Drei ungelöste Frauenmorde und ein Täter, der zurückgekehrt zu sein scheint …
Wien 1923. Die Stadt gleicht einem Pulverfass, die politischen Lager haben sich radikalisiert, die Hakenkreuzler sind auf dem Vormarsch. Mitten in dieser angespannten Situation geschieht ein aufsehenerregender Marita Hochmeister, eine stadtbekannte Gesellschaftsdame, wird brutal erschlagen in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Einen Tag später weist ein pensionierter Kriminalinspektor den Ermittler August Emmerich auf eine ungelöste Mordserie hin – damals, vor zehn Jahren, wurden drei Frauen auf ähnlich grausame Weise getötet wie das Opfer. Auch sie entstammten besseren Kreisen, und ihr Äußeres glich sich auf frappierende Weise. Kann es sein, dass der Mörder zurückgekehrt ist? Und wenn ja, kann Emmerich ihn stellen, bevor er erneut zuschlägt? »Für mich eine der tollsten Krimi-Kommissar-Figuren, die es überhaupt in den letzten Jahren gab. Die August-Emmerich-Reihe unbedingt lesen.« Stefan Keim, WDR 4
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Endlich hat Inspektor August Emmerich das Geheimnis um seine Herkunft geklärt und sein Erbe angetreten. Mit Irina und den drei Stiefkindern hat den herrschaftlichen aber baufälligen Familienbesitz in Eigentum genommen. Die Nachbarn wollen von den Neuankömmlingen nichts wissen und in Zeiten der Inflation des Jahres 1923 werden selbst die einfachsten Reparaturen zu teuer. Da werden August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter zu einem Leichenfund gerufen. Eine wahlsituierte Dame von zweifelhaften Ruf ist grausam erschlagen worden. Wegen der vielen Männerbekanntschaften der Toten gibt es reichlich Verdächtige und Spuren. Die ersten Ermittlungen führen jedoch nicht zu einem Täter. Erst der Hinweis eines pensionierten Polizisten auf ein altes Verbrechen könnte hilfreich sein.
Sein sechster Fall führt Inspektor August Emmerich wieder an Abgründe. Zunächst glauben er und Winter, dass einer der vielen Bekannten des ersten Opfers einen Grund hatte, zu töten. Die Spuren führen allerdings ins Leere. Mit den Ermittlungen müssen August und Ferdinand sich beeilen. Ihr schönes Büro dürfen sie schließlich nur behalten, wenn sie sich durch Ermittlungserfolge auszeichnen. Natürlich ist das nicht ihr Antrieb. Der Täter muss gefunden werden, besonders nach den Hinweisen auf den zehn Jahre alten Fall, der große Ähnlichkeiten aufweist. Auch die Vergangenheit ruht nicht, Emmerichs Kamerad Kolja aus den Tagen im Waisenhaus scheint in Schwierigkeiten zu stecken.
Im Wien der 1920er Jahre ist die Gesellschaft gespalten. Viele ärmliche Existenzen stehen wenigen Gewinnlern gegenüber. Die Haken gewinnen an Einfluss und die hoffentlich Vernünftigen müssen so langsam entscheiden, wo sie stehen. Auch das Verbrechen schläft nicht. So wird August Emmerich mit einem rätselhaften Fall konfrontiert. Wer kann einen Grund haben, eine bekannte Lebedame zu töten. Nach wie vor spannend wird es, wenn es um die Vergangenheit von August Emmerich geht. Auch wenn das große Rätsel gelöst ist, gibt es immer noch Ungereimtheiten, die neugierig machen.
Die Reihe um August Emmerich besticht wie immer mit den eindringlichen Beschreibungen des Wiener Alltags in den 1920ern. Auch wenn manche Teile des Falls etwas konstruiert wirken, sind andere dagegen ausgesprochen fesselnd geschildert. Etwas Besonderes ist immer Augusts privater Hintergrund. Und auch sein Assistent Ferdinand Winter ist ein echtes Asset. Er hat eine Entwicklung durchgemacht und hätte sich eine Beförderung redlich verdient.
