Zahra trägt selbstbewusst Hijab und stellt sich der weit verbreiteten Annahme, dass sich islamischer Glaube und Feminismus gegenseitig ausschließen. Hamza hingegen ist konfrontiert mit unterschiedlichen toxischen Stereotypen über Männlichkeit und Rollen, die er performen soll. Mariama setzt sich als Schwarze Muslimin damit auseinander, dass ihre Lebenswelt von Kolonialismus und Diskriminierung beeinflusst ist, während Amari einen eigenen Weg durch die scheinbar so festgelegten Kategorien Sexualität und Gender findet.
Die vier jungen Protagonist*innen nehmen uns mit auf eine Reise durch ihre Welt und Communitys in Deutschland und darüber hinaus. Ihre Alltagsgeschichten und Erlebnisse zeigen nicht nur ihre Perspektiven, Herausforderungen und ihren Aktivismus, sie sind auch mit zahlreichen Verweisen gespickt zu spannenden Initiativen, vertiefenden Büchern, inspirierenden historischen Personen und wichtigen Definitionen von Begriffen wie Intersektionalität und Repräsentation.
Die interaktive Graphic Novel lädt zum Mitmachen ein und zeigt Möglichkeiten, wie junge Menschen sich gesellschaftlich einbringen können. Sie deckt anti-muslimische Vorurteile auf und betont, wie wichtig Resilienz, Gemeinschaft und Selbstbestimmung sind.
Immer wenn es in der Landeszentrale für Politische Bildung Berlin Graphic Novels gibt, bin ich sofort am Start. Und wenn sie dann auch noch von PoC konzipiert, geschrieben und illustriert wurden, umso besser. Seit ein paar Wochen findet man nun also Shababz! von Lana Sirri und Irem Kurt im Katalog der LpB. Rennt, wenn ihr's haben wollt, es ist bestimmt schnell weg. Ansonsten ist das Buch, herausgegeben von w_orten & meer, natürlich auch im normalen Handel erhältlich.^^
Die Graphic Novel behandelt die Lebensrealität von vier muslimischen Teenagern in Deutschland. Zahra trägt selbstbewusst Hijab und stellt sich der weit verbreiteten Annahme, dass sich islamischer Glaube und Feminismus gegenseitig ausschließen. Hamza hingegen ist konfrontiert mit unterschiedlichen toxischen Stereotypen über Männlichkeit und Rollen, die er performen soll. Mariama setzt sich als Schwarze Muslimin damit auseinander, dass ihre Lebenswelt von Kolonialismus und Diskriminierung beeinflusst ist, während Amari einen eigenen Weg durch die scheinbar so festgelegten Kategorien Sexualität und Gender findet.
Die vier jungen Protagonist*innen nehmen uns mit auf eine Reise durch ihre Welt und Communitys in Deutschland und darüber hinaus. Ihre Alltagsgeschichten und Erlebnisse zeigen nicht nur ihre Perspektiven, Herausforderungen und ihren Aktivismus, sie sind auch mit zahlreichen Verweisen gespickt zu spannenden Initiativen, vertiefenden Büchern, inspirierenden historischen Personen und wichtigen Definitionen von Begriffen wie Intersektionalität und Repräsentation.
Die Graphic Novel ist zur Aufklärung und Interaktion gedacht. Es werden fortlaufend anti-muslimische Vorurteile aufgedeckt und Wege gezeigt, wie man diese erkennen und bestenfalls kontern kann. Es geht der Autorin explizit darum, junge Menschen zu empowern und ihnen diverse Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie sich gesellschaftlich einbringen & selbstbestimmt leben können.
Die Graphic Novel richtet sich sowohl an junge muslimische Menschen (Empowerement/Inspiration) als auch an alle, die etwas über muslimische intersektionale feministische Perspektiven und Geschichte lernen möchten (Aufklärung/Ally werden). Die Graphic Novel eignet sich gut für Lesegruppen und in Bildungskontexten.
