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Das Verschwinden der Welt

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Das große Haus am Fluss verspricht Marta einen Neuanfang. Sie verliebt sich in das alte Gebäude, das Zeuge zahlloser Leben, Träume und Verluste geworden ist. Nur wenige sind noch neben Marta nur Herr Yi, die Dichterin und Lu. Als Marta kurz nach ihrem Einzug erfährt, dass das Haus abgerissen werden soll, will sie kämpfen, aber findet in den anderen keine Verbündeten. Also stemmt sie sich allein gegen das Verschwinden der Geschichten, Erinnerungen und einer ganzen Welt.
Ein leuchtender, kluger Roman, der voller Schönheit davon erzählt, was uns im Angesicht großer Umbrüche bleibt.

»So groß wie die Themen ist die Erzählkunst der Autorin« myself

250 pages, Kindle Edition

Published August 29, 2024

8 people are currently reading
479 people want to read

About the author

Lin Hierse

5 books15 followers

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Community Reviews

5 stars
36 (27%)
4 stars
66 (50%)
3 stars
24 (18%)
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4 (3%)
1 star
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Displaying 1 - 20 of 20 reviews
Profile Image for Ileana (The Tiniest Book Club).
205 reviews34 followers
February 10, 2025
Im Abschied nehmen ist Marta erfahren: ihre demenzkranke Mutter ist kürzlich verstorben, von ihrem Freund Cem hat sie sich getrennt. Nun wagt sie einen Neuanfang in dem alten Haus am Fluss. In dem Gebäude mit über zweihundert Wohnungen leben nur noch wenige Parteien: Herr Yi und seine schwerkranke Frau, verwaiste Eltern, einander entfremdet. Die Dichterin, fast so alt wie das Haus selbst, die schon seit ihrer Flucht als Kind aus Nazi-Deutschland hier lebt. Und Lu, ein junger Mann, der versucht, den schönsten Ort seiner Erinnerung wieder entstehen zu lassen. Bald geschieht, was zu erwarten war: das alte Haus, in dem so viele unterschiedliche Menschen ein und aus gegangen sind, das unendlich viele Geschichten beherbergt, ist vom Abriss bedroht. Was soll aus seinen letzten Bewohner*innen werden?

Multiperspektivisch erzählt, u. a. mit der Stimme des Hauses, ist die Geschichte manchmal fast märchenhaft, von einer Ortsungebundenheit, die mich erst spät realisieren ließ, dass es sich um einen Wohnkomplex in Shanghai handelt. Ich hatte Schwierigkeiten mit dem Einstieg in die Geschichte und teilweise war die Gratwanderung zwischen Kitsch und Gefühl haarscharf, dafür fand ich einige Ideen ehrlich berührend, z. B. die verstorbene Mutter der Protagonistin, die das Abhandenkommen in der Welt akribisch dokumentierte und Artikel über schmelzende Gletscher, zerstörte Buddhas in Bamiyan, die Verwandlung des Aralsees in eine Wüste ausschnitt und in Ordner heftete, bevor die Demenz ihr dies unmöglich machte.

„Das Verschwinden der Welt“ ist ein stiller, bedachter Roman über Nachbarschaft, Fürsorge, Verbundenheit, Verlust und die Wut über diesen allgegenwärtigen Verlust.
Profile Image for Julie.
312 reviews24 followers
November 28, 2024
Der letzte Teil war bisschen crazy, aber es hat mir so, so gut gefallen und viel in mir bewegt und mit mir gemacht. Sehr tolles Buch!

