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Alte Eltern: Über das Kümmern und die Zeit, die uns bleibt

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»Bleibt bei mir«, bittet der Vater seine zwei Söhne, als die Erinnerung ihn verlässt. Bis dahin war Erinnerung für Volker Kitz kein Thema. Sie funktionierte, der Vater funktionierte, die Familie funktionierte. Doch eines Tages verunglückt die Mutter, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Erst unmerklich, dann immer deutlicher, verliert der älter werdende Vater die Orientierung in seiner Welt. Volker Kitz begleitet ihn, von den übersehenen Anfängen bis zu dem Tag, an dem der Vater vergisst, wie man schluckt. Durch Hoffnung und Hilflosigkeit bis zum Abschied, als der Vater – trotz allem plötzlich – stirbt. Gegen die eigene Furcht beschäftigt sich der Sohn zunächst mit Wenn er weiß, warum etwas geschieht, denkt er, kann er das Geschehen beeinflussen. Doch bald merkt er, dass die wahren Themen darunterliegen.

Mit zärtlicher Wucht dringt er zu Empfindungen und Fragen vor, die eine ganze Generation betreffen und die keine Debatte über Pflegenotstand Welche Zeichen muss ich erkennen? Welche Entscheidungen treffen, auch gegen den Willen der Eltern? Wie behalte ich Zugang zu ihnen, teile Schmerz, Freude, pendle in ihre Welt – ohne meine verdorren zu lassen? Wie helfe ich, Lebensaufgaben aufzuarbeiten, in der Zeit, die uns bleibt? Wie bereite ich mich auf die existenziellen Augenblicke vor, begegne der eigenen Unzulänglichkeit?

In diesem persönlichen literarischen Essay erzählt Volker Kitz die Geschichte seines Vaters und erkundet an ihr exemplarisch, was familiäre Verantwortung bedeutet. 

219 pages, Kindle Edition

Published August 15, 2024

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About the author

Volker Kitz

34 books3 followers

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214 reviews
August 23, 2024
aufklärend und tröstend
Irgendwann kommt es auf jeden zu, die eigenen Eltern werden alt und die Situation verkehrt sich, die die uns früher auf`s Leben vorbereiteten, die uns Dinge beibrachten, sind nun auf unsere Hilfe angewiesen, entweder weil sie körperlich gebrechlich werden, oder was um einges tragischer ist, sie ihre geistigen Fähigkeiten verlieren. Dieses Thema greift der Autor Volker Kitz in seinem Buch " Alte Eltern auf" und erzählt anhand der Erkrankung seines Vaters eine Geschichte, die viele betrifft oder noch betreffen wird.

Für mich war das Buch " Alte Eltern " von Volker Kitz eine Reise in die Zeit , als ich meine Mutter gepflegt, bzw begleitet habe. Ich habe mich in vielen Situationen und Gefühlen wiedergefunden und dabei so einige Tränen geweint.

Volker Kitz geht das Buch " Alte Eltern" auf verschiedene Arten an.
Für ihn ist wichtig, was es mit dem Begriff Erinnerungen auf sich hat, die bei der Demenz ja das zentrale Thema ist. Der Mensch, der an Demenz erkrankt vergisst, nicht nur wer er und seine ihn umgebenden Personen sind, sondern auch alle Dinge, die mit dem Leben zusammenhängen und für"s Überleben wichtig sind, wie ganz einfache alltägliche Tätigkeiten.

Verschiedene Sichtweisen werden hier aufgeführt, aus rein wissenschaftlicher Sicht, aber auch aus literarischer Sicht, wie Volker Kitz anhand von Zitaten aus vielen verschiedenen Büchern, die ich teilweise selbst gelesen habe und empfehlen kann, anbringt.

Man merkt ihm an, er will seinen Vater verstehen, will Erklärungen finden, durch die ein adäquates Umgehen mit seinem Vater möglich ist, aber auch er besser mit der Situation umgehen kann und doch stößt er immer wieder an neue Grenzen.
Seine Schilderungen über das Leben mit seinem Vater zeigen immer wieder, wieviel Gedanken er sich macht und wie intensiv die Beziehung zu seinem Vater ist.
Er zeigt aber auch ganz alltägliche Situationen auf, die auf Angehörige zukommen können,was beispielsweise die Patientenverfügung betrifft, mit denen man nicht gerechnet hat und die einem durch dieses Buch ein wenig Hilfe verschaffen.

