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Rilke. Der ferne Magier: Eine Biographie

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Der größte Dichter der frühen Moderne: die neue, überraschende Biographie von Rilke

Rainer Maria Rilke ist auch nach über einhundert Jahren ein Welteröffner. Er verführt seine Leser zur existenziellen Selbstbefragung und fordert Entschlüsse: »Du musst dein Leben ändern.« Seine Dichtung, das stellt Gunnar Decker auf faszinierende Weise heraus, war immer auch eine Reaktion auf die Krisen der Gegenwart, der Versuch, sich eine Gegenwelt zu erschreiben, die für ihn lebenswerter war als jene, die er in Prag, München, Worpswede, Moskau, Berlin, Rom, Duino, Venedig oder Paris vorfand. So scheinen Rilkes ruheloses Leben und sein metaphysische Fragen umkreisendes Werk auf einzigartige Weise verwoben. In seiner wunderbar erzählten Biographie widmet sich Decker auch erstmals Rilkes schwierigem Verhältnis zu seiner Mutter Phia, dem Nicht-Verhältnis zu seiner lebenslangen Ehefrau Clara und zur Tochter Ruth. Er beschreibt seinen Kampf gegen den körperlichen Verfall, der einen Schlüssel zum Verständnis des Werkes bietet, und deutet seinen Entschluss nach dem Ersten Weltkrieg, kein deutscher Dichter mehr sein zu wollen. Ein neuer, überraschender Blick auf eine der schillerndsten Dichterfiguren unserer frühen Moderne.

608 pages, Hardcover

Published November 1, 2023

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About the author

Gunnar Decker

18 books3 followers
Gunnar Decker is the author of numerous biographies, including works on Francis of Assisi, Vincent van Gogh, Rainer Maria Rilke, Ernst Jünger, and Georg Trakl. He is also a film and theater critic, and the editor of the journal Theater der Zeit.

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Alexandra.
Author 13 books90 followers
May 30, 2025
Ich entdeckte die Poesie von Rilke, als ich in der Schule war, und ich liebe sie seitdem. Als ich auf diese Biografie stieß, wusste ich, dass sie eine ausgezeichnete Lektüre sein würde. Ich bin erstaunt, wie viele Menschen seine Schriften nach wie vor lieben, wie er die Menschen weiterhin inspiriert und motiviert. Die Biografie basiert auf gründlichen Recherchen und bietet einen faszinierenden Einblick in einen Mann, den man zu diesem Zeitpunkt noch nicht so gut kannte. Eines ist sicher: Die Poesie war seine größte Waffe gegen die Herausforderungen des Lebens. Egal, wo er lebte oder reiste, ob in Duino, Prag oder Paris, er schien die Poesie immer bei sich zu haben. Und ich bin Gunnar Decker dankbar, dass er eine so aufschlussreiche Biografie geschrieben hat, die auch Einblicke in seine persönlichen Beziehungen und gesundheitlichen Probleme gewährt.

Meine Meinung:

Rilke wurde als Rene geboren. Es war Lou Andreas Salome, der die Idee hatte, dass er den Namen Rainer annimmt. Wir sehen den Beginn seines Lebens, in dem er mit den Problemen seines Vaters und seinen eigenen zu kämpfen hatte, während er gleichzeitig mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Seine Mutter hatte ihre eigenen Erwartungen, die ihn sehr unter Druck setzten. Es gibt viele Informationen darüber, wie er sich immer wieder in verschiedene Richtungen bewegte, immer auf der Suche nach dem, was ihm das Gefühl gab, vollständig zu sein. Wir erfahren, wie kompliziert die Beziehung zu seiner Mutter war und wie er eine unglückliche Ehe führte. Es gibt so viele Details in dieser Biografie, dass man wirklich gut aufpassen muss.

