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Nostalgia

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1968: Teo, eine junge Laotin, kommt am Berliner Ostbahnhof an. Es ist die Liebe, die sie in die DDR führt, weit weg von ihrer Familie. Doch ihr neues Leben in Potsdam, scheinbar ein sozialistisches Idyll, ist schwer, und auch perfektes Deutsch kommt gegen die Fremdheit, die man sie als Asiatin jeden Tag spüren lässt, nicht an. Weihnachten 1982: André, Teos Sohn, ist zwölf und wünscht sich nur eines: den Schikanen seiner Lehrerin entgehen und möglichst nicht auffallen, was nicht so einfach ist als halblaotischer DDR-Bürger mit einem behinderten jüngeren Bruder. Trotzdem ist eigentlich alles ganz schön, solange seine Mutter nicht wieder krank wird, solange sein Bruder nicht ausrastet, solange die Mutter und die Großmutter sich vertragen. Doch dann erschüttern mehrere Schicksalsschläge die Familie.
«Nostalgia», André Kubiczeks vielleicht persönlichstes Buch, handelt von seiner Beziehung zur Mutter, die versuchte, in der Fremde eine Heimat zu finden. Dabei entsteht ein etwas anderes Bild vom Leben in der DDR – aus der Perspektive einer binationalen Familie, die im Alltag anzukommen versucht. Ein Roman, der einfühlsam und voller Wärme von Vertrautheit, Fremdsein und Liebe über Kulturen und Vorurteile hinweg erzählt.

389 pages, Kindle Edition

Published May 14, 2024

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André Kubiczek

12 books8 followers

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1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for Anna Carina.
683 reviews346 followers
abgebrochen
September 11, 2024
Sach mal, willst du mich verarschen!?
Abbruch bei 8%.
Selten so eine dümmlich naive Scheiße gelesen.
Ein angeblich 13 jähriger erzählt hier:

Oma aus Laos ist dick und kann schlecht gehen, denn sie hat insgesamt zwölf Kinder ans Licht der Welt gebracht. Außerdem hat sie bei derselben Aktion, bei der Opa aus Laos umgekommen ist, eine MPi-Salve abgekriegt. MPi ist die Abkürzung für Maschinenpistole, Maschinengewehr heißt abgekürzt MG. Mit einer MPi wird Pistolenmunition verschossen, bei einem MG sind es Gewehrpatronen.

On Top noch irgendwelche Wortassoziationsketten.
Hackordnung und Hühner und Holzfäller und …..

Boa, ich bin schon lange nicht mehr so geladen gewesen.
Profile Image for Literatursprechstunde .
196 reviews91 followers
February 18, 2025
André Kubiczek fügt mit seinem Roman „Nostalgia“ der DDR-Geschichte einen neuen Aspekt hinzu: Eine laotische Perspektive. Denn seine Mutter war Laotin (sein Vater Deutscher). Damit vereint er in diesem Werk zwei Kulturen, sowohl als Schriftsteller, als auch biografisch, als 1969 geborener Sohn. Er erzählt die Geschichte seiner Eltern, ihrer Beziehung und von seinem Verhältnis zu seiner Mutter.

Wir erleben die Geschichte aus Perspektive des jugendlichen Andrés, doch seine Mutter bildet den Kern des autobiografischen Romans, um sie herum hat er ihn gebaut. Sowohl ihre Krankheit wird thematisiert, aber er bietet auch einen Blick in ihre Seele anhand einer psychologischen Introspektion. Die Ehe seiner Eltern wirkt verdächtig, sowohl auf die DDR-Regierung, als auch auf die Laotische Familie, was zu einigen Unwägbarkeiten führt. Doch warum?! Seine Mutter entstammt einer laotischen Oberschichtsfamilie, sein Vater hingegen ist ein einfacher Arbeiter aus der DDR - diese Tatsache ist der casus knacksus des Verdachts. Kann eine Beziehung oder gar Ehe mit dieser Basis echt sein?! Sicher ist, es läuft nicht reibungslos, sondern lässt den Weg der beiden steinig werden. Kubiczek ist kein Einzelkind und so lernen wir auch seinen behinderten Bruder kennen mitsamt seiner Leidensgeschichte und dem DDR-Alltagsrassismus.

