Der Bestseller »Unlearn Patriarchy« hat unglaublich viele Menschen inspiriert. Für den Folgeband der feministischen Anthologie versammeln die Herausgeberinnen und Bestsellerautorinnen Emilia Roig und Alexandra Zykunov zusammen mit Silvie Horch weitere prominente Autor*innen und Aktivist*innen, um den so hartnäckigen patriarchalischen Prägungen unserer Gesellschaft nachzuspüren und Möglichkeiten, diese endlich und ganz konkret zu verlernen.
In 13 ehrlichen und radikalen Essays beleuchten die Beitragenden die krassen Auswirkungen des Patriarchats auf unser aller Leben. Sie berichten von ihrem eigenen Weg hin in eine diskriminierungsfreie Gesellschaft und geben Impulse, wie wir internalisierte Muster erkennen und aufgeben können. Ein Must read für alle, die mit der andauernden Ungleichheit zwischen Frau und Mann, weiß und Schwarz, hetero und queer, arm und reich sowie den zugrunde liegenden Strukturen nicht einverstanden sind.
Renowned social justice leader, author, and expert on intersectionality, diversity, equity, inclusion and non-discrimination Emilia Roig has been shifting the discourse on systemic inequalities in Europe through the creation of the Berlin-based Center for Intersectional Justice (CIJ), the publication of her book WHY WE MATTER, her numerous speaking engagements and her high-level consultancy services.
Obwohl ich Teil 1 nie gelesen/gehört habe, hatte ich keine Verständnisprobleme, da es sich hier um einen Sammelband mit Essays zu diversen Themen handelt.
Die Themen sind:
Yassamin-Sophia Boussaoud - Unlearn Körper Karin Hartmann - Unlearn Architektur Anne Dittmann - Unlearn Erziehung Ireti Amojo - Unlearn Sport Rebecca Makos - Unlearn Ableismus Asha Hedayati - Unlearn Recht Miriam Davoudvani - Unlearn Mental Health Sakura Naqshband - Unlearn Klasse Alexandra Zykunov - Unlearn Gender Pay Gap Melina Borcak - Unlearn Krieg und Genozid Sarah Vecera - Unlearn Kirche Mandy Mangler und Gonza Ngoumou - Unlearn Medizin Nicole Seifert - Unlearn Literatur
Als jemand, der sich schon länger für das Thema *Smash the Patriarchy* interessiert, waren mir viele Themenfelder schon bekannt, wie zum Beispiel Unlearn Erziehung, Unlearn Mental Health und Unlearn Klasse. Trotzdem habe ich in jedem dieser Kapitel noch einiges erfahren, das mir neu war. Mit anderen Themen (Unlearn Architektur, Unlearn Sport) bin ich bis jetzt nur wenig bis gar nicht in Berührung gekommen, weshalb auch gleich die Autorinnen* der jeweiligen Texte gogoogelt wurden, um weitere Lektüre zu beschaffen. Aufgrund dessen eignet sich dieser Band für Einsteigerinnen* und bereits informierte Personen gleichermaßen. Man bekommt einen Überblick, allerdings mit vielen Details und gleichermaßen Inspiration sich noch mehr in die Themen zu vertiefen.
Ein Zitate, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist (aus Unlearn Körper): ... Fettfeindlichkeit zu verlernen ist eine Lebensaufgabe. Für alle. Selbst für davon betroffene Menschen...
Hoffen wir, dass es noch weitere Teile dieser Essaysammlungen geben wird. Hier waren meine Highlights die Texte zu Körper, Krieg und Genozid sowie Literatur.
Definitiv empfehlenswert. Das Buch zeigt in 13 Kapiteln die Einflüsse des Patriarchats in verschiedenen Lebensbereichen auf, jedes Kapitel ist dabei von anderen Autorinnen geschrieben. Natürlich kann bei kurzen Essays, nicht in die Tiefe gegangen werden, aber es gibt definitiv Impulse und neue Erkenntnisse.
Fand’s nochmal nicer als 1 Gerade zu unlearn Kirche sehr stark Und unlearn Genozid hat mich sehr umgehauen Die beiden Bücher sind wirklich cool und stellen nen breites Spektrum dar, auch Erziehung und Medizin sind einfach mal nice Einstiege, ohne direkt einzelne Monografien dazu lesen zu müssen
Es war echt langwierig, sich hier durchzulesen, weil erstens sehr wissenschaftlich/viel Stoff und vor allem aber, weil es echt harte und emotionale Themen sind & ich deshalb oft mal Pause vom Lesen gemacht habe. Viele Themen, die ich schon durchgekaut habe, aber auch einige, die ich nicht auf dem Schirm hatte (Architektur, Recht, Krieg & Genozid, Literatur). Meine Lieblingskapitel waren die über Ableismus, Klasse, Medizin und ganz oben komischerweise Kirche, das Kapitel hat tatsächlich viel mit mir gemacht.
„Mein Glaube tragt und inspiriert mich Oh ja, ich glaube tatsächlich noch an Wunder und hoffe, dass ich das noch lange tun kann. In indigenen Wissensbeständen und Lebensphilosophien außerhalb Europas finde ich häufig spirituelle Anknüpfungspunkte, die diesen Glauben an Wunder in mir nicht sterben lassen. Die südafrikanische Lebensphilosophie des Ubuntu zum Beispiel. Wortwörtlich könnte man Ubuntu mit Menschlichkeit übersetzen, doch dabei würde einiges verloren gehen von der Idee. Sinngemäf bedeutet der Begriff wIch bin, weil wir sind. Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu schreibt in seinem Buch Keine Zukunft ohne Versöhnung dazu: »Ein Mensch mit Ubuntu ist offen und zugänglich für andere, fühlt sich durch andere bestätigt und nicht bedroht, sondern weiß um die Fähigkeiten und Güte anderer. Er oder sie besitzt eine ausgeprägte Selbstsicherheit, die von dem Wissen herrührt, dass er oder sie einem größeren Ganzen angehört. Es geht bei Ubuntu also mehr um ein ethisch verantwortliches Leben in Gemeinschaft als um das persönliche Streben nach Glück.
