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Die Himmelsrichtungen

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„Solange ich rede, bin ich am Leben. Solange ich fliege. Die letzte Gewissheit, die mir Wenn ich niemals lande, werde ich nicht gestorben sein.“

Es ist der 2. Juli 1937, in ihrer Lockheed Electra fliegt Amelia Earhart hoch über dem Ozean. Die Schatten der Wolken sehen aus wie Inseln. Sie steht kurz davor, als erster Mensch die Welt zu umrunden. Dies ist die schwerste Etappe. Jo Lendle erzählt die Geschichte einer Heldin, die keine Heldin sein will. Amelia fliegt, sie schreibt, sie setzt sich für Frauen ein – ein Vorbild. Doch sie hadert mit all den Zuschreibungen, weil sie sich selbst darin nicht findet, nicht zuletzt in den Kategorien von Frau und Mann. Also hebt sie ab und lässt alles hinter sich, ohne Kompromisse.

»Die Himmelsrichtungen« ist das Porträt eines ungeheuer mutigen, charismatischen, eigensinnigen Menschen. Es ist eine Liebesgeschichte mit wechselnden Beteiligten – manche erstaunlich, andere flüchtig wie Wolken. Und es ist ein Roman über die Erinnerung und wie sie sich allmählich entblättert. Jede Schicht zeigt die Vergangenheit in einem neuen Licht. Wie soll man diese Geschichte anders erzählen als rückwärts? Amelia weiß noch nicht, dass es der letzte Tag ihres Lebens ist.

257 pages, Kindle Edition

First published August 28, 2024

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About the author

Jo Lendle

16 books4 followers

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Community Reviews

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4 (3%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Literatursprechstunde .
196 reviews95 followers
February 10, 2025
„Es liegt in deiner Hand, dein Leben in die Hand zu nehmen. Die Belohnung liegt im Vorgang selbst. Frag dich was dein Ziel ist und was die Gefahr und ob das Eine es wert ist, das Andere einzugehen. Falls ja, hör auf dir Sorgen zu machen. Wer sich Sorgen macht, reagiert langsamer, das ist erwiesen. Hamlet wäre ein schlechter Flieger gewesen.“

Mit diesen bewegenden Worten von Amelia Earhart, die sie an eine Gruppe Studenten richtete, möchte ich anfangen Euch „Himmelsrichtungen“ vorzustellen. Es erzählt die Geschichte von Amelia Earhart (1897-1937) - eine ganz besondere Frau, eine Vorreiterin, eine Pionierin der Luftfahrt. Sie war nicht nur eine begnadete Pilotin, die als erste Frau alleine über den Atlantik geflogen ist - sondern sie hat ihr Leben lang auch für die Rechte von Frauen gekämpft und sie hat sehr schöne Gedichte geschrieben. Jo Lendle rollt ihr Leben rückwärts auf quasi und erzählt in kleinen Zeitschleifen von einem Leben, das sich eigentlich mehr in der Luft abgespielt hat, als am Boden.

Amelia Earhart ist 1897 geboren und hat sich schon als Kind sehr zum Abenteuer hingezogen gefühlt. Ihr Vater war ein Trinker, deswegen hat sich ihre Kindheit hauptsächlich im Haus ihrer Großeltern abgespielt.
Als sie Anfang 20 ist, darf sie das erste Mal in einem Flugzeug mitfliegen - danach steht die Entscheidung: Sie will selbst Fliegerin werden! Mit 28 verschiedenen Jobs schafft sie es dann auch Flugstunden bei einer Pilotin zu nehmen und zu bezahlen, die sie allerdings sehr schnell in ihren eigenen Fähigkeiten überholt. Amelia ist sehr gut in dem, was sie in Flugzeugen tut. Sie kauft sich dann auch zügig ihre eigene Maschine und wird durch ihre legendäre Atlantiküberquerung 1928 mit einem Schlag berühmt.