Was mir bei dem Buch sehr weitergeholfen hat, war die Tatsache, dass der Autor aufzeigt, welche Gefühle die Erkrankung bei den Angehörigen hervorrufen, und das es ganz natürliche Gefühle sind mit denen man nicht allein ist und derer man sich nicht schämen sollte.

Auch die Tatsache , dass Demenz neben Krebs die Erkrankung ist, vor der die meisten Menschen Angst haben und die mit zunehmendem Alter der Bevölkerung ein immer größeres Problem wird, angesichts der Pflegesituation , wird hier angesprochen.

Volker Kitz hat ein Buch geschrieben das sachlich, aber auch emotional aufklärt und berührt und das bei der Ausgestaltung einen großen Respekt vor seinem Vater zeigt.

Danke für dieses Buch.
Profile Image for Lulu.
33 reviews6 followers
October 8, 2024
schon lange nichtmehr bei nem sachbuch geheult
Profile Image for Madeleine Corfier.
125 reviews
March 22, 2025
Ein sehr berührendes & bewegend nah verfasstes Essay über die Krankheit Demenz & den Verlust seines geliebten Vaters. Der Author beschreibt sehr echt & persönlich was mit seinem Vater, dem Sohn & der ganzen Familie geschieht. Immer wieder stellt er auch passende wissenschaftliche Thesen gegenüber zum Thema Gedächtnis & Erinnerung. Eine klare Leseempfehlung für Betroffene & am Thema Interessierte.
‚Von meinem Vater habe ich gelernt, dass man Probleme auch lösen kann, wenn sie neu sind und niemand dir sagt, was du tun sollst. Er hat mir die Zuversicht geschenkt, dass auch ich, sein Sohn, das kann.‘ (S.69)
‚Er ist so nah, doch seine Welt ist fern. Alle ein, zwei Tage schwimme ich aus meiner Welt hinaus und versuche, in seiner aufzutauchen. Ich betrete sein Zimmer und tue mein Mögliches, Gemeinsamkeiten mit ihm zu erleben.‘ (S.75)
Profile Image for Janina.
877 reviews82 followers
July 20, 2024
Ein tolles Buch über ein schwieriges, vor allem trauriges Thema. Nahbar geschrieben, mit Beschreibungen, die man nachempfinden kann. Zugleich persönlich und verallgemeinernd. Ich musste schmunzeln, vor Trauer kurz das Buch schließen und habe viel nachgedacht. Ich habe mich auch sehr wiedergefunden im Autor - der Impuls Literatur zu befragen, sich möglichst gut vorzubereiten, um Unsicherheit und Angst und Kontrollverlust vorzubeugen und am Ende dann kommt es trotzdem, wie es kommt. Ein Buch über das Kümmern, unser Gedächtnis, Familie und den Umgang mit Ungewissheiten. Eine Suche nach Antworten, ein Nachdenken über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Festhalten und Loslassen, Erinnern und Vergessen. Einige Male musste ich innehalten, weil ich mich nicht in die Situation hineinversetzen wollte, gerade nicht im Kopf des Autors sein wollte, weil ich sowieso schon traurig drauf war. Und das, obwohl das Buch nicht nur traurig ist, sondern auch einige glückliche Momente hat.

tw/cw: Tod, Krankheit, Demenz, Beschreibungen von Symptomen, Pflegebedürftigkeit, Unfalltod, Trauer
Profile Image for Nicole.
1,232 reviews35 followers
November 9, 2024
Vielen Dank an Netgalley und Kiepenheuer und Witsch für das kostenlose Rezensionsexemplar.
Ich habe etwas mehr allgemeine Recherche und etwas weniger Autobiographie erwartet (und erhofft) obwohl in der Beschreibung ja ausdrücklich "persönlich" steht. Dennoch ein gutes Buch.

