Sommer 1961. Vicky und ihr Freund Achim leben in Ostberlin und studieren im Westen Medizin. Als mit dem Mauerbau all ihre Träume über Nacht zu platzen drohen, ergreifen sie die Flucht. Kurz darauf wird Achim verhaftet. Vickys großes Ziel ist die Chirurgie, doch der Berufseinstieg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die Flughafenambulanz in Frankfurt ist eine Notlösung – und eine Männerwelt, in der sie sich durchbeißen muss. Zwischen aufregenden Einsätzen und Not-OPs kämpft sie für eine moderne Klinik und wird zur Hausärztin der Frankfurter Halbwelt. Und auch eine neue Liebe scheint auf sie zu warten. Doch Vicky hofft noch immer auf ein Wiedersehen mit Achim …
Vicky und Achim haben sich ihr Leben im geteilten Deutschland eingerichtet. Beide studieren im Westen Berlins Medizin, leben aber im Osten und wollen das auch nicht ändern. Doch dann wird die Mauer gebaut und alle Lebensträume scheinen unerreichbar. Die Flucht in den Westen gelingt, doch Achim wird bei weiteren Aktionen gefasst und verschwindet hinter dem eisernen Vorhang.
Vicky hingegen schafft es ihr Studium zu beenden und landet durch einen glücklichen Zufall in der Flughafenambulanz des Frankfurter Flughafens. Was zuerst nur eine Zwischenstation werden soll, wird bald zu einem spannenden Arbeitsplatz. Und auch hier kann Vicky wieder träumen.
Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Ich bin so richtig eingetaucht in Vickys Leben, konnte ihre Wünsche und Träume gut nachvollziehen. Die Schilderung der sechziger Jahre in Frankfurt war ausgesprochen nachdrücklich, ich hatte das Gefühl direkt in die Zeit eintauchen zu können. Die Autorin bindet ganz nebenbei die zeitgeschichtlichen Ereignisse ein, wie z.B. die Auschwitz-Prozesse, die Brandanschläge auf Frankfurter Kaufhäuser und das Aufkommen der RAF.
Die Charaktere des Buches sind mir allesamt ans Herz gewachsen. Sie haben das Buch lebendig gemacht und ein tolles Bild der Zeit gemalt. Ich mochte mich am ende eigentlich gar nicht verabschieden und hätte gerne noch weiter über die Geschichte der Frankfurter Flughafenklinik gelesen.
Von mir daher eine absolute Leseempfehlung für dieses ganz tolle, unterhaltsame Buch!
Svea Lenz gewährt uns hier Einblicke zum Mauerbau der DDR und dessen Auswirkungen. Mit Vicky hat sie eine Hauptfigur gezeichnet, die nicht nur jede Menge Power und Ehrgeiz hat, sondern auch sehr empathisch wirkt. Die junge Frau und ihre große Liebe Achim leben in Ostberlin, studieren aber im Westen Medizin. Nach dem Mauerbau gelingt beiden die Flucht in den Westen. Achim möchte anderen auch die Möglichkeit bieten, im Westen zu leben und betätigt sich als Fluchthelfer. Bei seinem letzten Einsatz wird er erwischt.
Vicky beendet ihr Studium erfolgreich und landet in Frankfurt in der Flughafenambulanz. Schnell gelingt es ihr, sich in der Männerwelt zu behaupten. Sie reicht Verbesserungsvorschläge für eine moderne Flughafenklinik und einen Ambulanzwagen, mit besserer Ausstattung ein.
Meine Meinung
Fesselnde Geschichte um eine mutige, junge Frau.
1961 - 1972
Die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln und jede Unterbrechung beim Lesen empfand ich als störend. Detailliert nimmt man am Leben der Ärztin Vicky und ihren Kollegen teil. Die Ärzte wissen die Fähigkeiten der jungen Frau zu schätzen und fördern sie zusätzlich. Das hat mir sehr gut gefallen, da das zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Frauen als Chirurginnen waren eher eine Seltenheit, was sich bis heute nicht geändert hat.
Schnell spricht sich herum, dass in der Flughafenambulanz eine Ärztin arbeitet und das lockt viele Patientinnen an. Vicky scheut sich nicht davor, auch Frauen aus dem Rotlichtmilieu zu behandeln, da ihr Vorurteile fremd sind.