Das Fliegen ist für Amelia Earhart mehr als ein Beruf - es ist Freiheit und es ist Macht. Bei dieser Atlantiküberquerung, diesem Überflug (den Lendle auch auf mehreren Seiten sehr eindrücklich beschreibt), sagt sie an einer Stelle:
„Ich konnte es Nacht werden lassen, oder einem endlosen Tag folgen - einfach nur, indem ich eine andere Richtung einschlug. Man eilt den Dingen voraus, oder blieb hinter ihnen zurück. Ich hatte die Zeit in meinen Händen.“

Das klingt für mich nach dem Inbegriff eines Gefühls von Freiheit und Unabhängigkeit. Das Fliegen bedeutet für Amelia eine Form von Macht und auch Ermächtigung - in einer Zeit, in der Frauen so gut wie keine Rechte hatten (im Vergleich zu Männern zumindest). Das wird zum Beispiel deutlich, als Amelia einen wissenschaftlichen Vortrag hält und die Zuhörer anschließend nur Fragen bezüglich ihrer Ehe, Kochrezepten oder ihres Kleidungsstils stellen - wer hätte schon einen Mann nach seinem Vortrag mit derlei Fragen behelligt?!

Amelia Earharts Ehe war nie das Zentrum ihres Lebens. Ihr Ehemann musste ganze sechs Mal um ihre Hand anhalten, bis sie endlich „Ja“ sagte und das auch nur unter der Bedingung, dass er ihr den Freiraum einräumt, fliegen zu dürfen - wohin ihr beliebt und natürlich auch soviel ihr beliebt.

Das Buch beruht zu großen Teilen auf Fakten, die der Autor akribisch recherchiert hat, aber es gibt auch (äußerst gelungene!) fiktive Elemente, wie den Umstand, dass Amelia Earhart sich zu Frauen hingezogen fühlte und eine Art Beziehung zu Eleanor Roosevelt unterhielt. Es gibt in diesem Zusammenhang eine (Sex-) Szene, in der die beiden Frauen zusammen im Bett liegen und diese ist so wundervoll beschrieben, wie ich es nie zuvor aus der Feder eines Mannes gelesen habe - großartig, Jo Lendle! Er verleiht dem doch für die damaligen Zeiten umgewöhnlichen Umstand, dass zwei Frauen miteinander im Bett lagen, eine solche Selbstverständlichkeit, die ihresgleichen sucht.

Ich bin wirklich zutiefst beeindruckt, mit wieviel Fingerspitzengefühl sich Jo Lendle Amelia Earhart angenähert hat und welche Verbindung er offensichtlich zu ihr aufgebaut hat in seiner Recherche. Er beschreibt sie ebenso kraftvoll wie behutsam. Sie wirkt dadurch absolut lebendig und zum Greifen nah, gleichzeitig fehlt es auch nicht an humoristischen Nuancen. Was muss sie nur für eine mutige, schlagfertige Frau gewesen sein! Ich habe das Buch Mittags begonnen zu lesen und (mit ein paar Unterbrechungen) habe ich es Abends beendet. Es war für mich total kurzweilig und auch auf eine besondere Art motivierend. Jo Lendle nimmt uns gekonnt mit auf eine Reise durch ein außergewöhnliches Leben - von dem man leider nicht genau weiß, wie es geendet ist. Das ist ein ebenso schöner, wie dramatischer Umstand, denn vor ihrem letzten Flug, ihrer Weltumrundumg, bei der sie verschollen ist, hat Amelia gesagt:
„Frauen müssen Dinge wagen, wie Männer sie gewagt haben. Wenn sie scheitern, wird ihr Scheitern eine Herausforderung für andere sein.“
Diese quasi Abschiedsworte haben mich mit dem Wissen, dass sie danach nie wieder aufgetaucht ist, total berührt.

Jo Lendle erzählt mit einer solchen Leichtigkeit und handwerklich versiert, dass ich in einen wahren Lesesog geraten bin - gibts was schöneres für uns Literaturjunkies?! Dieses Buch ist, obwohl es eine Geschichte erzählt, die lange her ist, keinesfalls aus der Zeit gefallen - es ist so im Jetzt, wie es manche Gegenwartsliteratur nicht ist!
Federleicht nimmt uns der Autor mit durch die Biografie einer echten Pionierin in Sachen Frauenrechte und Feminismus.
Amelia Earhart war nicht nur eine wichtige Persönlichkeit für ihre Zeit, sie sollte es auch für uns sein - ich habe so viel persönlich aus „Himmelsrichtungen“ mitgenommen und möchte Euch ihre Geschichte und dieses Buch ans Herz legen. Man muss kein besonderes Faible für Flugzeuge oder die Fliegerei haben, um dieses Buch zu lieben! Unbedingter Lesetipp!
Profile Image for ˗ˏˋ lia ˎˊ˗.
630 reviews439 followers
July 26, 2025
“wir wechselten länder, ohne es zu bemerken. die idee der grenzen ist ans land gebunden. […] in der luft gibt es das nicht. der himmel hat keine grenzen.”

