu lesen, damit man noch frisch im Gedächtnis hat, wer wer ist. Hinten im Buch gibt es auch einen kleinen Stammbaum, den ich allerdings erst entdeckt habe, als ich die letzte Seite gelesen hatte.
Ich als weiße deutsche Frau habe viel aus diesem Buch mitgenommen, es hat mich nachdenklich gemacht und gleichzeitig fasziniert. Bücher über Familiengeschichten finde ich i.d.R. wahnsinnig spannend und lehrreich, und genau das war bei diesem Buch auch der Fall.
Das Ende hat mich berührt, sodass auch ein paar Tränen gekullert sind. Insgesamt war "Issa" ein toller und interessanter Roman über die immerzu relevanten Themen Familie, Identität, Frau- und Muttersein, bei dem man auch etwas über die Geschichte Kameruns erfährt. Definitive Empfehlung.
4,25 ⭐
Issa fliegt von Frankfurt nach Douala, um ihre Familie in Kamerun zu besuchen. Dort soll sie bestimmte Rituale durchführen, denn sie ist schwanger und das Baby soll gesund und glücklich werden. Anfangs widerwillig und skeptisch, wissend, dass sie nicht so recht dazugehört, kommt Issa in Kamerun nach und nach nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Ahnen näher.
Ich hatte zu Beginn ganz klitzekleine Zweifel, ob mich das Buch wirklich abholt, aber nachdem Issa das Flugzeug verlassen hatte, hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Kapitel für Kapitel wird abwechselnd aus Issas Perspektive in der Gegenwart sowie aus der Perspektive ihrer Vorfahrinnen ab 1903 (Ururgroßmutter, Urgroßmutter, Großmutter, Mutter) erzählt.
Besonders die Kapitel über Issas Vorfahr*innen fand ich interessant und mitreißend. Anhand der Schicksale der Frauen und ihrer Familien lernt man einerseits etwas über die Geschichte Kameruns, die in dieser Zeit durch Kolonialherrschaft und Kriege geprägt wurde, als auch über die gesellschaftlichen Zustände, beispielsweise die Rollen und Rechte von Frauen. Ich fand die Verflechtung von geschichtlichen Ereignissen und persönlichen Schicksalen sehr gelungen und definitiv nicht zu sachlich oder zu langweilig, eher im Gegenteil: Hier wurden meiner Meinung nach Fakten, die man zum Verständnis braucht, sehr elegant in die Geschichte eingewebt.
Das Buch ist ein bisschen fordernd in dem Sinne, dass es in den rückblickenden Kapiteln viele Charaktere gibt und man leicht mit den Namen durcheinanderkommen kann. Daher würde ich empfehlen, es möglichst ohne lange Unterbrechungen zu lesen, damit man noch frisch im Gedächtnis hat, wer wer ist. Hinten im Buch gibt es auch einen kleinen Stammbaum, den ich allerdings erst entdeckt habe, als ich die letzte Seite gelesen hatte.
Ich als weiße deutsche Frau habe viel aus diesem Buch mitgenommen, es hat mich nachdenklich gemacht und gleichzeitig fasziniert. Bücher über Familiengeschichten finde ich i.d.R. wahnsinnig spannend und lehrreich, und genau das war bei diesem Buch auch der Fall.
Das Ende hat mich berührt, sodass auch ein paar Tränen gekullert sind. Insgesamt war "Issa" ein toller und interessanter Roman über die immerzu relevanten Themen Familie, Identität, Frau- und Muttersein, bei dem man auch etwas über die Geschichte Kameruns erfährt. Definitive Empfehlung.
4,25 ⭐
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