Hamburg 1887. In einem Kontor wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt, die mit zahllosen Messerstichen getötet wurde. Der Fall wird zur Bewährungsprobe für den frisch zum Criminalcommissar beförderten Hermann Rieker. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf Johanna Ahrens, Tochter eines Richters, die heimlich arme Frauen im Gängeviertel unterrichtet. Da Johanna in der Toten eine ihrer Schülerinnen erkennt, stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an. Dabei lernt sie einen Totenfotografen kennen, dessen Anatomiekenntnisse eine entscheidende Wendung für den Fall bringen. Doch als ein weiterer Mord die Hafenstadt erschüttert, wird Der Täter kann jeden Moment erneut zuschlagen ...
Hab es innerhalb 2 Tage durchgelesen und konnte es fast gar nicht aus meienr Hand legen, so spanned fand ich es.
Es handelt sich hier um mein erster historischer Kriminalroman und vlt lag es auch daran, dass ich direkt so gefesselt war. Ich mochte das "Setting" des 19. Jh. und dass es auch einigermaßen realitsich dargestellt wurde, wie die Menschen damals gedacht haben: Der Mann ist das höhere Geschlecht und Frauen sind nur zur Fortpflanzung und zum Kochen gut. Da sticht besonders unsere Protagonistin Johann hervor, da sie als wohlhabende Tochter sich für die Bildung der ärmlicheren Frauen im Geheimen einsetzt. Sie selbst hat eine ausführliche Bildung genossen und möchte dies nun auch anderen Frauen ermöglichen, damit die Abhängigkeit vom Mann nicht mehr so groß ist...oder einfach, damit man Bildung für Frauen ermöglicht...denn selbst mit heimlicher Bildung würde dies nichts an den nicht vorhandenen Rechten von Frauen ändern. Als dann eine ihrer Schülerin nicht auftaucht in am nächsten Tag eine Leiche gefunden wird, ergreift Johanna das Gefühl, dass es sich um die gleiche Person handeln muss. Und so kommt sie auch zum ersten Kontakt mit Kriminalcomissar Rieker. Rieker ist der jüngste Kriminalcomissar udn muss sich beweisen, besonders da er nicht aus wohlhabenden Verhältnissen kommt und seine Konkurrenz hoch ist. Dass dann mehfachs eine neugierige und selbstbewusste Johanna ihm beim Aufklären des Falles in die Quere kommt, passt ihm natürlich gar nicht. Doch nur dank ihrer Hilfe,, kommt er zu essentiellen Hinweisen, denn Johanna lässt nicht locker und möchte auch unbedingt den Mord an ihrer Schülerin aufklären. Doch dabei begibt sie sich selber in Gefahr...
Ich liebe Johanna einfach und wie sie sich für Frauen, Bildung und Gerechtigkeit einsetzt, aber sie ist auch seeehr unvorsichtig unterwegs udn hat immens Glück in ihrem Leben. Rieker mochte icha uch direkt, besonders seien eitle Art, dass sein einziger Anzug und seien Schuhe immer sauber sein müssen, damit er irgendwie zur wohlhabenden Ettikete dazugehören kann. aber seien Familie verfolgt ihn weiterhin. Auch die Dynamik zw Reiker und Johanna mochte ich, besonders da es immer nur zufällig geschieht und das Schicksal sie quasie zusammen gefügt hat. Gegen Ende hin merkt man auch, dass sie sich beide doch unewollt ein wenig ans Herz gewachsen sind. Den Mordfall und alle Hinweise fand ich auch super konstruiert, besonders da man irgendwann denkt zu wissen, wer es war und dann ist doch alles anders...
Der Herzschlag der Toten ist ein echter Pageturner und ich habe ihn wirklich atemlos verschlungen. Mit sehr viel Atmosphäre erleben wir in gerade mal 6 Tagen, wie im historischen Hamburg (wir befinden uns im April 1887) ein "Criminalcommisar" und die Tochter eines Richters gemeinsam Morde aufklären.