in die himmelsrichtungen wird die geschichte von amelia earhart — jedoch rückwärts. diese art der erzählung fand ich sehr spannend, da man in gewisser hinsicht bereits das ende kennt, ohne überhaupt angefangen zu haben.

das buch beruht auf der recherche des autors, jedoch fließen auch fiktive elemente mit ein, die ich sehr gelungen fand. mir persönlich fehlte es allerding an emotionaler bindung, die ich verspüre, um ein buch richtig gut zu finden. dennoch alles in allem definitiv lesenswert!

3 stars
Profile Image for Fides.
124 reviews
September 23, 2024
3.5*
Die Himmelsrichtungen erzählt die Geschichte von Amelia Earhart, einer Pilotin, Aktivistin, einem Vorbild. Vom letzten Flug bis zur frühen Kindheit wird die Geschichte erzählt, Rückwärts. Das machte mir teilweise etwas Schwierigkeiten, da plötzlich Personen vorkamen, die man nicht kannte & auch nicht deren Beziehung zu Amelia. Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber daran. Ansonsten gefällt mir der Schreibstil sehr gut, viele Passagen brachten mich zum Lächeln, Lachen aber auch zum Nachdenken.
Profile Image for Agnieszka.
23 reviews1 follower
January 17, 2025
Eine sehr interessante und faszinierende Geschichte einer charismatischen und fest auf den Beine stehenden Person, die anders, da rückwärts erzählt wird.
Durch die umgekehrte Chronologie ist es nicht einfach das Leben von Amelia Earhart zu überblicken, aber es macht es von Anfang an spannend und ich finde es ist auf jeden Fall ein Gewinn für das Buch.
Profile Image for mein.buecherregal.
168 reviews2 followers
September 30, 2024
Die Himmelsrichtungen von Jo Lendle aus dem #penguinverlag
✈️
Das Buch ist schon etwas Besonderes. Für mich nicht 5 Sterne besonders aber 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️
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Hier wird die Geschichte von Amelia Earhart erzählt. Aber zum Glück nicht in einer klassischen Biografie mit vielen Zahlen, Daten und Fakten, sondern wie ein Roman.
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Besonders an der Erzählweise ist die Reihenfolge… hier beginnt die Geschichte nicht bei der Geburt, sondern es wird rückwärts erzählt. Ungewöhnlich.
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Da mir das Leben von Amelia fast gänzlich unbekannt war (ich wusste nur- irgendetwas mit Flugzeugen) fand ich dieses Buch interessant.
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Leider habe ich das Gefühl, Amelia auch jetzt nicht besser zu kennen. Oder halt, ich würde sie gerne noch besser kennen. Mir fehlt etwas… mehr Einblick, mehr Inneres.
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Amelia bleibt für mich distanziert.
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Auf der anderen Seite hat mir diese Leichtigkeit beim Lesen sehr gut gefallen. Hier geht es ums Fliegen, Leichtigkeit, Distanz, Freiheit und Wolken.
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All das empfinde ich auch beim Lesen und aus diesem Grund ist es für mich auch fast vollkommen in Ordnung, dass Amelia auch etwas auf Distanz bleibt. Etwas in den Wolken verborgen.
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Mir hat es gefallen.
Profile Image for Kathleen Posvic.
10 reviews
May 10, 2025
Ich wollte das Buch vielleicht ein bisschen zu sehr großartig finden. Ich habe einen Soft Spot für Pionierinnen in der Luft- und Raumfahrt (hier sei auch auf "Space Girls" von Maiken Nielsen verwiesen), liebe Romanbiografien und frühe Feministinnen sowieso.

