Eine Buchhändlerin wider Willen und eine Revolutionärin aus guten Grü zwei Frauen, deren Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein könnten. Marie wächst behütet in Bayern auf und wird schon früh von ihrem Vater dazu bestimmt, eines Tages seine Buchhandlung zu übernehmen. Was sie zunächst als Zwang empfindet, entwickelt sich bald zu einer großen Leidenschaft und nach ihrer Flucht in die USA zur Lebensaufgabe. Tina wird als Arbeiterkind in bitterer Armut in Norditalien geboren und über den Umweg Hollywood zur Fotografin und kommunistischen Revolutionärin. Sie engagiert sich bis zur Erschöpfung, wo auch immer sie die Partei vom spanischen Bürgerkrieg bis ins revolutionäre Mexiko. Welcher Lebensentwurf ist geglückter? Die Revolution zwischen Buchdeckeln oder die mit dem Einsatz von Leib und Leben? Souverän verknüpft Felix Kucher die sehr unterschiedlichen Lebenswege zweier Frauen, die jede auf ihre Art dem Faschismus überzeugend entgegentreten.
puhh.. Die Gestaltung des Buchcovers trifft meinen Geschmack nicht. Auch der Titel hat mich nicht eingefangen. Die in der Zusammenfassung angeschnittenen Themen und die Leseprobe haben mir sehr gut gefallen. Die Idee die Lebenswege der zwei Frauen nachzuzeichnen, die eine als junge Frau einer Buchhänderfamilie jüdischer Herkunft und die andere als junge Frau einer Arbeiterfamilie aus Italien, wie sie aufwachsen und wie was sie während der Zeit des Nationalsozalismus erleben fand ich klasse. Das Buch selbst war ernüchternd. Es ist genau genommen teilweise ein historischer Roman, die historische Figur der berühmten Fotografin Tina Modotti wird beschrieben. Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist wenn hierbei die Beziehungskisten so im Vordergrund stehen. Dieser Aspekt hat mich völlig von dem Buch abgebracht. Wüsste ich nicht um ihre historische Bedeutung, wäre es nicht so schlimm gewesen. Für mich überschreiten diese privaten Beschreibungen erstens eine Grenze und zweitens überschatten sie die politische Bedeutung ihres Tun und Handelns. Schade.