Ich habe zum ersten Mal von einem Totenfotografen gelesen und bin den sehr sympathischen Protagonisten atemlos durch düstere Gassen und Keller gefolgt. Johanna Ahrens, die Tochter des Richters, ist eine mutige und sehr moderne Frau - nicht nur für die historische Zeit! - die heimlich jungen Frauen Lesen und Schreiben beibringt. Hermann Rieker, der Commisar, ist ein junger Mann, der eine harte Vergangenheit hinter sich hat und durch einen väterlichen Mentoren zu einem modernen Ermittler ausgebildet wurde. Die Beiden bilden ein absolut tolles Gespann und ihr erster Fall ist so spannend geschrieben, dass ich das Buch am Schluss nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich freue mich sehr, dass das eben ihr erster Fall von hoffentlich vielen war und werde diese Reihe auf jeden Fall weiter lesen!!!
Ich empfehle euch das Buch wärmstens weiter und bin begeistert!
Hamburg, 1887: In einem Kontor wird die übel zugerichtete Leiche einer Frau gefunden. Das Opfer wurde brutal mit mehreren Messerstichen ermordet. Der Fall geht an den Commissar Rieker, der sich innerhalb der Hamburger Polizei beweisen muss. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf Johanna Ahrens. Die junge Frau aus gutem Hause birgt so manches Geheimnis. Und Rieker muss schnell feststellen, dass die Begegnung mit Johanna Fluch und Segen ist.
"Der Herzschlag der Toten" war mein erster historischer Krimi von Ralf H. Dorweiler und hat mir sehr gut gefallen. Der Autor verbindet einen spannenden Fall mit dem Hamburg des 19. Jahrhunderts und zog mich damit in seinen Bann.
Im Roman begleitet man abwechselnd den Commissar Rieker und die junge Johanna Ahrens. Während der Polizist vor einem großen Rätsel bezüglich des Mordes steht, kämpft Johanna gegen die vorherrschenden Konventionen und setzt ihren Willen durch. Beide Hauptfiguren waren mir sympathisch und wurden realistisch dargestellt. Besonders Johanna mit ihrem Sinn für Gerechtigkeit und ihrem starken Willen konnte ich schnell ins Herz schließen. Rieker wirkt dagegen ruhig und zurückhaltend. Das fand ich passend für die Geschichte.
Neben den Ermittlungen erfährt man auch vieles über das Hamburg im 19. Jahrhundert. Dorweiler findet die richtige Balance zwischen Spannung und Umgebungsbeschreibungen.
Das Ende ist zugespitzt, löst offene Fragen und lässt genug Raum für eine Fortsetzung.
Ich kann diesen historischen Krimi sehr empfehlen.
„Der Herzschlag der Toten“ von Ralf H. Dorweile ist ein historischer Krimi und der erste Fall für den jungen Criminalcommissar Hermann Rieker. Erschienen ist dieser im Oktober 2024 bei Goldmann.
Hamburg, 1887: Als die Leiche einer jungen Frau in einem Kontor entdeckt wird, wird dieser Fall dem kürzlich zum Criminalcommissar beförderten Hermann Rieker zugeteilt. Zahlreiche Messerstiche haben zum Tode geführt und die Identität ist unbekannt. Rieker tappt im Dunkeln und zusätzlich macht sein Vorgesetzter Druck den Fall schnell zu lösen. Johanna Ahrens, die Tochter eines Richters, identifiziert die Leiche. Heimlich hat sie eine Schule im Gängeviertel gegründet und unterrichtet dort Frauen. Die Tote war eine ihrer Schülerinnen und so fühlt sich Johanna dazu verpflichtet selber Nachforschungen anzustellen. Dabei trifft sie auf einen Totenfotografen, der durch seine Arbeit mit Leichen einen weiteren entscheidenden Hinweis geben kann, doch dann passiert ein weiterer Mord und die Dringlichkeit der Lösung dieses Falles wird noch weiter erhöht.