Für wen ist denn „Nostalgia“ die passende Lektüre?
Ich würde es allen Leser*innen empfehlen, die eintauchen wollen in die DDR-Geschichte und sich auch für autobiografische Aspekte des Autors und seiner Familiengeschichte interessieren. Neu war für mich - und besonders gefallen - hat mir vor allem die laotische Perspektive, die durch seine Mutter entsteht
und die Thematisierung des DDR-Alltagsrassismus.
Ein gelungener Roman, aber mit einigen Längen, daher der Sterneabzug. Ich bin mit „Nostalgia“ gerne eingestiegen in André Kubiczeks Literatur - er hat schon einige weitere Bücher zu dem Thema veröffentlicht und war mit „Nostalgia“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, ob berechtigt oder nicht, stelle ich hier gerne mal zur Diskussion. Solltet Ihr schon ein Buch von ihm gelesen haben, dass Ihr mir mehr ans Herz legen könnt, lasst es mich gerne wissen!
Profile Image for Lena.
19 reviews1 follower
September 7, 2024
Was für ein tolles Buch! André Kubiczek schreibt ungeschönt und gleichzeitig liebevoll über seine Kindheit und Jugend in der DDR und erzählt aus seiner eigenen Perspektive und der seiner laotischen Mutter. Ich habe den Roman sehr gern gelesen - für mich ein würdiger Anwärter auf den Buchpreis!
Profile Image for Agnieszka Hofmann.
Author 24 books57 followers
September 3, 2024
Tak, jest w tej powieści dużo nostalgii. To wspomnieniowy tekst, z wyraźnymi elementami autofikcyjnymi, stąd trudno go oceniać. Czy to dobra literatura? Jeśli jako kryterium przyjmiemy to, czy zaangażowała mnie emocjonalnie, to owszem, nawet bardzo. Bo to opowieść o kobiecie, która zostawiła za sobą swój kraj, rodzinę, także język i wszystko, co znała, by pójść za miłością na obczyznę (trochę jak ja). To także historia dorastania chłopca, który urodził się w NRD rok wcześniej niż ja, odbył podobną socjalizację, siłą rzeczy więc, czytając, dokonywałam porównań, powracałam do własnego dzieciństwa, zalewana kolejnymi falami nostalgii. Jedno wspomnienie budziło kolejne, i to następne, i tak lektura tej książki okazała się dla mnie podróżą do przeszłości. Jednocześnie szukałam w niej genezy tego, co teraz dzieje się we wschodnich Niemczech, jakichś różnic w mentalności, jakichś przyczyn tego, co nieuchwytne, a jednak widoczne gołym okiem. Uderza to, że w NRD ludzie byli jakoś bardziej partyjni, i to nie z pobudek konformistycznych, lecz dlatego, że byli przesiąknięci ideą socjalizmu na wskroś. Agitatorzy w podstawówce? U nas były trójki klasowe, u nich piątki - bo oprócz przewodniczącego, zastępcy i skarbnika był jeszcze protokolant i agitator. Gdy porównuję nasz grudzień 1981 i ten sam grudzień opisany w "Nostalgii", widzę nasze puste półki, kolejki, braki w zaopatrzeniu. Rodzina autora żyła w dostatku, nie brakowało im niczego, może z wyjątkiem zachodnich towarów. U nas była Solidarność, był ten mniej lub bardziej jawny opór wobec władzy, nawet my, dzieciaki, wiedzieliśmy, że "Dziennik" kłamie. Tam wszystko brało się za dobrą monetę... I ta afera o reklamówkę zachodniego domu towarowego!...
Poruszyła mnie historia matki, bez dwóch zdań. Jednocześnie trochę brakowało mi jej perspektywy, która pojawia się dopiero w drugiej połowie książki, kiedy dokonuje się chronologiczny fikołek i zaczynamy cofać się w czasie. Rozczarowujący jest język, jednakowy dla obu narracji - chłopięcej i matczynej, często do bólu prosty, infantylny. I obsesyjna drobiazgowość w opisie codzienności - czasami zasadna, tu jednak miejscami irytująca.
Jest to niecodzienna rzecz, angażująca emocjonalnie, z pewnymi niedostatkami, które pewnie zaważą o tym, że nie znajdzie się w finale Deutscher Buchpreis 2024.
Profile Image for Dunja Brala.
595 reviews41 followers
September 30, 2024
André Kubiczek kannte ich bisher nicht, dabei hat er schon viele Bücher geschrieben, die sich im Allgemeinen autofiktional mit dem Übergang zum erwachsen werden in der ehemaligen DDR auseinandersetzt. Laut Wikipedia gehört er zu den „Kinder(n) der letzten echten DDR-Generation“, die sich in ihren autobiographisch geprägten Werken von der „uneigentlichen Sprache“ einer „indoktrinierten Öffentlichkeit“ befreiten.“
Das merkt man auch in seinem neuesten Werk.

