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Rom: Stadt fürs Leben

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324 pages, Kindle Edition

Published March 12, 2024

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Golo Maurer

7 books

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Community Reviews

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Florian Lorenzen.
151 reviews164 followers
September 4, 2024
Ich bin vermutlich nicht der Einzige, der sich nach einem Urlaub in Paris, London oder Barcelona schon einmal die Frage gestellt hat: Wäre es nicht schön hier zu leben? Gerade ein Leben in Rom mit seiner reichhaltigen Geschichte und Kultur, seiner Kulinarik und dem angenehmen Klima wird viele sicherlich schon einmal zum Träumen gebracht haben.

Einer, der diesen Schritt gewagt hat, ist der deutsche Kunsthistoriker Golo Maurer. In seinem Buch „Rom: Stadt fürs Leben“ berichtet er über sein Leben in der ewigen Stadt und richtet dabei den Fokus auf das Alltagsleben fernab des Stadtzentrums und der bekannten Kulturdenkmäler. Im Vordergrund stehen die verschiedenen Stadtviertel und ihrer Eigenheiten, der Stadtverkehr, der „römische Stil“ sowie zahlreiche Alltagskuriositäten, die den Touristen zumeist verborgen bleiben. Maurers Schilderungen erweisen sich dabei als ungeschönter Blick auf eine Stadt, die wie kaum eine zweite romantisiert wird.

Dennoch würde ich mit anderen Reviews nicht darin übereinstimmen, dass „Stadt fürs Leben“ zu Nostalgie und Kulturpessimismus neige. Für ein Rom-Buch ist dieses Werk doch erstaunlich wenig nostalgisch. Und es ist auch nicht kulturpessimistisch, die aktuellen Probleme der Stadt wie die Müll-Entsorgung oder die Verdrängung der heimischen Bevölkerung durch AirBnB-Vermietung & Co. aus dem Stadtzentrum beim Namen zu nennen. Allzu große Lust nach Rom zu ziehen hatte ich nach Durchsicht der rund 330 Seiten allerdings nicht mehr, somit hat der Reality-Check zumindest in meinem Fall definitiv seine Funktion erfüllt. Was mir an dem Buch allerdings weniger gefallen hat, ist, dass es an vielen Stellen unnötig geschwätzig und manchmal auch etwas langweilig daherkommt. Das Cover und die Bebilderung fand ich wiederum sehr ansprechend, sie machen das Buch beinahe zu einem Coffeetable-Book.

Bei „Rom: Stadt fürs Leben“ handelt es sich damit nicht um einen großen Wurf, den man unbedingt gelesen haben muss. Wer sich für einen Blick hinter die Kulissen der Weltstadt Rom interessiert, darf aber gerne einen Blick riskieren

Review auf Instagram: https://www.instagram.com/p/C_fJuVIObmP/
Profile Image for Malte.
231 reviews4 followers
June 11, 2024
Die ist leider kein Buch über Rom, wie es vorgibt, sondern in großen Teilen die Klage eines auswärtigen Rom-Bewohners über die eigene späte Geburt. Früher war alles besser, da waren die signori noch signori, da wusste man, wie man sich kleidete, da arbeiteten in den Bars um die Piazza Vittorio noch Italiener, nicht Pakistani, da gab es noch Marmortische in den Restaurants und überarbeitete Großeltern in der Küche, da gab es noch echte Friseure und gute Schneider.

Wobei, einige Ansätze sind ja da, der Autor liebt Rom offensichtlich, seine Kapitel über Handwerker sind auch lustig, aber seine bayerisch-deutsche Schnöseligkeit (den Italienern gegenüber, den deutschen Touristen gegenüber, den Einwanderern gegenüber) legt der Autor nie ab. Er rühmt sich, nur Pizza Prosciutto zu essen, nie eine andere Pizza, sonst höchstens Pasta Vongole.

Er brüstet sich gleich mehrmals, noch nie in Garbatella gewesen zu sein, angeblich ein Viertel, wo die hippen Leute hinziehen - Alter, zehn Minuten Internetrecherche und eine Stunde Spaziergang von der gleichnamigen Metrostation, dann weißt du mehr darüber, zwar immer noch sehr wenig (not that I'm an expert myself), aber du hast dann wenigstens ein winziges Bild der von diesem historisch besonderen, auf seine Weise sehr vielfältigen Stadtviertels.

Der Umgang mit Garbatella steht leider stellvertretend für die Borniertheit anderen Stadtteilen gegenüber, aber wenn für einen die Stazione Tiburtina am Stadtrand liegt und der Pigneto fern im Osten und die Linea C kaum der Rede wert its, dann zeigt das nicht nur eine Ignoranz dem Rom gegenüber, wo die "normalen" Leute wohnen, die sich keine überteuerte Wohnung innerhalb der Stadtmauern (dentro le mura) leisten können, sondern dann geht einem auch einiges an Stoff verloren für ein Buch, das Rom wirklich mal von einer anderen Seite hätte zeigen können.

Statt dessen in der Vergangenheit und in der eigenen Jugend schwelgen, damals, als man noch mit Karten aus der Mussolini-Zeit über den Acker stiefelte, was waren wir jung, leider wohnt der tolle Freund G. inzwischen woanders. - Ich meine, es wäre so viel zu schreiben über das Rom, wie es nicht in den Touristenführern steht, man müsste sich mal in einen anderen Bus als die 71 oder 117 setzen oder gar mit der Metro C ein paar Stationen fahren, oder sei es mit den Regionalbahnen raus dorthin, wo er vor 25 Jahren mal wandern war, dort einfach mal rumtreiben, in zwei, drei Bars abhängen und mit den Leuten quatschen, dort ist er als Deutscher etwas Besonderes, "Ma Lei parla veramente bene l'Italiano", und dann alles aufschreiben, was die Leute an Blödsinn erzählen (mir wurde z.B. mal versichert, dass Merkel vom Teufel besessen ist, und ich wollte noch nicht mal Kommunikation haben, sondern einfach nur einen caffé) oder was sie über ihren Kiez berichtenswert finden.

Es könnte so einfach sein, einen Buchdeal als Anlass zu nehmen, nicht nur über sich selbst zu sinnieren und das aufzuschreiben, was man seit 20 Jahren weiß, sondern auch das angebliche Objekt der Beschreibung nochmal neu wahrzunehmen oder zu entdecken, bevor man die 333 Seiten mit Selbsbespiegelung voll hat. Aber so ist es wirklich eher ein Buch über den Autor und seine Verklärung der eigenen Jugend ("Schön wars. Lang ists her.") mit einer Stadt als Anlass, die einfach viel mehr zu bieten hat als anklingt. Rom ist so viel mehr als die Kulisse für larmoyanten deutschen Kulturpessimismus.
3 reviews
November 14, 2025
Maurer schreibt sehr ausschweifend, poetisch und nutzt dazu große Bilder. Dieser Stil mag dem Einen oder Anderen sicher etwas merkwürdig oder bisweilen arrogant vorkommen, mir hat es jedoch hervorragend gefallen. Auch seine Inszenierung als der eine „Tedesco“, der Italien wie es wirklich ist als Einziger begreift, mutet manchmal etwas zu gewollt an. Dennoch gelingt es ihm immer noch rechtzeitig, diesen Anflug von Größenwahn humoristisch zu brechen.
Ich habe das Buch jedenfalls sehr gerne gelesen und freue mich schon auf den nächsten Aufenthalt in der ewigen Stadt.
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