"Denn die Realität hatte für viele Menstruierende, die ich kannte, nichts mit schnörkeligen Eileitern und süßen Leckereien zu tun, sondern mit teils wenig oder kaum erforschten, unsichtbaren Schmerzen und Krankheiten wie Endometriose, Myomen, PMS, PMDS, Gebärmutterhalskrebs und dem polyzistischen Ovarialsyndrom."
Bianca Jankovska hat ein Buch geschrieben, wo sie über ihre Erfahrungen mit Lohnarbeit in der Leistungsgesellschaft berichtet, diese in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext stellt und dazu noch stellenweise auf ihre PMDS-Erkrankung eingeht (Prämenstruelle Dysphorische Störung).
Das Buch ist unterteilt in die Kapitel Scham, Schuld, Wut, Schmerz und Hoffnung, die sich darunter befindenden Texte sind aber eher fragmentarisch und nicht unbedingt aufeinander aufbauend.
Das Buch liest sich insgesamt sehr subjektiv (was die Autorin im Vorwort auch voranstellt) und ist gespickt mit vielen persönlichen Anekdoten/Erfahrungswerten, doch auch Studienergebnisse oder internationale Vergleiche werden häufig angeführt, z.B. zur Vier-Tage-Woche oder Menstrual Leave.
Ich habe das Buch ganz gern gelesen und fand manche Ideen und Gedanken der Autorin sehr interessant - z.B. zur Selbstausbeutung durch Leistungsoptimierung, indem der Zyklus "genutzt" wird, zum Arbeiten mit Perfektionist*innen oder zum Umgang mit persönlichen Krisen im Joballtag.
Mit manchen konnte ich weniger anfangen, z.B. einigen persönlichen Erfahrungsberichten oder manchen Lösungsvorschlägen, die sehr an Privilegien orientiert waren.
Zudem hatte ich aufgrund des Untertitels und Klappentextes etwas andere Erwartungen an das Buch: ich hätte mir eher ein umfassenderes Bild gewünscht mit Blick auf Branchen, in denen viele Menstruierende arbeiten, die keine Bürojobs haben. Auch hätte ich erwartet, dass das Thema Menstruation (im Arbeitskontext) mehr besprochen wird, das kam mir etwas zu kurz.
CN: Selbstv3rletzendes Verhalten, Depr3ssion, Es$störung, B0dyshaming, Alkoh0lkonsum, Suiz1dalität, T0d, Trauma, Schwangersch4ftsabbruch, G3walt, Dr0genkonsum