#AlteEltern #NetGalleyDE
#nonfictionnovember
28 reviews1 follower
June 16, 2025
Ein Erfahrungsbericht, wie es sein kann, wenn der Vater, verwitwet, dement wird. Kein Hadern, sehr liebevoll geschrieben. Ein Buch, das einem nah geht.
Profile Image for Christin.
12 reviews
November 28, 2025
Ein Ja zum offenen Dialog, zur Realität, zum Dank fürs Privileg und zu den Menschen, die bleiben, auch wenn es schwierig wird.
Profile Image for Doris Dawn.
36 reviews
September 22, 2025
Hat man alte Eltern, sollte man dieses Buch unbedingt lesen. Es ist sehr berührend und sehr tröstend.
Profile Image for Ceyda D.
22 reviews2 followers
July 15, 2024
Das Thema des Buches hat mich sofort angesprochen, da ich mich durch eigene Erfahrungen sehr für das Thema Tod und Älterwerden interessiere.
Der Autor fasst seine eigenen Erfahrungen des Älterwerdens seines Vaters sehr gut zusammen. Zu Beginn hat mich die Geschichte sehr neugierig gemacht, somit ist es dem Autor gelungen (obwohl ich ihn nicht kenne) ein Interesse für seine Erfahrungen zu schaffen. Allerdings muss ich sagen, dass je weiter ich gelesen hab, desto mehr kam das Gefühl auf keinen roten Faden entdecken zu können. Der Erzählstil war mir persönlich viel zu fragmentarisch. Es wurden sehr viele verschiedene Themenbereiche angerissen, jedoch nicht vertieft. Ich hätte mir stattdessen gewünscht tiefer in wenige ausgewählte Themenbereiche einzusteigen. Was mir sehr gut gefallen hat waren die Definitionen und Wissensbeiträge, die ab und zu erwähnt wurden. Von diesen konnte ich besonders profitieren.
Ich würde das Buch an alle die empfehlen, die ebenfalls das Älterwerden ihrer Eltern erleben und sich nicht alleine fühlen wollen.
Profile Image for Anita Schürmann.
10 reviews1 follower
April 5, 2025
Ein wunderbares Buch über das Alter, besonders das Älterwerden der Eltern, hier des Vaters. Die Verantwortung für den Vater übernehmen, die Demenz aushalten und begleiten, sich für den Vater Zeit zu nehmen und das endgültige Abschiednehmen vom Elternhaus vollziehen. Ein sehr persönliches und kluges Buch.
Profile Image for Rebekka.
15 reviews5 followers
July 24, 2025
Eins der wertvollsten Bücher, die ich bislang gelesen habe. Hat mich auf vielen Ebenen zu Tränen gerührt und gleichzeitig getröstet. Einfach wundervoll!
Profile Image for herrzett.
100 reviews5 followers
September 30, 2024
Wir alle kommen früher oder später an den Punkt an dem unsere Eltern alt sind und unserer Hilfe bedürfen. Ich selbst merke es momentan bei meinen Großeltern, wie fordernd und belastend es sein kann. Zwar gibt es keine allgemeingültige Hilfestellung oder Anleitung für eben jene Lebenszeiten, aber manchmal hilft es auch schon von anderen zu erfahren, zu sehen wie sie mit eben jenen Umständen umgehen oder versuchen Lösungen finden. So war ich dann auch sehr dankbar als ich über Volker Kitz' Buch "Alte Eltern - Über das Kümmern und die Zeit, die uns bleibt" gestolpert bin; zumindest klang es hilfreich und super... meine Erwartungen hat es dann leider nicht erfüllt.

"Ich hatte gedacht, Demenz heißt, ein paar Dinge zu vergessen, Namen, Gesichter, was es zu essen gab, Anekdoten aus dem Leben; traurig, aber auch liebenswert, der Alltag lässt sich schon meistern (wollen wir nicht alle in der Gegenwart eben und nicht in der Vergangenheit?). Ich hatte mir nicht vorgestellt, dass mein Vater einmal lebenswichtige Handlungsschritte nicht mehr würde ausführen können; einen Löffel zum Mund bringen, sich auf sein Bett legen, den Kopf drehen und jemanden anschauen..."
Dieses Zitat fasst dieses Buch schon sehr gut zusammen. Der Autor sieht sich auf einmal mit ganz anderen 'Entwicklungen' konfrontiert und versucht mit den Veränderungen des Vaters klar zu kommen, Entscheidungen zu treffen und seinen Alltag anzupassen.