Wien 1923. Die Gesellschaftsdame Marita Hochmeister liegt erschlagen in ihrem Schlafzimmer. Die Leiche ist übel zugerichtet und ein Mörder außer Sicht. Kriminalinspektor August Emmerich wird mit seinem Assistenten Winter auf den Fall angesetzt.
Bei „Die weiße Stunde“ von Alex Beer handelt es sich um den sechsten Teil der Reihe um August Emmerich und Ferdinand Winter, die im Wien der Zwischenkriegszeit tätig sind. Als Ermittler der Abteilung Leib und Leben gehört Mord zu ihrem Tagesgeschäft.
Mittlerweile sind wir im Jahr 1923 angekommen. Alex Beer entfaltet eine authentisch wirkende Darstellung Wiens zu Beginn der 1920er-Jahre. Spürbar sind bereits die politischen Spannungen, die sich aufgrund des wachsenden Einflusses des Nationalsozialismus ergeben. Beer zeigt, dass die Hakenkreuzler auf den Vormarsch sind und auf das tägliche Leben einwirken. Zugleich merkt man, dass die dadurch entstehende Gefahr wenig ernstgenommen wird. Zwar lässt sich erkennen, dass die Herrschaften unter dem Banner des Hakenkreuzes unangenehme Zeitgenossen sind, doch niemand ahnt, welch furchtbare Ausmaße es annehmen wird.
August Emmerich ist der kantige, weniger charmante Ermittler, den man von den bisherigen Fällen kennt. Robust und unerschütterlich geht er seiner Arbeit nach, denn immerhin hat er mittlerweile eine Familie zu versorgen. Bewundernswert finde ich an ihm die Fähigkeit, hinter aufgesetzte Fassaden zu blicken, obwohl sich manches Mal sogar ein August Emmerich täuschen lässt. Privat kommt er aufgrund eines mysteriöser Schlüssels nicht zur Ruhe, der in kein Schloss passen will. Dennoch konzentriert er sich dienstbeflissen und scharfsinnig auf den Fall um die erschlagene Marita Hochmeister.
Die Konzentration wird aber diesmal von einem pensionierten Kollegen unterbrochen. Dieser war in seiner aktiven Zeit mit ähnlichen Mordermittlungen betraut, und behauptet, dass hier ein Serientäter zu Werke geht.
Der Fall ist solide, auch wenn dieser einem bekannten und üblichem Ablauf folgt. Als interessanten Ansatz fand ich, dass aus der Monarchie geerbte gesellschaftliche Einschränkungen auf neue Art betrachtet werden, wodurch eine weitere historische Facette zur Geltung kommt.
Die Auflösung ist meiner Meinung nach etwas grotesk geworden. Die merkwürdigen Zufälle, vor allem die Motivation hinter der Tat und zu guter Letzt die Überführung des Mörders grassieren als reizloses Aroma. Der Weg dahin war dennoch interessant, packend und in erster Linie glaubwürdig.
Abseits der Ermittlungen endet dieser Teil mit einem überraschenden und bösen Schlag, der Emmerich sowie dem:der Leser:In definitiv den Atem nimmt, und neugierig auf einen weiteren Band macht.
Ein besonderes Schmankerl der gesamten Reihe ist der Wiener Schmäh, der im Hörbuch exzellent umgesetzt wird, weil das sprachliche Lokalkolorit zur Geltung kommt. Ich finde, dass er dem Geschehen nicht nur fühlbare Echtheit, sondern zusätzliche Dynamik verleiht. Speziell die Dialoge sind äußerst amüsant zu hören, was zwischendurch für einen Schmunzler sorgt. Vor allem wenn sich der ältere Emmerich und der jüngeren Winter gegenseitig ein „Na geh“ schenken, um den eigenen Missmut auszudrücken.
Auffallend ist zudem Beers Blick für historische Details, wodurch ich stets ein lebendiges Bild der damaligen Zeit und der Wiener Kriminalisten vor Augen habe. Vorteilhaft für mich ist natürlich, dass sich so mancher Schauplatz seither kaum verändert hat.