In Empowerment-Trainings für BIPoC oder FLINTA* war es für mich oft besonders heilsam, ein kollektives Wir-Gefühl zu spüren. »Ich bin Mensch, weil ich dazugehöre«, würde Tutu wohl sagen. Ein Gefühl von Verbundenheit mit Menschen, der Natur und etwas Übernatürlichem ist für viele indigene Traditionen dieser Welt typisch. Menschen haben erkannt, dass der Mensch nur durch die Existenz anderer leben kann. Mit einer solchen Grundhaltung könnte unser Miteinander in einer vielversprechenden Art und Weise inspirierend wirken und Verbundenheit schaffen. Mit Ubuntu im Hinterkopf entscheidet man sich nämlich dafür, im Dialog mit den Menschen zu bleiben. Im persönlichen Austausch merke ich so oft, dass sich mein Gegenüber öffnet, sobald ich mich öffne. So können wir einander nah sein und viel voneinander erkennen und lernen.
Unterdrückungssysteme wurden geschaffen, um Macht auszuüben, und dazu musste man Menschen emotional voneinan-dertrennen. Ein spirituelles Gefühl von Verbundenheit kann das verändern und eine Art widerständiges Potenzial freisetzen durch die Verbindung beziehungsweise Aufhebung der fremd-bestimmten Trennung, weil wir dadurch in einer anderen Art der Abhängigkeit zueinander stehen. Wer Ubuntu beherzigt, braucht auch in den Fähigkeiten anderer keine Konkurrenz zu sehen und sie abzuwehren, weil die Fähigkeiten anderer auch der Gemeinschaft dienen und damit auch mir. Erzbischof Desmond Tutu zufolge kann das zu einem größeren Selbstbewusstsein führen, weil wir uns automatisch als Teil eines großen Ganzen verstehen. Ähnlich hat das auch die afroamerikanische Aktivistin und Schriftstellerin Audre Lorde beschrieben. Sie sprach von radikaler Selbstfürsorge und ging davon aus, dass vieles an Kampf, Unterdrückung und Rassismus nicht mehr nötig wäre, wenn sich jede*r selbst genug geliebt und gesehen fühlen würde.
[…]
In der Klimakrise, im anhaltenden Sterben auf dem Mittelmeer und in allen Unterdrückungssystemen wird spürbar, dass wir nur gemeinsam überleben können und miteinander verbunden sind. Wir können nur zusammen frei sein und gemeinschaftlich die Systeme bekämpfen, die uns trennen wollen. Daher ist es ratsam, diese Systeme nicht mit den gleichen Werk-zeugen, wie zum Beispiel patriarchaler Machtausübung, zu be-kämpfen, mit denen sie geschaffen wurden und die sie bis heute aufrechterhalten." Die Bibel und viele andere spirituelle und religiöse Ansätze bieten uns Gegenentwürfe, die von Liebe geprägt sind“
So ein starkes Buch voll wichtiger und lehrreicher Beiträge, wie patriarchale Strukturen sich in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen - Medizin, Kirche, Sport, im Recht - äußern. Der weiße Mann gilt bis heute als Norm, von der ausgegangen wird. Das bedeutet für Flintas*, BiPoC, behinderte oder queere Menschen nicht nur eine Unterrepräsentation in gesellschaftlich relevanten Bereichen, sondern u.a. auch höhere gesundheitliche Risiken für diese Gruppen, besonders für Schwarze Frauen, weil mehr Geld für Forschung an Männern ausgegeben wird, das Nicht-Behandeln weiblicher Literatur in der Schule & das überwiegende Erlernen der männlichen Perspektive, fehlende rechtliche Einstufung von Nutzung reproduktiver Gesundheit als Kriegswaffe (zB in Form von Sterilisationen oder Verg*waltigungen) usw. Da steckt so viel im Buch, dass ich es direkt nochmal lesen könnte.
Vor allem ein Buch wie „Unlearn Patriarchy 2“ als Hörbuch zu hören, war wirklich eine spannende Erfahrung. So viele unterschiedliche Texte und Stile, die hervorragend von der Sprecherin interpretiert, vorgetragen und teilweise hinausgeschrien werden, wie es aber auch wirklich nötig und richtig ist. Denn manche Themen verdienen es einfach, mit einer gewissen Wucht gelesen zu werden.
Und genau das ist UP2 für mich am Ende auch. Wirklich eine Wucht und bei manchen Themen und Sachverhalten musste ich einfach unglaublich schlucken. Es ist jetzt schon ein Weilchen her, dass ich das Hörbuch beendet habe, doch manche Themen und Darstellungen gehen mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich glaube, dass das wirklich gut ist, denn so gerät es eben NICHT in Vergessenheit und bei einer möglichen Diskussion kann ich gewisse Aspekte anbringen, die mir vorher nicht bekannt waren.
