Wie jeden Morgen sitzt Selah auf der Veranda und wartet in die Stille hinein. Drei Monate sind vergangen, seit Selah sich krankgemeldet hat, um zu verschwinden. Doch die gewünschte Einsamkeit wird unerwartet zur Triebfeder für Vergangenes und Verdrängtes: Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, ist Selahs Beziehung zur Mutter von Erwartungsdruck, Schweigen und Scham geprägt – sie begleiten Selah bis ins Erwachsenenalter hinein. Als die Mutter im Sterben liegt und Selah längst ein Leben mit der Familie führt, werden die noch immer klaffenden Wunden offenbar. Da sind ungewollte Erlebnisse und Entscheidungen, die wie Phantome an der Haut kleben. Eine Bringschuld, auch wenn Selah gar nicht weiß, wem gegenüber eigentlich. Und Glaubenssätze, die so tief verankert sind, dass deren Abschütteln Lebensaufgabe ist.
*Disclaimer - meine Liebe für dieses Buch ist auf jeden Fall auch dadurch geprägt, dass ich mich selbst darin wiederfinde
Kann kaum Worte finden - dieses Buch beschreibt eine Mutter Kind Beziehung auf eine Art und Weise die mir sehr nahe ging - zugleich subtle und doch so klar lassen sich hier Wunden aus der Kindheit im Leben des /der Protagonist*in wiederfinden Unfassbar schöne Sprache und bewegend
„Ich kann selbst das Wortefehlen nicht in Worte fassen. Da ist ein dunkler Ball, ein Nichts, das laut schreit, das mich auffrisst, an das ich aber nicht herankomme. Sosehr ich mich anstrenge, ich kriege nicht heraus, was sich dort versteckt, und ich werde langsam müde, weiter danach zu suchen. Vielleicht ist da auch nichts.“
Nachdem ich unglaublich begeistert von Milsch's Übersetzung von Wir waren Sappho war, war ich mega neugierig, ob ein eigenes Buch auch durch so herausragende Sprache auffällt.
Leider kam ich überhaupt nicht in das Buch rein, was zum einen daran lag, dass ich den Zusammenhang zwischen den Kapiteln aus den abwechselnden Erzählperspektiven nicht wirklich verstanden hab, zum andern wurde für mich zu viel Urin, Erbrochenes, und sonstige Körperflüssigkeiten erwähnt, was für mich leider ein riesen Pet-Peeve ist.
Das bisschen, was ich gelesen habe, war allerdings sprachlich sehr beeindruckend und bedrückend. Vielleicht hätte es mir zu einer anderen Zeit besser gefallen, aber im Moment ist es leider nichts für mich.
"Ich kann selbst das Wortefehlen nicht in Worte fassen. Da ist ein dunkler Ball, ein Nichts, das laut schreit, das mich auffrisst, an das ich aber nicht herankomme. Sosehr ich mich anstrenge, ich kriege nicht heraus, was sich dort versteckt, und ich werde langsam müde, weiter danach zu suchen. Vielleicht ist da auch nichts."
So wie Selah, der Hauptfigur des Buchs, oftmals die Worte fehlen, um die eigenen Emotionen zu beschreiben, fehlten mir ganz lange die Worte, um dieses Buch zu beschreiben.
Über verschiedene zeitliche Ebenen hinweg erzählt Luca Mael Milsch die Geschichte von Selah, einer Person, die sich mal nah und mal sehr weit weg fühlt von sich selbst und den Menschen in Selahs Umgebung - was sich aus in den Erzählperspektiven deutlich zeigt. Selah durchlebt das, was man wohl eine "schwierige Kindheit" nennen würde, obwohl es in dieser Zeit noch die meisten positiven Erinnerungen gibt. Doch ein sehr komplexes, kaputtes Verhältnis zur Mutter, traumatische Erlebnisse und das Gefühl, niemals richtig zu sein, führen Selah in neue schwierige Verhältnisse, vor allem zu sich selbst.
Unfassbar sprachbegabt, mit einer dichten, kunstvollen aber auch lebensnahen Sprache hat Luca Mael Milsch einen Roman geschrieben, der mich sehr eingenommen und berührt hat. Es ist kein Feelgood-Roman, keine "leichte Kost", aber es ist auch kein hoffnungsloses Buch. Für mich zeigt es sehr gut die Komplexität und Ambiguität von Emotionen und Erinnerungen auf, die es auf der einen Seite oft so schwer machen, auf der anderen Seite aber auch so menschlich und bedeutsam sind.