Für mich ist „Die weiße Stunde“ jedenfalls eine angemessene Fortsetzung einer großartigen historischen Krimi-Reihe, in welcher der typische Wiener Schmäh und das unverwechselbare regionale Gemüt durch eine dunkle Zeit und grausige Mordermittlungen tragen. Daher hoffe ich sehr auf einen siebenten Fall, in dem Emmerich und Winter erneut durch die Gassen der Hauptstadt auf Mörderjagd gehen.
Die Reihe um August Emmerich: 1) Der zweite Reiter 2) Die rote Frau 3) Der dunkle Bote 4) Das schwarze Band 5) Der letzte Tod 6) Die weiße Stunde
Ich liebe diese Buchreihe und kann sie bedenkenlos empfehlen. Wundervoll atmosphärisches Setting im Wien der Zwischenkriegszeit, sehr lebendig erzählt, dazu spannend, und nie konstruiert wirkend.
Die Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen, und ich könnte sie immer und immer wieder lesen - war das nun wirklich das letzte Buch? Bitte nicht!?
Das Buch hat mit nem Cliffhanger geendet 😄 Das Buch hat mit nem Cliffhanger geendet 😟
Ich lege diese Buchreihewirklich jeder Person, die Krimis und Wien liebt und mehr über Wien während der Zwischenkriegszeit lernen will, ans Herz - ich liebe den Schreibstil, der Protagonist und sein Partner sind Männer von einer Frau geschrieben und für die damalige Zeit recht korrekt, und die Buchreihe hat bis jetzt keinen Aussetzer bezüglich Qualität gehabt.
Falls jemand mit der Reihe also beginnen möchte, borge ich die ersten Bücher gerne her :))
Eine Escortdame wird brutal erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden. Kurz darauf taucht der pensionierter Polizist Wertheim bei Emmerich im Polizeirevier auf und weist ihn auf Gemeinsamkeiten mit einer Mordserie hin. Wertheim konnte sie früher nicht aufklären und befürchtet, dass der Täter von damals wieder sein Unwesen treibt. Emmerich hat aber schon einen Verdächtigen im Blick.
Sollte es diese Buchserie nicht geben, man müsste es erfinden.
Das Wien dieser Bücher gibt es Gott sei Dank nicht mehr. Detaillierte Schilderung einer Zeit voller Vorboten in den Untergang anhand einer Krimigeschichte.
Nur die Bücher von Volker Kutscher können diese Zeiten genauso perfekt beschreiben.
Ich liebe Alex Beers historische Romane einfach!!! Durchs alte Wien mit ihr zu „gehen“ ist so schön, Emmerich ein so liebenswerter Charakter. Unbedingt lesen!!!! ❤️
Ich liebe die Reihe um August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter, die Alex Beer nun endlich fortgesetzt hat. Für mich ist es ihre beste Reihe, deshalb bin ich auch immer etwas ungeduldig und warte voller Vorfreude auf den nächsten Band.
Diesmal sind wir im Jahre 1923 und die politische Situation spitzt sich immer mehr zu. Die Nationalsozialisten sind immer mehr auf dem Vormarsch und die Arbeitslosigkeit steigt. Die Menschen sind desillusioniert. Die Hyperinflation treibt viele in den Selbstmord. Diejenigen, die sich in die Donau stürzen und nicht identifiziert werden können, werden im "Friedhof der Namenlosen" bestattet.
Während die Reichen und Schönen opulente Partys feiern, hungert der Rest größtenteils noch immer...auch fünf Jahre nach dem Ende des großen Krieges. Nach einer dieser Partys wird die prominente Gesellschaftsdame Marita Hochmeister am nächsten Morgen tot aufgefunden - brutal erschlagen. August Emmerich und Ferdinand Winter bekommen den Fall, werden jedoch bald vom ehemaligen Leiter der Abteilung Leib und Leben, Heinrich Wertheim, aufgesucht. Dieser erkennt Ähnlichkeiten zu einem Fall vor zehn Jahren, den er nie lösen konnte. Es gab damals einen Verdächtigen, der jedoch plötzlich verschwunden war und dem man die Serienmorde nicht nachweisen konnte. Wertheim ist überzeugt, dass der damalige Täter wieder zugeschlagen hat.
