Ein Fakt ist eine wissenschaftlich überprüfbare Tatsache. Eine Meinung hingegen ist das Ergebnis persönlicher Überzeugungen und Ansichten. Aber welche Rolle spielen dann subjektive Deutungen in der Wissenschaft? Und wann wird aus einer Einzelmeinung wissenschaftlicher Konsens?
Neurowissenschaftler und Bestsellerautor Jens Foell widmet sich in seinem neuen Buch dem Spannungsfeld von Fakten und Fiktionen in der Er folgt dem Gang wissenschaftlicher Erkenntnis in Psychologie, Physik, Chemie und Medizin von der Beobachtung über die Hypothesenbildung bis zur Kommunikation. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt er so, warum auch in der Wissenschaft Fakten oft eher Meinungen sind – und warum es doch unumstößliche Tatsachen gibt.
Die Geschichte der Naturwissenschaft, wie wir sie heute kennen, begann damit, dass sich Leute im antiken Griechenland den Verlauf von Sternen und Planeten notierten. Jahrhunderte später brachten Aufzeichnungen Newton auf seine Gravitationstheorie. Noch später gab es einen Arzt, der sich genaue Notizen darüber machte, wo in London die Cholera ausbrach. All diese Beobachtungen führten zu konkreten, testbaren Vermutungen. Aber der Weg von der Vermutung zur Tatsache ist noch weit. Und nicht selten biegen wir auf der Suche nach der Wahrheit falsch ab.
Denn selbst bei uns, die wir uns gerne, oft, und informiert auf die Wissenschaft berufen, ist die Grenze zwischen Fakt und Meinung oft unklar oder wird deutlich überschritten. Den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen zu erkennen ist nicht immer möglich – aber immer kompliziert. Um darin besser zu werden, müssen wir genau verstehen
wie man beobachtet,wie man aus diesen Beobachtungen Vermutungen ziehen kannund wie man diese anschließend prüft, interpretiert, und an andere weitergibt.Ein Buch, mit dem sich Denkfehler vermeiden lassen – und das genau recht kommt in Zeiten aufgeheizter Debatten.
Eine riesige Empfehlung für Nerds, Wissenschaftler:innen und alle Interessierten! ✨ Nach dem ersten Buch "Foellig nerdiges Wissen" hab ich mich sehr auf dieses gefreut und das Lesen war eine Freude! Der Schreibstil von Jens gefällt mir genau so gut wie die ausgewählten Inhalte.
Ich kannte einige Tatsachen aus meinem Psychologie-Studium, hab aber eine Menge gelernt - darunter auch wieder eine Menge (Wissenschafts-) Nerd-Wissen.
5/5 oder auch 10/10 für dieses Buch! Jetzt gespannt warten auf weitere (und das hier nochmal lesen)
das hier wird vermutlich die unpopular opinion zwischen den reviews aber here we go:
Ich habe das Buch das Wissenschaftlerin gelesen und versucht, es auch mit den Augen eines Laien zu lesen. Ich gehe erstmal auf ein paar allgemeine Punkte ein:
Was dieses Buch richtig macht mMn: Es bietet einen sehr übersichtlichen Einstieg in das Thema wissenschaftliches Arbeiten und nimmt den Leser an die Hand, um jeden einzelnen Schritt bis zum fertigen Produkt - der wissenschaftlichen Abhandlung - abzulaufen. Er hinterfragt kritisch jeden einzelnen dieser Schritte zum Gewinn neuer Kenntnis und weist auf potenzielle Probleme oder Hürden dabei hin. Es gibt teilweise sehr interessante Denkimpulse was ist eigentlich Wissen? Und wo fängt Wissen an und hört Annahme oder Hypothese auf?
Jetzt zu den Dingen mit denen ich ein wenig zu kämpfen hatte: Ich lese viel non-fiction und dieses Buch ist nicht gerade intuitiv strukturiert. Als gute Beispiele kann ich Bücher von Bill Bryson nennen oder das Buch the Anxious Generation, in dem die Autoren sich an einem deutlichen, sehr klaren roten Faden entlang hangeln der es dem Leser einfach macht, am Ball zu bleiben. Im deutschsprachigen Bereich kann ich jedem Jan Hegenberg ans Herz legen! Die Übergänge zu Themen hier sind viel zu abrupt und wirken sehr künstlich. Auch was Freddy angeht - eine Bemerkung (als die Person aufgelöst wird) die ich finde eher unsympathisch rüber kommt. Die Informationen die man als Leser bekommt wirken sehr willkürlich und finde ich oft auch deplatziert und nicht strukturell gut aufbereitet. Auch die Metaphern die der Autor verwendet finde ich persönlich oft undeutlich. Das Buch allgemein wirkt sehr trocken für den Laien und schwer verdaulich (Aber da sist auch nur eine weitere Meinung, kein Fakt).