Insgesamt fand ich die Aufmachung der Graphic Novel in Ordnung. Ich kann dem Zeichenstil etwas abgewinnen, finde ihn aber etwas zu "unpolished". Ich mag's dann doch etwas detaillierter, aber die Pastell-Farbpalette war wirklich top. Die Struktur (jedes Kapitel behandelt ein unterschiedliches Thema) fand ich auch nicht schlecht, muss aber sagen, dass der Storytelling-Aspekt für mich hier überhaupt nicht funktioniert hat. Ich verstehe, warum die Autorin vier unterschiedliche Protagonist*innen gewählt hat, die mit ihren Problemen und Fragen durch die Graphic Novel führen sollen, aber ich fand das alles ganz schön gebaut. Man merkt eben doch, dass diese Graphic Novel an erster Stelle Wissen vermitteln soll. Man fühlt nicht wirklich mit den Charakteren mit und demnach ist auch die "Handlung" einfach nur Mittel zum Zweck: Mariama macht eine Reise nach Nordafrika, damit wir über etwas über Kolonialismus erfahren können. Hamza besucht ein I'Slam-Event, damit wir verschiedene Perspektiven auf das Leben von jungen Muslim*innen in Deutschland bekommen. Zahra macht ein Praktikum in einer Rechtskanzlei, damit wir die verschiedenen feministischen causes kennenlernen, für die man sich einsetzen könnte/sollte. etc. Es ist nicht schlimm, dass das alles so gebaut ist, aber ich find's jetzt auch nicht besonders toll.
Ich habe mich nicht besonders intensiv mit muslimischen Lebensrealitäten in Deutschland beschäftigt und bin demnach dankbar, einen kleinen Einblick bekommen zu haben. Diese Graphic Novel ist auf jeden Fall nur ein erster Schritt und kratzt wahrscheinlich nicht mal richtig an der Oberfläche, aber hier ein paar Empfehlungen, die ich mitgenommen habe und in die es sich wohl lohnt reinzuschnuppern:
FILME ◉ "The Radical" (2022) - ein Dokumentarfilm über einen homosexuellen Iman ◉ "A Jihad for Love" (2007) - ein Dokumentarfilm über Homosexualität & Islam
Das war so toll. Die Geschichte war nicht mir unfassbar schön illustriert und leicht zugänglichen. Sie war auch super informativ und empowernd. Vor allem wenn sich Menschen noch nicht so viel mit dem Thema auseinandergesetzt haben, können wir hier viel lernen. Unfassbar süße und herzerwärmende Erzählungen die gleichzeitig die Augen für ein großes Problem öffnen.
Ich kann es wirklich jedem Menschen ans Herz legen diese Grafic Novel zu lesen!
Shababz! ist eine Mischung aus Sachbuch und Comic wobei die Zielgruppe hauptsächlich junge, muslimische Menschen oder pädagogische Fachkräfte sind. Es geht sowohl um Empowerment, als auch um Aufklärung anti-muslimischer Vorurteile.
Es werden vier Jugendliche muslimischen Glaubens begleitet, die in verschiedenen Kontexten über feministischen Islam und gender/sexualitätssensible Koran-Interpretationen lernen. Dabei werden viele Aktivist:innen, Initiativen und historische Personen vorgestellt. Außerdem gibt es nach jeder Episode einen kurzen Sachtext, der Begriffe erklärt oder Themen nochmal vertieft.
Insbesondere die Rolle des Kolonialismus auf die Entwicklung patriarchaler Gesellschaften in muslimischen Kulturen fand ich sehr interessant. Aber auch die Erklärung zu verschiedenen Koran-Interpretationen zur Gleichstellung der Geschlechter finde ich sehr spannend!
Insgesamt ist es ein sehr bereicherndes Buch. Lediglich die Form spricht mich nicht so an. Die Geschichten in den Comics sind doch sehr konstruiert und lesen sich teilweise wie ein Schulbuch. Als solches, finde ich es aber sehr geeignet!
Was für ein wundervoller Einstieg in eine wichtig Thematik, die mich bisher nur am Rande berührt hat. Die Graphic Novel stellt vier muslimische junge Deutsche vor, die aus verschiedenen Perspektiven verstehen wollen, was das mit ihnen macht. Muslimisch und deutsch, queer, feministisch zu sein. Sie finden ihre Antworten im Koran, in Gesprächen mit Aktivist*innen und auf Reisen. Ganz nebenbei werden wichtige Persönlichkeiten und kluge Köpfe vorgestellt und Hinweise auf weiterführende Lektüren gegeben. Sicher ein wichtiges Buch für junge Muslim*innen, aber auch für alle anderen ein interessanter Einblick. Ja, klare Leseempfehlung!