Ich war vor Kurzem bei einem Krimi-Abend, bei dem auch Ralf H. Dorweiler seinen Krimi vorgestellt hat. Der Beruf des Totenfotografen hat mich neugierig gemacht und zudem ist das Buch auf der Shortlist für den Homer 2025. Das Buch startet typisch mit dem Fund der Leiche und widmet sich dann den Personen, die in diesem Fall ermitteln werden. Ich bin gut reingekommen und der Schreibstil lies sich gut lesen. Das es in Hamburg sowie in der Vergangenheit spielt, wurden durch Beschreibungen und das Einstreuen plattdeutscher Schimpfwörter deutlich gemacht. Der Spannungsbogen steigert sich im Verlauf der Geschichte. Die erste Hälfte ist eher ruhig und von Ermittlungen geprägt, die nicht so recht vorankommen wollen. Dennoch gibt es auch hier die ein oder andere spannende Szene. In der zweiten Hälfte steigert sich die Spannung allerdings enorm und verleitet zu schnellerem Lesen. Da es sich um einen historischen Krimi handelt, gibt es einiges über die Zeit zu erfahren und die Art wie ermittelt wurde. Ich habe einiges über Ränge und Hierarchien bei der Polizei gelesen und fand dies sehr interessant. Darüber hianus gibt es Informationen zu den politischen Verhältnissen jener Zeit, aber auch gesellschaftliche Normen und Gepflogenheiten. Als besonderen Beruf jener Zeit hat sich Ralf H. Dorweiler den Totenfotografen herausgesucht. Die Informationen hierzu fand ich super spannend. Hermann Rieker als ermittelnder Criminalcommissar ist sympathisch, für mich insgesamt aber zu blass geblieben. Ursprünglich aus dem kriminellen und armen Milieu kommend, gibt es bei der Polizei Personen, die ihm seinen Aufstieg neiden. Seine Arbeit hat in der Regel Johanna Ahrens übernommen und die entscheidenden Hinweise geliefert. Bei Johanna Ahrens dachte ich anfangs ich könnte sie mögen, doch ehrlich gesagt, werde ich nicht so ganz schlau aus diesem Charakter. Sie liest, das finde ich top. Sie arbeitet heimlich als Lehrerin und bringt so Bildung in die Gängeviertel. Finde ich durchaus auch gut, aber der weitere Verlauf der Handlung zeigt, dass sie die Werte, die sie meint zu vertreten, gar nicht so richtig verstanden hat. Sie ist die Tochter aus reichem Haus, die um keine Ausrede verlegen ist und das Geld ihres Vaters ausgibt. Die Auflösung des Falles hatte viel Dramatik und einen interessanten Plottwist zu bieten. Dieser war auch nötig, weil es sonst für meinen Geschmack ein bisschen zu einfach geworden wäre. Es wurde allerdings auch sehr makaber, was ich diesem Krimi schon kaum mehr zugetraut hatte, nachdem es in der ersten Hälfte so ruhig zuging. Als Zusatzmaterial gibt es einen kurzes Nachwort, das Fiktion und Wahrheit voneinander trennt. Insgesamt konnte ich das während des Lesens bereits gut voneinander unterscheiden, einen kleinen Wermutstropfen gab es im Nachwort dennoch.
Fazit: Ein historischer Krimi mit einer sehr spannenden zweiten Hälfte. Hermann Rieker und Johanna Ahrens konnten mich als Ermittlerduo nicht überzeugen. Hier ist noch einiges an Luft nach oben. Der Beruf des Totenfotografen hat mich fasziniert und die Informationen hierzu fand ich interessant.
Ralf H. Dorweiler hat mit "Der Herzschlag der Toten" einen sehr atmosphärischen historischen Krimi geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fabelhaft unterhalten hat. Ich muss zugeben, dass ich durch die wunderbaren historischen Krimis von Alex Beer, die uns nach Wien in die 1920iger Jahre entführt, sehr verwöhnt bin. Die Latte für andere Autoren, die in diesem Genre schreiben, ist dadurch sehr hoch. Ralf H. Dorweiler hat es allerdings mit seinem ersten Band um Hermann Rieker und Johanna Ahrens geschafft! Ganz großes Kino!
Hermann Rieker ist erst zum Criminalcommissar befördert worden, als eine grausam zugerichtete Frauenleiche in einem alten Kontor gefunden wird. Es gibt keinerlei Hinweise auf die Identität der Toten. Riekers Beförderung wird in seiner Dienststelle nicht wirklich gern gesehen und noch weniger "anerkannt". Neider und Gegner hat er zuhauf und so bekommt er zusätzlich zum prekären Fall von seinem Chef noch ein Zeitlimit gesetzt, bis der Fall an seinen größten Konkurrenten Breiden übergehen soll. Da kommt ihm Johanna Ahrens, die Tochter eines angesehenen Richters, zur rechten Zeit. Die eigenwillige junge Frau unterrichtet heimlich Frauen im Gängeviertel und vermisst Ansje, eine ihrer begabtesten Schülerinnen. Als sie von einer toten Frau hört, die Ansje ähnlich sehen soll, marschiert sie einfach aufs Commissariat. Rieker greift nach jeden Strohhalm und lässt Johanna die Tote identifizieren, was eigentlich verboten ist. Doch dadruch erhält er den ersehnten Namen der Toten. Johanna wird daraufhin Riekers "Schatten", die sich immer wieder in seine Ermittlungen einmischt und selbst herausfinden möchte, wer ihre Schülerin getötet hat.