Wir begegnen dem Jungen André, im Buch allgemein als “er“ bezeichnet, in den Jahren 75-87, wobei dieser Zeitstrahl nicht linear erzählt wird. Der sensible, eher schweigsame Junge, wächst als Sohn akademischer Eltern in Potsdam auf. Seine Mutter ist Laotin und aus Liebe hat sie ihr privilegiertes Leben in einem offeneren Start als der DDR aufgegeben. Ihr blieb kein anderer Weg als die Einbürgerung und den Bruch mit ihrer Familie. Doch schon bevor sie Andrés Vater, einen Reserveoffizier, heiratet kommen ihr erste Zweifel, ob diese Entscheidung richtig für sie ist. Sie bekommt zwei Söhne, der zweite verunglückt in jungen Jahren was Auswirkungen auf seine geistige Entwicklung genommen hat.

André sieht sich in einer verantwortungsvollen Position, er kümmert sich um den jüngeren Bruder und später auch um Teo, die schwer erkrankt. Dabei bleibt er zum Teil das neugierige Kind, der aufmüpfige pubertierende Jugendliche, der anerkannt werden möchte und die schwierige Familienkonstellation möglichst im verborgenen halten will. Er versucht das außen und innen stark zu trennen. Zu den asiatischen Wurzeln seiner Mutter hat er nur wenig Zugang, aber sein Aussehen macht sie ihm bei jedem Blick in den Spiegel allgegenwärtig. Je älter er wird, desto mehr freute er sich auf den Tag, an dem er aus dieser Familie ausbrechen kann, und ich kann ihn sogar sehr gut verstehen. Wir begleiten André bis ins Alter von ungefähr 18 und ich lese mit großer Anteilnahme seine Gedanken zu sich und seiner Familie.

Die Bürde, die er trägt wird ihm nicht offensichtlich von den Eltern auferlegt, aber unterschwellig weiß man, dass die Übernahme von Last eingefordert wird. Seine Mutter verschenkt, ohne ihn zu fragen, seine Sachen (Spielzeuge, Kleidung und anderes) an helfende Hände aus Dankbarkeit. Auch existenzielle Dinge wie zum Beispiel einen Wohnungstausch zieht sie noch kurz vor ihrem Tod ohne Mann und Kinder zu fragen, durch, obwohl sie weiß, dass sie alleine gar nicht in der Lage dazu ist. Aber ihre Männer schweigen und tun, was sie möchte. Wohl eine einzige, letzte Möglichkeit, Kontrolle und Macht in ihren Händen zu lassen. Ein besonderes Band zwischen Mutter und Sohn ist die Musik, die vorzugsweise auf Kassetten aufgenommen wird und das Familienleben mit Melodien versieht.

Im letzten Drittel des Buches reisen wir zunehmend rückwärts in die Zeit, in der Teo und Werner sich kennen gelernt haben. Der Teil konnte mich erzählerisch nicht ganz so mitnehmen wie auf den ersten 250 Seiten, so vieles war eigentlich schon klar und wiederholte sich hier. Es war trotzdem interessant, in die Gedanken der Mutter einzutauchen, die der Autor ihr in den Mund beziehungsweise in den Kopf gelegt hat.

Sehr atmosphärisch finde ich die Darstellung des Alltagslebens in der ehemaligen DDR. Ich glaube bisher hat es noch kein Buch geschafft, mir das so prosaisch und selbstverständlich wiederzugeben. Deswegen wage ich mal die Empfehlung auch die anderen Werke Kubiczeks zu lesen, wenn man in dieses Stück Geschichte reisen möchte. Ich möchte das nach und nach nach gerne tun.