Neben dem Kriminalfall, in den sich Wertheim immer mehr einmischt und Emmerich und Winter einreden versucht, dass sein damaliger Verdächtiger der Mörder sein muss, plagen August Emmerich auch private Probleme. Er hat endlich herausgefunden, wer sein Vater war und hat nach seinem Tod seine Villa vererbt bekommen. Diese ist jedoch in keinem guten baulichen Zustand und gehört dringend renoviert. Doch August Emmerich fehlt natürlich das Geld. Gefallen haben mir hier auch die Dialoge mit seiner Nachbarin, die nicht erfreut über den neuen Besitzer ist, und ihm immer wieder unter die Nase reibt, dass ihm die Villa nicht zusteht. Und Kolja, Emmerichs Freund aus dem Waisenhaus und Unterweltbaron, scheint ebenfalls in Schwierigkeiten zu stecken.
Ferdinand Winter wird hingegen immer mehr von seiner Großmutter genötigt, sich endlich nach einer Ehefrau, natürlich aus Adelskreisen, umzusehen und trifft einfach hinter seinem Rücken Verabredungen. Ein Gutes hat es allerdings, denn er und Emmerich kommen so näher in die Kreise, in der die ermordete Marita verkehrte. Und schon bald gibt es auch schon die nächste Tote....
Wie immer versteht es Alex Beer großartig, die damalige Atmosphäre in Wien einzufangen. Man fühlt sich mitten drin in diesem Moloch aus verzweifelten Menschen, den Hakenkreuzlern, dem neuen Geldadel und der Unterwelt. Die Charaktere entwickeln sich weiter und die Zusammenarbeit zwischen Emmerich und Winter wird immer besser. Gefallen hat mir auch die "Flüche-Kasse", eine Art Bußgeld für jeden Fluch, den Emmerich ausstößt.
Dieser sechste Band ist genauso spannend, wie die letzten Krimis der Reihe, jedoch hat mich diesmal die Auflösung nicht zu hundert Prozent überzeugt. Deswegen gibt es für "Die weiße Stunde" "nur" 4 Sterne. Am Ende gibt es auch noch einen fiesen Cliffhanger.
Fazit: Alex Beer kann atmosphärisch und bringt uns das Wien der Zwanziger Jahre wieder näher. Diesmal konnte mich jedoch die Auflösung des Kriminalfalles nicht zu hundert Prozent überzeugen. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Band der Reihe, der hoffentlich den Cliffhanger des sechsten Bandes (positiv) auflöst.
Endlich ist er da, der neue Emmerich! Und ich hab mich bei dieser Serie auf die brillante Erzählstimme von Cornelius Obonya eingeschossen, also brauche ich hier definitiv die Hörbuchversion, und ich sage es vorab, ich wurde nicht enttäuscht, es war ein spannender und mitreißender Krimi aus dem historischem Wien.
Also, wir sind Wien im Jahre 1923. Wie der Klappentext schon verrät, wir haben einen brutalen aufsehenerregenden Mord an der prominenten Gesellschaftsdame Marita Hochmeister, die am Vorabend noch eine große Party mit Wiens Schönen und Reichen gegeben hat. Betraut werden mit dem Fall Inspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord mit ähnlichem Modus Operandi, und es mischt sich auch noch ein pensionierter Kommissar ein, der Emmerich und Winter auf eine ungelöste Mordserie hinweist, die vor 10 Jahren Wien schon einmal in Atem hielt und auf denselben Täter hinweist. Nun haben es die Ermittler zwar ein paar Anhaltspunkte mehr, aber auch alte ungelöste Fälle vor sich..... und ganz nebenbei fordert ein alter Bekannter vor Emmerich ein paar Gefallen ein, die Emmerich, Winter und uns Hörer die damaligen politischen Ereignisse noch einmal nahe bringen, denn Wien Anfang der 20er damals war nicht nur „roaring 20ies“ und Party, sondern vor allem auch eine Zeit der wirtschaftlichen Krise, der Inflation, der Nachkriegszeit und den immer stärker werdenden „Hakenkreuzlern“..... Vor diesem Hintergrund entfalten sich also die Ermittlungen, und Alex Beer schafft es wie immer, Zeitgeschichte und Roman brillant miteinander zu verweben.