Die Figuren sind sehr lebendig und vielschichtig gezeichnet. Johanna, die sich ihrer Stellung sehr wohl bewusst ist, setzt sich heimlich für Frauen ein, um ihnen Bildung zukommen zu lassen. Sie ist impulsiv und liebenswert. Hermann Rieker kommt aus ärmlichen Verhältnissen und hat dementsprechend Gegner in den eigenen Reihen, die ihm keinen gesellschaftlichen Aufstieg gönnen. Seine Vergangenheit liegt noch etwas im Dunkeln und ich hoffe der Autor geht in den kommenden Bänden noch näher darauf ein. Ein sehr interessanter Charakter ist der Totenfotograf. Durch ihn wird ersichtlich, wie früher das Abbild der geliebten Verstorbenen erhalten bleiben kann. Generell stand man dem Tod damals viel offener gegenüber, als heute.
Die Beschreibungen der Hansestadt Hamburg Ende des 19. Jahrhunderts ist sehr atmosphärisch und realistisch erzählt. Die verschiedenen Gesellschaftsschichten und der Dünkel der oberen Schicht gegenüber den einfachen Leuten erfährt auch Rieker. Armut und Not und die interessanten Einblicke in die Arbeit eines Totenfotografen werden bildhaft dargestellt. Die Sprache ist der Zeit angepasst. Ralf H. Dorweiler verbindet alte französische Ausdrücke, aber auch plattdeutsch, mit der damals gebräuchlichen Hamburger Sprache. Auch die Schreibweise ist angepasst, wie z. Bsp. der vorhin genannte "Criminalcommissar", der damals noch mit "C" geschrieben wurde. Neben den schaurigen Beschreibungen kommt aber auch der Wortwitz nicht zu kurz. Ich bin begeistert von dieser neuen historischen Krimireihe und freue mich auf weitere Bände!
Fazit: Eine große Leseempfehlung für alle, die atmosphärische und spannende historische Krimis lieben! Ich habe die Geschichte innerhalb kurzer Zeit durchgesuchtet!
Spannender und informativer Historischer Kriminalroman
Klappentext: Hamburg 1887. In einem Kontor wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt, die mit zahllosen Messerstichen getötet wurde. Der Fall wird zur Bewährungsprobe für den frisch zum Criminalcommissar beförderten Hermann Rieker. Bei seinen Ermittlungen trifft er auf Johanna Ahrens, Tochter eines Richters, die heimlich arme Frauen im Gängeviertel unterrichtet. Da Johanna in der Toten eine ihrer Schülerinnen erkennt, stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an. Dabei lernt sie einen Totenfotografen kennen, dessen Anatomiekenntnisse eine entscheidende Wendung für den Fall bringen. Doch als ein weiterer Mord die Hafenstadt erschüttert, wird klar: Der Täter kann jeden Moment erneut zuschlagen.
„Der Herzschlag der Toten“ ist ein genialer Historischer Kriminalroman von Ralf H. Dorweiler.
Der Autor entführt seine Leser*innen nach Hamburg in das Jahr 1887. Man lernt die Protagonisten zu Beginn gut kennen. Criminalcommissar Hermann Rieker ist frisch zum Commissar befördert und hat nun seinen 1. eigenen Fall. Das gefällt seinem Kollegen Commissar Breiden nicht, den Rieker kommt nicht aus den höheren Kreisen. Der Vorgesetzte Criminalinspektor von Stresenbeck gibt Rieken nur wenige Tage Zeit den Täter zu finden, sonst muss der Fall an Commissar Breiden abtreten.
