Die Gschicht het soo viel spass gmacht. D Mundart isch toll, nimmt aber ned z viel Ruum ii. Was mir bsunders gfalle het, isch de Erzähler. Das me vo afang aa merkt, es isch zwar en Erzähler wo usserhalb vom Gschehe staht, aber glich chli e Meinig zu allem het, das findi erfrüschend und chunt ned eso oft vor. Vor allem findis super, dass im Verlauf vode Gschicht de Erzähler immer wichtiger wird. Und d Story hani sowieso toll gfunde. Ich bi ehrlich, am Schluss isch es denn scho chli sehr abgspaced und chli unrealistisch worde, aber to be fair, es passt zude Story, will es isch chli meta, dass sich d Gschicht so abgspaced entwickled^^. Und isch au chli gäch, dassi dank dem Buech etz glernt ha, wie Geldwösch funktioniert, will ich ha vorher 0 Ahnig devo gha.
Bi scho chli überrascht, wie gut mir da Buech gfalle hät lol. Es isch eigentlech überhoupt nid mis übleche Genre, aber nachdem ig de Béla Rothenbühler mal in echt gseh ha u er bi einere Lesig sis Buech vorglese hät, bi ig eifach fasziniert gsi u ha das Buech umbedingt wölle lese.
Bis ig de zu däm Buech griffe ha, häts as paar Mönet gduret haha abr jitzt ha igs glese u es hat Spass gmacht. Jap de Dialekt isch huere astrengend gsi. Ig bi usem Kanton Bern u bi natürlech dä Dialekt gwohnt. Somit isch es nid eifach gsi 214 Site im Luzerner Dialekt zlese, abr we meh de chli ir Gschicht dinne isch u versteit, wie de Luzerner Dialekt ufgbout isch, chumt meh guet düre.
Zum Buech selber, ig has wirklech sehr unterhaltsam gfunde. zGseh wie zwöi Persone ä eigete Unterhaltigsverein gründe u drmit dTheaterszene tüe ufmische isch mal öppis anders gsi u isch o sehr interessant im Buech dargstellt worde.
Vor miner Site us also ä Empfehlig u definitiv verdient für ä Schwizer Buechpris nominiert gsi :)
"Breaking Bad auf Luzerndeutsch" - so hiess es in der Laudatio zur Nominierung des Titels zum Schweizer Buchpreis 2024, und ich könnte nicht einiger sein.
Gleichermassen eine bitterböse Satire und ein warmherziger Liebesbrief auf die Schweizer Kleinkunst und -Kulturszene. Ein wilder Ritt, ein Scherg*innenstück vom Feinsten, ich habe auf jeder Seite genickt und gelacht.
Hätte nicht gedacht, dass ich mal einem Dialektroman fünf Sterne gebe, aber voilà. Zum Glück nicht Bern- oder Baseldeutsch. Sondern so ne Art Luzernerisch. „Ond das esch jo secher ned falsch.“
Polifon Pervers ist das erste der fünf für den Schweizer Buchpreis 2024 nominierten Bücher, das ich gelesen habe, und ich bin begeistert! Dass das Buch in Dialekt geschrieben ist, macht die Lektüre anfänglich etwas beschwerlich, doch man gewöhnt sich dran, und die Sprache ist eindeutig eine der grössten Pluspunkte des Romans: sie macht ihn ungewöhnlich, gleichzeitig kauzig und glaubwürdig. Doch im Gegensatz zu anderen in Dialekt verfassten Romanen lebt dieser nicht nur oder vornehmlich von der Sprache: die Story verhebt, ist witzig und originell. Erzählt wird — und der Erzähler ist, wie sich bald herausstellt, der Liebhaber einer der Protagonistinnen, der selber langsam aus dem Off tritt und mehr und mehr an Bedeutung gewinnt — die Geschichte zweier Studentinnen, welche aus einer Laune heraus ein Kulturproduktions--Label gründen und damit überraschend guten Erfolg haben. Der Erfolg vervielfacht sich noch, als sie des Öfteren fünf gerade sein lassen und mit Hilfe höchst kreativer Buchhaltung für zusätzliche Einkünfte sorgen. Der Roman ist voller Situationskomik und liebenswert skurrilen Figuren, und ich habe nebenbei einiges über die Mechanismen der Unterhaltungsindustrie und der Geldwäscherei gelernt!
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Iitauche id Kulturszene vo de Agglo: Das isch möglich mitem Roman «Polifon Pervers» vom Béla Rothebüehler. De Lozärner Autor het sis Buech uf Mundart gschriebe – drum sells die Rezension au si.
Wo sich zwei Fründinne, d Sabin und d Schanti, so langsam ihrem Endi vom Studium – beziehigswiis em Afang vo ihrem Arbetsläbe – nöcheret, überlegged sie sich, was sie mit ihrer Ziit sölled afoh. Sozäge en chlini Findigsphase i de Sommerferie, gmüetlich bi Wiisswii i de Badi. Und d Sabin findt, wenn mer scho öppis macht, denn chas au öppis mit Impact si. Und öppis wo chli Chole bringt. Zum Bispiel Unterhaltig.
Sie gründet also en Verein, Polifon Pervers heisst de. Mit dem Verein mached sie Theaterproduktione i ihrem Kaff. Und öb mers glaubt oder ned: Die Sach schloht i. Sie sind schnell wiitume bekannt, chömed vo verschiedenste Stelle Fördergälder über und chönnd sich sogar Löhn uszahle. Und es chömed immer meh Lüüt dezue, wo uf die eint oder Art mit Polifon Pervers zämeschaffed. En eitle Regisseur, en Ghostwriter mit Alkoholproblem, DJs und Drogedealer. Was mer so brucht.
Das isch im Johr 2017/2018 gsi. Und mer muess säge, de Erfolg het de Sabin und de Schanti ned nume guet to. Bald hend sie dem alles undergordnet. Meh Produktione, meh Geld, meh Erfolg hend sie welle. D Buechhaltig isch am Afang villich chli unsuber gsi, aber scho gli het mer vo veritablem Betrug chönne rede. Aber sie sind durecho demit. Denn isch irgendwenn s Johr 2020 cho. Und mir wüssed jo, was das Johr für d Unterhaltigsbranche brocht het.
Verzellt wird die Gschicht us de Sicht vom Fründ vo de Schanti, wo erscht chli spöter zu dere Truppe stosst, aber die ganzi Sach rächt guet chan rekonstruiere. Ned ganz en klassische Schlemeroman also, aber doch miteme sehr ironische Blick uf d Kulturszene i de Schwiz. Überall wird höchgstaplet und illegals Züg gmacht, aber mer findet das alles total sympathisch, well riich wird jo glich niemert mit dem.
De Roman isch uf Mundart, gnauer Luzerndütsch, gschriebe. Ned so krass phonetisch wie anderi Autore das mached, sodass es z viel Ruum inimmt – also ganz guet läsbar. Und würkli sehr unterhaltsam, au wenns am Schluss chli gar usartet. Wer en liechti und lustigi Lektüre suecht oder gern uf Schwizerdütsch liest (oder beides) dem isch Polifon Pervers also z empfehle. Und sorry, was für en geile Vereinsname.