Die Menschheit – was für eine Erfolgsstory. Wir wären nicht da, wo wir sind, wenn nicht über die Jahrtausende hinweg viele kluge Köpfe viele geniale Ideen gehabt hätten. Charles Darwin, Vater der Evolutionstheorie, wäre stolz auf den Status Survival of the Fittest – der Stärkste setzt sich durch. So ist es. Aber was ist eigentlich mit dem oder der Zweitstärksten? Anna Bühler und Christian Alt sind es leid, dass in der Geschichtswissenschaft immer nur über die Gewinner und Gewinnerinnen gesprochen wird. Denn wir können von den Verlierern deutlich mehr lernen. Irgendjemand muss ja mal herausgefunden haben, welche Beeren giftig sind, ob Herdplatten nach drei Minuten immer noch heiß sind und ob Sicherheitsglas wirklich so sicher ist.
Im Buch zu ihrem Erfolgspodcast Darwin gefälltdas erfahren all diese vermeintlich genialen Ideen, die es nie in die Geschichtsbücher geschafft haben, die Würdigung, die sie verdienen, und werden in Wort und Schrift festgehalten. Bühler und Alt erzählen von Bomben, die an Fledermäuse geschnallt werden. Von absurden Selbstversuchen, von Teenagern, die Atomkraftwerke im Garten bauen, und von englischen Kranführern, die sich nichts sehnlicher wünschen, als einmal die British Open zu gewinnen.
Die Geschichte ist voll von Experimenten, die astrein in die Hose gegangen sind. Von Menschen, die in ihrer Mission tragisch gescheitert sind. Geblieben ist dennoch etwas Eine mitreißende Geschichte, an die man sich eben doch erinnern sollte.
What a wonderfully educational but also hilarious book this was!
I found this in a bookstore by pure coincidence but was hooked by the subtitle ("How Einstein's brain ended up in a lunch box and other, absurd ideas by humanity.").
In 21 examples, the authors (who have gained fame through a humorous science/history podcast) tell of mishaps and crazy ideas people had throughout history that somehow are still vital to progress - if only to tell us how NOT to do something. *lol*
We get guys tying themselves to garden chairs which, in turn, are tied to dozens of balloons (yes, I had the Pixar movie Up! before my inner eye as well); bizarre miracle drugs that caused people to literally shit themselves to death; bombs that were tied to bats; nuclear power plants that were built in the backyard by teenagers; and so much more.
In short, this is about experiments gone wrong; about the losers of history - that, interestingly, taught us more than the winners ever managed to do though.
The stories were told in a concise, short manner that nevertheless had not only the right amount of scientific background information to make each really interesting (and tell us why something was a bad idea), but also with the right kind of twinkle in the authors' eyes. Because let's face it, this shit is - first and foremost, despite the usefulness - hilarious. :D
So yes, I was thoroughly entertained and learned a thing or two in a pretty special way.
"Darwin gefällt das" habe ich auf Bookbeat beim Stöbern entdeckt und direkt spontan mit dem Hören begonnen. Da ich kein großer Podcast-Fan bin, habe ich von Anna Bühlers und Christian Alts gleichnamigem Podcast-Format bisher noch nichts gehört. Die Idee, in einem Buch 21 der verrücktesten, unbekannten Geschichten der Menschheit zu sammeln, hat mich aber sofort überzeugt. 208 hoch unterhaltsame Seiten später, bin ich nun ein Fan der beiden und überlege tatsächlich doch mal in den Podcast reinzuhören...
Egal ob es um einen Flug mit einem Gartenstuhl und 42 Heliumballons in die Stratosphäre, wahnwitzigen selbstgebastelten Reaktoren im Gartenschuppen oder absolut vermeidbare Tode durch misslungene Zaubertricks geht - alle vorgestellten Geschichten sind völlig absurd und auf tragische Weise zum totlachen. Mit einer guten Portion Schadenfreude, aber auch immer ausreichend Bewunderung für die verrückten und teils mutigen Unterfangen, die den Menschen nicht selten einen vermeidbaren und verfrühten Tod beschert haben, berichten die beiden Autoren, wie es zu den abenteuerlichen Vorkommnissen kam. Dabei werden gerade so viele Hintergrundinformationen eingebunden, dass man sich die jeweiligen Unterfangen gut vorstellen kann, jedoch nicht überfrachtet wird.