Der Vater und der jüngere Bruder werden nur schemenhaft gezeichnet, man kann sie sich aber trotzdem sehr gut vorstellen. Sein jüngeres Ich hingegen hat der Autor sehr sensibel dargestellt, und bei mir großes Mitgefühl für seine schwierige Kindheit geweckt. Da er im gleichen Jahr geboren ist wie ich, konnte ich mir vieles, trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen unserer Teenie Zeit, sehr gut vorstellen. Und ich glaube, er wäre voll mein Typ gewesen 😉. Auch die Mutter kam mir beim Lesen sehr nah, und wenn ich auch nicht alles richtig finde, was sie gemacht hat, so habe ich doch Verständnis für Ihre Entwicklung. Wenn man sein Leben in weiten Teilen mit großen Schmerzen und in Immobilität verbringen muss, in einem Land, in dem man nicht wirklich zu Hause ist, in dem man eingesperrt ist, in dem man den Geschmack der Heimat und die Menschen, mit denen man aufgewachsen ist vermisst, dann hat man auch das Recht merkwürdig zu werden. Dass die Konsequenz ist, dass eine schwere über der Kindheit ihrer Söhne liegt, darüber hätte sie sich klar sein müssen, aber ich glaube Fatalismus war diesbezüglich ihre Devise.

Eine wunderbar leichte Schreibweise hat mich durch das ganze Buch getragen und es zu einem wahren Page Turner gemacht.
Große Leseempfehlung!
Profile Image for Estrelas.
934 reviews
December 28, 2024
„Weil Mama nicht aussieht wie original von hier, sieht er leider auch nicht so aus. Das nennt sich Vererbung.“

Kubiczek erzählt in Romanform von seiner Kindheit in der DDR und seiner laotischen Mutter. Ein berührendes Buch!
Profile Image for Anna.
605 reviews40 followers
November 12, 2024
Nostalgia ist das Buch von der Longlist des deutschen Buchpreises, das ich auf der Shortlist vermisst habe. (Zumindest von denen, die ich gelesen habe...)

In André Kubiczeks autofiktionaler Geschichte über eine migrantische Jugend in der DDR gibt es so viele Handlungsstränge, dass das Narrativ leicht überfrachtet wirken könnten: Nicht nur ist die Mutter des Protagonisten André Laotin, sondern sie wird auch noch schwer krank. Zudem gibt es einen jüngeren Bruder, Aleng, der nach einem Unfall eine schwere Behinderung hat. Hinzu kommen noch normale Familienkonflikte sowie Handlungsstränge in der Schule - so ist André zu Beginn zwar gegen seinen Willen in das Amt des Agitators gewählt geworden, macht den Job aber so eigenwillig, dass seine Klassenlehrerin ein Gespräch mit ihm wünscht.

All das kommt aber ganz organisch zusammen. Kubiczek schafft es, dem kindlichen André eine erstaunlich un-nervige Stimme zu geben, durch die das Leben, das er führt, eine überzeugende Natürlichkeit bekommt. Auch, als die Geschichte einige Jahre in die Zukunft springt, glaubt man dem Autoren, dass man dieselbe Person als Jugendlichen liest. Besonders überzeugt hat mich, dass nach der ersten Hälfte des Buches die Perspektive zu der Mutter wechselt. Deren Sicht auf das, was geschehen ist, wird dann zurückgehend erzählt, wodurch alles komplexer und realer wird.

Mich hat das Buch berührt, und die Lektüre hat Spaß gemacht. Nostalgia ist auch eine Ergänzung zu der bestehenden deutschen Literatur, die den post-migrantischen Turn bisher vor allem in Bezug auf die BRD vollzogen hat - und ich bin sehr froh, dass es durch den Buchpreis auf meinem Radar gelandet ist.

Profile Image for Jin.
843 reviews146 followers
September 22, 2024
Vielleicht hatte ich einfach eine zu hohe Erwartungshaltung? Jedenfalls konnte mich "Nostalgia" nicht überzeugen, wie ich es mir gewünscht hätte. Der erste Teil ist eine Coming-of-Age-Story eines Jungen, der in der DDR aufwächst. Bis hierhin vielleicht keine Besonderheit, aber es kommt hinzu, dass er eine Laotin als Mutter und einen schwierigen Bruder hat. Die erste Hälfte las sich leider schleppend und vielleicht lag es auch daran, weil ich mich gefragt habe, wohin das Buch mich führen will. Irgendwie hatte man wenig Einblick in das Leben als Halb-Deutscher oder unter einer Mutter aufzuwachsen, die nicht aus Deutschland kommt. Die Geschichte gibt zwar detailliert wieder wie das Leben damals in der DDR war, aber es fühlte sich nicht neu an. Und vielleicht tue ich dem Autor auch Unrecht, weil das einfach so war (was ja auch in Ordnung ist).
Jedenfalls fand ich dann die zweite Hälfte sehr viel spannender, wo dann die Geschichte auch aus dem Blickwinkel der Mutter erzählt wird und wir wieder Stück für Stück in die Vergangenheit reisen. So schloss sich der Kreis und mit der Mutter konnte ich auch viel mehr mitfühlen. Insgesamt war das Buch ok, auch wenn die ersten Seiten schwierig waren zu lesen. 3-4 Sterne, auf 4 hochgerundet.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Profile Image for Christiane Fischer.
512 reviews6 followers
November 11, 2024
NOSTALGIA
André Kubiczek

