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Max Stirner: Leben, Werk, Wirkung

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Die Stirner-Monografie des renommierten Forschers Bernd A. Laska, die ursprünglich 1982 als Max Stirner in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten bei Rowohlt hätte erscheinen sollen, besticht durch eine originelle Auslegung von Stirners Hauptwerk Der Einzige und sein Eigentum. Zentrale Begriffe seiner Philosophie wie »Egoismus«, »Heiliges«, »Eigner«, »Empörung«, »Verein« werden in ihrem systematischen Zusammenhang und mit ausführlichen Zitaten erläutert. Laska präsentiert Stirner als radikalen Aufklärer von höchster Aktualität, dessen Denken um die Frage individueller »Wertautonomie« kreist. Erkenntnishemmende Faktoren im Einzigen, die zu allerlei Missverständnissen oder einer fehlgeleiteten Faszination geführt haben, werden eliminiert und als von Stirner absichtlich eingebaute Irreleitung der Zensoren entlarvt.
Max Stirner – Leben, Werk, Wirkung erfüllt alle Anforderungen moderner Einführungsliteratur. Laska liefert die gesicherten biografischen Daten sowie eine vollständige Bibliografie Stirners, analysiert seine Beziehung zum Junghegelianismus und zeigt einige Linien der Rezeption des Einzigen auf, insbesondere beim frühen Marx. Als Ergänzung hierzu hat der Herausgeber Laskas letzten großen Aufsatz zur »Repulsionsgeschichte« Stirners aus dem Jahr 2016 angehängt, der die Rezeptionslinien bis in die Gegenwart hinein verfolgt.

Kindle Edition

Published February 20, 2024

About the author

Bernd A. Laska

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Bernd A. Laska (Dipl.-Ing., Technischen Hochschule München, 1969) is a philosophical writer, editor, translator, and publisher. He founded the alternative journal Wilhelm-Reich-Blätter in 1975.

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Profile Image for Clemens.
47 reviews
December 15, 2024
In seinem Hauptwerk „Der Einzige und sein Eigentum“ beschuldigt Stirner die Denkenden seiner Zeit, die den Anschein erwecken sich von der christlichen Wertvorstellung des letzten Jahrtausend gelöst zu haben, letztendlich trotzdem kein Stück an Frömmigkeit verloren zu haben. Während in der Antike noch die Vorstellung der Welt als heilig erachtet wurde, trat durch das Christentum der Geist in den Vordergrund. Stirner vertritt den Standpunkt, dass die „frommen Atheisten“ seiner Zeit sich nicht von dieser Besessenheit des Geistes lösen konnten, sondern lediglich die Bessenheit von Gott durch die Bessenheit von Staat, Freiheit, Sozialismus oder sonstigem.

Die vorliegende Sekundärwerk, dessen Autor Stirner offensichtlich wohl gesonnen ist, zeichnet ein Bild von ihm als einen radikalen Aufklärer, der den Schritt geht, den Diejenigen vor ihm nicht vermochten zu gehen. Dabei fügt er die nur noch spärlich erhaltenen Lebensdaten des Junghegelianers zusammen, gibt eine Einführung in die Terminologie Stirners Hauptwerkes und rundet das Buch mit einem Einblick in die Stirner Rezeption ab. Für Diejenigen, die sich mit Stirners Philosophie vertraut machen wollen oder einer weiteren Klärung seiner Gedanken bedürfen, könnte sich dieses Buch als nützlich erweisen.

Im Gegensatz zu der häufig in der Philosophie auftretenden Misskonzeption über Stirner ist Laska in der Lage dazu Begriffe wie die des Egoismus in seiner Bedeutung bei Stirner von Derjenigen in unserer Alltagssprache abzugrenzen. Meiner Meinung nach ist das Verständnis dessen wie Stirner Sprache nutzt dafür entscheidend, inwiefern eine Auseinandersetzung mit ihm fruchten kann. Seine wörtliche Auffassung von Begriffen, die sich beispielsweise bei der Freiheit demjenigen entspricht, frei von allem zu sein zielt beim Egoismus lediglich auf jene Ich Bezogen hat ab, die unweigerlich entstehen muss, wenn man sich von allen anderen Idealen freimacht. Wie weit Stirners Egoismus Begriff von derjenigen Vorstellung, die wir im Alltag von einem egoistischen Menschen haben, abweicht, zeigt sich beispielsweise dadurch, dass er Habgier als ein Ideal bezeichnet.

Für wie schwammig seine Abgrenzung von Idealen und Ich auch letztlich verbleiben und als wie lebensuntauglich sich seine Philosophie auch erweisen mag, ist Max Stirner trotz dessen ein Philosoph mit dem es sich meiner Meinung nach lohnt sich auseinandersetzen. Sei es wegen sonst vernachlässigten Faktoren des Aufbegehrens wie der Empörung oder den Einfluss, den er auf Philosophen wie Nietzsche ausgeübt haben muss, werde er auch noch so totgeschwiegen.
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