Der Fall ist kompliziert. In einem alten, leerstehenden Gebäude wird die Leiche einer Frau gefunden. Die Frau ist nackt und weist am Rücken zahlreiche Stechwunden auf. Zur Identität der Frau ist nichts bekannt. Es gibt kaum Spuren und keine Zeugen. Bis Rieker auf Johanna Ahrens stößt. Johanna ist die Tochter eines Richters und kommt aus gutem und wohlbehütetem Haus. Trotzdem gelinkt es ihr immer wieder unauffällig von zu Hause zu verschwinden. Sie ist sehr sozial eingestellt und betreibt heimlich eine Schule für Frauen aus der unteren Schicht um ihnen Bildung angedeihen zu lassen. Wer sie wirklich ist weiß niemand. Johanna vermisst eine ihrer Schülerinnen und ahnt, dass sie die Tote ist. So bietet sie sich dem Commissar an, die Leiche zu identifizieren. Die tote Frau lässt Johanna nicht los und so stellt sie selbst Nachforschungen an und wird Commissar Rieker langsam lästig.
Sehr interessant fand ich die Beschreibung der Arbeit des Totenfotografen. Die Menschen hatten zu dieser Zeit oft keinen Fotografien von ihren Angehörigen. So haben sie die Toten, um sie in Erinnerung zu behalten, nach dem Tote fotografieren. Die Toten wurden nicht nur aufgebahrt fotografiert, sondern auch sitzend oder stehend in der Mitte ihrer Lieben. Was dazu alles nötig war und wie es gemacht wurde, wird interessant beschrieben.
Ralf H. Dorweiler hat tolle Charaktere gezeichnet. Commissar Rieker und Johanna Ahrens gefallen mir am besten. Johanna stellt ihren kriminalistischen Spürsinn unter Beweis und gibt nützliche Hinweise. Das alte Hamburg wird gut beschrieben. Die sozialen Schichten unter den Bürgern werden gut aufgezeigt.
Der Schreibstil von Ralf H. Dorweiler ist flüssig und gut verständlich. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können so wurde ich in die Geschichte reingezogen.
„Der Herzschlag der Toten“ ist der 1. Band der Reihe „Ein Fall für Rieker und Ahrens“. Ich freue mich jetzt schon, wenn der 2. Band erscheint.
Der Auftaktband für Rieker und Ahrens verlangt nach mehr
Der erste Fall für den Criminalcommissar Hermann Rieker und Johanna Ahrens, die Tochter eines Hamburger Richters, hat mich in das ausgehende 19. Jahrhundert zurückversetzt.
Eine junge Frau wird in einem abbruchreifen Kontor tot aufgefunden. Wie sich herausstellt, wurde ihr ein Messer immer wieder in den Rücken gestoßen, sie sieht aus wie durch den Fleischwolf gedreht. Rieker, der gerade zum Criminalcommissar befördert wurde, hat die Leiche in Augenschein genommen und nun will sein Vorgesetzter Criminalinspektor von Stresenbeck von ihm wissen, wie der Stand der Dinge ist. Gleichzeitig macht er ihm klar, dass er große Bedenken hat, ob er der Richtige für diesen Fall sei. Drei Tage gibt er ihm Zeit, den Mörder dingfest zu machen, allenfalls wird Commissar Breiden eingreifen. Was Rieker so gar nicht gefällt. Die Rivalität, die von Breiden ausgeht, nimmt mich sofort für Rieker ein, der von seinem Mentor und ehemaligen Vorgesetzten Kleinschmidt, der leider verstorben ist, viel gelernt hat.
Johanna, die Tochter des Richters Hans Ahrens, hatte schon immer ihren eigen Kopf, zudem ist sie sehr sozial eingestellt. Heimlich betreibt sie im Gängeviertel eine Schule für Frauen, sie lehrt ihnen Lesen und Schreiben, unterrichtet sie im Rechnen, trägt zu ihrer Allgemeinbildung bei. Eine ihrer Schülerinnen ist abgängig, sie forscht nach und stellt fest, dass es sich bei der Toten im Kontor um diese Schülerin handelt. Sie meldet dies und mischt sich, sehr zum Missfallen Riekers, in seine Ermittlungen ein, dabei spielt ein Totenfotograf eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Ich tauche tief ein in die Totenfotografie (von der ich zugegebenermaßen nicht viel gewusst habe), die ein letztes Andenken an die Verstorbenen war. Der Totenfotograf ist es auch, der mehr als der von der Polizei bestellte Totenarzt über die Ermordung der jungen Frau sagen kann. Auch Johannas Leben als höhere Tochter wird beleuchtet, sie hat einen Verehrer, der den Eltern sehr genehm wäre, vor allem die Mutter ist sehr angetan von ihm. Und natürlich sind es Rieker und sein ihm zur Seite gestellte Helfer, der Criminalsekretär Kracht, die mit den ihnen damals zur Verfügung stehenden Mitteln alle Hebel in Bewegung setzen, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Denn wie es scheint, ist hier ein Serienmörder am Werk.