Auf der anderen Seite sind Bücher wie UP2 eben Titel, die tendenziell eher von Männern gelesen werden sollten. Denn vielen Menschen, wozu mit Sicherheit auch Frauen zählen, dürfte es eher unklar sein, wie weit der Rattenschwanz des Patriacharts wirklich reicht. Mir war es jedenfalls nicht klar. Und an einigen Stellen lässt sich wahrscheinlich auch nur wirklich schwer rütteln. Auf der anderen Seite haben wir in der Masse eher die Möglichkeit, Dinge zu bewegen. Dazu empfehle ich vor allem das Buch „Was ihr wollt“ von Friedemann Karig, wo es konkret um das Thema Protest und die Macht des Widerstands geht.
Bitte lesen, hören, weiterempfehlen und niemals müde werden, darüber zu sprechen!
Ein Buch zur Einführung in den intersektionalen Feminismus. Für Leser*innen, die sich bereits mit Feminismus auseinandergesetzt haben, bringt das Buch insgesamt nicht viel Neues, aber ein paar Texte zu Themen, mit denen sie sich nicht auskennen, werden wahrscheinlich erhellend sein. Am interessantesten für mich waren: unlearn gender pay gap von Alexandra Zykunov, unlearn krieg und genozid von Melina Borcak, unlearn kirche von Sarah Vecera. Das Hörbuch wurde großartig von Maya Alban-Zapata gelesen!
Teil 1 hat mir ja schon sehr gut gefallen und dieser Band ist mindestens genauso gut gelungen. Was für kluge Texte von vielen klugen Menschen. Besonders Unlearn Ableismus und Unlearn Krieg und Genozid haben mich immer wieder Dinge unterstreichen lassen. Es sollte in der Oberstufe und sowieso von allen Menschen gelesen werden!
Wie auch schon der erste Teil ist hier jedes Kapitel von einer anderen Frau zu einem anderen Thema verfasst. So berichten die Autorinnen teils ganz private Geschichten und geben Einblicke in patriarchale Strukturen in Bereichen, mit denen wir sonst vielleicht nicht so viele Berührungspunkte haben – wie bei mir zum Beispiel Recht, Architektur oder Technik. So wird jedoch gezeigt, dass sich die Auswirkungen dieser Strukturen ständig in unserem täglichen Leben wiederfinden, wir diese aber teilweise gar nicht erkennen. So hat mir das Buch an vielen Stellen die Augen geöffnet. Genau das ist auch für mich der große Hebel, den dieses Buch haben kann. Je mehr unsere Gesellschaft hinterfragt und Stimmen hört, die sonst vielleicht ungehört bleiben, desto eher kann vielleicht in Zukunft umgedacht werden.
Wie sein Vorgänger zeigt es die vielen Facetten des Patriarchats. Manches war mir vertraut, manches wurde aufgefrischt, manches war neu. Mir gefällt der Ansatz, dass verschiedene Expertinnen einen Essay zu ihrem Schwerpunkt schreiben. So gibt es trotz der Kürze der Themen viel Tiefe. Wirklich gut war, dass es (wie in vielen feministischen Büchern) nicht primär um die weiße Frau ging, sondern auch stets die Intersektionalität differenziert betrachtet wurde.
Die neue feministische Anthologie »Unlearn Patriarchy #2« diesmal herausgegeben von Emilia Roig, Alexandra Zykunov und Silvie Horch macht genau da weiter, wo die erste Anhologie »Unlearn Patriarchy« aufgehört hat: Patriarchatskritik at its best und zwar in den verschiedenen Bereichen, aus diversen Perspektiven und mit inspirierenden Möglichkeiten, die patriarchalischen Prägungen unserer Gesellschaft zu reflektieren, neu zu denken und zu verlernen.
»Und vor allem will ich wissen: Wer ist schuld an all dem? Die leichte Antwort wäre: das Patriarchat. Die komplexe Antwort: Puh, wo fängt man da bloß an?« (S. 140)
Alle Essays — mit Ausnahme von »unlearn kirche«, das ich wirklich sehr unsachlich, unkritisch, undifferenziert und subjektiv empfunden habe — finde ich die Beiträge wahnsinnig gut, feministisch, neue Perspektiven aufzeigend und den Finger in unsere blinden Patriarchatswunden legend ☝🏼. Das Literaturverzeichnis und die Anregungen für weiterführende Literatur finde ich großartig.
Besonders herausragend sind für mich die folgenden Essays: · unlearn architektur - Karin Hartmann · unlearn sport - Ireti Amojo · unlearn krieg und genozid - Melina Borčak
So all in all: GROSSE Empfehlung 💜 für diese als auch die erste Ausgabe von »Unlearn Patriarchy« 💜🧡🔥
BTW: Ich bin sehr gespannt auf die nächste Anthologie, die im Ullstein Verlag im August erscheinen wird: »Unlearn CO2« 🔥
Unlearn Patriarchy 2 wurde von Emilia Roig, Alexandra Zykunov und Silvie Horch herausgegeben und beinhaltet insgesamt dreizehn Essays verschiedener Autor*innen zu verschiedenen Schwerpunktthemen, u.a. Körper, Erziehung, Mental Health, Medizin und Literatur. Je nach Schwerpunkt konnte mich ein Essay mehr oder weniger persönlich ansprechen, allen gemein ist jedoch, dass wichtige Aspekte diskutiert und aufgezeigt werden. Somit konnte ich als Leserin aus allen Essays einige Aspekte und Denkanstöße mitnehmen. Je nach schreibender Person ist der Schreibstil und die gewählte Sprache mal leichter und flüssiger, mal etwas umständlicher zu lesen, insgesamt sind jedoch alle Essays durch ihre Kürze und Übersichtlichkeit gut lesbar. Die Kürze bedeutet auch, dass nicht immer in die Tiefe gegangen werden konnte, was in dieser Veröffentlichungsform auch nicht erwartet werden sollte. Umso schöner ist das Literaturverzeichnis, durch das ich mich in einigen Themengebieten durchgearbeitet habe, um mehr Hintergründe zu verstehen. Einige Essays machen wütend, betroffen oder konsterniert - keines jedoch mutlos. Deutlich wurde, dass jede schreibende Person Expert*in für das jeweilige Thema ist, so wurde sehr viel Wissen vermittelt und Glaubwürdigkeit erreicht. Das gefällt mir an diesem Buch besonders gut. Ich finde dieses Buch liefert einen wichtigen Aspekt um patriachale Strukturen im Alltag zu benennen und sich bewusst zu machen, eine Änderung dieser bestehenden Missstände braucht Mut und Entschlossenheit und wird vermutlich viel Zeit benötigen...