Please remember Reading is subjective.
Profile Image for Buchdoktor.
2,365 reviews186 followers
August 29, 2024
Marta ist Mitte 30 und hat schon zu viele Abschiede bewältigt; von ihrer Kindheit, ihrer Jugendfreundin, ihrer dementen Mutter und zuletzt von Cem. Aus der verwitternden Pracht eines Apartmenthauses mit hunderten Wohnungen blickt sie auf die berühmte Skyline der Stadt, die bis 1941 noch deutsche Juden als Emigranten aufnahm. Zu alten Häusern hat die bindungslos wirkende Marta offenbar eine besondere Beziehung. Der alte Kasten belebt sich, indem Gerüche und Geräusche ahnen lassen, wo wir uns befinden. Außer Marta leben im Haus nur wenige Personen, der rund 60jährige Herr Yi mit der Mission, andere Menschen mit Obstportionen am Leben zu erhalten, seine Ehefrau, bereits seit ihrer Kindheit „die Dichterin“, inzwischen hochbetagt, und ein Jugendlicher.

Aus dem Haus lässt sich der Containerschiff-Verkehr auf dem Fluss beobachten und der Abriss des kompletten Viertels mitsamt der Uferbefestigung. Nur Marta kann jetzt noch die Aufgabe erfüllen, die Planierung zu dokumentieren und die Geschichte des Hauses zu bewahren. In der Rahmenhandlung kommt das Haus selbst zu Wort, das seinen Bewohnern Zuflucht bot und das sich wie eine Person an ihren Geliebten an die Berührungen Victors vor rund 80 Jahren erinnert. Victor war damals Hausmeister und gute Seele für hunderte Menschen; ihm verdankt die Dichterin vermutlich ihr Leben. Als der Räumungsbefehl für die letzten Bewohner eintrifft, hat das Ehepaar Yi seit Jahrzehnten auf ihren verschwundenen Sohn Sun gewartet, die Dichterin wird als letzte Zeitzeugin ihre Erinnerungen hinterlassen – und Marta wird als einzig denkbare Chronistin das Erbe der betagten Nachbarin in Sicherheit bringen müssen.

Lin Hierse lässt in der Rahmenhandlung das Gemäuer selbst zu Wort kommen, das altersweise überblickt, welche Bedeutung es im Laufe der Zeit für seine Bewohner hatte. Jetzt ist die letzte Gelegenheit, davon zu erzählen. Vom Rätsel ausgehend, wem die anfängliche Erzählstimme gehört und was die Ess-Schüsselchen der Cover-Illustration damit zu tun haben, schreitet der Roman von Person zu Person. Auf zwei Zeitebenen wird über Bewohner aus drei Generationen erzählt, heutige und ehemalige. Wir werden u. a. an den legendären Victor erinnert, treffen den jugendlichen VR-Brillen-Besitzer Lu, der die Erinnerung an seine Großmutter bewahren will und ahnen, wie Martas Mutter aufgrund ihrer Demenz ihre Erinnerungen verlor.

Ein zeitloser, preiswürdiger Roman. Erinnern werde ich mich noch lange an die Gleichwertigkeit, mit der das Haus seine Bewohner wahrnimmt, aber auch an die Harmonie aus Coverabbildung und Herrn Yis täglicher Routine.

Profile Image for Nessie S.
18 reviews1 follower
November 20, 2025
»Ich weiß sofort, ob wir uns lieben werden. Also wirklich lieben. Früher war das anders. Es genügte ein Kompliment, ein Blick von mehr als drei Sekunden, eine beiläufige Berührung, ein Lachen, das in mich hineinfiel. Jemand, der sagte, dass ich schön bin. Jemand, der mich für etwas Besonderes hielt. So wenig, und ich verwechselte Bewunderung mit Liebe. Aber mit zunehmendem Alter habe ich gelernt, den Unterschied zu erkennen zwischen jemandem, der mich anschaut, und jemandem, der mich wirklich sieht.«

Wenn ein Buch schon so anfängt.. Ohje, war das schön ❤️‍🩹
Profile Image for Helene.
39 reviews2 followers
May 25, 2025
sehr melancholisch, sehr schön geschrieben, hat mich dazu gebracht, auf den letzten seiten um ein haus zu trauern, dessen bewohner*innen trotzdem irgendwie bis zum ende fremde geblieben sind.

