Ruhig, menschlich, berührend – ein Roman, in dem Begegnungen zu Wendepunkten werden. Vom Autor von »Kronsnest« und »Habichtland«<
Dave überlebt den Abschuss seines Fliegers über dem nordfriesischen Wattenmeer und entgeht nur knapp dem Ertrinken. Der britische Soldat könnte das Kriegsende in einem Versteck abwarten, doch er wagt die Flucht von Husum die Küste entlang nach Dänemark. Dabei trifft er auf den jungen, sensiblen Paul, der von sich selbst Härte verlangt, seine Tante Anna, die sich entschließt, Dave zu helfen, und Cecilie, ein schillerndes und doch verschlossenes Mädchen. Auf einem Boot nahe der dänischen Grenze entsteht ein Plan, wie Dave es bis nach England schaffen könnte.
"Florian Knöppler, die neue, ernst zu nehmende Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur." Jürgen Deppe | NDR Kultur
„Er hob den Blick, schaute ein paar Seeschwalben hinterher und versuchte an die Zukunft zu denken, daran, wie es jetzt weiterging. Langsam schälten sich ein paar Überlegungen heraus.“ (Zitat Pos. 121)
Inhalt Der Engländer Dave Milton ist Tierarzt, doch in diesem Sommer 1944 ist er als Soldat der Air Force im Einsatz. Sein Flugzeug wird über dem norddeutschen Wattenmeer abgeschossen, er kann mit dem Fallschirm abspringen und überlebt. Eine alte Frau, alle nennen sie die Halliggräfin, findet ihn, und er könnte auf ihrem Anwesen auf der abgelegenen Hallig Südfall das absehbare Ende des Krieges abwarten. Doch er will zurück nach Hause zu seiner Frau Claire, zuerst entlang der Küste immer in Richtung Norden bis nach Dänemark, und von dort aus nach England. Die Halliggräfin kennt jemanden nahe der deutsch-dänischen Grenze, der ihm mit seinem Boot helfen könnte.
Thema und Genre Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen die Menschen, ihr persönliches Schicksal und ihre Entscheidungen, die sie im Zusammenhang mit Dave, Engländer und somit Feind, treffen müssen, helfen oder melden. Es geht um Mut, Vertrauen, Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen in allen Facetten.
Charaktere Dave könnte sich auf Südfall verstecken, dort in Sicherheit das Kriegsende abwarten. Doch er kann nicht untätig abwarten, er hat keine Geduld, er muss handeln und es zumindest versuchen. Es sind die unterschiedlichen Figuren, die den besonderen Sog dieses Romans ausmachen, ihre persönliche Situation, ihre Probleme und Konflikte, und genau daraus ergeben sich auch die unterschiedlichen Gründe, warum sie Dave auf seiner Flucht helfen.
Erzählform und Sprache Die Handlung spielt innerhalb eines knappen Zeitraums von wenigen Tagen. Im personalen Mittelpunkt des ersten und des letzten Abschnitts steht Dave. In den vier Abschnitten dazwischen lernen wir jeweils eine eigene, andere Hauptfigur kennen, ihre Gedanken und Verhalten. Auch die zeitliche Abfolge verläuft nicht immer chronologisch, was jedoch in der Kapitelüberschrift zu lesen ist. Die Spannung ergibt sich aus der abenteuerlichen Flucht selbst und der immer neuen Frage, ob und bei wem Dave Hilfe findet. Diese Erzählform ist interessant und ungewöhnlich, dieses gekonnte Verknüpfen und Verändern der Blickwinkel innerhalb einer dennoch klar strukturierten Handlung. Die Sprache überzeugt durch einfühlsame Schilderungen und lebhafte Beschreibungen der Landschaft.
Fazit Ein faszinierender Roman über eine abenteuerliche Flucht entlang der norddeutschen Küste, in dessen Mittelpunkt jedoch die Begegnungen zwischen sehr unterschiedlichen Menschen stehen, was die Geschichte zu einem beeindruckenden Leseerlebnis macht.