Vicky kann ihren Achim nicht vergessen und ist völlig verzweifelt, als sie ihn mit einem Fremden am Flughafen verwechselt. Langsam aber sicher öffnet sich ihr Herz auch für einen Anderen. Es wird spannend. Vicky vermisst ihre Mutter, die als Krankenschwester in der Charité arbeitet. In ihrer Kindheit war das Krankenhaus ihr zweites Zuhause.
Fazit
Detailliert, gut recherchiert und durchgehend unterhaltsam bringt uns die Autorin ein Stück Geschichte aus der ehemaligen DDR näher.
Die Figuren sind gut gezeichnet, sodass ich von jedem ein genaues Bild vor Augen hatte. Die Liebe hat auch ihren Platz, ohne Kitsch und unnötige Liebesszenen. Leider habe ich eine kleine Enttäuschung erlebt.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Song von der damaligen Zeit. Ein besonderer Leckerbissen waren die Beatles am Flughafen. KREISCH!
Svea Lenz hat einen sehr lebendigen Schreibstil, der mich schon bei der Stewardessen Dilogie begeistern konnte.
Eine klare Empfehlung. Danke, Svea Lenz. Bitte mehr davon.
Grandiose Lebensgeschichte einer starken jungen Frau ,, Lebensträume-Ärztin einer neuen Zeit " ist der neue Roman der großartigen Autorin Svea Lenz , die mich schon mit ihrer Dilogie ,,Die Stewardessen " absolut begeistert hat.
Vicky lebt mit ihrer Mutter in Ost-Berlin und studiert, wie ihr Freund Achim an der West-Berliner Freien Universität Medizin. Nach ihrer Promotion plant sie, ihre Medizinalassistenz an der Charité zu absolvieren. Da ihre Mutter dort als Krankenschwester tätig ist, hat sie dort schon als Kleinkind Krankenhaus-Luft geschnuppert und in ihr den Berufswunsch Ärztin geweckt. Als Vicky und Achim eines Abends von einer Feier zurück nach Hause kommen, erleben sie hautnah mit, wie die Stadt durch Mauerbau und meterhohe Grenzzäune unüberwindbar getrennt wird. Das Studium im Westen der Stadt ist so nicht mehr möglich. Mit Hilfe der studentischen Helfer gelingt Ihnen spektakulär die Flucht. Doch die Freiheit hat ihren Preis: Vickys Mutter Traude bleibt im Osten und von nun an können sie allenfalls telefonisch Kontakt halten. Achim schließt sich den Fluchthelfern an , um weiteren Studenten bei der Flucht in den Westen zu helfen. Extrem brisant und gefährlich. Seit dieser Nacht bleibt er spurlos verschwunden. Ist er verhaftet worden? Wird Vicky ihn jemals wiedersehen? Um ihre Medizinalassistenz zu absolvieren, verlässt Vicky ihr geliebtes und nun geteiltes Berlin. Eine Stelle zu finden ist gar nicht so leicht, wie sie gedacht hat. Bis ihr ein spektakulärer Zufall Zuhilfenahme kommt und ihr das Angebot gemacht wird, am Frankfurter Flughafen in der Sanitätsstelle anzufangen. Dort wird sie das gesamte Repertoire an Behandlungen und Erkrankungen zu Gesicht bekommen . Von banalen Erkältungen , über Impfungen bis hin zu lebensbedrohlichen Notfällen ist alls dabei , um die skeptischen männlichen Kollegen von ihrem Können zu überzeugen. Vicky ist eine so sympathische junge Ärztin, die wunderbar empathisch mit ihren Patienten umgeht und sich gleichzeitig absolut willensstark in dieser Männerdomäne nicht unterbuttern lässt und mit viel Durchsetzungsvermögen ihre Ziele verfolgt. Bei so manchem Notfall-Einsatz habe ich mit Vicky und ihren Kollegen um das Leben ihrer Patienten gezittert.
Was Vicky in den erzählten Jahren von 1961 bis 1972 alles so erlebt, welche persönlichen und beruflichen Herausforderungen sie sich stellen muß und ob sich ihre Lebensträume alle so erfüllen, wie sie es sich erträumt hat , müsst Ihr selber lesen.