Riekers Ermittlungen und Johannas Nachforschungen sind es, die im Wechsel erzählt werden, die sich annähern und gefühlt immer dann den anderen Erzählstrang aufgreifen, wenn es vor Spannung knistert. Die Polizeiarbeit ist eine dieser Zeit angepasste, die Obrigkeit hat viel Gewicht. Standesdünkel spielen auch hier mit hinein, bei Johanna und der Stellung ihres Vaters als Richter sowieso.
Mit den beiden Hauptakteuren Hermann Rieker und Johanna Ahrens hat Ralf H. Dorweiler zwei Charaktere präsentiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die das gesellschaftliche Leben anno 1887 aufs Beste wiedergeben. Das Ende lässt auf einen neuerlichen historischen Kriminalroman hoffen, als Johanna zu Rieker eilt, um ihm von ihrem schrecklichen Verdacht zu berichten. Ich werde auch diesen Fall gespannt verfolgen.
"Der Herzschlag der Toten" von Ralf H. Dorweiler wird auf den einschlägigen Bewertungsportalen sehr gut bewertet, hat aber meistens nur wenige Rezensionen. Soo gut ist es allerdings nicht.
Man merkt dem Buch an, dass der Autor noch nicht viel Erfahrung als Krimiautor hat, denn einiges ist doch noch sehr holprig und unausgegoren. Erfahrene Krimileser werden die Mängel schnell bemerken.
Doch zunächst zum Positiven. Ein Ermittlungsduo aus Polizist und unfreiwillig in die Ermittlungen einbezogene zweite (weibliche) Person gibt es wie Sand am Meer. Neu ist auch nicht, dass die Damen, die in historischen Krimis eine Hauptrolle spielen, meistens sehr progressiv sind und sich für Frauenrechte einsetzen. Was jedoch neu ist, ist, dass die Protagonistin Johanna eine Schule für unterprivilegierte Frauen betreibt. Dieser Aspekt hat mir sehr gefallen und verdient mehr Raum. Auch die persönlichen Hintergründe des zweiten Protagonisten Hermann Rieker finde ich spannend und bietet viel Potenzial. Auch die Krimihandlung selbst ist nicht schlecht und grundsätzlich gut ausgedacht. Gegen Ende gibt es auch eine kleine Überraschung, insgesamt bietet die Geschichte aber wenig Neues und wandelt auf altbekannten Wegen. Vor allem mangelt es an Atmosphäre. Ein Gefühl für die Zeit und das Setting (Hamburg) bekommt man kaum, als hätte der Autor nicht ausführlich genug recherchiert. Da ich selbst nicht im 19. Jahrhundert in Hamburg gelebt habe, möchte und erwarte ich, dass der Autor diese Welt für mich lebendig macht. Das gelingt meiner Meinung nach nicht. Die Handlung könnte in jeder x-beliebigen deutschein Stadt spielen.
Alles ist sehr oberflächlich. Nicht nur Setting und Zeit, sondern auch die Handlung und die Personen selbst. Für Hermann Rieker bekommt man gar kein Gespür und auch Johanna bleibt eher blass. Rieker ist zwar Polizist, verhält sich meiner Meinung nach aber nicht so. Obwohl er Johanna kaum kennt, glaubt er ihren Hinweisen sofort, rennt diesen mangels eigener Ideen sofort nach und bricht sogar in ein Haus ein. Mit anderen Kollegen scheint er kaum zu arbeiten.