Survival bias des Autors Das Buch erschien 2024 und der Autor sagt selbst, er sei nicht mehr in der aktuellen Forschung tätig. Auch wenn mich die Anerkennung gefreut hat, dass Minderheiten bei Veröffentlichungen oft Übergängen werden oder weniger glaubwürdig rüber kommen, ist das aktuelle Bild "man schickt seine coole Arbeit irgendwo hin und Leute sind Happy das zu veröffentlichen" nicht die Realität. Wir sind leider noch nicht in einer Welt, in der (jemand ohne Rang und Namen) negative Ergebnisse publizieren kann. Der Publikationsdruck ist hoch, und angesehene Journals können es sich leisten, sich die besten manuscripten heraus zu suchen. Wir gehen in die richtige Richtung(bezahlte Reviewer, Möglichkeit Einspruch gegen unfaire reviews einzureichen, Konferenzen mit Raum für offene Diskussionen) ABER zumindest für den STEM Bereich sind die Wissenschaften noch sehr sehr konservativ und traditionell aufgestellt in ihrer täglichen Praxis. Ich denke auch, dass wir von Sozialwissenschaften und allgemein anderen Disziplinen viel lernen können - aber es eben nun Mal noch nicht tun.
Aussagen sind sehr schwarz und weiß, und der Liebe Äpfel und Birnen Vergleich (Achtung, Spoiler!) Das erste Mal kam ich ins "Stocken" beim Lesen, als der Autor die Schuld für das Versagen der Justiz bei der Phantom kriminellen in der Wissenschaft gesucht hat. Die angewandten Methoden der Forensik mögen aus der Wissenschaft kommen, Anwendung finden sie allerdings in einem völlig anderen Kontext, der den Regeln der Justiz und der Bürokratie unterlegen sind. Das zweite Mal, als sich der Autor dem kleinen Trick bedient hat, A zu schreiben und B mit Absicht wegzulassen: die Spagetti Geschichte. Damit entstand (zumindest bei mir) die unmögliche Situation, der Aufgabe gerecht zu werden, da hier viele viele Informationen fehlen. Vielleicht spaßig für den Autor, fühlte sich aber irgendwie ein wenig unfair an als Leser. (komme noch hier drauf zurück)
Jeder kann Studien lesen! (kein gatekeeping, versprochen) Ich bin eine sehr große Verfechterin von Transparenz und von Wissenschaftskommunikation. Ich denke auch, die Wissenschaft hat noch vieles gut zu machen und hat sich zu lange in ihrem eisernen Turm eingeschlossen und Wissen gehortet, ausschließlich für sich selbst und die elitäre community. Allerdings würde ich nicht so weit gehen, Anleitungen zu schreiben, wie Studien zu interpretieren und zu werten sind. Gerade solche absoluten Aussagen wie "je länger die limitations, desto -" finde ich, könnten hier zu wörtlich genommen werden. Ich denke es ist okay, sich auf Experten zu verlassen, nicht nur Daten zu generieren aber auch wie wir diese Daten zu interpretieren haben. Ich würde diesen Abschnitt des Buches eher nutzen für die Frage: sind die Quellen, die Onkel Gerhard in die WhatsApp Gruppe geschickt hat glaubwürdig? ja/nein? - der nächste Schritt wäre dann, sich einem glaubhaften (hier wären wir wieder beim Stichwort Integrität und Glaubhaftigkeit) Wissenschafts Journalisten oder Science Communicator zu widmen und sich komplizierte Themen von den Leuten die das gelernt haben aufbereiten zu lassen.
„Fakten sind auch nur Meinungen“ hat mich schon mit seiner Kurzbeschreibung neugierig gemacht, und es hat die Erwartungen absolut erfüllt. Jens Foell gelingt es, kritische Auseinandersetzungen mit der Wissenschaft auf eine Weise zu präsentieren, die sowohl tiefgründig als auch leicht verständlich ist. Als jemand, der Bücher wie „Science Fictions“ von Stuart Ritchie schätzt, habe ich besonders die logischen und klar strukturierten Argumentationslinien in Foells Werk genossen.
Das Buch ist nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam – die Beispiele sind oft mit einem Augenzwinkern erzählt, was den Lesefluss angenehm leicht macht. Auch wenn manche Argumente und Themen mir nicht völlig neu waren, hat Foell sie so aufbereitet, dass sie mich doch noch mit frischen Perspektiven überraschten. Besonders die humorvolle und gleichzeitig präzise Art, in der er komplexe Sachverhalte erklärt, hat das Lesen zu einem echten Vergnügen gemacht. Ein Muss für alle, die gerne hinterfragen, was vermeintlich „wissenschaftliche Fakten“ sind!
Woher weiß man eigentlich heutzutage noch was eine Tatsache ist und was nur eine Meinung? Gerade in den sozialen Netzwerken vermischt sich das viel zu oft. Fakten werden wie Meinungen präsentiert und Meinungen wie Fakten.
Gottseidank gibts aber Dr. Jens Foell, der uns genau erklärt wie man überhaupt zu Fakten kommt. Wann man bei der Faktenfindung an Grenzen stößt und was man dann machen kann. Wir lernen Aussagen besser einzuschätzen und zu bewerten welche Art von Studie überhaupt dazu geeignet ist daraus spezielle Annahmen zu treffen.
Es ist nicht nur ein Buch für Nerds und Wissenschaftsinteressierte. Es ist ein Buch für alle, die die Welt besser verstehen und etwas dazu lernen wollen.
Interessantes Thema, aber überfüllt mit Anekdoten und Ausschweifungen. Viele Konzepte werden mehrfach erläutert, sodass der Lesefluss stockt. Geeignet für wissenschaftsfremde Leser.