Svea Lenz hat mich von der ersten Seite an direkt an Vickys Seite katapultiert, so daß ich jeden einzelnen Schritt mit ihr gegangen bin, mich mit ihr gefreut, gehofft , gebangt, geweint und geliebt habe. Die medizinischen Errungenschaften und Behandlungmethoden der 60er Jahre sind absolut authentisch und eindrucksvoll beschrieben und fließen genauso geschickt in die Geschichte ein wie die historischen Ereignisse. So erlebt man beim Lesen eine großartige Zeitreise, trifft auf John F. Kennedy und die Beatles am Flughafen oder in den Bars des aufregenden Bahnhofsviertel bekannte Persönlichkeiten wie Osksr Schindler und Damen der Rotlichtmilieus, denen Vicky medizinisch mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Eindrücke der Nachkriegszeit sind genauso spürbar wie der Schrecken des Vietnamkrieg und der Rebellion der 68er.
Der großartig flüssige , lebendige , gefühlvolle und bildgewaltige Schreibstil und die mitreißende Erzählung lasset die Seiten nur so fliegen. In meinem Kopf entstanden augenblicklich Bilder von Berlin, der Sanitätsstelle, des immerzu lärmenden Flughafenbetriebes , des aufregenden Lebens im Frankfurter Bahnhofsviertel und in der gemütlichen WG . Als Überschriften zu den einzelnen Kapiteln sind Liedertitel gewählt, die immer passend zum Geschehen sind. Diese und auch weitere erwähnte Songs haben mir Ohrwürmer beschert, die ich dann vor mich hin summen konnte.
Vicky , ihre Freunde und Kollegen sind mir so sehr ans Herz gewachsen, ich wollte nicht, , daß das Buch endet. Mit Wehmut habe ich die letzte Seite gelesen und war gleichzeitig so glücklich, Vicky auf ihrem Weg zu begleiten.
Von ganzem Herzen empfehle ich uneingeschränkt diesen großartigen und mitreißenden Roman über eine junge Frau, die unglaublich mutig ihren Weg geht, um sich ihre Lebensträume zu erfüllen. Ich bin auch von diesem Roman von Svea Lenz begeistertund hoffe, daß es nicht allzu lange dauert, bis ich ein neues Werk von ihr lesen kann. Für mich ein Lesehighlight!
Ganz besonders gefreut habe ich mich auf den neuen Roman von Svea Lenz alias Nicole C. Vosseler. Nach ihrer Stewardessen Dilogie war ich äußerst gespannt auf "Lebensträume", der mich auf eine Zeitreise in die Sechziger Jahre führt. Es ist das Jahr 1961 und Vicky studiert Medizin in Westberlin, lebt jedoch im Osten bei ihrer Mutter, die als OP-Schwester in der Charité arbeitet. Zukünftig als Ärztin im berühmten Krankenhaus zu arbeiten, ist auch Vickys Traum. Um die Studiengebühren bezahlen zu können, jobbt sie in einer Westberliner Fleischerei und pendelt jeden Tag zwischen Ost und West. Gemeinsam mit ihrem Freund Achim, der ebenfalls Medizin studiert, möchte sie ihre Zukunft gestalten. Doch dann wird im August 1961 über Nacht die Mauer gebaut und Vickys und Achims Träume zerplatzen wie eine Seifenblase. Die Berufsaussichten haben sich für die Beiden rasant geändert und so flüchten sie in den Westen. Doch Achim betätigt sich in Westberlin als Fluchthelfer und wird verhaftet. Eine Rückkehr in den Osten ist Vicky als Republiksflüchtling nicht möglich und der Berufseinstieg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Sie benötigt noch ihre Approbation, um als Ärztin arbeiten zu können. Eine Chance, die fehlenden Praxiseinheiten, die sie dafür noch benötigt zu bekommen, ist kaum möglich. Durch Zufall kommt Vicky zu einem Unfall auf der Flughafenautobahn zurecht und leistet perfekte Erste Hilfe. Daraufhin wird ihr vom hinzukommenden Arzt der Flughafenambulanz Frankfurt ein Job als Medizinalassistentin angeboten. Der Traum Chirurgin zu werden rückt damit in weite Ferne, doch Vicky benötigt dringend einen Job und sagt zu. Als einzige Frau in der Flughafenambulanz braucht sie jedoch eine harte Schale - vor allem gegen Pfleger Ansgar, der von weiblichen Ärztinnen so gar nichts hält. Aber auch Dr. Borkeloh scheint nicht wirklich begeistert zu sein, obwohl es an Ärzten und Pfleger wirklich mangelt und die Ausstattung in der Ambulanz alles andere als richtig professionell ist.