Ohne Spoilern zu wollen: es gibt in der Geschichte einen Erzählstrang, in der eine Person stirbt - was oft in anderen Romanen genutzt wird, um sich Probleme zu entledigen und Entwicklungen zu überspringen. Bei Luca Mael Milsch ist das nicht der Fall - der Sterbeprozess wird intensiv eingewoben und ist wichtig für die Story, ist aber weder Lösung noch ausschlaggebend für das Problem, was mir sehr gefallen hat.
Das war ziemlich doll! Mir teilweise sogar zu doll und ich habe vor allem am Anfang nur einzelne Kapitel lesen können. Sieben Sekunden Luft ist definitiv kein Buch zum zwischendurch lesen. Ich musste immer sehr in der Mood und vor allem wach und aufmerksam sein, für mich wars also kein Buch zum entspannen. Sobald ich das aber gecheckt und parallel noch ein anderes „Spaß“-Buch gelesen habe, hat mich Sieben Sekunden Luft abgeholt, vor allem Luca Mael Milschs unglaublich eindrucksvoll Sprache. Selah erzählt in Sieben Sekunden Luft vom erlebten emotionalen Missbrauch durch die Mutter. Vor allem die Passagen aus der Du-Perspektive („Denn sie fragt sich ja trotzdem und immer noch, warum du so bist, woher du das haben könntest, auch deine Art, das käme nicht von ihr.“) macht den Missbrauch so nahbar und kaum aushaltbar. Man begleitet Selah durch die traumatische Kindheit, lässt sich von den Auswirkungen in den 20ern und 30ern berichten, bis Selahs Mutter in der Gegenwart im Sterben liegt. Dieser Teil, die Reflexion Selahs über das Erlebte und der Rollen- und Machttausch („Wie viel einfacher muss dir der Kontakt damals gefallen sein, als ich noch keine Kritik formulieren konnte, keinen eigenen Willen hatte, keine Kraft mich zu wehren?“) hat mir am besten gefallen. Dabei geht es z.B. auch darum, was der Missbrauch bedeutet, wenn die Täterperson stirbt und diesen vermeintlich „mitnimmt“ („Ich hatte eine Sprache gesucht, und bin mit dem Unausgesprochenen allein geblieben. Und selbst wenn ich sprechen könnte, gäbe es niemanden mehr, der zuhört, versteht.“) Gleichzeitig geht es um Selahs Queerness und den Schmerz, der damit allgemein und durch das traumatische Verhältnis zur Mutter einhergeht („Ich wollte nie provozieren, ich wollte einfach nur leben.“) - diesen Teil fand ich besonders schmerzhaft. Ich habe mir viele Stellen markiert und die Geschichte wird mich mit Sicherheit erstmal nicht loslassen! Wie bei den meisten Romanen, gibt es aber auch hier leider keine TW, die driiiiingend notwendig ist, neben dem emotionalen Missbrauch geht es explizit um sexuellen Missbrauch und Selbstverletzung.
Im Zentrum der Handlung stehen die Beziehung der Hauptfigur Selah zu Selahs Mutter, Selahs Selbstfindung und die Aufarbeitung von Trauma auf eine Weise, bei der diese Themen oft eher unterschwellig behandelt werden und auch Aspekte wie Queerness und Klassismus aufgegriffen werden. Insbesondere die komplizierte Beziehung zu der Mutter, die Selah durch jahrelang erfahrener emotionaler Gewalt hat, fand ich sehr gut in den verschiedenen Facetten umgesetzt. Die Handlung springt zwischen verschiedenen Zeitebenen, verschiedenen Momenten in Selahs Leben, und ich fand es großartig, wie dabei unterschiedliche Erzählperspektiven eingenommen werden - mal Ich-Person, mal Du-Person - und dabei auch rüberkommt, wie sehr sich Selah gerade von sich selbst entfernt. Das verbunden mit einem einnehmenden Schreibstil sorgte dafür, dasss ich Selahs Geschichte immer weiter verfolgen wollte.