REZENSION – Es war, so sagt er über sich selbst, die Liebe zu Natur und Tieren, die den damaligen Journalisten Florian Knöppler (57) vor Jahren veranlasste, auf einen holsteinischen Bauernhof zu ziehen und dort Tiere zu halten. Doch es dürfte wohl auch die Liebe zu den von der Landwirtschaft lebenden und von rauer Natur geprägten Menschen gewesen sein – Menschen, die sich nicht durch viel Gerede, sondern handfestes Handeln auszeichnen. Schon in seinem zweibändigen Romandebüt „Kronsnest“ (2021) und „Habichtland“ (2022) faszinierte Knöppler gerade deshalb durch die empathische Charakterisierung der Dorfbewohner in der Elbmarsch. In seinen Romanen lebten sie während des Nazi-Regimes in ihrer eigenen kleinen Welt fernab der großen Politik und des Kriegsgeschehens. Die Probleme des Alltags beschränkten sich überwiegend auf das Miteinander, auf ihre Landwirtschaft und die Tiere. In eine ähnlich abgeschottete Welt – diesmal allerdings an der nordfriesischen Wattenmeerküste – führt uns Knöppler in seinem neuen, im August beim Pendragon Verlag erschienenen Roman „Südfall“. Die Menschen sind nach fünf Kriegsjahren erschöpft. Der Einmarsch der Alliierten in der Normandie wurde von vielen als Erlösung hingenommen. Zu jener Zeit spielt Knöpplers neuer Roman: Der britische Bomberpilot Dave Milton überlebt als einziger seiner Crew den Absturz seines Flugzeugs und erwacht leicht verletzt nahe Husum bei Ebbe im Watt. Er erkennt die drohende Gefahr auflaufenden Wassers: „Alles wie früher zu Hause, wenn er William zu den Reusen begleitet hatte.“ Zum Glück wird er rechtzeitig von einer alten mürrischen Frau gerettet – der „Gräfin“ der Hallig Südfall. Ohne viele Worte zu verlieren, nimmt sie den feindlichen Soldaten bei sich auf, zumal er als gelernter Tierarzt einem ihrer Pferde helfen konnte. In der Einsamkeit von Südfall könnte Dave das baldige Kriegsende abwarten. Doch er will über Dänemark wieder nach England zu seiner Claire. Die „Gräfin“ gibt ihm Proviant und erste Tipps zum Fluchtweg. In den folgenden zwei Wochen wird der Engländer von Fluchthelfer zu Fluchthelfer weitergereicht, immer wieder heimlich versteckt und versorgt. Doch nicht seine Flucht ist das Thema des Romans von Florian Knöppler, sondern es sind diese Menschen, die dem feindlichen Bomberpiloten helfen, und ihre Beweggründe, obwohl es doch gerade diese Bomber waren, die ein Jahr zuvor unter dem Code „Operation Gomorrha“ in einer Serie von Luftangriffen die Stadt Hamburg verwüstet und 34 000 Menschen getötet hatten. Es ist nicht der Soldat, dem sie alle unabhängig von einander helfen, sondern der Mensch Dave Milton, den sie im Gespräch kennenlernen: „Ich bin nicht gerne Soldat und habe auch nichts gegen Deutsche. Eigentlich bin ich Tierarzt.“ Doch muss natürlich heimlich geholfen werden. Nicht einmal engste Angehörige dürfen davon wissen. Schließlich gelingt es, den Engländer zusammen mit Siggi, einem 19-jährigen, vom Krieg traumatisierten Deserteur aus dem eigenen Dorf, mit einem dänischen Kutter zur englischen Küste zu bringen. Das Faszinierende an Knöpplers Roman „Südfall“ sind wieder diese interessanten, seine so eigenwilligen Charaktere. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte, hat sein eigenes Schicksal zu tragen. Deshalb sind es auch ganz unterschiedliche Gründe, weshalb sie diesem feindlichen Soldaten helfen, anstatt ihn den Behörden zu übergeben. Knöppler reißt diese Geschichten immer nur kurz an: Sei es die Hallig-Gräfin, die ihre Pferde vor der Rekrutierung an wechselnden Standorten versteckt; oder der junge Paul, der ebenso wie seine Tante Anna dem Engländer hilft, ohne dass der eine vom Handeln des anderen aus Angst vor Verrat wissen darf; oder die junge Cecilie, die in den schüchternen Sohn des Gärtnereibesitzers verliebt ist; oder Großbauer Simon, der sich vor seinem zwielichtigen Knecht Jens vorsehen muss, weil dieser ihn verraten könnte. Kaum hat man sich als Leser mit einer Romanfigur angefreundet, wird der Bomberpilot schon weitergereicht, und wir lernen eine neue Figur und deren persönliche Geschichte kennen. Jedes dieser in „Südfall“ nur angedeuteten Schicksale dürfte eigentlich als Idee für einen weiteren lesenswerten Roman von Florian Knöppler über Schleswig-Holstein, sein Land und seine Leute reichen.