Ich finde es immer etwas schwierig, Anthologien bzw. Essay-Sammlungen angemessen zu bewerten. Gerade bei solchen wie dieser hier, mit Texten verschiedener Autor*innen zu allen möglichen Themen, kommt es ja auch sehr darauf an, was mensch selbst mehr oder weniger interessiert. Im Fall von "Unlearn Patriarchy 2" würde ich auf eine 3,5 gehen, da einige der Texte durchaus ihre Längen hatten oder einfach aus Themenfeldern kamen, die nicht so "meins" sind. (z.B. Sport oder Kirche).
Das ist aber auf keinen Fall mangelndem Talent der Autor*innen zuzurechnen, qualitativ waren alle Beiträge gut und ich konnte auf jeden Fall einiges mitnehmen. Wer sich für intersektionellen Feminismus interessiert und/oder den ersten Band gelesen hat - wobei letzteres kein Muss ist, weil die behandelten Themen andere sind - der*dem kann ich diese Sammlung nur wärmstens ans Herz legen.
In meinen Augen eine feministische Pflichtlektüre.
Meine Top 3 Essays: - Unlearn Erziehung: wenig Erwartung, da es mich nicht betrifft / betreffen wird - aber wirklich gut geschrieben und hat meinen Blick auf Mütter und was sie leisten nochmal geändert.
- Unlearn Gender Pay Gap: wundervoll aufgearbeitet und dargestellt - auch die ganzen „Buddies“ der Gender Pay Gap. Das Kapitel werde ich vor der nächsten Familienfeier nochmal durchlesen.
- Unlearn Krieg & Genozid: sehr schmerzhaft und aufwühlend, aber so so wichtig darüber zu schreiben. Grade unter den Umständen mit Palästina allerdings wirklich herzzerreißend 💔
Wenn man sich mit dem Thema schon beschäftigt, bietet 'Unlearn Patriarchy 2' nicht unfassbar viel Neues. Und trotzdem hab ich in jedem Kapitel noch Denkanstöße mitnehmen können. Mochte es als Hörbuch sehr, weil man jedes Kapitel für sich hören kann. Und weils richtig gut gelesen ist!
Ich fands etwas besser als den ersten Band, trotzdem finde ich es immer schwierig, dass ich sozusagen alle Texte gleichzeitig bewerten muss. Teilweise hätten einzelne Texte natürlich weniger oder mehr Sterne verdient
Habe wie schon bei Teil 1 sehr viel gelernt und bin jedes Mal disappointed but not surprised, in wie vielen Aspekten des Lebens das Patriarchat sich eingefressen hat. Besonders spannend fand ich das Kapitel Unlearn Kirche, weil ich eigene Vorurteile dadurch hinterfragen und ändern konnte.
Unlearn Patriarchy 2 versammelt 13 Beiträge unterschiedlicher Autorinnen zu Themen wie Kirche, Erziehung, Sport, Gesundheit, Behinderung, Identität, Rassismus und Macht. Wie schon im ersten Band handelt es sich um eine Sammlung sehr verschiedener Perspektiven, die in Ton und Argumentation stark variieren. Eine einheitliche Linie lässt sich daher nur bedingt ziehen.
Zunächst positiv: Im Vergleich zum ersten Band gab es einzelne Beiträge, die tatsächlich zum Nachdenken angeregt haben. Besonders das Kapitel zum Thema Behinderung war aufschlussreich. Es zeigt sensibel auf, wie Menschen mit Behinderung sich selbst nicht nur als Leidende, sondern als aktiv Teilnehmende an Gesellschaft und Schöpfung verstehen. Hier werden problematische Haltungen entlarvt und echte Missstände benannt. Das war differenziert und lesenswert.
Auch beim Thema Gesundheit werden reale Fragen angesprochen, etwa die unzureichende Forschung zu frauenspezifischen Erkrankungen oder der gesellschaftliche Umgang mit psychischen Belastungen. Wenn hier strukturelle Defizite benannt werden, ist das wichtig und berechtigt.
Dennoch überwiegen für mich klar die Schwächen.
Die konsequente Gendersprache wirkt überzogen und erschwert das Lesen erheblich. Sprachlich entsteht weniger Präzision als vielmehr Ideologie. Inhaltlich prägt viele Beiträge eine stark antiautoritäre Grundhaltung. Besonders im Kapitel „Unlearn Erziehung“ wird Autorität nahezu grundsätzlich als problematisch dargestellt und einer radikalen Selbstentfaltung gegenübergestellt. Dabei entsteht der Eindruck, dass Verantwortung und Orientierung durch Erwachsene zugunsten eines nahezu grenzenlosen Identitätsverständnisses relativiert werden. Fragen nach Reife, Schutz und entwicklungspsychologischen Grenzen bleiben weitgehend unbeachtet.
