Ein professionell erstelltes Exposé kann die Eintrittskarte zu einem Buchverlag bedeuten. Doch worauf kommt es dabei an und wie ist ein Exposé überhaupt aufgebaut?
Markus Miksch, der ehemalige Literaturagent und inzwischen Gesellschafter sowie Programmleiter des Mentoren-Media-Verlages, zeigt in diesem Kompaktbuch, worauf es wirklich ankommt. Wenn Sie sich aus den tausenden Zuschriften, die Verlage jährlich erhalten, hervorheben möchten, dann sollten Sie dieses Buch unbedingt lesen.
Ich wollte dem Buch eigentlich noch 1,5 Sterne geben - auf den Rezensionsportalen, wo das möglich ist -, denn auch, wenn es nur an der Oberfläche kratzt und nur Infos präsentiert, die man kostenlos in jedem Forum, auf Literaturcafé und oft bei den Agenturen und Verlagen selbst kriegt, wäre die Übersicht als Flyer eine okaye Checkliste für angehende Autor*innen. Dass die angesprochenen Punkte längst nicht für alle Verlage und Genres gelten, sich das Buch nur an Plotter*innen richtet und damit die Hälfte der Schreibenden außen vor lässt, und sich nur aufs Exposé konzentriert, statt auf Pitch-Aktionen und Wettbewerbe, die der einzige Weg in den Großverlag sind, wenn man keine Agentur im Hintergrund hat (oder, im Einzelfall mit viel Glück, schon bei Kleinverlagen Erfolg hatte), sei mal alles ignoriert. Ebenso wie die dreiste Lüge, dass eines von Mikschs ghostgewriteten Büchern den Literaturnobelpreis gewonnen hätte - der an Menschen, nicht an Bücher geht.
Aber 40 % dieses Buches sind Werbung. Man soll neun Euro für ein E-Book zahlen (ohnehin schon überteuert, dafür kriegt man bis zu zwei Kleinverlagsromane), mit nur 80 Seiten, die auch noch so formatiert sind, dass möglichst wenig auf einer Seite ist, und dann ist noch fast die Hälfte Werbung? Das ist ein absolutes No-Go und verdient eigentlich nicht mal einen Stern. (Ich rate außerdem den geneigten Lesenden dazu, den Autor erst zu recherchieren, vor allem seine anderen Werke. Ich habe es zu spät getan.)