„Dave überlebt den Abschuss seines Fliegers über dem nordfriesischen Wattenmeer und entgeht nur knapp dem Ertrinken. Der britische Soldat könnte das Kriegsende in einem Versteck abwarten, doch er wagt die Flucht von Husum die Küste entlang nach Dänemark. Dabei trifft er auf den jungen, sensiblen Paul, der von sich selbst Härte verlangt, seine Tante Anna, die sich entschließt, Dave zu helfen, und Cecilie, ein schillerndes und doch verschlossenes Mädchen. Auf einem Boot nahe der dänischen Grenze entsteht ein Plan, wie Dave es bis nach England schaffen könnte.“
Ja, die Werke von Florian Knöppler sind immer wieder besonders und anders. So auch seine aktuelle Geschichte „Südfall“. Der Einstieg war wieder recht gelungen und schnell ist man in der Geschichte gefangen. Ausdruck und Lesefluss bieten eine sehr gute Basis und auch der Spannungsbogen wird gekonnt gespannt. Hauptfigur Dave macht sich also sichtbar und offenbart der Aussenwelt, dem „Feind“, wer er ist, bzw. bekennt sich zu seiner Herkunft und die „Feinde“ nehmen ihn auf. Fragen werden kaum gestellt nach dem „Warum“ oder dem „Wie“. Knöppler zeigt dadurch, so empfand ich es, dass Dave halt Mitläufer war, vielleicht jeder seiner neuen Bekanntschaften so gehandelt hätte und er Ablehnung nicht verdient hat. Hätte er sich vor diesem Einsatz geweigert wäre er auch bestraft worden und so wurde er damit bestraft, seine Heimat erstmal zu verlieren und somit vielleicht auch ein bisschen seinen Stolz und seine alte Meinung. Recht poetisch und zweideutig vom Autor selbst gedacht. Aber vielleicht sehe oder interpretiere ich dieses Szenario auch völlig falsch?! Egal, denn schlussendlich zählt hier nur, dass Dave Hilfe erfährt und diese nimmt er an. Alle Figuren hier sind stark ausgearbeitet und bilden einen gelungen Bogen. Unweigerlich kommen einem als Leser selbst diese Fragen beim lesen in den Sinn - was ist richtig oder falsch bzw. darf man helfen. Hätten wir auch so gehandelt? Wären wir auch dem „Feind“ gegenüber so menschlich gewesen? Hat er das verdient? Wie würde es uns an Daves Stelle gehen? Diese Gedanken kommen, wie bereits gesagt, unweigerlich auf. Genau das kenne ich aber als Leser von Knöpplers Werken. Hier darf der Leser nachdenken und sich seine Meinung darüber bilden und jeder Leser wird die Geschichte anders sehen. Egal ob hier und da vorhersehbar oder nicht, dieser Raum für diese Möglichkeit ist wieder bestens in die Geschichte eingewoben! Knöppler zeigt unumwunden auf, was es heißt menschlich zu sein und Respekt gegenüber anderen Menschen zu haben. Ein Thema welches heute gerne an Bedeutung verliert. 4 sehr gute Sterne!
