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Über Palästina: Zwei bisher unbekannte Texte – erstmals auf Deutsch

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Palästina, Israel und die Suche nach der Lösung

Über Palästina vereint zwei neu entdeckte, bisher unbekannte Texte von und mit Hannah Arendt. Der Aufsatz »American Foreign Policy and Palestine« wurde 1944 von Arendt vor der Staatsgründung Israels verfasst und erst jetzt in einem Archiv gefunden. 14 Jahre später ist sie Mitglied eines der in dem Bericht »The Palestine Refugee Problem« eine Lösung für die Situation der Geflüchteten im Nahen Osten formulierte. Diese beiden außergewöhnlichen Fundstücke belegen eindrücklich Arendts lebenslanges Ringen um einen Frieden in Israel und Palästina.

Herausgegeben von Thomas Meyer

347 pages, Kindle Edition

Published June 27, 2024

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About the author

Hannah Arendt

406 books4,969 followers
Hannah Arendt (1906 – 1975) was one of the most influential political philosophers of the twentieth century. Born into a German-Jewish family, she was forced to leave Germany in 1933 and lived in Paris for the next eight years, working for a number of Jewish refugee organisations. In 1941 she immigrated to the United States and soon became part of a lively intellectual circle in New York. She held a number of academic positions at various American universities until her death in 1975. She is best known for two works that had a major impact both within and outside the academic community. The first, The Origins of Totalitarianism, published in 1951, was a study of the Nazi and Stalinist regimes that generated a wide-ranging debate on the nature and historical antecedents of the totalitarian phenomenon. The second, The Human Condition, published in 1958, was an original philosophical study that investigated the fundamental categories of the vita activa (labor, work, action). In addition to these two important works, Arendt published a number of influential essays on topics such as the nature of revolution, freedom, authority, tradition and the modern age. At the time of her death in 1975, she had completed the first two volumes of her last major philosophical work, The Life of the Mind, which examined the three fundamental faculties of the vita contemplativa (thinking, willing, judging).

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Profile Image for Markus.
285 reviews95 followers
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November 30, 2025
Dass man hier den Namen Hannah Arendts als Autorin bemüht, fällt schon fast unter Rosstäuscherei. Nur einen kurzen Aufsatz hat sie selbst verfasst, keine 20 Seiten über die “Taft/Wagner Resolution”. Der größere Teil des Buchs besteht aus dem Bericht des “Gremiums zum palästinensischen Flüchtlingsproblem”. Hannah Arendt war dabei eines von 17 Mitgliedern - für Historiker offenbar eine sensationelle Entdeckung, dass sie auch "praktisch" mit diesem Konflikt befasst war. Dazu umfangreiches Beiwerk wie Vorwort, zahlreiche Anhänge, Zahlen, Chronologien, Quellen- und Personenverzeichnis, Nachwort und Anmerkungen zum Nachwort. Für Spezialisten sicher interessant.

Von der Taft/Wagner Resolution 1944 hatte ich natürlich nie gehört, eine Willenserklärung zur Gründung Israels, die vom US Kongress aufgeschoben und wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Außenministerium, dem Kongress und verschiedenen britischen Ministerien nie beschlossen wurde. Arendts Kommentar dazu:

”Die Realpolitiker haben ungehindert von irgendeiner demokratischen Kontrolle ihre Völker mit Beweisen ihrer Unfähigkeit, Realitäten einzuschätzen und zu beurteilen, geradezu überschütten können. Es hat sich nur langsam herausgestellt, daß hinter dem Schlagwort Realpolitik sich eine opportunistische Tagespolitik verbarg, die wegen ihrer Prinzipienlosigkeit dem ständigen Fluß kleiner Tagesereignisse hemmungslos preisgegeben war und dadurch notwendigerweise einen wirren Zickzack-Kurs verfolgte und schließlich ein Chaos anrichtete, in dem überhaupt keine Ergebnisse mehr festzustellen waren.”

Bezeichnend allemal: Die Hauptfrage zur Gründung eines israelischen Staats und Grund für die Querelen war, ob die Juden besser als die Araber geeignet wären, auf die Pipelines aufzupassen, die man vom Persischen Golf durch Palästina bis nach Ägypten zu errichten plante. Das grundlegende Recht der Amerikaner und Briten auf das Öl im Nahen Osten stellte nicht einmal Hannah Arendt infrage.

Über das palästinensische Flüchtlingsproblem wusste ich schon besser Bescheid. Es entstand bekanntlich während des arabisch-israelischen Krieges 1948, bei dem bis zu einer Million Araber flohen oder von israelischen Streitkräften vertrieben wurden; der Ausgangspunkt des bis heute andauernden Wahnsinns. Das oben genannte Gremium verfasste dazu einen Bericht und machte sehr vernünftige, gut umsetzbare und beiden Seiten entgegenkommende Vorschläge, wie man das Problem lösen könnte. Dabei wurden die Schuldfrage und andere prinzipielle Themen bewusst ausgeklammert und im Sinne einer Lösung für unerheblich erklärt. Das ist nicht uninteressant zu lesen, enthält aber auch zahlreiche Details, die eher für Historiker relevant sind.

