Fast drei Jahrzehnte war Herbert Kickl der Mann im derjenige, der für Jörg Haider die Reden schrieb; derjenige, dessen (heftig umstrittene) Slogans Heinz-Christian Strache zum Vizekanzler der Republik Österreich machten; der einzige Minister seit 1945, der aus seinem Amt entlassen wurde. Einst standen Kickls rhetorische Radikalität, die scharfe Argumentation und Agitation seiner Karriere im Weg, jetzt entsprechen diese Eigenschaften einem Zeitgeist, der die liberale Demokratie nicht nur in Österreich, sondern im Verbund mit Alice Weidel, Viktor Orbán, Marine Le Pen und anderen Rechtspopulisten auch in ganz Europa abschaffen will. Gernot Bauer und Robert Treichler haben sich auf Spurensuche begeben und liefern eine neue Sicht auf einen asketischen Ideologen, einen wankelmütigen Volkstribun – und einen brandgefährlichen Politiker.
Dreht sich weniger um die Person Kickl selber! Vielmehr geht es um den Aufstieg der FPÖ in Österreich und anderen rechten Parteien Europas. Wenn man sich die letzten Jahren mit der FPÖ, der Geschichte dieser Partei und den ganzen Skandalen beschäftig hat, kann man sich das Buch echt sparen! Ich finde auch, dasss das Buch einen etwas falschen Inhalt verspricht...
Echt spannendes Buch, das ein gutes Verständnis von den Anfängen Kickls samt seiner parteilichen Laufbahn, der FPÖ und des Aufstiegs des Rechtspopulismus in Europa vermittelt! War mir an Teilen aber viel zu unreflektiert. Beispielsweise als es um das Gendern ging und die Gedanken zur Positionierung der politischen Linken ausgeführt wurden, war ich etwas enttäuscht. Da hätte man besser vorgehen können, dies besser aufzeigen können und sich mehr bemühen können, diese Bestrebungen zu verstehen... ansonsten ein gutes Buch!
Inhalte zu Kickl sind eher seicht, gibt einem aber einen guten Überblick über die Entwicklung der FPÖ in Ö und die Tendenzen nach Rechts die es in der EU zurzeit gibt. Etwas deprimierend fürs Feeling
Fand das Buch prinzipiell informativ und interessant, vor allem weil es nicht rein um Kickl sondern auch die FPÖ und Rechtspopulismus allgemein geht - ab dem Teil, wo sie davon sprechen, dass die Linke ja quasi den Rechten in die Hände spielt und Mitschuld and dem trägt, haben sie mich verloren. Wenn man dann rausfindet, dass einer der Autoren den Gender Pay Gap als ‘nicht existent’ erklärt nachdem er mit ein paar Betriebsräten gesprochen hat, wundert’s aber weniger. Auch ihr Umgang mit der Diskriminierung gegen Minderheiten zeugt von wenig Verständnis der Situation. Ansonsten ein spannendes Buch.