Ich habe sofort in die Geschichte gefunden und mit Vicky mitgefiebert, die in den zehn Jahren, die wir sie begleiten viele Hochs und Tiefs erlebt. Sie ist eine einfühlsame junge Frau, deren Traum durch den Mauerbau einen gewaltigen Riss bekommen hat. Zusätzlich vermisst sie Achim und hat keine Ahnung, was mit ihm geschehen ist und ob er noch lebt. In der Flughafenambulanz kann sie sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren und alle anderen Gedanken ausschalten. Als Leserin ist man bei vielen Notfällen hautnah dabei. Durch die oftmals prekären Umstände in der Flughafenambulanz setzt sie sich für einen neuen Rettungswagen und später beim Umbau des Flughafens für eine erweitere Klinik ein. Sie hat Mut und versucht ihrem Lebenstraum näher zu kommen.
Die Figuren sind authentisch und haben Ecken und Kanten. Vicky ist eine kluge junge Frau, die sich nicht von ihren Zielen abbringen lässt. Sie ist in ihrer knappen Freizeit auch unentgeltlich als Gynäkologin im Rotlichtmillieu unterwegs und wird bald zur guten Freundin der Mädchen. Nicht zu vergessen, dass die Pille in Deutschland ab 1961 an verheiratete Frauen ausgegeben werden konnte und Vicky sich auch dazu Gedanken macht.
Svea Lenz hat den Zeitgeist wunderbar eingefangen. Die Bundesrepublik befindet sich im Wirtschaftsaufschwung. Die Sechziger Jahre erzählen aber auch von politischen Aufständen, wie dem Vietnamkrieg, den Auschwitzprozessen und den Studentenaufstände, dem Besuch von John F. Kennedy und den späteren Mordanschlag, sowie den Aufständen beim Besuch von Schah Reza Pahlawi. All diese historischen Themen hat Svea Lenz in ihren fiktiven Roman hineingepackt und wunderbar verwoben.
Über jeden Kapitelanfang steht ein Titel eines Liedes aus dieser Zeit, Sehr schnell hatte ich die Songs in den Ohren und summte fröhlich mit.
Fazit: Wie schon bei meiner geliebten Dilogie um die Stewardessen, vergebe ich hier ebenfalls 5 Sterne für einen weiteren grandiosen Roman der Autorin. Eine Leseempfehlung!
„Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen…“ Mit Hildegard Knef beginne ich die Reise nach Berlin, ich lese von Vickys „Lebensträumen“. Svea Lenz erzählt davon eindrucksvoll, dieser neue Roman steht ihren „Stewardessen“ in nichts nach.
Vicky lebt mit ihrer Mutter, die als OP-Schwester an der Charité arbeitet, im Osten von Berlin. Sie studiert an der Freien Universität in Berlin-West Medizin, nebenbei jobbt sie in einer Westberliner Metzgerei, sie pendelt also täglich von Ost nach West und zurück, was ihr bis zum Bau der Mauer im August 1961 keinerlei Probleme macht. Nun aber scheint ihr großer Traum, Ärztin zu werden, zu zerplatzen. Ihr Freund Achim ist in derselben Situation, auch er studiert im Westen. Sie müssen schon allein wegen ihrer Zukunftsaussichten weg, so viel steht fest. Als dann ihre Flucht gelingt, atmet Vicky nur kurz auf, denn Achim geht als Fluchthelfer wieder nach drüben und wird dabei verhaftet. Danach hört sie nichts mehr von ihm. Sie schlägt sich anfangs eher schlecht als recht alleine durch, aber irgendwie schafft sie es doch, eine Anstellung in der Ambulanz im Frankfurter Flughafen zu bekommen. Als einzige Frau unter Männern ist ihr Alltag beileibe kein Zuckerschlecken, aber sie beißt sich durch, diese Chance will sie sich nicht verbauen.