Ich lese hauptsächlich Lyrik und Sachliteratur; oft fällt es mir schwer, Zugang zu Romanen oder fiktiven Erzählungen zu finden. „Sieben Sekunden Luft” made me fall in love with fiction again. Schon die ersten Seiten haben mich total in die Geschichte gesogen. Luca Mael Milsch schreibt fesselnd und innovativ und vermeidet erfolgreich sprachliche Klischees. Die unterschiedlichen Erzählweisen und zeitlichen Sprüngen waren ein cleveres und effektives stilistisches Mittel, um der Narration noch mehr Tiefe zu geben. Wie der*die Protagonist*in Selah die Welt erlebt ist spezifisch und ganz eigen und gleichzeitig waren es genau diese charakterstarken Beschreibungen, die es mir ermöglicht haben, mich mit Selah zu identifizieren.
Besonders gut gefallen hat mir, dass Selah nicht „likable” gemacht, sondern mit Komplexitäten, Launen und Fehlern gezeigt wird. Es geht nicht darum, dass Leser*innen Selah mögen. Vielmehr geht es (für mich) darum, mit Selah auf einer Reise zu sein. Ähnlich war es mit der Storyline — das Ende des Romans punktet durch das schamlose Wälzen in Komplexität, im in-Prozess sein, anstatt eines „happy Endes.”
Dem Roman gelingt es, schwierige und schmerzhafte Themen — sexualisierte Gewalt und Selbstverletzung — und auch trans Sein zu thematisieren, ohne, dass es wirkt, dass Selah lediglich eine Hülle ist, die dazu benutzt wird, diese Themen zu zentrieren. Die Narrative und der*die Protagonist*in stehen im durchgehend im Vordergrund.
Danke für das tolle Leseerlebnis, das noch lange in mir nachwirken wird!
Luca Mael Milschs Debütroman ging mir sehr unter die Haut. Im Zentrum steht die Beziehung von Selah zur Mutter, die erdrückend ist,nicht im stande, selah als mensch mit eigenheiten, wünschen und träumen zu sehen. Nur als abbild des eigenen Erfolgs oder Versagens. Selah entzieht und verzehrt sich nach dieser Mutter, nimmt alle Gefühle in sich hinein weil sie nicht sein dürfen, baut Mauern um sich, lässt niemanden sich sehen, kann selbst nicht hinschauen. Durch das verstehen der Verhältnisse und das reinlassen anderer menschen, die selah lieben und verstehen, kann selah ein wenig von der vernichtenden Scham ablegen, nicht richtig zu sein im eigenen Körper, begegnet dafür der Scham nicht richtig zu sein zwischen den menschen, die ähnliche erfahrungen machen wie selah. Das nicht dazugehören zieht sich als roter faden durch die Geschichte, eng verknüpft mit klassenherkunft und genderidentität. Ich habe, glaube ich noch nie eine Geschichte gelesen, die so eindringliche Worte für das keine Worte haben findet. Die Sprachlosigkeit ist erdrückend, bricht sich bahn in Selbstverletzung und isolation. Mir hat auch sehr gut gefallen, dass die Hinwendung zu sich selbst ganz ohne klischees ausgekommen ist, dafür langsam, kompliziert, wie ein leises aufatmen,wie sieben Sekunden Luft.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Wer ist Selah? Das habe ich mich oft gefragt während ich Luca Mael Milschs Debütroman “Sieben Sekunden Luft” gelesen habe. Wer ist Selah? Das scheint sich auch Selah selbst zu fragen:
In der Kindheit, in der Selah versucht der Mutter gerecht zu werden. Ihren Stimmungsschwankungen, die das Kind versucht abzuschätzen sobald die Mutter durch die Tür kommt, ihrer Idee wer Selah wirklich ist, ihren Erwartungen.
In der Studierendenzeit, in der Selah sich zunehmend abkapselt von der Mutter, den Einfluss dieser auf das eigene Leben versucht zu minimieren und doch jedes Treffen mit der Mutter zu einem Rückschlag, einem Gefühl des Versagens wird, denn plötzlich hat die Mutter wieder so viel Macht, beherrscht Gedanken und Gefühle.
Als Erwachsen*e - überarbeitet und weiterhin verzweifelt auf der Suche nach sich selbst bis zur fast vollständigen Selbstauflösung führen.
