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Frankreich im 14. das Land ist in Aufruhr. Während die Engländer in ihrem erbarmungslosen Eroberungswahn durch das Land streifen und Vernichtung und Tod verbreiten, erblickt in der Burg de Blois ein Zwillingspaar das Licht der Welt, das dazu bestimmt ist, den Lauf der Geschichte zu verändern. Doch Edward of Woodstock, der blutrünstige schwarze Prinz, steht bereits vor den Toren der Burg und überrennt sie mit seiner unerbittlichen und schwer bewaffneten Streitmacht. Sein grausames die Neugeborenen mit dem Schwert zu richten und ihnen ihr Geburtsrecht zu nehmen. Vom Vater verstoßen und von Druiden entführt, beginnt das Zwillingspaar seine schicksalhafte Reise in den düsteren und magischen Wäldern von Brocéliande. Doch ihre Mutter, die Herzogin Jeanne de Blois, kann den Verlust ihrer Kinder nicht kampflos hinnehmen. Zusammen mit Folkvin, dem Söldnerführer, und zwei weiteren Kriegern aus dem Norden flieht sie aus der Burg, um den Fängen des schwarzen Prinzen zu entkommen und ihre verlorenen Kinder wiederzufinden. Von Furcht und Hoffnung getrieben, vom Feind verfolgt und von spirituellen Mächten heimgesucht, kämpfen sich die Gefährten verbissen ihren Weg in die Freiheit. Während ihrer Flucht durch den englischen Widersacher entzweit, stellen sie sich am Ende ihrem unausweichlichen Schicksal und trotzen allen Gefahren, bis es einigen von ihnen gelingt, sich einen Weg aus dem von Feinden besiedelten Land zu bahnen.
Zum ersten mal seit langer Zeit habe ich einem Selfpublisher auf der LBM eine Chance gegeben. Leider ist dieses Buch ein gutes Beispiel dafür, warum ich langjährig nicht getan habe.
Die Handlung Das erste Drittel des Buches stellt eine Reihe von Charakteren vor, die oft nur im losen Zusammenhang zur späteren Haupthandlung stehen, wenn überhaupt. Es scheint verschiedene Zeitebenen zu geben, zwischen denen ohne erkennbares System gewechselt wird.
Die anderen beiden Drittel fokussieren sich geradlinig und ohne unvorhersehbare Wendungen auf Herzogin Jeanne de Blois. Sie hat Zwillinge bekommen, ihr Mann wirft ihr jedoch einen Deal mit dem Teufel vor, sodass die Kinder verstoßen und später entführt werden. Warum genau wird in diesem Buch nicht erklärt, die Handlung erzählt nicht, wie im Klappentext beworben, von der Reise der Zwillinge sondern dreht sich rein um die Mutter. Vom Ihrem Mann verstoßen macht sich Jeanne zusammen mit den Söldnern Folkwin, Halfdan und Ivar auf die Suche nach ihren Kindern und muss dabei den schwarzen Prinzen fürchten, der sie als politische Geisel gefangen nehmen will.
Die Charaktere Von den wunderschön auf den Anfangsseiten illustrierten Charakteren spielen eigentlich nur Jeanne, Folkwin und Halfdan eine größere Rolle neben dem schwarzen Prinzen als Antagonist. Zumeist werden diese jedoch flach und eindimensional dargestellt, so bekommt Jeanne den klassischen Stempel "unangenehme Adlige", während Folkwin und Halfdan die einfachen, aber ehrvollen "Hau-drauf"-Typen spielen. Eine wirkliche Charakterentwicklung findet über die Handlung zu keiner Zeit statt.
Schreibstil Wie die Autorin auf der LBM sagte, ist der Schreibstil sehr charakterzentriert. Damit meine ich leider keine gut ausgearbeiteten, mehrdimensionalen und nachvollziehbaren Personen, sondern dass ein Großteil der Szenen aus Gefühlsbeschreibungen besteht. Dabei wird explizit formuliert, was welcher Charakter gerade fühlt, teilweise im stetigen Wechsel von Satz zu Satz, anstatt es anhand von Interaktionen und Reaktionen zu zeigen, was dem Ganzen (zumindest für mich) viel Natürlichkeit nimmt. Außerdem empfand ich es als schlicht zu viel, so vergeht kaum ein Abschnitt nur mit Handlung, immer wird beschrieben, dass Charakter X gerade Angst hat, sein Herz klopft oder er Hoffnung hat.