Südfall (dänisch: Sydfald) ist eine Hallig im Wattenmeer an der Nordseeküste im Westen von Schleswig-Holstein. Sie ist nur 0,56 km² groß und gehört zur Gemeinde Pellworm. Als Dave wieder zu sich kommt, liegt er im Wattenmeer. Eigentlich mag er sich gar nicht bewegen und es fühlt sich auch alles eher unwirklich an. Er müsste sich nur umdrehen, aufstehen und den Fallschirm vom Rücken lösen. Aber dann könnten ihn vielleicht die Deutschen sehen und entweder erschlagen oder festnehmen. Beides keine schönen Aussichten, wenn man bedenkt, dass er in seinem Flugzeug auf dem Weg von England nach Deutschland war, um dort Bomben auf eine Stadt fallen zu lassen.
1944 ist keine gute Zeit als Engländer in Deutschland zu stranden. Irgendwann fasst sich Dave und bemerkt, dass er beinahe auf festem Grund steht. Er ist auf der Hallig Südfall gelandet. Die Eigentümerin der Hallig bietet ihm an, dass er bleiben könnte, bis der Krieg vorbei sei. Doch Dave möchte doch wieder nach Hause, denn dort wartet seine zweite Frau auf ihn. Der Engländer geht durch das Wattenmeer und findet ein Versteck vor Husum. Dort rettet er ein Schaf aus einem Priel und wird dabei von dem deutschen Jungen Paul unterstützt, der sich nicht sicher ist, ob er den Engländer nicht lieber verpfeifen sollte. Paul hat seine eigene Geschichte und eine Tante, die wiederum liebend gerne dem Engländer helfen möchte.
Dave trifft auf seiner Flucht an der Nordseeküste Richtung Dänemark auf die verschiedensten Charaktere, die ihm mehr oder weniger freiwillig helfen nach Hause zu kommen. Dabei legt der Autor Florian Knöppler das Seelenleben der Charaktere frei, gibt ihnen eine Stimme, Er lässt den Leser in das Innere, das Gefühlsleben der Menschen abtauchen. Ein bisschen liest sich der Roman wie der kleine Prinz. Jede Station auf Dave's Reise bringt den Leser ein bisschen zum Nachdenken. Nicht zu viel, dass man keinen Spaß mehr an diesem 258 Seiten starken Roman hätte, sondern genauso viel, dass man immer weiterlesen möchte. Ich mochte es, wie der Autor seine Geschichte gesponnen hat und war ganz verwundert, dass es zwischen all den Bösen doch immer wieder gute Menschen gab und gibt.
Es ist nicht das erste Buch, welches ich von Florian Knöppler gelesen habe. Kronsnest hatte ich vor 3 Jahren auf meinem E-Reader verschlungen. Er hat Germanistik und Philosophie studiert und als Reporter bei Zeitungen und Radio gearbeitet. Florian Knöppler lebt mit seiner Familie in Schleswig-Holstein. Vielleicht schreibt er so gut über die Begebenheiten dort, weil er sie direkt vor der Nase hat. Ich mag jedenfalls seine Figuren und Landschaften.