Im Kapitel „Unlearn Kirche“ wird es aus theologischer Sicht besonders schwierig. Die Darstellung kirchlicher Tradition, biblischer Texte und christlicher Lehre wirkt exegetisch und kirchengeschichtlich stark verkürzt. Klassische Glaubensaussagen werden als Unterdrückungsinstrumente interpretiert, Gottesbilder einseitig dekonstruiert und zentrale Begriffe wie Mission, Buße oder Sünde neu definiert oder relativiert. Teilweise werden historische Zusammenhänge sehr frei gedeutet. Hier fehlt aus meiner Sicht sowohl theologische Tiefe als auch eine faire Auseinandersetzung mit dem historischen Christentum.
Auch beim Thema Sport werden reale Probleme – etwa die mediale Darstellung von Frauen oder fragwürdige medizinische Eingriffe – angesprochen. Gleichzeitig werden komplexe wirtschaftliche und biologische Zusammenhänge stark vereinfacht dargestellt.
Grundsätzlich zieht sich durch viele Beiträge ein stark ideologischer Rahmen, in dem Patriarchat als Hauptursache nahezu aller gesellschaftlichen Probleme identifiziert wird. Alternative Erklärungsmodelle oder differenziertere Analysen kommen kaum vor. Dadurch wirkt das Buch weniger wie eine offene Debatte, sondern eher wie ein weltanschaulich geschlossenes Projekt.
Fazit: Ein Sammelband mit einzelnen bedenkenswerten Impulsen, aber insgesamt stark ideologisch geprägt, theologisch problematisch und sprachlich anstrengend. Wer sich mit feministischen Perspektiven auseinandersetzen möchte, findet hier Material – eine ausgewogene, differenzierte oder weltanschaulich offene Diskussion darf man jedoch nicht erwarten. Für mich überwiegen daher klar die Schwächen.
Wer ist überhaupt in der Position, sich damit beschäftigen zu können sowohl global als auch intersektional gesehen? Wer hat überhaupt die Zeit, sich darum zu kümmern im engen Korsett aus Care- und Erwerbsarbeit? Wer hat das Geld, sich Therapie, die in weiten Teilen der Welt und auch teilweise hierzulande Privatleistung ist, und gegebenenfalls unterstützende Medikamente oder private Vorsorgemaßnahmen zu leisten? Wer hat die Sprache und Worte dafür, um überhaupt zu verbalisieren, wo der Schuh drückt? - Buchzitat, S. 143 (unlearn mental health)
"Unlearn Patriarchy 2" ist der Folgeband zur erfolgreichen feministischen Anthologie "Unlearn Patriarchy". Herausgegeben von Emilia Roig, Alexandra Zykunov und Silvie Horch, vereint das Buch Essays von Autor:innen und Aktivist:innen, die die tief verwurzelten patriarchalischen Strukturen unserer Gesellschaft analysieren und Wege aufzeigen, diese zu überwinden. Die Herausgeber:innen und Autor:innen sind bekannt für ihre engagierten Beiträge zur Gleichberechtigung und sozialen Gerechtigkeit mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Um sie namentlich zu nennen: Ireti Amojo, Melina Borčak, Yassamin-Sophia Boussaoud, Miriam Davoudvandi, Anne Dittmann, Karin Hartmann, Asha Hedayati, Mandy Mangler, Rebecca Maskos, Saboura Naqshband, Nicole Seifert.
Das Buch ist in 13 Essays gegliedert, die jeweils unterschiedliche Aspekte des Patriarchats beleuchten. Themen wie Schönheitsideale, Mental Health, Medizin, Kirche, Erziehung und Sport werden aus einer feministischen und intersektionalen Perspektive betrachtet. Die Autor:innen berichten von ihren eigenen Erfahrungen und geben Impulse, wie wir patriarchale Muster erkennen und verlernen können. Dabei liegt der Fokus auf einer diskriminierungsfreien Gesellschaft, in der die Ungleichheiten zwischen Geschlechtern, Ethnien und sozialen Klassen überwunden werden.
Ich war beeindruckt, dass "Unlearn Patriarchy 2" genauso gut ist wie der erste Band, obwohl ich befürchtet hatte, dass es ihm nicht gerecht werden könnte. Die Essays lassen sich unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge lesen, was den Einstieg in die unterschiedlichen Themen erleichtert. Besonders schätze ich den intersektionalen Zugang, der in allen Beiträgen deutlich wird. Einige Essays haben mir sprachlich besser gefallen als andere, was bei 13 verschiedenen Autor:innen nicht überraschend ist. Viele der behandelten Themen waren mir bereits bekannt, aber Wiederholungen schaden nie, und auch bei bekannten Themen gab es neue Aspekte zu entdecken, wie etwa der Gender Bonus Gap, Migration Pay Gap oder Class Pay Gap beim Kapitel "unlearn gender pay gap". Der Beitrag von Melina Borčak zum Thema "unlearn Krieg und Genozid" hat mich besonders berührt. Sie beschreibt eindrucksvoll den Genozid infolge des Bosnienkriegs und die grausamen Vergewaltigungen und bewussten Aids-Infizierungen als Kriegswaffen gegen Frauen. Auch habe ich Neues über die Genozide in Ruanda und gegen die Uigur:innen gelernt. Das Kapitel "unlearn Erziehung" fand ich sehr spannend, obwohl ich selbst keine Kinder habe. Besonders interessant waren die Informationen zum Gender Marketing. Als Sozialarbeiterin mit Schwerpunkt auf Sozialraumarbeit fand ich auch das Thema Stadtplanung und Architektur sehr ansprechend, da ich Parallelen zum Buch "Unsichtbare Frauen" von Caroline Criado Perez ziehen konnte. Etwas enttäuscht war ich, dass im Kapitel zu "unlearn Klasse" Karl Marx erwähnt wurde, ohne kritisch hinterfragt zu werden, insbesondere in Bezug auf seine Töchter, die er als unbezahlte Schreibkräfte nutzte. Hier hätte ich mir eine kritische Auseinandersetzung gewünscht, ähnlich wie im Buch "Beklaute Frauen" von Leoni Schöler. Nachdenklich gestimmt hat mich auch das Kapitel zu "unlearn ableismus". Nur 3% aller Menschen mit Behinderungen haben diese von Geburt an, und in Deutschland leben rund 10 Millionen Menschen, die von der Gesellschaft behindert werden. Wenn man bedenkt, dass 1/8 der Menschen irgendwann in ihrem Leben damit konfrontiert sein wird, zeigt sich, wie weit wir in puncto Inklusion und Teilhabe noch zurückliegen.
