Ein Mann, ein Land, ein Fahrrad - Hasnain Kazim unterwegs, auf der Suche nach der deutschen Seele
Hasnain Kazim zieht aus, sein Land zu erkunden. Mit seinem Lieblingsverkehrsmittel, dem Fahrrad, macht er sich auf, ein aktuelles Deutschlandporträt zu zeichnen. Was eint die Menschen, was trennt sie? Kazim radelt entlang von Elbe, Ruhr, Rhein, Main, Neckar und Donau und lässt dem Zufall Raum. Er trifft unterschiedliche Menschen, spricht mit ihnen über ihr Leben in diesem Worüber darf man eigentlich noch lachen? Was ist Heimat? Das Buch ist auch eine Von einigen wird Hasnain Kazim regelmäßig sein Deutschsein abgesprochen. Wann und wie also gehören Menschen hierhin? Was ist Diversität? Kann man mit Wohlwollen und Zugewandtheit nicht doch mit allen reden, sie vielleicht sogar versöhnen und Gräben überwinden? Eine Fahrradtour in dem Versuch, mit der Kraft des Wortes zu verbinden. Und die deutsche Seele zu ergründen.
Das Buch, nein, der Autor hält, was er an Erwartung weckt. Schon die Zusammenfassung dessen, was aus seiner Sicht und Erfahrung (!) unser Land zusammenhält bringt es treffend auf den Punkt. Seine Beschreibungen von Menschen, Gesprächen, Städten und Dörfern, von Natur und Kultur ist kurzweilig und hat mich mitgenommen auf seine Radreise. Danke!!! Mein „Must read“ für 2025 💚
Ein bisschen knifflig zu lesen, weil ich mich in den Schreibstil erst reinfuchsen musste (laaange Sätze). Aber der Inhalt ist der Knaller - auch wenn er hier und da etwas wehtut: Ich erwischte mich während des Verfolgens der Deutschlandtour bei Zustimmung und beim Wiedererkennen von Mustern aus dem eigenen Freundes- und Familienkreis. Ich fühlte mich häufig auch ertappt dabei, wie ich schneller negativ be- oder gar verurteilt hätte. Ich hoffe, ich kann ein wenig von Hasnains Neugier und Penetranz mitnehmen und künftig selbst häufiger nachfragen, Interesse und Verständnis zeigen statt vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Scheinbar funktioniert es ja 😉
gehe mit den politischen Positionen des Autors nicht immer einher, aber abseits dessen ein sehr kurzweiliges, interessantes Buch mit denke ich einer wichtigen Moral: mehr reden und zuhören anstatt schreien und den Mund verbieten.