Ich wollte dem Buch wirklich eine Chance geben, aber der Autor macht es einem nicht leicht. Dave, englischer Kampfflieger, ist im deutschen Nordsee-Watt abgestürzt und er will zurück nach England. Was nach einer spannenden Handlung klingt, wird vom Autor so derart gründlich vermasselt, dass man fast Mitleid haben könnte. Dave wird von den Einwohnern der umliegenden Orte geholfen, und diese Personen sind so farblos wie das Watt. Es tauchen ständig neue (aufrecht gehende) Namen auf, aber Charaktere sucht man vergeblich. Die Personen und ihre Handlungen - alle wollen Dave helfen, obwohl abgestürzte Piloten, das wird dem Leser zugeraunt, sonst eher direkt gelyncht werden - bleiben extrem flach und leblos. Ein echter Nazi fährt, soweit ich mich erinnere, als Ortsgruppenführer mal auf dem Fahrrad durchs Bild. Der Autor versucht geradezu krampfhaft, den Namen kleine Geschichten beizufügen und das wirkt so, als ob er das soeben in einem VHS-Seminar zum Kreativen Schreiben gelernt hat. Die kleinen Episoden werden zudem noch zeitlich verschoben (vor zwei Tagen, am nächsten Tag, usw) und man fragt sich bloß, warum? Denn mit diesen ausschweifenden Nebenanekdoten wird auch jeder Ansatz einer sich entwickelnden Spannung im Keim erstickt. Einmal erstreckt dieses völlig unzusammenhängende Gerede über ein Schulmädchen, dass Bio ganz toll findet, über 50 Seiten und man denkt die ganze Zeit: Steckt Dave immer noch im Schilf? Was macht er da die ganze Zeit? Bin ich noch in der selben Story? Auch Dave selbst wird durch seine kargen Äußerungen nicht glaubhafter. Er hat keine Angst vor den Deutschen, die er gerade noch bombadiert hat, und redet eher wie Onkel Dave auf Urlaub an der Küste. Mir sind die positiven Rezensionen hier unerklärlich. Die Charakterbeschreibungen sind so derartig gekünzelt und fantasielos, dass man schon mal den Postboten mit einem Hund oder einer Kuh verwechseln kann. All dies wäre einem aufmerksamen Lektorat aufgefallen, aber das hat man sich hier wohl gespart. Das Buch ist handwerklich gut gemacht (damit meine ich die Bindung und den Druck!), daher und weil das Buch erlösend kurz ist noch einen Stern. Vielleicht bin ich auch verwöhnt, da ich gerade zwei Romane von Joseph Roth gelesen habe und der Kontrast ist schon extrem... Aber bei Pendragon sollte man doch mal in sich gehen und bei der Auswahl der Autoren - auch wenn die Produktion mittlerweile so günstig ist, dass sich Mini-Auflagen lohnen können - etwas sorgfältiger vorgehen.
Florian Knöppler hat erneut einen Roman der leisen Töne geschaffen, in welchem er uns viele Menschen näherbringt, die in ihrem Leben an einem Punkt angelangt sind, den sie meist nicht selbst zu verantworten haben, der sie aber zwingt, über das Leben ganz neu nachzudenken.
Da ist Anna, deren Mann Friedrich an die Front gezogen wurde und die nun den Hof alleine bewirtschaften muss. Doch sie hat Hilfe von ihrem Neffen Paul, der kurz vor dem Erwachsenwerden steht und keine Eltern mehr hat.
Paul trifft am Priel einen Mann, der ein Schaf vor dem Ertrinken rettet. Paul bringt den Mann in den Schuppen bei Anna, um ihm zu helfen. Der Fremde ist Dave, ein Engländer, der wegen des Absturzes seines Flugzeugs hier gestrandet ist und versucht, aus dem Feindesland zu entkommen, um seine Familie in England wiederzusehen.
Paul glaubt noch an den Sieg der Deutschen, während die Nachrichten im Radio verlauten, dass der Atlantikwall bereits stark unter Beschuss der Amerikaner und Briten ist.
Anna hat kein Vertrauen in Paul, weil er in seinem jugendlichen Gedanken vielleicht das Falsche machen könnte. Sie versteckt Dave an einen anderen Ort. Vorsichtshalber. Und sie erkennt in dem britischen „Bombenwerfer“ einen ganz normalen Menschen, mit dem es gut tut, zu sprechen. Von ihrem Mann hat sie lange nichts gehört.
Florian Knöppler bringt uns diese Menschen auf so würdevolle Weise nahe, dass man sich jeder Figur hingezogen fühlt. Ihre Ängste, ihre Sorgen, aber auch ihr Mut und ihr Optimismus spiegeln sich in der rauen Natur der Halligen in ihrem Denken und Handeln wieder. Gerne fühlt man mit ihnen und möchte ihnen nahestehen, wenn nicht sogar helfen. Doch als Leser durchlebt man ja nicht deren Situation, sondern kann nur hoffen, dass es Ihnen am Ende gut gehen und sich alles fügen wird.
Ein kraftvoller Roman um die Gefühle der Menschen in einer zerrissenen Zeit, die so vielen Menschen nur Unheil brachte. Ein Roman, der es wert wäre, die oberen Ränge der sogenannten Literaturlisten zu erklimmen.
