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Rausch und Klarheit: Der Alkohol, meine Familie, die Gesellschaft und ich

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Mia ist die jüngste Tochter in einer langen Dynastie von Trinkenden. Auch sie selbst liebt Rotwein, aber so schlimm wie bei ihrer verrückten Oma und ihrem rätselhaften Vater, die sich mit dem Trinken umgebracht haben, ist es bei ihr noch lange nicht, denkt sie. Sie ist eben ein Partygirl, eine Rebellin, eine Künstlerseele.
Bei der Arbeit als Barkeeperin im Berliner Nachtleben lernt sie, zu trinken, von einem älteren Mann lernt sie Sex und Drama. Als es Zeit ist erwachsen zu werden, befreit sie sich von der toxischen Beziehung, dem Nachtleben und dem Liebesrausch. Das Trinken aber bleibt. Mit Anfang Dreißig hat sich ihr Leben entschleunigt und scheint in die richtige Richtung zu gehen. Trotzdem hängt eine dunkle Wolke über ihr und sie spürt, dass das mit dem Alkohol zu tun hat. Nach dem tausendsten Kater findet sie sich bei den Anonymen Alkoholikern wieder und »Hi, ich bin Mia - ich bin Alkoholikerin.« Mias Geschichte handelt von einer Großstädterin, die sich in ihrem eigenen Gefängnis einsperrt. Die Autorin verwebt ihre eigene Abhängigkeitsgeschichte mit einer gesellschaftlichen Analyse des Trinkens. Am Ende steht die radikale Nüchtern werden ist ein rebellischer Akt.