Es ist immer Selah und doch wirkt es durch Luca Mael Milschs kunstvoll komponierten Aufbau des Buches fast wie drei unterschiedliche Personen. So wenig wie Selah sich selbst kennt, kann man auch als Leser*in greifen, wer Selah ist. Man spürt förmlich Selahs Verzweiflung über den immer wieder scheiternden Versuch sich von der Mutter zu lösen, die Deutungshoheit über die eigene Identität zu erringen und sich dann vor die Mutter zu stellen und zu sagen “Schau Mama! Das bin ich.”
Doch da ist das langjährige Schweigen über Dinge, die unsagbar schienen und ungesagt geblieben sind, über Dinge die damals noch nicht in Worte zu fassen waren, keine Worte hatten, für die es keine Worte gab. Worte die Selah erst langsam findet.
“Ich will dir davon erzählen, was passiert ist, worüber ich nie sprechen konnte und wer ich heute bin. Fertig. Doch jedes Mal blicke ich in die Augen einer Mutter, die das nicht aushalten kann. Jedes Mal schaue ich in ein Gesicht, in dessen Spiegel sich das Bild von mir nicht erneuern lässt, höre Erinnerungen, die ich nur aus deinen Erzählungen kenne, die dir alles bedeuten, die ich dir glauben müsste.” (S. 191)
Es ist ein Buch über Mutter-Kind-Beziehung, über Identitätssuche. Es ist ein queeres Buch, aber nicht vordergründig, nicht nur. Vielmehr zeichnet es das komplexe Bild einer ganzen Person, das durch vielmehr bestimmt wird als ihre Queerness. Gerade das hat mir so gut gefallen. Dass Queer-sein ein Teil von einer Person ist und als solches im Buch behandelt wird, vielmehr als ein alleinstellendes Merkmal.
Ich wurde hineingezogen in das Buch, konnte so viele der Gedanken Selahs nachvollziehen, wurde emotional mitgenommen, getragen über viele Seiten, auf denen ich ganz bei Selah war. Und dann plötzlich fallen gelassen, in einen unendlich langen Gedankenstrom Selahs angesichts der plötzlich todkranken Mutter. Ein Gedankenstrom, der sich zu wiederholen schien, kein Ventil fand, sich über fast 100 Seiten erstreckte, künstlerisch beeindruckend und doch ließ bei mir an dieser Stelle die Aufmerksamkeit nach. Die einzelnen Gedanken schienen weniger wichtig zu sein, denn sie würden sich ja zwangsläufig wiederholen. Und so habe ich am Ende das Buch mit gemischten Gefühlen zugeklappt, irgendwie unbefriedigt weil mir gerade das Ende nicht greifbar wurde.
Dennoch war es ein unglaublich intensives Leseerlebnis, das mich während des Lesens sehr berührt hat.
Selah hat sich verloren, eigentlich hat Selah sich noch nie gehabt. Früher hat ihre Mutter ihr alles vorgegeben, dann die Gesellschaft und irgendwann konnte sie nicht mehr. Selah ist aus- und aufgebrochen, um sich selbst zu finden, und tat sich trotzdem schwer damit. Als endlich ein Licht mit Namen Ava zu sehen ist, wird Selah wieder zurückgerissen, denn erneut fordert die Mutter die Aufmerksamkeit. „Sieben Sekunden Luft“ von Luca Mael Miltsch gehört zu den intensivsten Romanen, die ich jemals gelesen habe. Selahs Geschichte wird zu verschiedenen Zeiten erzählt: 1995, 2006, 2017 und 2023. Jede Zeit hat die passende Perspektive, dahingehend, wie nah Selah sich selbst ist, was sehr spannend ist und den Zugang zu Selah verstärkt, das Leid noch ein Stück greifbarer macht. Sie merkt schon früh, dass sie nicht in die festgefahrenen Rollenbilder passt, kann dies aber nicht einordnen und wird damit auch noch komplett alleingelassen. Sie versucht, ihren Schmerz zu betäuben, was so atemlos, so intensiv beschrieben wird, dass es mich japsen ließ. Erst spät erkennt Selah, dass sie sich keinem Geschlecht zugehörig fühlt und es kostet nochmal Zeit, es richtig zu begreifen. Über allem schwebt die Mutter, die mich wahnsinnig wütend gemacht hat, denn auch wenn sie es schwer hatte, Selah konnte am wenigstens dafür und ich hätte mir einen richtigen Befreiungsschlag gewünscht, aber Mutter-Kind-Beziehungen sind nie leicht und im Nachhinein hat Selah genauso gehandelt, wie es zur Figur passt. Luca Mael Miltsch hat ein wahnsinnig eindringliches und sprachlich hervorragendes Debüt abgeliefert, was herausfordernd ist, aber auch den Blick öffnet. Luca schreibt über etwas, was nicht beschrieben werden kann und aus vielerlei Gründen am Puls der Zeit ist.