Auch die Handlung ist zu oberflächlich. Positiv ist, dass die Personenzahl überschaubar ist, das heißt aber auch, dass es wenig Auswahl an Verdächtigen gibt. Eigentlich ist sofort klar, wer der Täter ist (aus Mangel an Alternativen). Falsche Verdächtigungen und Spuren gibt es wenig; das hat mir definitiv gefehlt, denn beides gehört einfach in einen Krimi. Insgesamt läuft alles sehr schnell und sehr glatt ab. Zu allem Übel gibt es dann noch ein Klischeeende, da die Helden beide noch durch den Täter in Gefahr geraten.
Wenn der Autor seinen Figuren und der Handlung ein wenig mehr Tiefe verleihen würde, dann hätte diese Krimireihe wirklich Potenzial, denn schreiben kann Dorweiler sehr gut, meiner Meinung nach besser als Oliver Pötzsch in seiner historischen Krimireihe, die übrigens ziemlich ähnlich ist.
Herzschlag der Toten ist ein Krimi, der in Hamburg im Jahr 1887 spielt. In einem alten, unbenutzten Kontor entdecken zwei Stadtstreuner eine Frauenleiche. Die junge Frau ist mit mehreren Messerstichen getötet worden und sitzt in einer sehr obszönen Pose im Dreck auf dem Boden. Den Beiden gefällt der Anblick nicht und sie wickeln die Leiche in eine Decke. Damit verwischen sie natürlich auch die Spuren, Spuren, die der frisch ernannte Criminalcommissar Hermann Rieker bestimmt gerne gesehen hätte. So muss er mit dem vorliebnehmen, was er vorfindet. Nicht genug, dass er von einem Kollegen unter Druck gesetzt wird, schnell den Fall aufzuklären, kommt ihm auch noch Johanna Ahrens, die Tochter des Richters zwischen seine Ermittlungen. Sie war mit der Toten bekannt. Und dann ist da noch der merkwürdige Totenfotograf Jacob Eilers.
Hast du eine Ahnung, was der Herzschlag der Toten sein soll. Wie soll ein Toter denn noch einen Herzschlag haben? Jakob Eilers ist Totenfotografen. Er fotografiert Verstorbene. Dazu hat er eine Halterung erdacht, die den Toten eine winzige Bewegung gibt und somit das Foto am Ende nicht wie eine Totenfotografie aussieht. Johanna bittet den Fotografen ein Bild von ihrer Bekannten zu machen. Dabei lernt sie Eilers etwas besser kennen. Seltsam ist der Mann schon, da ist der Criminalcommissar Rieker schon etwas anderes. Dieser versucht sich zumindest gut zu kleiden. Rieker versucht den Mörder schnell zu finden, immerhin hängt seine Karriere von dem Erfolg ab. Aber immer wieder taucht diese Johanna auf und spielt ihm nicht immer in die Karten.
Ich mag Krimis. Sie sind nicht so brutal und doch spannend. In diesem Fall gefiel es mir, dass Johanna so eine mutige Frau ihrer Zeit war. 1887 hatten die Frauen sich ja an bestimmte Regeln zu halten. Johanna ist aber sehr aufgeweckt und vor allem aufmüpfig. Herrmann Rieker dagegen ist eben unter Druck. Dabei versucht er sich aber auch an alle Regeln zu halten. Der Totenfotograf dagegen ist von Anfang an eine schräge Figur. Ich fand es recht spannend, den Fall mit den Dreien aufzuklären. Ich hatte nie das Gefühl, dass der Krimi in die Länge gezogen wurde. Der Autor spielt wirklich gut mit den Figuren und das Ende war für mich nicht unbedingt ersichtlich.
Da das der Auftakt einer Serie zu sein scheint, freue ich mich schon darauf einen neuen Fall mit dem Criminalcommissar. Ob er allerdings noch einer ist, dass musst du schon selber herausfinden!