Alles in allem ist "Unlearn Patriarchy 2" ist - wie schon der erste Band - ein kraftvolles und inspirierendes Buch, das wütend, traurig aber auch hoffnungsvoll mach und wichtige Impulse zur Überwindung patriarchaler Strukturen liefert. Die Vielfalt der Essays und die intersektionale Perspektive machen es zu einem wertvollen Beitrag für eine gerechtere Gesellschaft. Ich gebe dem Buch daher volle 5 von 5 Sternen.
In der Klimakrise, im anhaltenden Sterben auf dem Mittelmeer und in allen Unterdrückungssystemen wird spürbar, dass wir nur gemeinsam überleben können und miteinander verbunden sind. Wir können nur zusammen frei sein und gemeinschaftlich die Systeme bekämpfen, die uns trennen wollen. - Buchzitat, S. 256. (unlearn kirche)
Mit "Unlearn Patriarchy" legt der Ullstein Verlag zwei bemerkenswerte Essaybände vor, die den Nerv der Zeit treffen. Band 1 erschien 2022, Band 2 folgte 2024 – beide jeweils als 352 Seiten starke Sammlung von Einzelessays. Die Herausgeberinnen Lisa Jaspers, Naomi Ryland und Silvie Horch (Band 1) sowie Emilia Roig, Alexandra Zykunov und erneut Silvie Horch (Band 2) haben jeweils eine Vielzahl prominenter, engagierter und intersektional denkender AutorInnen versammelt. Insgesamt vereinen die beiden Bände Beiträge von über 30 Stimmen – darunter Kübra Gümüşay, Kristina Lunz, Teresa Bücker, Emilia Roig, Ise Bosch, Linus Giese (Band 1) sowie Ireti Amojo, Melina Borčak, Nicole Seifert, Rebecca Maskos, Mandy Mangler und viele weitere (Band 2).
Die Essays durchdringen zentrale gesellschaftliche Themen wie Gender, Macht, Kapitalismus, Sprache, Sexualität, Rassismus, Klasse, Gesundheit, Recht oder Literatur – stets mit dem Ziel, patriarchale Muster zu erkennen, zu hinterfragen und zu überwinden. Da beide Bände ähnlich aufgebaut sind und eine untrennbare Einheit bilden, fasse ich meine Eindrücke zu den beiden Hörbüchern in einer Sammelrezension zusammen.
Meine Eindrücke
„Aber wir sind doch schon gleichberechtigt – was wollt ihr denn noch?“ Sätze wie dieser zeigen gemeinsam mit den Statistiken zu Femiziden, Lohnungleichheit und sexualisierter Gewalt, der fehlenden Repräsentation und nicht zuletzt der alltäglichen, oft unsichtbare Abwertung des Weiblichen, wie tief patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft verwurzelt sind und vor allem: dass wir noch noch lange nicht am Ziel sind. Und wie könnte wir auch, wenn wir als Gesellschaft Sexismus immer noch unbewusst in Form von internalisierter Misogynie, in unserer Sprache, Erwartungen, Rollen- und Selbstbildern mitttragen? Die Autorinnen und Herausgeberinnen erklären bereits im Vorwort: Wir alle sind in patriarchalen Strukturen sozialisiert worden, die uns so vertraut sind, dass wir sie kaum mehr bemerken. Genau hier setzt die Essay-Sammlung "Unlearn Patriarchy" an. Aufgeteilt in einzelne Beiträge fordert sie uns auf, vertraute Denkmuster zu erkennen, zu hinterfragen und bewusst zu verlernen – nicht, um von einem Tag auf den anderen „frei“ zu sein, sondern um überhaupt erst klar sehen zu können, wie tief diese Muster reichen und wie sehr sie unser Denken, Fühlen und Handeln prägen. Denn erst wenn wir beginnen, unsere erlernten Wahrheiten zu dekonstruieren, wird der Blick frei für das, was möglich ist – jenseits der scheinbaren Alternativlosigkeit patriarchaler Normalität. "Wirkliche Neutralität kann es in einem diskriminierenden System nicht geben, vielmehr werden die Ungerechtigkeiten dieses Systems immer mit aufrechterhalten, indem sie im Namen vermeintlicher Neutralität ausgeblendet werden."