Bei Serien jeglicher Art stellt sich ja immer die Frage, kann man auch quer einsteigen oder eher nicht, und hier würde ich sagen, ja, klar, mit der Fall steht im Vordergrund, und wir haben hier nicht ganz so viel Persönliches, also es sollte kein Problem sein. Allerdings sind die Charaktere schon recht eigen; Emmerich, der alte Choleriker, der langsam aber ruhiger wird (ja, die Familie entspannt den Guten, und auch die Kriegsverletzung macht langsam mehr zu schaffen...), Ferdinand, der sich so langsam aber sicher zu einem toughen Inspektor gemausert hat (wer hätte es ihm so zugetraut im ersten Teil :-) ?), Großmama von Winter (ja bitte mit „von“, auch wenn es seit Kriegsende keinen Adel mehr gibt) wird ja langsam zutraulich, hahaha, und auch all die anderen Nebendarsteller haben schon so ihre Eigenheiten, und auch ihre Entwicklungen in den letzten Bänden mitgemacht. Aber nichtsdestotrotz, der Fall ist hier immer die Hauptsache.
Ich fand den Fall auch hochinteressant und spannend, und habe mit der Auflösung so nicht gerechnet, aber das war hier auch viel solide Ermittlungsarbeit und relativ geradlinig. Wobei ich das nicht negativ meine, aber in den vorherigen Fällen gab es teils mehr Plottwists.
Auf jeden Fall, ich war erneut bestens unterhalten. Ich liebe Krimis aus dieser Zeit, den Anfängen der modernen Kriminalistik, und hier kommt alles echt authentisch rüber. Flüssig geschrieben, hat mich absolut abgeholt.
Tja, und es gibt einen üblen Cliffhanger, da scheint sich ganz am Ende ein privates Geheimnis zu lüften, eine neue Katastrophe zu passieren, und was passiert? Das Buch ist vorbei. Das geht gar nicht, jetzt muss ich auf das nächste Buch warten! Liebe Frau Beer, bitte schreiben Sie weiter!
«Dem Volk geht es schlecht. Die Menschen wollen Veränderung. Egal, wie und durch wen» . Wien 1923. Die Stadt gleicht einem Pulverfass, die politischen Lager haben sich radikalisiert, die Hakenkreuzler sind auf dem Vormarsch. Mitten in dieser angespannten Situation geschieht ein aufsehenerregender Mord: Marita Hochmeister, eine stadtbekannte Gesellschaftsdame, wird brutal erschlagen in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Sie soll reiche Liebhaber der besseren Gesellschaft gehabt haben, die sie später erpresste. Eine delikate Angelegenheit in diesem Umfeld zu ermitteln …
Am nächsten Tag später erscheint in der Abteilung der Leib und Leben bei Kriminalinspektor August Emmerich der pensionierter Kollege Wertheim, den der Mord in seiner Ausführung an eine seiner ungelösten Mordserien erinnert. Zehn Jahren zuvor wurden drei Frauen auf ähnlich grausame Weise getötet wie das Opfer. Für Wertheim stand damals fest, dass der Mörder Arnold Kundgraber sei, der seither verschwunden ist. Man konnte ihm damals nichts nachweisen. Auch die damaligen Opfer kamen aus besseren Kreisen. Und kurz danach ereignet sich ein weiterer Mord, der ins Bild passt.