Worum es geht: Ja, worum geht es hier? Es geht um Selah. Sie ist bei einer alleinerziehenden Mutter groß geworden. Und diese Mutter ist, unter anderem, sehr manipulativ und setzt Selah permanent unter Druck. Es wird aus Sicht von Selah erzählt, was dies bei ihr anrichtet, als Kind und auch als erwachsenen Frau.
Das Buch wird in unterschiedlichen Zeiten erzählt, was jedoch gar kein Problem darstellt, da das entsprechende Jahr immer angegeben wird. Interessant fand ich, dass in den verschiedenen Zeitzonen auch teilweise ein unterschiedlicher Schreibstil verwendet wurde. Wir erleben hat, wie es Selah mit dieser Mutter und diesem Druck geht. Dabei ist das Buch auf keinen Fall rührselig, vielmehr hat die Schriftstellerin sehr aussagekräftige Sätze gefunden. Dies ist kein Buch, dass man mal so eben nebenher lesen kann. Es ist ein sehr interessantes Buch, in dem die eine oder andere sich auch wiederfinden wird. Allerdings muss ich gestehen, dass es mir zum Ende hin ein bisschen langatmig wurde. Von mir gibt es aber trotzdem eine klare Leseempfehlung.
Ich fand das Buch eher anstrengend zu lesen, da es nur sehr wenige Lichtmomente hat und es der Hauptfigur einfach den größten Teil der Zeit so schlecht geht. Des Öfteren wollte ich den Hauptcharakter einfach nur schütteln und zwingen, sein Leben schöner zu machen, auch wenn ich weiß, dass es so nicht funktioniert.
auf dem klappentext steht es ist „in dichter sprache geschrieben“ und das stimmt in the best way possible. es gab häufig passagen, die ich so gut fand, dass ich sie direkt nochmal gelesen habe. es tut auch manchmal ziemlich weh aber auf ne inneres kind heilen art. 10/10
eigentlich sehr tolles buch, viele heavy Themen aber authentisch verpackt. ich war leider etwas underwhelmed, nachdem ich durch einen Podcast (Feminismus für alle. der lila Podcast - Empfehlung dafür an dieser Stelle) drauf gestoßen bin hatte ich höhere Erwartungen
TW: Mehrfach sehr explizite Beschreibungen von selbstverletzendem Verhalten und Essstörungen, Beschreibung von Vergewaltigung, Armut, Tod einer nahestehenden Person (kein Anspruch auf Vollständigkeit)
Vorweg: Wenn du überlegst dieses Buch zu lesen, dann empfehle ich dringend auf die TW zu achten. Im Buch selbst stehen keine, darum schau auf die die ich oben gelistet habe und die die andere Rezensionen evtl. noch zusätzlich erwähnen. Sollte es dir grade nicht gut gehen lies dieses Buch besser nicht oder nicht ohne Supportstruktur, die TW sind wirklich gut fundiert.
Wirklich schön geschriebenes Buch, besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählstimmen der Hauptfigur Sera - grade der Wechsel zur Sera im Grundschulalter sticht hier hervor. Bei bewusst unsympathischen Hauptfiguren fällt es mir häufig schwer das Interesse an ihnen zu behalten. Hier jedoch hat mich die Erzählung am Ball gehalten, Sera's innere wie äußere Konflikte haben mich weiterlesen lassen. In dem Zusammenhang muss die Entwicklung von Sera erwähnt werden. Sera fängt, wie bereits gesagt, nicht als sympathische Figur an, Sera's Entwicklung wird so um so deutlicher und mMn auch sehr rund & schlüssig.