Dave ist der einzige Überlebende des Absturzs seines Bombers. Er landet im Wattenmeer auf der Hallig Südfall. Dort lebt eine alte Frau und ihre Pferde. Dave ist im zivilen Leben Tierarzt und kann ein Tier behandeln. Er ist ein Mensch, er hilft Tieren, reicht das um einem Feind des Reichs zu helfen. Die Frau bringt ihn auf den Weg. Sie unterstützt seine Flucht. Er wird weitere Menschen treffen die ihm ein Stück weit helfen, Warum? Es ist ein Buch über Menschlichkeit. Nicht nur die Frage der Humanität sondern auch die Frage was macht mich persönlich aus, die Menschen die ich liebe, meine Gedanken, meine Handlungen, oder wie gehe ich mit unvorhersehbaren Ereignissen um? Dave beantwortet am Ende das so, es sind nicht alle Verbrecher, es gibt dort auch Menschen sonst wäre ich nicht hier. Es sind Momentaufnahmen einer Flucht, nicht so intensiv und detailliert wie bei Anne Seghers, aber der Grundgedanke ist der Gleiche. Hier endet die Szene immer genau dann wenn man es nicht erwartet. Als Leser muss ich mir die Entwicklung selber ausmalen. Ist Verrat im Spiel, warum hilft Er oder Sie, alles bleibt offen und damit viel Stoff über das Buch hinaus. Das Buch lässt den Leser auf lange Zeit nicht los, denn immer wieder taucht ein Gedanke auf, das ist der Grund, darum, so und nicht anders. Am nächsten Tag eine neue Idee. # Ein phantastischer Schreibstil, gerne mehr davon.
Das Cover wirkt auf mich wie ein Gemälde. Es strahlt für mich Ruhe und Einsamkeit aus. Der Titel ist gut gewählt. Die Haptik des Hardcover Buches gefällt mir sehr gut.
In diesem tiefgründigen und sensiblen Roman geht es um den britischen Soldaten Dave. Der Roman spielt zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Dave´s Flugzeug stürzt ab und er überlebt nur knapp. Gestrandet am nordfriesischen Wattenmeer möchte er zurück in die Heimat und ein Weg voller Gefahren aber auch wichtigen Begegnungen beginnt. So trifft er unter anderem auf Paul und Anna, immer wieder erfährt man mehr über das Leben der damaligen Zeit. Die Charaktere sind sehr facettenreich dargestellt. Dave schafft es immer wieder die Personen, die er trifft, aus einem Loch zu ziehen und ihnen neue Blickwinkel aufs Leben zu ermöglichen. Wer ist nun Feind oder Freund? Oder sind sie nicht alle einfach Menschen? Der Roman hat sehe viel Tiefgang, ich konnte mich sofort in die Handlung hineinversetzen. Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen und ich war bis zum Ende von der Geschichte fasziniert. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
This is one of the best books I’ve read in a long time. I was not looking forward to reading it to be honest. It was a Christmas gift and I felt obligated to read it, but I thought—it’s not very long, I’ll just get it out of the way quick. It was so not what I was expecting. The blurb on the back suggested it would be a war story (not my thing at all), but it was really about being human, the relationships between people—strangers, really—who cross paths at some point in our lives and the impact they can have on us. And I feel like the author’s love of the region and it’s people was very beautifully brought to paper.
Schon das Cover verspricht mir Weite, aber auch Zurückgeworfeñsein auf Weniges und könnte nicht besser gewählt werden. Der Roman selbst - konzentriert auf ein paar Tage 1944- ist faszinierend. Der Pilot Dave wird über der Hallig Südfall abgeschossen und überlebt als einziger. Er wird von der Halliggräfin gefunden, die in bei der Flucht nach Hause unterstützt. Das ihre schon spannend, aber nicht außgewöhnlich. Unendlich feinfühlig ist aber die Zeichnung der Gedanken, Gefühle, Motive aller Personen , die vorkommen. Eines der besten Bücher, die ich kenne