305 pages, Kindle Edition

Published September 1, 2024

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About the author

Mia Gatow

2 books2 followers

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Community Reviews

5 stars
88 (54%)
4 stars
52 (32%)
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16 (9%)
2 stars
6 (3%)
1 star
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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Merle.
70 reviews
December 16, 2025
Für alle die sich mit dem Trinken und nüchtern sein auseinandersetzen wollen, egal was das Thema Alkohol für einen bedeutet eine absolute Empfehlung. Ich war selten so bewegt und entertained von einer wahren Geschichte, mir hat die unterschwellige Gesellschaftskritik gefallen und der Schreibstil macht einfach Spaß. Habe das Buch von einem meiner Patienten empfohlen bekommen und werde es immer weiter empfehlen!!! P.S.: der Podcast von Mia Gatow ist auch toll (Sodaklub)
Profile Image for Paul .
62 reviews12 followers
August 9, 2025
Dieser Gedankenspaziergang durch die eigene Alkoholikerbiografie, ist mir am Ende ein bisschen ans Herz gewachsen. Mia Gatow hat ihr erstes Buch geschrieben und hat mich nach und nach immer mehr für ihren Stil begeistern können, der lustig und poetisch sein kann und oft mit der Brechstange versucht, die Welt zu erschließen. Dann sind es oft Aufzählungen, die die verschiedenen Sinneseindrücke und Assoziationen zu bündeln versuchen. Neben dem Thema Alkoholismus ist auch das Thema "Rauschhafte Beziehung" ganz groß. Es gibt hier einen Haufen von Typen, um die es geht, viel Sex (nicht pornographisch), wobei es hier eher um den Balztanz geht.
Hab mich an der ein oder anderen Stelle gefragt, ob das hier Posing ist und würde mich auch nicht wundern, wenn Frau Gatow eine recht eitle Person ist, aber es geht hier schon auch darum, die Parallele Liebesrausch und Alkoholrausch rauszuarbeiten und das gelingt.
Bis auf ein paar Stellen, die mir zu generalisierend erschienen, ein reflektiertes Buch, eine Ballade auf das nüchterne Leben, wie Daniel Schreiber es formuliert hat und ein Buch, das ich in Zukunft empfehlen möchte.
Profile Image for ZeilenZauber.
878 reviews6 followers
October 2, 2024
‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
In Mias Familie ist es gang und gäbe, Alkohol zu trinken und viele sind Alkoholiker. Statistisch werden viele Kinder aus solchen Familien auch alkoholabhängig und Mia ist ein Beispiel dafür. Alkohol ist an der Tagesordnung und gehört dazu. Es wird ausschweifend erzählt, wer wie in die Abhängigkeit fand.
Ich erlebte hautnah mit, was geschah und wie Mia ihr Leben erlebte. Zu Beginn fand ich es noch interessant, wenn manische Wortgewalt geboten wurde. Doch das nutzte sich mit der Zeit ab und ich empfand Mia nur noch als Drama-Queen. Egal um was es geht, sie schafft es, es aufzubauschen und statt Dinge zu lösen oder zu beheben, sich im Problem zu wälzen. Dann kamen „depressive“ Passagen, in denen sie echt einschläfernd rüberkam. Also im Endeffekt genau wie sie ihr Leben erlebte. Dies war auch in Gatows Lesart genau nachzuvollziehen.
Es nervte, dass sie sich dabei häufig wiederholte und ja, ich habe kapiert, dass sie sich ihr Umfeld passend zu ihrem Alkoholkonsum ausgesucht hat. Dass sich alles wiederholte und sie sich zwar mit dem Thema „Wie viel ist zu viel“ beschäftigte, immer Ausreden fand zu trinken und sich nie an ihre aufgestellten Regeln hielt, aber das ist genau das, was Süchtige ausmacht. Es war ermüdend, dies in immer wiederkehrenden Schleifen zu hören. Dabei inszenierte sich Gatow als Rebellin, Partygirl und Freigeist und ich verdrehte innerlich meine Augen, denn damit lieferte sie wundervolle Ausreden für andere Alkoholiker.
Ich bin wirklich nicht prüde, aber Mia erzählte immer wieder von ihren Sex-Eskapaden, wenn sie mal wieder nach einem Filmriss bei einem Typen aufwachte und mit wem sie alles hemmungslos rumvögelte usw. usf. Echt jetzt? Braucht das Thema „Alkoholismus“ diese Effekthascherei? Da hätte ich dann eher die gesundheitlichen Aspekte erwartet, die nur einmal kurz am Ende angesprochen wurden.
Auch fehlten mir die negativen Seiten bei der Sucht. Mal wurde im Nebensatz auf den Kater am nächsten Morgen eingegangen, aber nie auf den harten Tag, der darauf folgte. Mias Leben war, so wie es in diesem Hörbuch rüberkommt, immer total smooth, besoffen, aber smooth. Definitiv nicht die Art und Weise, in der meiner Meinung nach Alkoholismus präsentiert werden sollte.
Ja, Alkohol ist eine gesellschaftlich anerkannte Droge, die weitaus gefährlicher ist, als sie aussieht. Ja, es gibt viele funktionale Alkoholiker, die erst auf den zweiten Blick erkannt werden. Und ja, es muss sich bei der Suchtprävention viel tun. Aber dieses Buch erzählt nur von dem Leben einer Alkoholikerin und wie grandios es in den Jahren war. Okay, ganz Drama-Queen schildert sie auch, wie hyper-genial sich alles anfühlt, wenn sie es nüchtern erlebt. Doch das ist nur ein kleiner Teil des Buches. Wer also erleben will, wie eine Alkoholikerin ihr Leben erlebt hat, ist hier richtig. Wer den Aspekt „Welche Vorteile das nüchterne Leben hat“ lesen bzw. hören will, ist hier falsch.