(ich hatte mal eine freundin, die sich bei ihrem umzug mit einem ritual bei ihrem haus bedankt hat und daran musste ich beim lesen viel denken.)
Profile Image for Anna.
302 reviews3 followers
January 24, 2025
leider hat mir dieses Buch nichts gegeben
Profile Image for charlie.
24 reviews
February 13, 2025
es ist als hätte die autorin innige worte aus meinem unterbauch herausgeschrieben und sie mir in meine hände gelegt
das war eine wunderschöne reise
Profile Image for Sarah.
149 reviews12 followers
October 26, 2024
2,5 Sterne


„Ihr Kopf ist schwer, auf eine schöne Weise, so wie eine Bettdecke im Winter schwer ist oder die Beine nach einer durchfeierten Nacht.“

"Früher hat Marta gern das Was-wäre-wenn-Spiel gespielt. Was wäre, wenn sie sich an bestimmten Gabelungen des Lebens anders entschieden hätte. Sie stellt sich das vor wie parallel existierende, gleichwahrscheinliche Universen.“

"Eigentlich, denkt Marta, gehen mit jeder Entscheidung Welten unter. Mal kleinere, mal größere. Man wacht trotzdem meistens am nächsten Morgen wieder auf."

"Diese Überdreißigzeit, in der plötzlich alles viel zu schnell geht und in der man zu verstehen beginnt, dass das nur der Anlauf ist, dass man nicht mehr zurück kann, dass man sich jetzt wirklich verabschieden muss, ständig.“

"Marta weiß, wie man der Welt dabei zusieht, wie sie zugrunde geht. Einen Vorschlaghammer benutzen kann sie nicht."

"Martas Körper war schon immer anfällig für Stress, er knickt ein, sobald ihre Psyche Alarm schlägt. Sie bekommt Verspannungen und Zahnfleischbluten von zu viel Druck, wenn sie jemanden enttäuscht, zucken ihre Augenlider oder sie bekommt Ausschlag in den Kniekehlen, und Streit bereitet ihr meistens Kopfschmerzen.“

"Das unwiderrufliche Fehlen ihrer Mutter fühlte sich an, als hätte man ihr ein Organ entnommen, kein überlebenswichtiges zwar, aber ein lebenswichtiges, eines, ohne das der Körper weitermacht, aber der Geist nicht. Es hinterließ einen Krater, irgendwo zwischen Bauch und Brust, hinter dem Zwerchfell.“
Profile Image for Thore Mertens.
71 reviews
December 11, 2024
Das Buch beeindruckt durch eine ungewöhnliche Erzählperspektive, die mit einer Vogelperspektive auf das Haus beginnt und dadurch sofort eine tiefere Einbindung in die Geschichte ermöglicht. Die Charaktere sind lebendig und realistisch gezeichnet, insbesondere die Dichterin, die durch ihre zerrissene, aber dennoch schöne Art das menschliche Dasein widerspiegelt. Die Handlung besticht durch einen natürlichen Schreibstil, der so fließend ist, dass man sich vollständig in der Geschichte verliert.

Besonders hervorzuheben ist Lus virtuelle Welt, die zeigt, wie unterschiedlich Menschen versuchen, mit ihrem Leben zurechtzukommen. Das Buch vermittelt eine perfekte Mischung aus Optimismus und Melancholie, die je nach Interpretation sowohl als Ende als auch als Neuanfang gesehen werden kann.

Insgesamt ist es eine tiefgründige und bewegende Geschichte, die Raum für individuelle Auffassung und Interpretation lässt. Ein absolutes Highlight für Leser, die sich auf ein einzigartiges Leseerlebnis einlassen möchten.
Profile Image for Selina.
14 reviews
October 4, 2024
Lin Hierse did it again <3

Ich habe dieses Buch (leider) in zwei Tagen gelesen – am liebsten wäre ich der Geschichte noch viel länger gefolgt :) Bei diesem Buch kann ich allerdings auch direkt sagen, dass ich es nicht nur einmal lesen werde. Ich finde den Schreibstil von Lin Hierse so unglaublich anders und mitreißend als vieles, was ich bis jetzt gelesen habe. Die Autorin lässt in ihren Geschichten die Grenzen zwischen Realität, Erinnerungen und Einbildung verschwimmen ohne dabei den roten Faden zu verlieren.