DDR in den 70er/80er Jahren:
„Nostalgia“ ist ein autobiografisches Familienporträt des Autors André Kubiczek. Geprägt von seiner laotischen Mutter und seinem geistig behinderten Bruder, wird der Protagonist immer wieder Ziel diskriminierender Anfeindungen. Kubiczek schildert detailliert seine Kindheit und lässt uns an Episoden jener und seiner Jugend teilhaben. Dabei gewährt er uns tiefe Einblicke in sein Inneres. Er ist ein sensibler Junge, der einfach nur „dazugehören" will und sich oft am liebsten unsichtbar machen würde. Freundschaften und seine Familie sind ihm dabei sehr wichtig.

Das erste Drittel des Buches liest sich wie eine Coming-of-Age-Geschichte.
Ab der Mitte des Buches steht seine Mutter im Fokus, die ihre Sicht der Dinge selbst erzählt. Im letzten Viertel erfahren wir, wie sich seine Eltern in Moskau kennenlernen und ineinander verlieben. Wir erleben, wie seine Mutter von ihrer Familie verstoßen wird, als sie mit einem Baby im Bauch "den Deutschen" heiraten möchte, und wie sie von Anfang an mit der Entscheidung haderte, ihren laotischen Pass gegen den der DDR einzutauschen.