Trotzdem bin ich mit dem Buch nicht so richtig warm geworden. Die Erzählweise hat mich leider eher verwirrt als bereichert. Es bleibt die Frage, ob es nicht auch oder sogar besser chronologisch funktioniert hätte.

Die Sätze sind mir zu simpel, zu kurz. Hauptsatz, Punkt, Hauptsatz, Punkt. Das mag den Aufzeichnungen Earharts geschuldet sein, ich weiß es nicht.

Die Geschichte ist dennoch faszinierend und mit dem Buch wird sie erneut vielen Menschen zugänglich gemacht. Die fiktionalen Anreicherungen finde ich gelungen. Daher 3,5 Sterne.
50 reviews
December 5, 2024
Ich war sehr gut unterhalten und habe teilweise auch lachen müssen. Amelia Earhart ist eine faszinierende Person, die ich für ihre Stärke sehr bewundere. Da die Geschichte rückwärts erzählt wird, brauchte ich bei jedem Kapitel wieder ein bisschen, um reinzukommen. Vielleicht würde mir die Geschichte eher in Erinnerzng bleiben, wenn sie chronologisch erzäglt wäre. Denn, nach ein paar Tagen merke ich, dass nicht viel hängen blieb.
Profile Image for Maria Koch.
5 reviews
January 12, 2026
Klasse. Hab das Buch in Fluggeschwindigkeit gelesen. Amelias Lebensgeschichte vom Ende zum Anfang hin zu lesen gefiel mir weniger gut, als ich erwartet hatte. Schöne sprachliche Bilder wie z.B.: "Der Mensch ist das Tier, das weint, weil es sterben wird."
Profile Image for Verena.
380 reviews
September 26, 2024
Rückwärts durch die Lüfte

Als ich mit „Die Himmelsrichtungen“ begann, wusste ich nicht viel über Amelia Earhart, genug aber, um zu erahnen, dass sie eine absolut faszinierende Persönlichkeit war. Eine Pionierin der Luftfahrt, die in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts gegen die herrschenden Geschlechterrollen ankämpfte; eine Abenteurerin, deren mysteriöser und früher Tod ihr den Status einer Legende verlieh. Was wäre wohl geschehen, wenn Amelias Lockheed Electra am 2. Juli 1937 nicht über den endlosen Weiten des Pazifiks (vermutlich) abgestürzt wäre? Würden wir uns dann überhaupt noch an sie erinnern? (Von vielen Pilotinnen, die zur gleichen Zeit flogen und im Buch kurze Gastauftritte haben, hatte ich noch nie gehört.)

Jo Lendle präsentiert Earhart in seinem Roman aus der Perspektive der Heldin selbst (obwohl sie sich selbst als solche nie betrachtete). Briefe und Tagebucheinträge dienten ihm als wertvolle Quellen für dieses Porträt.

Die Geschichte beginnt am 2. Juli 1937, dem Tag des (vermeintlichen) Absturzes. Amelia beginnt diesen Tag optimistisch, voller Tatendrang, auf dem Weg, als erste Frau die Welt zu umfliegen. Die Leser:innen wissen jedoch um die Tragik dieses Datums. Lendle wählt eine rückwärtsgerichtete Erzählweise, und ob dies eine gelungene Entscheidung war, bleibt für mich fraglich. Persönlich konnte ich mich mit diesem Stil nicht anfreunden, da ich oft abgelenkt war, um historische Zusammenhänge und Figuren zu recherchieren, deren Erwähnungen im Text oft zunächst nicht richtig eingeordnet werden (dass es sich bei der recht früh erstmals erwähnten Eleanor um E. Roosevelt handelt, wird erst später bzw. in der Timeline früher erklärt, als die beiden Frauen zum ersten Mal Kontakt haben).

Amelia Earhart blieb mir letztlich leider fremd. Ich fragte mich, ob dies der gewählten Erzählweise geschuldet war oder ob ich auch in einer herkömmlichen Biografie Schwierigkeiten gehabt hätte, eine tiefere Verbindung zu ihr zu finden.

Das Buch hat seine Qualitäten, doch angesichts der faszinierenden Persona Amelia Earhart hatte ich gehofft, emotional stärker in die Geschichte hineingezogen zu werden.
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