Auch in „Das Verschwinden der Welt“ fügen sich viele Geschichten und Perspektiven zu einem Mosaik zusammen und lassen die Leser*innen ein vielschichtiges Bild erkennen. Die Geschichte spielt in einem großen Haus an einem Fluss im Shanghai von heute. Dabei folgen wir Marta, einer jungen Frau, die in das heruntergekommene Haus einzieht und nach und nach die wenigen Bewohner*innen kennenlernt, die dort noch wohnen. Man könnte meine das Haus ist der Mittelpunkt der Geschichte, aber vielmehr sind es die Menschen und deren Geschichten, die dieses Haus zum Leben erweckt haben. Eins der bewegsten Details dabei ist, dass es dieses Haus wirklich gibt/gab.

In der Geschichte begleiten wir nicht nur Marta dabei, wie sie sich ihren eigenen Dämonen stellt und das menschliche Miteinander mit den anderen Bewohner*innen auslotet. Sondern die Leser*innen erfahren auch immer ein Stück Geschichte – in diesem Fall zu jüdischen Geflüchteten im zweiten Weltkrieg, der großen Hungersnot in China und der Kulturrevolution.

In einer Frage zusammengefasst – so fragt auch Lin Hierse: „Was ist der Unterschied zwischen Zerstörung und Verschwinden?“
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Caroline.
17 reviews1 follower
April 1, 2025
Wie Lin Hierse Worte aneinanderreiht: goals!
Profile Image for Sophie.
21 reviews
April 19, 2025
Noch ein Banger, cuter Kreis der geschlossen wird.
Profile Image for Cassandra Schwarz.
12 reviews13 followers
January 25, 2025
Wie auch ihr vorheriger Roman ist dieses Buch sprachlich wieder sehr schön geschrieben. Allerdings konnte mich die Geschichte diesmal nicht so fesseln wie ihr Debütroman. Ich habe recht lange gebraucht, um es zu lesen, weil ich einfach nicht richtig hineingekommen bin. Ein weiterer Minuspunkt für die Kapitel in Briefform – ich habe festgestellt, dass ich kursive Serifenschrift beim Lesen extrem anstrengend finde
Profile Image for Lisa Marie.
23 reviews
June 15, 2025
Ein leises Buch, das lange in mir nachhallte

Ich hab die Geschichte als ruhig und langsam erzählt empfunden, fand sie deshalb aber nicht automatisch auch langatmig. Ihr dürft hier auf jeden Fall kein großes Drama erwarten. Es ist in erster Linie ein leises Erzählen.

In die Protagonistin Marta und ihre stille, verkopfte Art konnte ich mich gut hineinfühlen. Allerdings weniger wegen des Schreibstils, sondern vor allem, weil ich mich zum Teil selbst in ihr wiedergefunden habe. Das Buch ist nüchtern und klar geschrieben und lässt dadurch viel Raum für eigene Gedanken. An der ein oder anderen Stelle hat Marta dadurch aber auch etwas hölzern und distanziert gewirkt.

Mein ganz persönliches Highlight der Geschichte war die Dichterin. Sie hat einen liebevollen und ehrlichen Blick auf das Leben und auf das, was wir loslassen dürfen und vielleicht auch sollten. In ihren Worten lag für mich viel Ruhe und Klarheit. Besonders hängen geblieben ist mir der Gedanke: Veränderung bedeutet nicht nur Trauer. Sie schafft auch Platz für Neues, wenn wir bereit sind, es zu sehen.

All in all mochte ich, dass das Buch keine fertigen Antworten liefert. Es lässt Raum für eigene Gedanken, für Unsicherheit, für Übergänge. Für mich war es genau das richtige Buch zur richtigen Zeit. Still, tröstlich und mutmachend.
Profile Image for Helen.
37 reviews2 followers
February 16, 2025
4,5/5
Eine wunderschöne Sprache und sehr feine Beobachtungen.
Displaying 1 - 20 of 20 reviews

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