Schmerzlich bewusst wurde mir dabei, dass das Problem seit fast 80 Jahren besteht! Trotz ungezählter Opfer wird eine Lösung von fanatischen Minderheiten auf beiden Seiten gegen den Willen der Mehrheit in bösartiger Absicht immer wieder verhindert. Das ist die traurige Lehre, die man dazu ziehen muss.
Profile Image for Michelle Curie.
1,096 reviews463 followers
July 16, 2024
With this new addition to the Arendt oeuvre we get to know more about her opinion and analysis of the Israel-Palestine conflict. For people with prior knowledge, this has the potential to be fascinating.



About Palestine features two previously unreleased texts by Hannah Arendt, the German-American historian and philosopher who is considered one of the most influential political theorists of the 20th century. One is from 1944 and the other 1958 and they are both direct responses to what was happening in Israel and Palestine at the time and they're titled American foreign policy and Palestine and The Palestine refugee problem.

The texts haven't lost relevancy. It's both interesting and saddening that the content of this applies today as much as they did sixty / forty years ago. I particularly enjoyed the second one, which offers a solution for the Palestine refugees to return to Israel. It's also interesting to notice that when she deducts the subject matter, antisemitism doesn't play a role at all, which might be due to the time this was pennend. There are other aspects of the conflict that are highlighted to make a point for what shouldn't be used as an argument in solving the problem: whose fault this all is and historical claims of entitlement for example. I'm generally impressed with the unemotional nature of these essays, which allows for an analytical and clear-minded evaluation of the situation.

To me personally this isn't quite the sensation that publisher Thomas Meyer, who rediscovered these texts in an archive, claims it is. This might be due to the fact that I don't consider myself a Hannah Arendt fan as such (I have to shamelessly admit to not knowing enough about her or her work). This certainly isn't meant to be an introductory work, but is rather aimed at those familiar with both her work as well as the subject matter. If you're knowledgeable about both it will come as news to you that Arendt was involved in this text, which is what is considered so new to readers.
Profile Image for Konsti.
56 reviews1 follower
June 29, 2025
Spannend, gruselig in Anbetracht jüngster Ereignisse, überraschend kurzweilig und wenn auch mit wenig Arendt, so doch voller wertvoller Inhalte und Handlungsansätze, die sich gut diskutieren und in die Gegenwart zum Weiterdenken (was wurde aus Idee X und Y) eignet. Gute Buchclub Lektüre.
Profile Image for A YOGAM.
2,472 reviews10 followers
January 1, 2026
Hannah Arendts „Über Palästina“ ist das geopolitische Puzzlestück, das in unserer „Bibliothek der geistigen Souveränität“ noch fehlte, um das mörderische Labyrinth des Nahostkonflikts jenseits erstarrter Ideologien zu kartografieren. Mit dem wiederentdeckten Aufsatz von 1944 zur US-Außenpolitik und ihrem Text zum Flüchtlingsproblem von 1958 begegnen wir Arendt als strategischer Seismographin, die die tektonischen Spannungen der Region lange vor der Staatsgründung Israels registrierte – und sich beharrlich weigerte, die Frage des Friedens den Sachzwängen der Machtpolitik zu überlassen.
Ganz im Sinne von Molefi Kete Asantes Forderung nach einem bewussten Standort (Location) und Jean Zieglers unermüdlichem Einspruch gegen die Normalisierung von Entrechtung zeigen diese Texte Arendts lebenslanges Ringen um eine politische Lösung, die nicht auf Vertreibung, sondern auf Koexistenz setzt. Arendt denkt Palästina weder als theologisches Versprechen noch als geopolitisches Schachbrett, sondern als geteilten Raum, in dem Sicherheit nur dann Bestand haben kann, wenn sie nicht auf der systematischen Unsicherheit der Anderen beruht.
„Über Palästina“ ist die philosophische Grundlegung einer Geopolitik des Gewissens. Arendt erinnert uns daran, dass die „Banalität des Bösen“ oft genau dort beginnt, wo man aufhört, das Schicksal der Anderen – hier: der Geflüchteten – als eigenes moralisches Anliegen zu begreifen. Nach der Lektüre dieses Buch versteht man, versteht, dass der vermeintlich „realistische“ Kurs der Nationalstaaten allzu oft nichts anderes ist als ein Abbiegen weg von der Menschlichkeit – und dass politisches Denken erst dann ernsthaft beginnt, wenn es den Mut hat, diesen Kurs nicht mitzugehen.
Profile Image for Jack Goodwin.
27 reviews1 follower
October 10, 2025
Der Inhalt war eigentlich sehr interessant. Das Buch ist aber nichts mehr als ein unverschämter Versuch, Geld mit Hannah Arendts Namen zu verdienen. Nur so 20-30 Seiten von ihr. Ehrlich gesagt würde ich nicht 22€ dafür ausgeben…
56 reviews3 followers
January 17, 2025
Auf dem Buch steht groß Arendt drauf, aber nur wenig Arendt drin.
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