Diesem hehren Ziel nähert sich Band 1 über insgesamt 15 Essays zu den Themen Sprache, Gender, Liebe und Sex, Familie, Rassismus, Identität, Bildung, Kapitalismus, Politik und Macht, Geld und Technologie. Band 2 führt die Analyse in 13 weiteren Beiträgen fort, die sich unter anderem auf Recht, Krieg, Klasse, Gesundheit, Religion und Literatur beziehen. Auch wenn die Beiträge mit unterschiedlicher inhaltlicher Tiefe und wissenschaftlichem Anspruch geschrieben sind, zeigen sie doch allesamt sehr gelungen auf, wie tiefgreifend patriarchale Strukturen wirken, in scheinbar neutralen Bereichen wie Forschung, Sprache oder Recht ebenso wie in Alltag und Beziehung. Dabei waren manche Themen und Erkenntnisse bereits bekannt, manches wurde aufgefrischt und einiges war auch neu. Das zeigt, dass diese Art von Bücher wertvoll sind, aber wahrscheinlich selten die richtige Zielgruppe erreicht: Männer, die sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt haben. Umso wichtiger ist es, sie weiterzuempfehlen. Denn mit dem Lesen dieser Bücher ist es natürlich nicht getan. Aber "Unlearn Patriarchy" legt eine kraftvolle Grundlage, um Feminismus strukturell, institutionell und intersektional neu zu denken – und dabei bei sich selbst anzufangen. "Die überwältigende Mehrheit der Menschen lebt in heterosexuellen Ehen oder Partnerschaften. Dies mag sich für viele Menschen natürlich anfühlen, aber die Heterosexualität ist größtenteils erlernt und wird gesellschaftlich gefördert und begünstigt. Warum? Weil sie wichtige Funktionen in unserer Gesellschaft erfüllt."
Besonders gelungen finde ich dabei die Vielfalt der Stimmen, die hier zu Wort kommen darf. Beide Bände beeindrucken durch konsequentes intersektionales Denken. In Ablehnung der Falle des "weißen Feminismus" werden Diskriminierungsformen wie Sexismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus oder Transfeindlichkeit hier gezielt nicht getrennt betrachtet, sondern als sich überschneidende Systeme verstanden, die gemeinsam analysiert und bekämpft werden müssen. Dementsprechend sind die VerfasserInnen der Beiträge als VertreterInnen verschiedener Schnittstellen ausgewählt. In Konsequenz waren mir manche der AutorInnen inhaltlich und biografisch näher, andere weiter entfernt – doch alle Beiträge sind eloquent, zugänglich, oft emotional, manchmal wütend, immer reflektiert geschrieben. Sie verknüpfen persönliche Erlebnisse mit theoretischen Überlegungen und machen so strukturelle Ungleichheiten unmittelbar nachvollziehbar. Es gibt keinen akademischen Jargon, sondern eine offene Einladung zum Mitdenken, Mitfühlen und Mitverändern. Besonders hervorzuheben sind auch das sorgfältig zusammengestellte Literaturverzeichnis und die Empfehlungen für weiterführende Lektüre sowie die gelungene Lesung des Hörbuchs durch Maya Alban-Zapata. "Es ist die Stimme des Patriarchats, die uns bestraft, wenn wir es wagen, ein selbstbestimmtes Leben führen zu wollen, wenn wir aus den vorgeschriebenen Rollen und gesellschaftlichen Erwartungen auszubrechen versuchen."
Fazit
Unlearn Patriarchy ist mehr als eine Essaysammlung – es ist ein Weckruf, die eigenen Denkmuster radikal zu hinterfragen und strukturelle Ungleichheit nicht nur zu erkennen, sondern aktiv zu verlernen. Ein kraftvoller, zugänglicher und notwendiger Beitrag zu einem intersektionalen Feminismus, der bei uns selbst beginnt.
Dieses Hörbuch versammelt unterschiedlichste Beiträge zu verschiedenen Themen des intersektionalen Feminismus. Was bedeutet intersektional? Nun, ganz vereinfacht gesagt: Ich habe als weiße Frau mit vielen Privilegien mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als eine POC-Frau, die in einem Flüchtlingslager lebt. Wir beide haben die Gemeinsamkeit, dass wir wegen unserer Weiblichkeit benachteiligt werden. Doch durch meine Privilegien sieht diese Benachteiligung anders aus. Während die fremde Frau vielleicht rassistische Angriffe ertragen muss, bekomme ich höchstens kleinere Aggressionen wegen meinem Namen ab. Während der fremden Frau als Frau und POC einige wirklich grausige Stereotype zugeschrieben werden (wie zum Beispiel das Klischee der "angry black woman" oder auch die Sexualisierung und Exotisierung von POC-Frauen), bleibe ich davon verschont. Seht ihr was ich meine? Falls es euch noch nicht ganz klar ist: Offensichtlich habt ihr Internetzugriff. Ich traue euch zu, dass ihr bessere Beispiele online findet.
Doch worum geht es in diesem Hörbuch nun wirklich? Nun, um fast alles. Es gibt hier Beiträge zum Thema Sport, zur Gender Pay Gap, über Literatur, über Krieg und so weiter und so weiter. Es gibt hier für sicher jedes Interesse den passenden Beitrag - und falls nicht, wird man sicher in Teil 1 fündig. Vermute ich zumindest mal. Den habe ich nämlich bisher nicht gehört. Das habe ich aber für die Zukunft fix eingeplant. Geschrieben wurden die Beiträge von super intelligenten Personen, die eindeutig Expert:innen für ihr jeweiliges Fach sind.