«Zyankali, Leuchtgas, Brennspiritus, Rattengift, Fenstersturz. Noch immer versuchen viele Leute, sich auf eine Art und Weise umzubringen, die nicht nach Suizid aussieht. Sie wissen schon … die Schande … die Unmöglichkeit einer kirchlichen Bestattung.»
Emmerich und sein Kollege Winter stehen unter dem Druck der Öffentlichkeit. Atmosphärisch beschreibt Alex Beer die Zwischenkriegsjahre, die unter den Nachkriegswehen stehen. Die Inflation frist die Ersparnisse auf, Arbeitslosigkeit macht sich breit, Kriegsinvaliden tummeln sich bettelnd auf den Straßen, die Kaffeehäuser sind überfüllt. Die Selbstmordquote ist so hoch wie nie und der Friedhof der Namenlosen nimmt täglich neue Gäste auf. Emmerich selbst Kriegsversehrter, hat eine Gehbehinderung; er ist geradezu, manchmal ein wenig ruppig und er flucht wie ein Bierkutscher – Winter dagegen ist der empatische, sympathische Typ, was bei Vernehmungen zum Vorteil sein kann. Auch privat wird das Leben der beiden immer wieder beleuchtet. Stück für Stück decken die Ermittler auf, landen in einer Sackgasse, bis sie einen neuen Faden aufnehmen. Wendungsreich und atmosphärisch ist dies wieder ein solider Whodunnit, ein Polizeikrimi aus dieser Serie. Ein spannender historischer Krimi, eine Kriminalroman, den ich gern empfehle.
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Ihre spannende Krimi-Reihe um den Ermittler August Emmerich erhielt zahlreiche Shortlist-Nominierungen (u.a. für den Friedrich Glauser Preis, Viktor Crime Award, Crime Cologne Award) und wurde mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2017 und 2019 sowie dem Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels MIMI 2020 prämiert. Auch der Österreichische Krimipreis wurde der Autorin 2019 verliehen. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Felix Blom eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die im Berlin des ausgehenden 19. Jahrhundert ermittelt und für den sie mit dem silbernen Homer 2023 und dem Berliner Krimifuchs 2024 ausgezeichnet wurde.
Ein Jahr ist seit “Der letzte Tod” vergangen und August Emmerich wird im Jahr 1923 auf wie schon gewohnt spannende Weise mit einer Leiche konfrontiert. Gemeinsam mit seinem Assistenten Ferdinand Winter arbeitet der kauzige Kriminalinspektor daran, den Mörder zu finden, der eine ledige Frau in deren Schlafzimmer brutal getötet hat. Ganz nebenbei hat er auch vor, weniger zu fluchen. Wie lange kann das gut gehen?
“Die weiße Stunde” ist der bereits sechste Band der erfolgreichen Reihe von Alex Beer. Besonders sind nicht nur die Bücher, sondern vor allem die so authentisch und vielschichtig gelesenen Hörbücher. Da Cornelius Obonya Emmerich, Winter, dem Erzähler und zahlreichen wiederkehrenden wie neuen Charakteren seine Stimmen (ja, Mehrzahl) leiht, fühlt sich alles tatsächlich wienerisch und schon fast heimelig an. Natürlich kann das für Nicht-Österreicher auch ungewohnt sein, aber ich kann nur empfehlen, das Hörbuch probe zu hören. Notfalls kann man immer noch das Buch kaufen.
Das ungekürzte Hörbuch mit einer Laufzeit von 9,5 Stunden fühlt sich, wenn man erst voll in der Geschichte drinnen ist (was nicht lange dauert), tatsächlich kürzer an. So, wie man ein gedrucktes Buch manchmal einfach kaum aus der Hand legen kann, konnte ich hier die Aufnahmen kaum unterbrechen.
Emmerich ist nicht nur mit den Ermittlungen beschäftigt. Nebenbei erfahren wir auch etwas mehr über seinen alten Gegenspieler Veit Kolja. Apropos wiederkehrende Charaktere - alle Bände lassen sich von den Fällen her unabhängig voneinander lesen. Aber die Hauptfiguren sowie Nebenhandlungen rund um diese spannen sich über alle Bände und bleiben auch manchmal am Ende des Buches ungeklärt.