Die Erzählung beginnt im Sommer 1961, als alles noch unbeschwert war und man auch im Osten gut leben konnte und endet 1972. Mit dem Mauerbau endet ihre Freiheit, diese schier unüberwindbare Barriere ist es, die Vickys Lebensweg in eine von ihr nicht vorgesehene Richtung drängt. Sie ist eine kluge, eine ehrgeizige junge Frau, die ihr Berufsziel stets vor Augen hat und fest entschlossen ist, eines Tages als Chirurgin zu arbeiten.
Wir alle kennen die deutsch-deutsche Geschichte, sie betrifft Vickys Leben in ganz besonderer Weise. Als Republikflüchtling ist es ihr verwehrt, in die DDR einzureisen, der Kontakt mit ihrer Mutter gestaltet sich dementsprechend schwierig. Ihre fiktive Geschichte bindet die Autorin perfekt und sehr lebendig in die damalige Zeit ein - die Zeit des Wirtschaftsaufschwungs, Adenauer geht, Erhard, Kiesinger und Brandt folgen, der junge US-Präsident Kennedy ist auf Deutschlandbesuch, wir lesen von Martin Luther King, den Demos gegen Rassendiskriminierung in den USA und auch hier von den Ausschreitungen gegen Mohammad Reza Schah Pahlavi etwa, die Studentenproteste wollen nicht abebben. Es ist eine unruhige Zeit, die gut einfangen ist. Contergan, die Schluckimpfung, die Pille und noch so vieles mehr sind mit Vickys Geschichte verwoben und natürlich auch die Songs dieser Zeit, die für mich einen ganz besonderen Reiz darstellen.
Svea Lenz vermittelt den Zeitgeist jener Jahre, sie versteht es bestens, das Weltgeschehen so wunderbar, so nachvollziehbar in Vickys Leben zu integrieren. Gebannt lese ich von ihrem Klinikalltag, von den Einsätzen im Flughafenbereich und auch von Unglücken und Katastrophen, die ihr alles abverlangen. Sie ist Ärztin aus Leidenschaft, ihr Privatleben muss so manches Mal hintanstehen. Und nicht zuletzt sind es auch die privaten Momente, die das Bild der jungen Ärztin so rund, so authentisch machen.
„Lebensträume ist ein Roman mit mindestens 47 % Wahrheitsgehalt.“ Der Beipackzettel zum Schluss vermittelt kurz und bündig nochmal sehr viel Hintergrundwissen – ein stimmiger Abschluss. Und doch fällt mir das Abschiednehmen schwer, gerne hätte ich Vicky noch weiter begleitet. Es waren unterhaltsame Lesestunden mit einer liebenswerten Protagonistin. Es ist ein hervorragend recherchiertes Buch, das viel Wissenswertes von damals vermittelt, dazu ein packender Schreibstil mit glaubhaften Charakteren. Kurzum – ein sehr lesenswerter Roman, den ich gerne weiterempfehle.
Klappentext: Sommer 1961. Vicky und ihr Freund Achim leben in Ostberlin und studieren im Westen Medizin. Als mit dem Mauerbau all ihre Träume über Nacht zu platzen drohen, ergreifen sie die Flucht. Kurz darauf wird Achim verhaftet. Vickys großes Ziel ist die Chirurgie, doch der Berufseinstieg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die Flughafenambulanz in Frankfurt ist eine Notlösung und eine Männerwelt, in der sie sich durchbeißen muss. Zwischen aufregenden Einsätzen und Not-OPs kämpft sie für eine moderne Klinik und wird zur Hausärztin der Frankfurter Halbwelt. Und auch eine neue Liebe scheint auf sie zu warten. Doch Vicky hofft noch immer auf ein Wiedersehen mit Achim.
„Lebensträume“ von Svea Lenz zeigt auf wie der Bau der Mauer Leben verändert hat.