Wegen der Einseitigkeit gibt es von mir nur 4 unberauschte Sterne.
‘*‘ Klappentext ‘*‘
Mia ist die jüngste Tochter in einer langen Dynastie von Trinkenden. Auch sie selbst liebt Rotwein, aber so schlimm wie bei ihrer verrückten Oma und ihrem rätselhaften Vater, die sich mit dem Trinken umgebracht haben, ist es bei ihr noch lange nicht, denkt sie. Sie ist eben ein Partygirl, eine Rebellin, eine Künstlerseele.
Bei der Arbeit als Barkeeperin im Berliner Nachtleben lernt sie, zu trinken, von einem älteren Mann lernt sie Sex und Drama. Als es Zeit ist erwachsen zu werden, befreit sie sich von der toxischen Beziehung, dem Nachtleben und dem Liebesrausch. Das Trinken aber bleibt. Mit Anfang Dreißig hat sich ihr Leben entschleunigt und scheint in die richtige Richtung zu gehen. Trotzdem hängt eine dunkle Wolke über ihr und sie spürt, dass das mit dem Alkohol zu tun hat. Nach dem tausendsten Kater findet sie sich bei den Anonymen Alkoholikern wieder und sagt: »Hi, ich bin Mia - ich bin Alkoholikerin.«
Profile Image for Johanna  Katharina .
7 reviews
October 13, 2024
Mia Gatow hält in ihrem Roman, was sie im Titel verspricht: sie nimmt die Lesenden in den dynamischen Sog des Rausches, der nicht nur stoffgebunden induziert, sondern auch durch den Konsum emotionaler und sexueller Verhältnisse hervorgerufen wird. Auf spannende Weise macht diese Biografie anschaulich, wie sich Alkoholabhängigkeit und Co-Abhängigkeit in einer Person vereinen und gegenseitig bedingen können. Die nüchterne Klarheit, mit der Gatow über dieses gesellschaftlich und historisch weitverbreitete Phänomen schreibt, hat mich um einige Perspektiven reicher gemacht, sei es der Mythos vom Tiefpunkt, der Blick auf weibliches Trinken, die Unmöglichkeit selektiver Gefühlsbetäubung, die Isolation der Abhängigkeit in jeglicher Hinsicht und die Macht der Archetypen/des Storytellings. Ihre Art und Weise, unaufgeregt, kritisch und zugleich wertschätzend über die Anonymen Alkoholiker*innen zu schreiben, hat das Buch für mich besonders gemacht. Diese Perspektive unterscheidet sich klar von den üblichen medialen Bezugnahmen auf die AA. Der Roman ließ sich angenehm leicht lesen, auch wenn mir die Wortwahl im allgemeinen an manchen Stellen als zu vulgär aufgestoßen ist.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Enola Born.
28 reviews
July 13, 2025
Während ich fand, dass Mia Gatow viele erschreckende Ereignisse des Lebens der Protagonistin aufzeigte, und somit erreichte was sie (warscheinlich) zu Ziel hatte, nähmlich vor dem Konsum zu mahnen und über ihn aufzuklären - empfand ich die Protagonistin trotz allem - als reizend. Stets aufgestellt mit kreativen Kommentaren oder lächerlichen Analogien durchlebt sie den Alltag und schafft es meiner Meinung nach den Leser mit ihrem Charm davon zu überzeugen, dass trotz des Alkohols, ihr Geist und ihr Charakter völlig lebendig und 'aufgestellt' verbleibt. Auch wenn Hoffnungslosigkeit und städnige Widerholung derselben, bedeutungslosen Habitus der Protagonistin deutlich erwöhnt und eben, anhand vielzähliger Ereignisse aufgezeigt werden, geht für mich dabei ein Stück Glaubwürdigkeit verloren. Mir schienen die Konsequenzen ihrer Handlungen zu kurz auszubleiben.
Trotzdem, das Buch, wie eben die Protagonistin sich auch moderierte, wurde sehr farbig und einzigartig formuliert. Alkoholkonsum basiert auf gesellschaftlichem Konsens. Keine andere Substanz hat es in der Welt geschafft sich dermassen in den Alltag einzunisten - das warscheinlich aus den weitreichenden Gründen weshalb er sich so allgegenwertig in unserem Alltag findet. Die Tradition des Trinkens reicht in der westlichen Welt in die Entstehung der Zivilisation zurück (Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm). Möchte man sich wirklich über die Konsequenzen von Alkoholmissbrauch und der Realität der Alkoholiker*innen auseinandersetzen, denke ich ein Sachbuch bringt grössere Einsichten mit sich.
Profile Image for Anja.
12 reviews
August 17, 2025
Schonungslos ehrlich - und dabei gleichzeitig tiefgründig und erfrischend humorvoll. Hier kriegen alle ihr Fett weg: die Suchtkranken selbst, die Gesellschaft drumherum, die Politik, die Lobby, die Leugner. Aber auch an hilfreichen Einblicken, motivierenden Aussichten und Anerkennung für alle, die sich stellen wollen fehlt es nicht. Die Autorin weiß, wovon sie schreibt - aus eigener Erfahrung, sorgfältiger Recherche sowie klugen Interpretationen und Schlussfolgerungen - und regt zum Nachdenken und Nachfühlen an. Traut Euch!
Profile Image for JayJay.
15 reviews
October 22, 2024
„Über Abhängigkeit, Sehnsucht und Liebe“ genau das trifft es. Sehr reflektiert geschrieben.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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