Die Biografie hebt die wichtige Rolle hervor, die Lou Andreas Salome in Rilkes Leben spielte, auch im Hinblick auf seine Kreativität. Ich muss dem Autor für die umfangreichen Recherchen applaudieren, ich kann mir nur vorstellen, wie viele Dokumente dafür gelesen werden mussten. Es ist ihm gelungen, einen umfassenden Überblick über den Künstler Rilke zu geben und dabei auch persönliche und gesundheitliche Fragen zu behandeln. Im Gegensatz zu anderen Biographien fühlt sich diese überhaupt nicht trocken oder überfüllt mit langweiligen Fakten an. Wir erfahren etwas über die verschiedenen Orte, an denen Rilke lebte und wie er versuchte, sich anzupassen, während er nach seiner Bestimmung suchte. Sein Schreiben war immer eine Reaktion auf die Außenwelt, aber auch ein Einfluss der Gefühle, mit denen er zu tun hatte. Und Gunnar Decker hat es geschafft, so viele verschiedene Aspekte seines Lebens abzudecken, dass ich wirklich beeindruckt bin.

Diese Biografie hat mir dank des schönen Erzählstils der Autor sehr gut gefallen. Ich denke, die Biografie wirft viel Licht auf Rilkes Leben, seine Werke und persönliche Themen. Für jemanden, der Rilkes Gedichte und Werke im Allgemeinen gelesen hat, ist diese Biografie meiner Meinung nach auf jeden Fall lesenswert. Und vielleicht ist eine der wichtigsten Lektionen, die man aus dieser Biografie mitnehmen kann, dass Rilke letztendlich ein Mensch war, mit Fehlern und allem. Er war eine empfindsame Seele, jemand, der unter der Falschheit der Welt litt und der sein Werk brauchte, um sich darin zurückzuziehen.

Zusammenfassung:

Diese ausführliche Biographie war eine sehr angenehme Lektüre, vor allem, weil sie mir die Möglichkeit gab, so viele neue Fakten über Rilke zu entdecken. Die Art und Weise, wie er immer wieder Zuflucht zwischen den Worten suchte, hat mich sehr beeindruckt. Er führte ein unruhiges Leben, war selten glücklich und hatte ein so grausames Ende. Ich glaube, er wurde von einer Leere verzehrt, ohne sie füllen zu können. Und Gunnar Decker gelingt es hervorragend, sein Leben so zu zeigen, wie es war, real und mit Fehlern. Ein exzellentes Porträt von Rilke, das von mir ein großes Lob bekommt.
Profile Image for Tom K..
64 reviews11 followers
August 25, 2025
Ich habe diese Biographie von Gunnar Decker sehr gerne gelesen. Sie war für mich wichtig, um die Lücken zu füllen, die Sandra Richter mit ihrem - ebenfalls sehr lesenswerten! - Buch gelassen hatte. Decker erzählt konventioneller und folgt dem Leben Rilkes chronologisch. Decker ist Spezialist auch für die Frauengestalten in Rilkes Leben - und davon gab es sehr, sehr viele. Mitunter habe ich da ein wenig den Überblick verloren. Rilke hatte ein sehr schwieriges und kompliziertes Verhältnis zu seiner Mutter, die Ehe mit Clara verlief nicht glücklich, seine Tochter liebte er ebenfalls nur auf Distanz. Gleichwohl war er immer auf der Suche nach weiblicher (mütterlicher?) Zuwendung, und auch sexuell scheint er sehr aktiv gewesen zu sein, trotz seiner Angst vor zuviel Nähe.

Decker ordnet die Entstehung des Werks in die Biographie ein und macht für mich als Leser die unterschiedlichen Phasen in Rilkes Schaffen einsichtig und nachvollziehbar. Auch wenn wenig Zeitpanorama und Umwelt in das Buch einfließt, hat mich doch überrascht, wie involviert Rilke in die Vorgänge der Revolution 1918 war, ebenso auch seine Äußerungen zum italienischen Faschismus und zu Mussolini. Das ordnet Decker m. E. gekonnt ein.

Die zwei anderen Giganten der Literatur seiner Zeit kommen leider kaum vor - was einfach wohl daran liegt, dass Rilke weder mit seinem Landsmann Franz Kafka (ebenfalls aus Prag) noch mit Thomas Mann, mit dem er wenigstens einige Jahre zeitgleich in München lebte, Berührungspunkte hatte.
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