Vicky und ihr Freund Achim haben Lebensträume. Sie leben in Ostberlin und studieren in Westberlin. Doch durch den Bau der Mauer ist das über Nacht nicht mehr möglich. Vicky gelingt die Flucht in den Westen, sie gelangt nach Frankfurt, wo sie an der Flughafenambulanz arbeitet kann. Ihr Traum Chirurgin zu werden ist in weite Ferne gerückt. Achim hatte nicht so viel Glück, er wurde bei der Flucht verhaftet.
Svea Lenz erzählt die Geschichte sehr authentisch. Handlungsort ist zum großen Teil Frankfurt am Main, meine Heimatstadt. Die Zeit der Handlung wird von der Autorin sehr gut widergespiegelt. Es ist die Zeit des Aufbruchs und der Veränderung. Die Menschen haben den Krieg hinter sich gelassen. Sie wollen wieder leben und was erleben. Die Frauen kämpfen für mehr Freiheit und mehr Rechte.
Die Charaktere, die Svea Lenz ins Leben gerufen hat, sind sympathisch. Vicky ist ein ganz bezaubernder Charakter. Sie ist eine mitfühlende Ärztin und ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Ich habe richtig mit Vicky mitgefühlt. Ihr privates Glück habe ich ihr so sehr gewünscht, doch Vicky muss einige Hürden überwinden. Auch ihren Freund Achim kann Vicky nicht vergessen.
Die Autorin hat sich intensiv mit dem Thema Operationen auseinandergesetzt. So sind die Leser*innen bei manchem Notfall hautnah dabei und erleben auch eine OP am Herzen. Auch die politische Situation im Land bleibt nicht außen vor. In der Geschichte werden die Auschwitzprozesse und auch der Vietnamkrieg, der die Menschen in dieser Zeit beschäftigt hat, erwähnt.
Der Schreibstil von Svea Lenz ist flüssig und gut verständlich. Nach wenigen Seiten bin ich ganz tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
„Lebensträume“ ist ein wahres Lesevergnügen und hat mich tief in der Vergangenheit meiner Heimatstadt blicken lassen.
Bereits als ich den Klappentext gelesen hatte, war klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen, sagte sogar, es klingt so als ob es speziell für mich geschrieben sei 😆 Eine Geschichte welche in der ehemaligen DDR beginnt, den Ost-West-Konflikt zur Zeit von Bau der Mauer aufzeigt (liebt mein historisches Herz der jüngeren deutschen Geschichte), eine Frau welche Medizin studiert und genau weiß wo sie damit in ihrem Leben hin möchte (liebt mein Krankenschwester Herz) und der Weg dann noch von Berlin nach Frankfurt führt (liebt mein selbst im Rhein-Main groß gewordenes Heimatherz).
Schon mit den ersten Seiten hat mich Svea Lenz an diese Geschichte gefesselt, so dass ich das Buch gar nicht mehr beiseite legen wollte. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, mitreißend, bildhaft, emotional aber auch an der ein oder anderen Stelle dramatisch. Eingebettet in einige wahre Begebenheiten, von denen ich selbst bis dahin so nicht wusste, konnte ich selbst noch einiges lernen und gerade durch dieses Buch in Erfahrung bringen, wie zum Beispiel die Explosion in einer Firma in Raunheim, lediglich durch den Main von meiner Heimatstadt getrennt.
Die Geschichte von Vicky ging mir unter die Haut. Hat mich mit ihr fiebern und mit ihr leiden aber auch mit ihr freuen lassen. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Ihr Handeln stets authentisch und absolut nachvollziehbar. Auch die weiteren Protagonisten fügten sich meiner Meinung nach sehr gut in die Geschichte ein. Brachte jeder doch so ein kleines eigenes Päckchen auf seinem Lebensweg mit. Turbulent ist das Leben von Vicky und genau das gefiel mir an dieser Geschichte so gut, denn gerade dadurch zeigt sie, dass ihr Leben so viel mehr zu bieten hat, als nur das Medizinstudium für das sie sich so sehr berufen gefühlt hat. Für mich machte es dieses Buch aber auch zu so viel mehr als einen „Arztroman“ wie man vielleicht an Hand des Titels denken mag. Und so begleitet man Vicky ein Jahrzehnt lang in einer Zeit, in der in der Geschichte so vieles passiert ist. Vicky macht sich stark für Schwächere, hilft an vielen Stellen und setzt sich dabei vor allem für die Zukunft der Flughafenambulanz ein und das mit solch einer Inbrunst, die mir wahrlich imponiert hat.