Es gibt also in den Büchern Anspielungen und Erwähnungen, die sich auf frühere Erlebnisse beziehen. Wer das Gefühl hat, Emmerich und Winter besser kennenlernen zu wollen, sollte auf jeden Fall den ersten Band lesen oder hören.
“Die weiße Stunde” ist Teil 6 der Reihe um Kriminalinspektor August Emmerich.
Die bisherigen Teile:
Der zweite Reiter Die rote Frau Der dunkle Bote Das schwarze Band Der letzte Tod
Wien, Frühling 1923: Die stadtbekannte Gesellschaftsdame Marita Hochmeister wird brutal ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Sofort machen Gerüchte die Runde. Inspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter werden auf den Fall angesetzt. Doch wie fängt man einen Mörder, der von niemanden gesehen wird?
"Die weiße Stunde" ist der 6. Fall für August Emmerich und hat mir wieder sehr gut gefallen. Alex Beer verbindet die geschichtliche Atmosphäre Wiens mit den manchmal unorthodoxen Ermittlungen Emmerichs.
Der Krimi ist spannend und besticht durch die solide Ermittlungsarbeit der Figuren. Emmerich und Winter sind für mich ein sehr sympathisches Duo: der ältere, eher mürrische und pragmatische Emmerich muss sich mit dem jungen, richtlinientreuen und doch gewitzten Winter arrangieren. Aus der Zweckverbindung ist längst Freundschaft geworden und das schimmert immer wieder durch.
Das Ende hat mich überrascht und überzeugt. Alle offenen Fäden wurden zusammengeführt und die Autorin stößt die Tür für den nächsten Fall sehr weit auf.
Der Fall selbst ist jetzt nicht der spannendste... interessanter ist schon Emmerichs Hintergrundgeschichte, die trotz des Auffindens seines Vaters weitergeht - und natürlich auch zu einem Cliffhanger führt. Mal wieder.
Wie immer sind auch die Einblicke ins Wien der Zwischenkriegszeit mit all den gesellschaftlichen Problemen nach der Monarchie bzw vor dem Erstarken der Faschisten hochinteressant (und auch 100 Jahre später hochaktuell).
Insgesamt eine gute Lektüre, wenn auch die Fälle langsam etwas repetitiv werden. Von mir aus könnte man den Polizeiteil gerne etwas kürzen, dafür auf die persönlichen Geschichten rund um Emmerich und Winter fokussieren. Sie sind sowieso Herz und Seele der Serie.
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Wieder mal ein richtiger guter Krimi von Alex Beer. Auch nach sechs Teilen sind die Geschichten um August Emmerich und Ferdinand Winter noch genauso unterhaltsam und spannend wie am Anfang. Man schließt sie einfach ins Herz und folgt ihnen gerne, fiebert mit, wenn sie wieder einmal in Schwierigkeiten geraten.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für mich allerdings: In diesem Band geht es eigentlich nur um den Fall. Emmerichs Probleme mit Xaver Koch und auch seine häusliche Situation werden gar nicht (ersteres) oder kaum (letzteres) thematisiert, obwohl ich diese Eskapaden immer sehr gerne gelesen habe.
Wie gewohnt, die Kulisse der Stadt Wien verbunden mit historischen Gegebenheiten um 1923. Die Ermittler Emmerich und Winter lösen den Fall , spannender Krimipilot, gern gelesen. Schön sind immer die Schilderungen des damaligen Zeitgeschehen. Das Buch endet mit einem Cliffhanger , es geht also weiter!
Ein spannender Kriminalfall im Wien des Jahres 1923: Eine Mordserie erschüttert die Stadt und fordert Inspektor Emmerich und seinen Assistenten Winter in ihrem sechsten Fall heraus. Bis zum Schluss bleibt die Identität des Täters im Dunkeln und sorgt für überraschende Wendungen.