Die gefährlichste Schwäche der Welt.Linus Reichlins spannender Roman über Verrat, Verdächtigungen, Eifersucht. Und über die Schwierigkeit, sich für etwas so komplett Verrücktes wie die Liebe zu öffnen. Hannes Jensen hat es nicht leicht. Annick, seine blinde Geliebte, hatte, wie er herausfand, vom Beginn ihrer Beziehung an einen Anderen und ist mit diesem nach New York durchgebrannt. Einzig ihren Blindenhund ließ sie zurück, der nun – wie ein bewegliches Mahnmal des Verrats – nicht von Jensens Seite rücken will. Als Jensen samt Hund zur Beerdigung seiner Schwester nach Berlin fährt, lernt er in einem Blumenladen Lea kennen. Die so eigenwillige wie schöne Frau übt auf Jensen sofort eine enorme Anziehungskraft aus. Zugleich, darüber ist er sich schnell im Klaren, haftet ihr etwas Rätselhaft-Tragisches an.Lea ist keine gebürtige Berlinerin. Sie stammt von einer schottischen Insel, auf der die Zeit stillzustehen scheint.Seit Generationen lebt man dort von Schafzucht. Jeder kennt jeden und die Sitten sind so rau wie das Klima. Mit siebzehn war Lea von dort nach Berlin geflohen, weil ihr strengreligiöser Vater sie zwangsverheiraten wollte. Sie war damals schwanger, und die Bewohner der Insel wie ihre Familie verdächtigten den Falschen, ihr Liebhaber zu sein. Erst zwei Jahrzehnte später, als er die Diagnose einer unheilbaren Krankheit bekam, bat Leas Vater seine Tochter, ihn noch einmal aufzusuchen. Er konnte nicht ahnen, dass durch ihren Besuch alles wieder auf brechen und eine verhängnisvolleKettenreaktion ausgelöst werden würde, an deren Ende der grausame Tod eines Menschen steht.Als Jensen Lea kennenlernt, liegt dies bereits hinter ihr. Obwohl sich beide ineinander verlieben, findet Jensen ständig Indizien dafür, dass in Leas Leben noch ein zweiter Mann eine Rolle spielt; er zweifelt an allem und verstrickt sich in seine Eifersucht, bis diese Lea und ihm fast zum Verhängnis wird.
Ich war überrascht, als ich eben bei gr sah, dass es sich bei dem Buch um den 3. Band einer (Krimi-)reihe handelt. Die ersten zwei Romane/Krimis um Hannes Jensen kenne ich nicht und als Krimi hätte ich diesen Roman nie identifiziert, auch wenn er ein "Rätsel" enthält.
Gut auch, dass ich den Klappentext im Buch erst jetzt lese. Er gibt fast die ganze Geschichte vorweg! Was er jedoch nicht enthält, ist ein wesentlicher Bestandteil der Erzählung, deren "Funktion" sich erst im Laufe des Buches erklärt. Und zwar ist es die Reise von Sean und Angus, die sich von der schottischen Insel Lewis auf nach Berlin aufmachen um dort dem sterbenden Alaisdair einen letzten Wunsch zu erfüllen. Mit meinen eigenen Bildern im Kopf von den äußeren Hebriden konnte ich hier deutlich besser anknüpfen als an die sich entwickelnde Liebesgeschichte in Berlin, zwischen Jensen und der Blumenhändlerin Lea. Gegenwart, Rückblicke, zwei geographische Räume - am Ende fügt sich alles logisch zusammen, dennoch fügte sich der Roman für mich nicht zu einer emotionalen Einheit. Daher nur knappe 3 Sterne.
Schade, dass hier "Whisky" mit einem e geschrieben wurde, obwohl es sich eindeutig um Scotch handelte. Dann hat mich noch ein zweiter "Fehler" gestört, an den ich mich aber nicht mehr erinnere.
Aus der guten Idee der Story hätte mehr gemacht werden können. Einige Formulierungen sind fantastisch. Leider dreht sich das komplette Buch fast ausschließlich um das verwirrende Seelenleben der Hauptfigur. Auch die Perspektivwechsel sind oftmals schwer verständlich.