Auch werden einige Situationen kreiert, die einfach unpassend wirken, sei es das Kind, das den Kopf eines Unbekannten fröhlich lachend durch die Gegend tritt, oder der Punkt, dass nahezu jede Frau in teilweise sehr unpassenden Momenten "beritten" wird - und das nur selten einvernehmlich.
Sonstiges Ein wunderhübsches Cover und die liebevollen Charakterillustrationen am Anfang des Buches haben zweifellos ihrem Charme. Über kleine Schreibfehler wie den Klassiker "das" vs. "dass" und die seltene Verwechslung von Namen agierender Charaktere kann gut hinweg gesehen werden. Wirklich störend war für mich jedoch, dass man sich anscheinend nicht für eine Schreibweise des Vornamens des schwarzen Prinzen entscheiden konnte, so wird teilweise auf der gleichen Seite zwischen "Edouard" und "Edward" hin und her gewechselt.
Fazit: Das Buch tut nichts, was nicht schon tausende Bücher zuvor besser gemacht hätten. Die Handlung ist vorhersehbar, die Charaktere flach und der Schreibstil zuweilen anstrengend zu lesen. Es bleibt der Gesamteindruck eines ungeschliffenen Erstlingswerkes ohne wirklich interessante Punkte. Für mich hätte es diesen Eintrag auf meiner Bücherliste nicht gebraucht und ich freue mich, dass es vorbei ist. Weitere Bücher von der Autorin werde ich wahrscheinlich nicht lesen.
Inhalt: Bretagne im 14. Jahrhundert: das Land ist in Aufruhr, denn die Engländer hinterlassen in einem erbarmungslosen Eroberungszug Zerstörung und Tod. Mitten in diesem Chaos wird auf der Burg de Blois ein Zwillingspaar geboren. Edward of Woodstock, der gefürchtete schwarze Prinz, steht mit seiner furchteinflössenden Armee vor den Toren der Burg, entschlossen, die Neugeborenen zu töten und ihnen ihr Erbe zu rauben. Doch die Zwillinge wurden entführt. Ihre Mutter, Herzogin Jeanne de Blois, setzt alles daran, ihre Kinder mit einer kleinen Gefolgschaft zu retten. Getrieben von Hoffnung und verfolgt von Feinden, kämpfen sich die Gefährten durch ein von Krieg und Magie gezeichnetes Land. Ihre Reise ist voller Gefahren und Herausforderungen, und sie werden immer wieder auseinandergerissen. Doch trotz aller Widrigkeiten bleiben sie entschlossen, sich ihrem Schicksal zu stellen und einen Weg in die Freiheit zu finden. Ob es ihnen wohl gelingt?
Meine Meinung: Gwénola Brux hat mit dem Buch '1365' einen fesselnden Histo-Fantasy-Roman geschrieben. Im ersten Teil werden die Charaktere und ihre Verhältnisse zueinander aufgebaut, während der zweite Teil die Handlung in vollem Tempo vorantreibt und die Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt. Besonders beeindruckend fand ich die Vielfalt der Charaktere und ihre komplexen Beziehungen zueinander, die die Handlung mit Leben füllen. Immer wieder sorgen unerwartete Wendungen und Geschehnisse dafür, dass die Spannung aufrecht erhalten bleibt und es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil der Autorin ist klar und verständlich, wodurch ich mich mühelos in die Geschichte hineinversetzen konnte. Die Geschichte wird in einer cineastischen Erzählweise präsentiert, die das Gefühl vermittelt, sich mitten in einem packenden Film zu befinden. Die gestreuten Hinweise auf mögliche Ereignisse im Folgeband lassen Lesende gespannt auf die Fortsetzung warten. Die Autorin webt eine fesselnde Geschichte voller Spannung und Emotionen, die Lesende auf eine faszinierende Reise durch eine vergangene Ära mitnimmt. Trotz einiger dunkler und brutaler Szenen bietet der Roman auch Momente der Hoffnung und Menschlichkeit.