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Traumaland: Eine Spurensuche in deutscher Vergangenheit und Gegenwart

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«Um unsere Gegenwart nicht zu verlieren, genügt es nicht, nur der Vergangenheit zu gedenken. Wir müssen auch die Fäden erkennen vom Dort zum Hier. Und genau das tut Asal Dardan mit schmerzlich klarem Blick.» Gabriele von Arnim

«Asal Dardan entwirft eine Kartografie der Fragilen, die uns den Weg in eine neue Erinnerungsarbeit weist.» Deniz Utlu

Das Blut nicht wegwischen können, nicht tilgen können, dass es geflossen ist. Die Tat und damit auch die Schuld sichtbar machen, selbst wenn die Täter nie die eigene Hand erhoben haben und die Opfer unsichtbar An euren Händen klebt Blut. So begründet Asal Dardan die Notwendigkeit des Erinnerns, die Verantwortung der Nachgeborenen. In Traumaland entwirft sie eine neue Topografie Deutschlands, geht auf Spurensuche, zeigt parallele und konträre Erfahrungen in der Einwanderungsgesellschaft auf. Die Vergangenheit ragt schmerzlich in unsere Gegenwart hinein, die Naziverbrechen finden heute ein grausames Echo in rassistischen Gewalttaten, aber auch in den traumatischen Erfahrungen von Minderheiten.
Wer macht die deutsche Geschichte? Wer trägt die Verantwortung für vergangene Schuld? Welche Erinnerungen werden erzählt, welche bleiben ungehört? Asal Dardan konfrontiert festgefahrene Erinnerungsdiskurse mit ihrer Suche nach Verbindungen in der Hoffnung auf ein gemeinsames Erinnern, in dem verschiedene Realitäten Platz finden. 

263 pages, Kindle Edition

Published January 28, 2025

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Asal Dardan

11 books8 followers

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Community Reviews

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1 star
2 (6%)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Ileana (The Tiniest Book Club).
212 reviews36 followers
February 8, 2025
Asal Dardan begibt sich in „Traumaland“ auf eine Spurensuche nicht nur in der Zeit, sondern auch im Raum und erstellt eine sehr persönliche, bewusst beliebige Topographie deutscher Traumata. Die Kulturwissenschaftlerin beginnt ihre Suche vor der eigenen Haustür, in Berlin Schöneberg. Erinnern an die Shoa im öffentlichen Raum durch Stolpersteine, Gedenktafeln etc.: wie ist die Gleichzeitigkeit auszuhalten, wenn diese Orte der Erinnerung an ausgelöschte Leben auch als PokéStops genutzt werden? Kann es überhaupt angemessen sein, wie in Berlin unterschiedliche öffentliche Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus zu haben oder ist diese Trennung inklusive der damit verbundenen Hierarchisierung zynisch? Und: wie wird heute mit den Nachfahren der Opfer nationalsozialistischer Vernichtungsstrategien umgegangen?(Spoiler: unmenschlich.) Was bedeutet Erinnerung ohne Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen? Komplexe Fragen, die Dardan intelligent, mitfühlend und solidarisch betrachtet.

Auch mit ihrem eigenen Leben in der Diaspora beschäftigt sie sich: als in Teheran Geborene blickt sie, durch die Ermordung Jina Aminis veranlasst, genau auf ihre persönliche Familiengeschichte und auch auf die Geschichten anderer geflohener Menschen, denen die deutsche Mehrheitsgesellschaft mit ihrer vermeintlichen Erinnerungskultur oft die Täterperspektive aufdrücken will.

Thematisch und sprachlich alles andere als ein leicht lesbarer Text, mäandert „Traumaland“, manche Gedankensprünge sind schwer nachvollziehbar. Dennoch: dieses Sachbuch ist Pflichtlektüre. Viele Sätze Dardans wünsche ich mir in Lehrveranstaltungen besprochen.

„Widerstand ist Praxis, ist Handlung. Sich innerlich zu distanzieren, sich in ein imaginiertes inneres Exil zu versetzen und Abscheu zu empfinden, ist kein Widerstand, höchstens ein Festhalten an der eigenen Menschlichkeit. Im Zentrum muss aber die Menschlichkeit anderer stehen, die Bewahrung des Menschlichen für alle.“

„Lediglich zu betrauern, was der Mensch dem Menschen antun kann, negiert die sozialen und politischen Dimensionen von Gewalt und kann ihr deshalb auch nichts entgegensetzen, das bleibt und wirkungsvoll ist.“

„Dinge werden sagbar, damit die Tat machbar wird. Erneut.“

„Sich also Zeit zu nehmen, um der Bedeutung des Verlusts nachzuspüren. Zu wissen, dass es keinen Weg zurück in einen Zustand gibt, in dem dieser Schmerz, diese Ungerechtigkeit, diese Gewalt ungeschehen gemacht werden können. Das ist, was Trauerarbeit bedeutet, das ist der Weg, um nach vorne zu gehen.“
Profile Image for Kathi.
8 reviews
June 27, 2025
Für mich einer der wichtigsten Texte des Jahres.
Profile Image for Saskia.
5 reviews
May 23, 2025
Ein Buch, dessen Konzept spannend ist und das viele kluge Gedanken enthält.
Leider wirkt es manchmal etwas zusammenhangslos und es fällt teils schwer, der Argumentation zu folgen.
Profile Image for yellowdog.
855 reviews
January 28, 2025
Weitere Betrachtungen

Die Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan nutzt in ihrem neuen Buch Traumaland wieder ihre Fähigkeit Sachthemen erzählerisch zu gestalten.
Gut getroffen ist der Untertitel „Eine Spurensuche in deutscher Vergangenheit und Gegenwart“
Ihre Einschätzung der Erinnerungskultur Deutschlands löst Betroffenheit aus.
Sie zieht Bezüge zu Schriftstellern wie Edouard Glissant, Heinrich Böll, Christa Wolf, Brigitte Reimann, und Doğan Akhanlı und detailliert sein Roman Madonnas letzter Traum.
Asal Dardan gelingt es historische Zusammenhänge herzustellen
Die Buchabschnitte umfassen die Orte Berlin, Köln, Dessau, Hoyerswerda.
Asal Dardans Essays sind hochkomplex, gut durchdacht und ausformuliert. Das führte zu einem eindrucksvollen Ergebnis.
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