Es ist der letzte Auftritt des einst so stattlichen Männerchors im Dorf. Der Nachwuchs fehlt, und die verbliebenen Mitglieder sind zu alt und zu müde, um weiterzumachen. Auch Hugo, Otto, Hans und Carl beschließen, dass es nun mal gut ist. Nichts hat ihnen in den letzten Jahrzehnten so viel Halt gegeben wie ihre Freundschaft. Nun steht das Ende dieses großen Kapitels bevor. Doch so sehr die Männer dieser Abschied schmerzt, ist er auch die Chance, das Leben noch mal zu drehen und sich die Wünsche, die sie so lang als unerreichbar abgetan haben, endlich zu erfüllen.
Kurzmeinung: Ein Episodenroman - Aufhänger ist diesmal der Männergesangsverein. Eine gute Idee. WER REGELMÄSSIG SINGT, LEBT LÄNGER Zwölf Männekens sind über vom Männergesangsverein und auch die letzten standhaften Helden sind alt und müde geworden, man plant einen letzten Auftritt. Der Gesangverein war ihr Leben, ihre Zuflucht vor und in häuslichen Nöten.
Der Kommentar und das Leseerlebnis: Von den zwölf Chormitgliedern, die geblieben sind und sich für den letzten Auftritt rüsten, widmet sich die Autorin porträthaft vier Männerleben. Der Gesangsverein ist der Aufhänger für einen Episodenroman. Jedes dieser vier Leben ist auf seine Weise gescheitert, entweder sind die geliebten Frauen früh gestorben und die Witwer sind unglückliche zweite Ehen eingegangen, Augen auf bei der Partnerwahl, oder, nun ja, eigentlich gibt es kein Oder. Die Männer sind gezeichnet von ihren Ehen und Familien, mit denen sie nicht zurande kommen. Es ist ein bisschen viel Drama, Baby, das die Autorin in diese Leben hineinzeichnet. Und dann wieder denke ich, es ist doch bloß Familie, was haben die sich so? Wieso wehren sie sich nicht ein bisschen, bäumen sich nicht auf gegen „Schicksal“? Selbst in den 1950ern war Mensch kein Schaf. Die Autorin trägt insofern ein bisschen dick auf für meinen Geschmack. Abgesehen davon: mit Trauer kann man umgehen lernen, von Ehefrauen, die sich nicht um die Kinder kümmern, kann man sich trennen, von Vätern, die einen rumkommandieren, kann man sich emanzipieren. Es fehlt mir grundsätzlich an Verständnis für diese geduckten, wehrlosen Männer. Und deshalb auch für ihre Geschichten. Männerfreundschaft und Männergesangsverein ersetzen zudem weder eine Therapie noch Entscheidungsschwäche. Und ich frage mich, gibts das, dass alles so hingenommen wird ohne Widerspruch – und ich glaubs nicht. Dennoch ist das Leseerlebnis im Großen und Ganzen positiv, denn die Schicksalsschläge sind in ihrer Anhäufung und Erduldung zwar nicht überzeugend, aber durchaus originell und unterhaltsam konzipiert, der Roman ist flüssig und leicht zu lesen, in angenehmer Alltagssprache. Insgesamt hätte ich zwar die Hälfte aller Metaphern gestrichen, das Einfache ist manchmal mehr und man braucht für das Selbstverständlichste kein Bild. Ein Beispiel: „Claras Begeisterung war wie ein Tag im Mai“. Ein schlichtes „Clara war begeistert“ wirkt manchmal mehr als ein Bild. Denn das Romanlein besticht am ehesten durch seine Schlichtheit. Schlicht punktet immer. Freilich ist kein Bild drüber, nur halt zu viel des Guten.
Jaha, halt die Auswahl der Schicksale: Durchgängig duldsames Lamm ist halt doch ein bisschen dröge. Da ist bei keinem ein Funken Lebensfreude.
Fazit: Vier very dramatische Leben von zwölfen, diese Rate kann man noch tolerieren. Ein geglücktes Leben dazwischen hätte ich erfreulich gefunden. Dennoch habe ich mich gut unterhalten, obwohl ziemlich wenig Gesangsverein war.
Das Cover hat mich getäuscht. Die abgebildeten Sänger erinnern mich an Figuren von Loriot. Also habe ich ein humorvolles Buch erwartet. Die Leben der vier alten Männer, die geschildert werden, werden jedoch von Schicksalsschlägen und Traurigkeit bestimmt. Dass Loriots Sketche an zwei Stellen erwähnt werden, ändert daran nichts. Es gibt nur vereinzelte Hoffnungspunkte. Einer davon ist der Chor, der nun kurz vor seinem letztem Auftritt steht. Der Ton erinnert mich an die Romane von Dörte Hansen. Die Sprache ist zwar nicht ganz so kunstvoll, das wird aber durch die einfühlsam gezeichneten Figuren und die Atmosphäre ausgeglichen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen einer nicht eingelösten Erwartungshaltung habe ich den Roman dann doch sehr gerne gelesen.
Considering that this is Gudrun Eiden's debut novel, "Nach Uns Das Leben" is a great achievement! Four men in the village sing in the choir, and it is to be their final performance. They are all around the age of eighty, each of them having led very different lives. The author examines each one separately. One thing they all have in common is generally a feeling of disappointment, either with their choices or with fate. But there is also a hint of helplessness and refusal to change the negative issues in their lives as long as they were young enough. The author examines each of the four men, Hugo, Carl, Otto and Hans with compassion and understanding, less so their wives, though the women come across as being the stronger sex, the ones who make the decisions and pull the strings. It was always the men's mutual friendship that helps them get through many of life's crises. Their final performance will be a last chance to change the course of their lives and fulfill one of their greatest wishes. Clear writing style, sometimes a little sentimental, ending with a question mark in my mind.