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Politik, Kunst, Religion. Essays über zeitgenössische Philosophen

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German

150 pages, Perfect Paperback

First published January 1, 1978

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Jürgen Habermas

383 books730 followers
Jürgen Habermas was a German sociologist and philosopher in the tradition of critical theory and American pragmatism. He is perhaps best known for his work on the concept of the public sphere, the topic of his first book entitled The Structural Transformation of the Public Sphere. His work focuses on the foundations of social theory and epistemology, the analysis of advanced capitalistic societies and democracy, the rule of law in a critical social-evolutionary context, and contemporary politics—particularly German politics. Habermas's theoretical system is devoted to revealing the possibility of reason, emancipation, and rational-critical communication latent in modern institutions and in the human capacity to deliberate and pursue rational interests.

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Author 1 book123 followers
May 20, 2026
Vor ein paar Wochen ist Jürgen Habermas gestorben, womit die Stelle des bedeutenden deutschen Philosophen vakant wurde. Gelesen habe ich von ihm indes, außer einigen Zeitungsartikeln, nichts.

Da kam dieser schmale Band mit Aufsätzen über Bloch, Adorno, Benjamin, Marcuse, Arendt und Scholem sehr gelegen.

Leider muss ich gleich zu Anfang sagen, dass ein Philosophiestudium und lebenslanges Interesse an Kunst und Kultur mir nicht das geistige Rüstzeug bereitgestellt haben, um für den Mann gewappnet zu sein.

So stolpere ich gleich über diesen Satz: „Der konservative Satz von Erhaltung und Gleichgewicht der Energie, der Physik und Moral metaphysisch auf einen Nenner bringt, schließt Neuerung, schließt möglichen Fortschritt zum Besseren aus, noch in seiner geringsten Dosis – der des Tagtraums etwa.“ (S. 15f.)

Der Energieerhaltungssatz ist konservativ. Ist das mehr als ein Pleonasmus? Inwiefern befinden sich damit Physik und Moral auf einem Nenner? Und warum schließt das Neuerung aus? Oder anders gefragt, wenn es Neuerung gäbe, wäre der Satz von der Erhaltung der Energie ungültig? Der Satz kann in verschiedenen Dosen verabreicht werden, von denen die geringste der Tagtraum ist?

Immerhin, der Aufsatz zu Bloch kommt zu einem Ergebnis, das ich verstehe:

Für die Philosophen der europäischen Resttradition, die heute zwischen angelsächsischem Positivismus und sowjetischem Materialismus auf engerem Raum zusammenrücken, bleibt es dennoch ein irritierender Tatbestand, dass von jenseits der Elbe eine Philosophie entgegentritt, die sich – freilich um den Preis eines gleichsam übersprungenen Kant, in gewisser Weise vorkritisch – vom großen Atem des deutschen Idealismus tragen lässt. (S. 31)


Vermutlich ist der richtige Zugang, sich einfach von der Schönheit der Prosa berauschen zu lassen.

Die Hüllenlosigkeit des exoterisch gewordenen Glücks, das der auratischen Brechung entbehrt, begründet eine Verwandtschaft mit der Erfahrung des Mystikers, der im Zustand der Ergriffenheit mehr an der Aktualität der Nähe und der fühlbaren Präsenz Gottes als an Gott selber interessiert ist. (S. 70)



Benjamin, sagt Habermas, habe zeitlebens an der mimetischen Theorie der Sprache festgehalten.
Und um das zu unterstreichen, zitiert er einen Satz von Mallarmé, den Benjamin zitiert: „Die Tänzerin ist nicht eine Frau, sondern eine Metapher, die aus den elementaren Formen unseres Daseins, einen Aspekt zum Ausdruck bringen kann: Schwert, Becher, Blume oder andere.“ (S. 72)

Am zugänglichsten ist der Vortrag anlässlich des 80. Geburtstags von Gershom Sholem, vermutlich, weil Habermas bei Zuhörern glaubt, weniger intellektuelle Flexibilität voraussetzen zu dürfen, als bei Lesern philosophischer Essays.
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