Dieses Hörbuch machte zumindest mich sehr wütend. Ich finde es schrecklich, dass wir das Jahr 2024 schreiben und intersektionaler Feminismus immer noch notwendig ist. Ich hasse es, zu wissen, dass ich als Frau nicht die gleichen Chancen habe, wie ein Mann sie hätte - wegen meiner Erziehung, der Rolle, die die Gesellschaft von mir erwartet, und den Möglichkeiten, die mir deswegen angeboten werden. Und ich bin wütend, dass mir trotz meiner Bildung und meines Vorwissens trotzdem nicht alle der hier beschriebenen Probleme bewusst waren. Ich habe hier nochmal viel Neues gelernt - was bei populärwissenschaftlichen Büchern über Feminismus leider nicht mehr oft der Fall ist.
Mein Fazit? Ein Buch mit wirklich großartigen Beiträgen unterschiedlicher Autor:innen. Auf jeden Fall empfehlenswert!
Wie bereits den ersten Teil, halte ich auch den zweiten Teil für eine sehr wertvolle Pflichtlektüre und damit für ein Buch, das man auch super verschenken kann.
In wertvollen Kurzessays, denen es nicht an reichhaltigen Informationen und Ideen für eine gerechtere Welt fehlt, werden unterschiedlichste Themen und Lebensbereiche beleuchtet, auf die unsere patriarchalen Strukturen, insbesondere für marginalisierte Gruppen unserer Gesellschaft, negativ einwirken oder diese gänzlich unsichtbar machen.
Es kommt bei dem Buch absoluten auf den Inhalt an, aber ich muss sagen, dass mir auch die Optik des Buches gefällt; ich mag den kartonierten Umschlag, das dicke Papier der einzelnen Seiten und die Farbgebung sehr.
Es ist ein perfektes Buch für den Einstieg in die Feminismusthematik, da man anhand der Kurzessays einen wirklich guten, fundierten Einblick erhalten kann. Jedes Essay entstammt der Feder einer anderen Autorin; sie sind aber alle sehr verständlich und gut nachvollziehbar formuliert. Die Quellen, auf die sich bezogen wird und die je Essay übersichtlich aufgelistet werden, geben den Lesenden im Nachgang die Möglichkeit sich mit dem ein oder anderen Thema auch intensiver zu beschäftigen.
Die meisten Themen waren mir inhaltlich nicht fremd, dennoch konnte ich auch viel Neues aus der Lektüre des Buches für mich ziehen. Insbesondere die Essays zu Architektur, Krieg & Genozid, Kirche und auch Literatur boten für mich viele neue Einblicke zum Wütend werden. Wütend ist auch das Stichwort für das Essay von Alexandra Zykunov "Gender Pay Gap", da man hier beim Lesen die Wut der Autorin in Bezug auf dieses Thema förmlich greifen kann, was ich sehr gut nachempfinden kann.
Aber man erhält auch Praxisbeispiele aus anderen Ländern, wie man eine Welt für alle Beteiligten einer Gesellschaft besser gestalten kann und viele Ideen für die Gestaltung einer diskriminierungsfreien Wirklichkeit, die nicht nur den heterosexuellen weißen cis Mann in den Mittelpunkt stellt.
Zusammenfassend empfehle ich dieses Buch (sowie auch Teil 1) uneingeschränkt jeder Person. Es ist ein eye-opener und danach möchte man seine Augen nicht mehr verschließen. Dringende Aufforderung zum Lesen und Verschenken, damit dieser eye-opener unsere gesamte Gesellschaft durchdringen kann.
Ein wichtiges Buch zu verschiedenen Themen der Gesellschaft - von mentaler Gesundheit, über Klasse, Medizin bis hin zu Recht und Genozid (TW) – mit insgesamt 13 Essays, in denen die Beitragenden die Auswirkungen des Patriarchats nun zum zweiten Mal beleuchten.
Viele Themen kennt und erlebt man, wenn man selbst als Frau oder marginalisierte Person im Patriarchat lebt, täglich. Dass medizinische Studien und Medikamente weitestgehend bisher nur mit männlichen Subjekten durchgeführt wurden und die Auswirkungen auf Frauen oder POC bisher nur wenig erforscht sind - mit teils dramatischen Folgen - war mir beispielsweise bekannt, da es in den letzten Jahren mehr in der Gesellschaft angekommen ist und beleuchtet wurde. Auch dass vor dem Gesetzt nicht wirklich alle gleich sind in der Realität, war mir klar. In wieviele weitere Bereiche sich patriarchale Strukturen ziehen, wie sexualisierte Gewalt beispielsweise im Krieg eingesetzt wird oder dass selbst Wissenschaft und Literatur alles andre als frei von white men in power supporting other white men over any other candidate sind... Das Ausmaß war mir bisher kaum klar.
Alles in allem haben die Autorinnen zwar unterschiedliche Erfahrungsschätze und Expertisen, was die einzelnen Bereiche angeht (bspw. ist beim Kapitel mental health eher eine Betroffene zu Wort gekommen, während beim Kapitel Recht tatsächlich eine Juristin aufklärt). Und dadurch ist die Tiefe der einzelnen Kapitel sehr unterschiedlich. Auch steht aktuell einiges an Kritik an einigen der Herausgeberinnen im Raum. Trotzdem finde ich das Gesamtwerk, ähnlich wie Teil 1, sehr wichtig, um Gespräche zu den einzelnen Bereichen ins Rollen zu bringen und Veränderungen anzufechten. Vor allem der Ausblick in einem jeden Kapitel bietet wichtige Gedankenanstöße und Handlungsempfehlungen, weshalb ich das Lesen einer jeden Person empfehlen würde (was vermutlich wg des Titels leider eher bereits aufgeklärte und interessierte Menschen tun werden und nicht auch jene, die es bitter nötig hätten).
Danke an netgalley für das Zurverfügungstellen des Audiobooks.