WIe ausführlich Svea Lenz recherchiert hat und sich mit der Umgebung des Flughafens auseinandergesetzt hat, zeigt sich in diesem Buch sehr deutlich. Schon mit ihrer vor paar Jahren erschienen „Stewardessen-Dilogie“ hatte mich die Autorin überzeugt. Mit diesem Werk hat sie wahrlich ein Jahreshiglight geschrieben, an das ich noch lange zurück denken werde.
Lebensträume von Svea Lenz entführt die Leser*innen in die Welt der jungen Ärztin Vicky und begleitet sie über einen Zeitraum von ungefähr 10 Jahren. Diese lange Zeitspanne ermöglicht es, Vickys Entwicklung zur Ärztin intensiv mitzuerleben - mit allen Höhen und Tiefen.
Besonders gelungen finde ich, wie das Buch sich Zeit nimmt, um die Geschichte detailliert zu erzählen. Man bekommt so viele Facetten der Handlung mit, was dem ganzen eine gewisse Tiefe verleiht. Auf der anderen Seite fehlte mir manchmal ein wenig der Nervenkitzel. Die Erzählweise ist eher ruhig und gemächlich, wodurch zwar eine besondere Atmosphäre entsteht, aber die Spannung gelegentlich auf der Strecke bleibt.
Ein großer Pluspunkt ist das historische Setting. Svea Lenz schafft es, geschichtliches Wissen sehr spielerisch und leicht in die Handlung einfließen zu lassen. Dadurch wirkt die Geschichte authentisch und lebendig. Allerdings wurde es mir gerade zum Ende hin etwas zu viel. Der historische Input nahm immer mehr Raum ein, sodass die eigentliche Geschichte ein wenig in den Hintergrund rückte. Hier hätte dem Buch eine kürzere, knackigere Erzählweise vielleicht gutgetan.
Insgesamt ist Lebensträume dennoch eine schöne Geschichte, die mit ihrer liebevollen Erzählweise und dem gut eingebetteten historischen Wissen punktet. Wer ein Faible für historische Romane und ausführliche Charakteretnwicklung hat, wird hier sicher auf seine Kosten kommen - sollte aber keine allzu rasante Handlung erwarten.
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an regelrecht in seinen Bann gezogen! Der Schreibstil ist wunderbar lebendig und bildhaft – ich hatte ständig das Gefühl, mitten im Geschehen dabei zu sein. Vicky und Achim wachsen einem sofort ans Herz: Zwei junge Menschen, voller Träume und Hoffnung, die dann vom plötzlichen Mauerbau brutal auseinandergerissen werden. Ich habe mit Vicky gelitten, gehofft und gebangt. Ihre Entschlossenheit, trotz aller Widrigkeiten ihren Weg als Ärztin zu gehen, hat mich tief beeindruckt.
Besonders faszinierend fand ich, wie authentisch die Autorin die Zeit eingefangen hat: Themen wie Impfungen, die Einführung der Pille, Contergan und der §218 verleihen der Geschichte eine ungeheure Tiefe und lassen das gesellschaftliche Klima der frühen 60er Jahre lebendig werden. Auch die Schwierigkeiten, als Frau in einer von Männern dominierten Berufswelt Fuß zu fassen, wurden eindrücklich und zugleich sensibel dargestellt.
Vickys Weg in der Flughafenambulanz, die rauen Töne, die spannenden Einsätze – all das hat mich nicht nur bestens unterhalten, sondern auch bewegt. Besonders schön fand ich, wie sie trotz allem Anschluss findet und sich behaupten kann. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Achim hält dabei immer unterschwellig die Spannung hoch, ebenso wie die Möglichkeit einer neuen Liebe.
Ich habe die Geschichte regelrecht aufgesogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Jetzt hoffe ich sehr auf einen zweiten Teil – ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Vicky weitergeht! Eine absolute Leseempfehlung für alle, die fesselnde historische Romane lieben, die sowohl Herz als auch Verstand ansprechen.