Der historische Kriminalroman „Herzschlag der Toten“ entführt seine Leser in eine düstere und lebendig gezeichnete Hafenstadt. Bereits der Einstieg fesselt mit einem packenden Mordfall, der sowohl Kommissar Hermann Rieker als auch die mutige Johanna Ahrens an ihre Grenzen bringt. Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht, und die detaillierten Beschreibungen lassen Hamburg des 19. Jahrhunderts förmlich vor den Augen entstehen – ein großer Pluspunkt für Fans historischer Romane. Besonders beeindruckt hat mich die Protagonistin Johanna, die mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit eine inspirierende Figur darstellt. Ihr Einsatz für die Bildung armer Frauen und ihre riskanten Nachforschungen zeigen ihre Stärke und lassen sie als Charakter deutlich hervortreten. Aber auch Kommissar Rieker überzeugt mit seiner Vielschichtigkeit. Seine traumatische Vergangenheit macht ihn nicht nur menschlich, sondern gibt der Figur eine Tiefe, die ihn als Ermittler einzigartig macht. Die Dynamik zwischen Johanna und Rieker, ihre teils widersprüchlichen Ansätze und der unterschwellige Respekt füreinander, bereichern die Geschichte ungemein. Ein besonderes Highlight des Romans ist die düstere Atmosphäre, die durch die realitätsnahen Schauplätze – vom beängstigenden Keller bis hin zu den engen Gängevierteln – meisterhaft verstärkt wird. Auch die Einbindung ungewöhnlicher Themen wie Totenfotografien gibt der Geschichte eine besondere Note, die sich von klassischen Kriminalromanen abhebt. Der Spannungsbogen wird durch geschickte Wendungen, unerwartete Enthüllungen und zahlreiche Cliffhanger konstant aufrechterhalten. Gerade wenn man glaubt, den Täter identifiziert zu haben, werden Zweifel gesät, die den Leser weiter miträtseln lassen. Fazit: „Herzschlag der Toten“ ist ein atmosphärischer und spannungsgeladener Krimi, der mit starken Charakteren, lebendigen Schauplätzen und einer fesselnden Handlung überzeugt. Die Mischung aus historischer Kulisse, emotionaler Tiefe und nervenaufreibendem Finale macht diesen Roman zu einem echten Leseerlebnis. Ich hoffe auf eine Fortsetzung und freue mich darauf, zu sehen, wie sich Rieker und Johanna weiterentwickeln!
Als in einem Kontor eine Frauenleiche entdeckt wird und eine Schülerin nicht zum Unterricht auftaucht, macht sich Johanna Ahrens auf, um herauszufinden, ob die Tote ihre Schülerin ist. Dabei darf sie aber ihre Identität nicht verraten, ist sie doch die Tochter eines Richters und ihre Schule im Gängeviertel führt sie ohne Wissen ihres Vaters.
Commissar Riekers ist gerade erst befördert worden und hat auf Grund seiner Herkunft Probleme mit den Kollegen, die alles tun, um ihm Steine in den Weg zu legen. So wird dieser verzwickte Fall für ihn zu einer Bewährungsprobe. Zu einer Wendung im Fall kommt es, als der Totenfotograf, der von Johanna beauftragt wurde, ein weiteres Detail, das wohl übersehen wurde, weitergibt.
Der Autor liefert uns ein farbiges Bild der Hamburger Gesellschaft kurz vor dem Drei-Kaiser-Jahr. Riekers kommt eigentlich aus Berlin aus der Arbeiterschaft. Seine Kollegen sind der Meinung, dass er auf Grund seiner Herkunft nichts im gehobenen Polizeidienst zu suchen hat. Johanna hängt sozialistischen Ideen an und hat daher eine Schule für unterprivilegierte Frauen gegründet. Ihren Eltern missfallen ihre Ideen, auch wenn sie nichts von der Schule wissen. Die wollen sie eigentlich nur gut unter die Haube bringen.
Ich muss sagen, mir waren weder Johanna noch Riekers zu hundert Prozent sympathisch. Johanna begibt sich aus Naivität massiv in Gefahr. Rieker versucht sich irgendwie bei seinen Kollegen zu integrieren und macht dabei Fehler, die ihm nicht passieren dürften. Und er selbst bringt Johanna eben auch in gefährliche Situationen.
Spannend war die Geschichte trotzdem und am Ende gibt es noch eine recht unerwartete Wendung. Die Lösung des Falls ist überraschend und war für mich nicht erkennbar. Und es gibt einen Mini Cliffhanger, der vermuten lässt, dass es ein weiteres Buch mit Riekers und Johanna geben wird.
Alles in allem war es ein solider Krimi mit ein paar Schwächen. Ich kann ihn aber durchaus empfehlen.