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Der Frauenausborger: Ein Joesi Prokopetz Krimi

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Tod eines Wiener Casanovas

In einer Seniorenresidenz wird der »Frauenausborger« Rainer tot aufgefunden. Wer hat den Bindungsphobiker, der Damen verführte, erschlagen? Ein satirischer Krimi mit Wiener Flair.

Rainer Caofal ist bekennender »Frauenausborger«. Als solcher hat er keinerlei Skrupel, die Frauen seiner Geschlechtsgenossen, insbesondere seiner Freunde, zu verführen. Für das kurzfristige Amüsement versteht sich – denn echte Bindungen meidet der Frauenausborger wie der Teufel das Weihwasser. Doch jetzt ist Rainer tot. Hinterrücks erschlagen, wie er meint, in einer Wiener Seniorenresidenz. Hat er sich auf den letzten Metern einen Feind zu viel gemacht? Verdächtige gibt es genug – vom gehörnten Ehemann, zur liebestollen Gattin, die sich mehr von der Affäre mit dem feschen Rainer erhofft hatte. Aus dem »Off« lässt Rainer die Episoden seines Frauenausborger-Lebens Revue passieren – auf der Suche nach seinem Mörder. Ein zutiefst wienerischer Krimi vom Meister des schwarzen Humors.

217 pages, Kindle Edition

Published October 15, 2024

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Joesi Prokopetz

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January 11, 2025
«‹Du schreibst? Was schreibst du denn?›
‹Ja›, sage ich ganz ernst, um die Pointe noch zwingender zu machen, ‹ich bin augenblicklich dabei, meine Autobiografie so umzuarbeiten, sodass ich selbst darin vorkomme.›
‹Ach so …›, antwortete Waltraud, und ihr Gesicht zeigte keinen Landeplatz für den Anflug eines Lächelns.»

Rainer Caofal war zeit seines Lebens kein Kind von Traurigkeit. Die Damenwelt hatte es ihm angetan – freilich nur für kurze Affären. Längere Beziehungen mied der «Frauenausborger» wie der Teufel das Weihwasser. Stattdessen «lieh» er sich bevorzugt die Partnerinnen und Ehefrauen seiner Freunde und Bekannten «aus». Nun ist er tot, der Wiener Casanova, gestorben in der Seniorenresidenz «Juventus». War es Mord, wurde er hinterrücks mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen, oder war es schlicht ein Unfall?

«Zapletal (derb): ‹Na Prinzessin, wie wär’s mit uns beiden?›
Hermine (kolloquial): ‹Was mich betrifft, sicher nicht! Wie ekelhaft!›
Auch Herr Romsdorfer, der Sexualprotz, hat, solange er noch am Leben war, Hermine immer wieder belästigt, ja begrabbelt.
Romsdorfer (an Hermines Bluse zupfend): ‹Was sagen Sie zu einer Nacht voller Seligkeit? Mit Orgasmus-Garantie?›
Hermine: ‹Nehmen Sie Ihre Finger weg, Sie Produkt einer Tanzpause.›»

Protagonist Rainer Caofal ist soeben verstorben. War es Mord? Die Liste der Verdächtigen ist lang – vom gehörnten Ehemann bis zur Kurzzeit-Geliebten, die sich mehr erhofft hatte. Aus dem Jenseits lässt er sein Leben Revue passieren, möchte herausfinden, wie er zu Tode kam und berichtet dem Lesenden aus seinem Leben, berichtet von seinen vielen Affären. Das nun als Krimi zu bezeichnen – ein Marketingtrick? Denn Krimis verkaufen sich gut. Hier dümpelt ein Aufreißer vor sich hin, erklärt uns, wie er die Frauen aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis abgeschleppt hat. Mit Humor geschrieben, so der Klappentext. Nicht mal ein Grinsen kam mir über die Lippen, mein «Gesicht zeigte keinen Landeplatz für den Anflug eines Lächelns». Nicht mein Humor – andere Lesende mögen das sicherlich lustig finden. Hier erzählt jemand seine Affären herunter – mein Interesse sank von Seite zu Seite. Weder Spannung und Satire, von Tiefe will ich gar nicht reden. Oberflächliche Protagonist:innen. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Der Roman und ich passten nicht zusammen.


Joesi Prokopetz, geb. 1952 in Wien, ist Liedermacher, Autor und Kabarettist. Als Liedtexter von Hits wie »Da Hofa«, »Es lebe der Zentralfriedhof« und vielen mehr prägte er den Austro-Pop wie kaum ein anderer. Sein Alpendrama »Der Watzmann ruft«, für das Prokopetz alle Texte schrieb, erreichte Kultstatuts. Darüber hinaus ist er als Solo-Kabarettist und Schauspieler erfolgreich.
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