Das Buch hat mich atmosphärisch überzeugt, vor allem durch die vielen offenen Fragen, die erst zum Ende hin aufgelöst wurden, den raffinierten Aufbau und die wechselnden Erzählperspektiven. Trotz dieser positiven Aspekte hätte ich mir ein wenig mehr Spannung oder einen größeren Plot zum Ende gewünscht.
4-/ 5
Profile Image for Martina Weiss.
486 reviews5 followers
September 9, 2024
Andre Kubiczek hat mich mit seinem Buch zurück in die 70er und 80er Jahre versetzt und zwar mitten in die DDR, wo er aufgewachsen ist als Sohn eines deutschen Vaters und einer Laotischen Mutter.
Wir lesen über seinen Alltag als Teenager in einem kommunistischen Land und natürlich über sein "Anderssein" mit seinem exotischen Aussehen. Alltagsrassismus, die Behinderung seines jüngeren Bruders und die Krankheit seiner Mutter bestimmen seinen Alltag.
Trotz der schweren Themen, wirkt das Buch aber nicht jammernd oder anklagend, Kubiczeks Schreibstil ist erzählerisch und man hat das Gefühl bei all den tagtäglichen Abläufen mittendrin zu sein. Seine erst kindlichen, später jugendlichen, Gedanken zu bestimmten Situationen lassen den Leser tief teilhaben und so entsteht ein sehr intimes Alltagsporträt.
Die ersten beiden Drittel zeigen sein jugendliches Leben aus seiner Sicht, im letzten Drittel lässt er uns an Erinnerungen seiner Mutter teilhaben.
Auch wenn der Buchtitel nach Verklärung klingt, der Inhalt ist es nicht.
An manchen Stellen hat mich die Erzählung tief beührt und an vielen Stellen konnte ich dazu lernen - eine Mischung, die ich in einem Buch sehr schätze.
Von mir gibt es eine ganz große Leseempfehlung, nicht nur für Ex-DDRler.
810 reviews7 followers
December 4, 2024
Eine unsortierte Familienchronik
Dieser Roman handelt in den ersten drei Teilen von dem Aufwachsen eines Kindes André mit Migrationshintergrund in der DDR, beginnend ab 1981 mit harten Kindheitsproblemen rund um Schule, Freundschaft und Erwachsen werden. Nicht nur ist sein jüngerer Bruder geistig behindert durch einen Unfall, auch der Gesundheitszustand seiner laotischen Mutter verschlechtert sich zunehmend bis zu deren Tod 1986. Im vierten Teil handelt es sich hingegen hauptsächlich um seine Mutter Teo, ab 1979 chronologisch in der Rückschau bis zu ihrer Kindheit in Laos. Der rote Faden ist verwirrend bei dieser zeitlichen Aufbereitung von detaillierten, interessanten Informationen zum Alltagsleben in der ehemaligen DDR. Der sensible, eher schweigsame Junge André, im Buch als “er“ bezeichnet, erträgt die schwere Bürde der großen Verantwortung für Bruder und kranker Mutter. Wie schwer diese familiäre Last ist, wird feinfühlig und atmosphärisch beschrieben, jedoch ohne Wut oder Vorwürfe gegenüber allen Familienmitgliedern. Der Vater spielt keine so wichtige Rolle hier, denn mit „Lappalien“ kann er nicht belastet werden neben dem Schreiben seiner Dissertation und starker akademischer Arbeitsbelastung mit Reisetätigkeit. Erzählerisch imponiert der Romanteil um André bis zu Teil 4, der eher die bisherige einheitliche Struktur zeitlich wirr verkompliziert.
Profile Image for yellowdog.
851 reviews
August 24, 2024
Nostalgia ist eine Familiengeschichte, die in den frühen Achtziger Jahren in der DDR angesiedelt und die trotz des Titels nicht nostalgisch verklärt sondern glaubhaft und echt den Zustand zeigt. Die erlebende Perspektive ist die des Kindes André. Es ist ein autobiografisch gefärbter Text, liest sich aber nicht wie die übliche autofiktionale Literatur. Das liegt auch darin, dass nicht in der ersten Person erzählt wird.
Zentrale Figur ist die der Mutter, die aus Laos stammte und au Liebe in die DDR ging. Diese Herkunft ist manchmal nicht einfach für Andre, zum Beispiel wenn er in der Schule Schlitzauge genannt wird.
Hinzu kommt noch der jüngere Bruder, der geistig behindert ist. Und auch die Mutter wird krank. Es wird schlimmer und damit endet Andres unbekümmerte Jugend schnell. Später wird auch die Perspektive der Mutter gezeigt.
Andre Kubiczek schreibt detailliert, vielleicht manchmal zu ausführlich. Vielleicht erreicht er mit seiner Genauigkeit aber auch erst den Leser.
Es ist ein Text, der einen nicht gleichgültig lässt.
Profile Image for Jule.
345 reviews14 followers
October 20, 2024
Bei Nostalgia handelt es sich um einen autobiographischen Text über das Aufwachsen in der DDR als Sohn einer Laotin und einer Deutschen. Überwiegend wird die Perspektive des Sohnes dargestellt, teilweise wechselt die Perspektive zur Mutter. Für mich nicht stringent nachvollziehbar und holprig zusammengefügt. Schade, denn die beiden Perspektiven und verschiedenen Zeiten, die dadurch abgebildet wurden, hätten den Text weitaus mehr bereichern können. So bleibt für mich das Gefühl zurück, nicht so richtig verstanden zu haben, wo das Buch hinwill.
Profile Image for zoë.
43 reviews
September 2, 2024
Es ist seltsam, eine Art Autobiografie zu bewerten. Ich versuche es trotzdem.

'Nostalgia' schafft es, die jugendliche Gefühlswelt auf eine sehr authentische Art darzustellen und scheut auch nicht vor negativen Gefühlen und schwierigen Fragen zurück. Es ist, als wäre ich Teil der Familie geworden, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick.

Leider waren die Zeitsprünge für mich zu abrupt und fast schon hektisch. (vielleicht gewollt?)

Sonst ein tolles Buch!
Profile Image for Ena.
204 reviews
June 14, 2025
I did like the look into the GDR lives during the 70s etc, but I didn´t get where this book wants to get to. We hear about the author´s life which is dramatic and at times sad enough, but there is no central theme I could really spot. There´s even a change of perspective, IMHO only to be able to tell the whole story, to get the bio into a book - but it´s not as thought through or artistic as I expected in general.
So is it about east and west, about illness and death, is it about challanging family dyamics, about the GDR, about kids with disabilities, about growing up, about falling in love with someone from the other side of the world? About all this. And then nothing is played out.
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