Nicht alles ist dabei wissenschaftlich und historisch zu 100% korrekt dargestellt. Wenn vom "Überleben des Stärksten" nach Darwin gesprochen wird, radioaktive Kontamination durcheinander geworfen wird oder mal eine Jahreszahl nicht ganz sitzt, kann man das dem Buch aber gerne verzeihen, da "Darwin gefällt das" in erster Linie unterhalten und nicht belehren möchte. Besonders hervorheben möchte ich auch das Gespür der beiden, hinter dem Irrsinn die großen menschlichen Sehnsüchte hervorzuheben und ein Loblied auf die unerschütterliche Kreativität und den Erfindergeist der Menschen zu singen. Auch wenn ich häufiger den Kopf darüber schütteln musste, wie unsere Spezies es bis an die Spitze der Evolution geschafft haben kann und manche Geschichten auch ethisch sehr fragwürdig fand, so war ich nach sehr unterhaltsamen 200 Seiten traurig, dass das Buch nur so kurz war und kann diese historische Pleite-, Pech und Pannenshow nur weiterempfehlen!
Fazit
"Darwin gefällt das" ist eine Sachbuchsammlung, die einen größeren Wert auf den Unterhaltungswert als die Detailrichtigkeit des Inhalts legt. Mit 21 irrwitzigen Vorkommnissen gelingt es den beiden Autoren allerdings, den Blick auf unerzählte Perspektiven zu lenken und uns LeserInnen gleichzeitig an der Intelligenz der Menschheit zweifeln und ihre absurde Widerstandsfähigkeit bewundern zu lassen.
Nettes kurzweiliges Buch mit vielen kurzen unterschiedlichen Geschichten. Leider merkt man in der Geschichte "Der radioaktive Pfadfinder", dass sie keine Wohnung von radioaktiver Kontamination haben. Somit kommt dort Quatsch raus. In der Geschichte "Das Täuferreich von Münster" haben sie mit den Jahreszahlen auch ganz schön im sich geworfen. 100 Jahre vor, 100 Jahre zurück und alles noch die selben Personen in der selben belagerten Stadt. Also hier war ich mit dem Umgang der Jahreszahlen insgesamt eher unzufrieden da auch hier zeitlich unpassende Sprünge vor und zurück gemacht wurden die vermutlich nicht so gewollt sind. Alles in allem jedoch eine schöne kleine Beschäftigung für zwischendurch.
Eine Fahrt mit 42 Heliumballons, die schlechteste Sängerin der Welt und ein Wunderkind, das seine gesamte Nachbarschaft verstrahlt: Christian Alt und Susanne Bühle erzählen von Unternehmen, die man im besten Fall als waghalsig bezeichnen kann, die aber eigentlich komplett verrückt sind.
Trotzdem stehen sie den Unternehmen wohlwollend gegenüber, wenn auch ab und zu mit einer gewissen Schadenfreude. Wie zum Beispiel bei einem schwedischen König, der sich über das Wissen und die Erfahrung seiner Schiffbauer hinwegsetzt und somit sein Schiff dem Untergang weiht.
Die Autoren erzählen von noch mehr Unternehmungen. Jedes einzelne ist amüsant, aber in der Menge nimmt irgendwann der Charme ab. Als Podcast kann ich mir die Sammlung besser vorstellen.
Was hab ich da bitte gelesen?! „Darwin gefällt das“ ist wie eine Zeitreise durch die skurrilsten Sackgassen der Menschheitsgeschichte – und ich hab jede Seite gefeiert. Anna Bühler und Christian Alt kramen Geschichten raus, die so absurd sind, dass man fast vergisst, dass sie wirklich passiert sind. Ich meine, Bomben an Fledermäusen? Ein Atomkraftwerk im Garten? Wer denkt sich sowas aus? Antwort: Die Realität.
Das Buch ist eine wilde Mischung aus Wissensvermittlung, Comedy und liebevollem Kopfschütteln über unsere Artgenossen – und genau deshalb macht es so viel Spaß. Ich hab gelacht, gestaunt und mich gefragt, wie wir es als Spezies überhaupt bis heute geschafft haben. Dabei schafft es der Stil der beiden Autoren, nie belehrend zu wirken. Eher so, als würde man mit zwei Kumpels bei einem Bier sitzen, während sie einem von den größten Pleiten, Pech- und Pannenaktionen der Geschichte erzählen.
Besonders mag ich, dass es nicht um die üblichen Helden geht. Hier bekommen endlich mal die Trottel, Träumer und Tollkühnen ihren Moment im Rampenlicht – und das zu Recht! Denn ohne diese mutigen Irrläufer wüssten wir heute wahrscheinlich nicht, dass man einen Raketenrucksack nicht mit Dosenbier antreiben sollte.
Die Mischung aus echter Recherche und augenzwinkernder Erzählweise macht das Buch zu einem echten Highlight. Es liest sich locker weg, ist dabei aber alles andere als oberflächlich. Im Gegenteil: Ich habe einiges gelernt – und noch mehr gelacht.
Wer denkt, Geschichte sei trocken, wird hier eines Besseren belehrt. „Darwin gefällt das“ ist kurios, unterhaltsam und klüger als es auf den ersten Blick wirkt. Klare Empfehlung für alle, die gern mal über die Welt (und sich selbst) lachen.