Hmm, ich mach es kurz: Irgendwie hatte ich mir unter diesem Buch (und bei dem Titel, sowie Lobpreisungen) etwas anderes vorgestellt, als eine weitere Erzählung über Demenz und einen Autor, der seinen Vater am Ende seines Lebens begleitet, davon erzählt wie dieser sich nach und nach entfernt. David Wagners "Der vergessliche Riese" fällt mir da sofort wieder ein. Dieser Roman und Wagners Umgang mit seinem an Demenz erkrankten Vater hat mich damals sehr berührt und mitgenommen. Volker Kitz lässt da in diesem Essay nicht so viel Nähe zu und das im Klappentext versprochene "Sein Buch berührt die Gefühle und Fragen einer ganzen Generation." kann ich leider so gar nicht nachvollziehen. Dieses Buch ist Kitz' persönliche Aufarbeitung der letzten Jahre mit seinem Vater, vom Umzug in die "Residenz" bis zu dessen Tod. Es geht immer weiter, Entscheidungen werden getroffen, das eigene Leben so weit es geht angepasst... stets begleiten ihn die Gedanken an seinen Vater, dessen Abhängigkeit und Veränderungen. Fragen hat er für mich so gar nicht beantwortet, noch ging es um eine konkrete Auseinandersetzung mit einzelnen Faktoren und deren Folgen. Gerne hätte ich etwas über Abwägungen, Pflegedienste, weitere Möglichkeiten im Alter erfahren. Oder wenigstens sowas ähnliches. So muss ich leider gestehen, verlor ich recht schnell das Interesse an diesem Buch, einzelne Kapitel habe ich dann nur noch grob überflogen und schlussendlich dieses Buch wieder zur Seite gelegt. Gerade bei solch persönlichen Erfahrungsschilderungen finde ich immer schade, aber manchmal passt es einfach nicht.
Profile Image for Kristall86.
345 reviews4 followers
August 4, 2024
Klappentext:

„Was bedeutet es, wenn die Eltern alt werden? Bestsellerautor Volker Kitz erzählt in seinem literarischen Essay die Geschichte seines Vaters und erkundet an ihr exemplarisch, wie sich familiäre Verantwortung verschiebt, wenn Eltern alt werden. Sein Buch berührt die Gefühle und Fragen einer ganzen Generation.



»Bleibt bei mir«, bittet der Vater seine zwei Söhne, als die Erinnerung ihn verlässt. Bis dahin war Erinnerung für Volker Kitz kein Thema. Sie funktionierte, der Vater funktionierte, die Familie funktionierte. Doch eines Tages verunglückt die Mutter, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Erst unmerklich, dann immer deutlicher, verliert der älter werdende Vater die Orientierung in seiner Welt. Volker Kitz begleitet ihn, von den übersehenen Anfängen bis zu dem Tag, an dem der Vater vergisst, wie man schluckt. Durch Hoffnung und Hilflosigkeit, bis zum Abschied, als der Vater – trotz allem plötzlich – stirbt.

In diesem persönlichen literarischen Essay erkundet Volker Kitz eine Zeit der Ungeahntheiten, in der sich Verantwortung verschiebt, und dringt mit zärtlicher Wucht zu Empfindungen und Fragen vor, die eine ganze Generation betreffen.“



Dieses Buch ist ein Buch der ganz besonderen Sorte. Autor Volker Kitz erzählt hier seine ganz persönliche Familiengeschichte und lässt uns so an seinen Gedanken teilhaben. Er spricht genau das aus, was uns Kindern auf der Seele brennt, wir es aber mehr als gern verdrängen - Was wenn die Eltern alt werden und wir uns un sie kümmern? Was geschieht mit ihnen? Was geschieht mit uns? Kitz beschreibt mehr als eindrücklich was er alles mit seinem Vater erlebt hat und was es mit ihm und seinem Bruder alles gemacht hat. Die Frage nach der Verantwortung für die Eltern wird mehr als gern kontrovers diskutiert aber wer kennt denn seine Eltern nicht besser als wir Kinder? Das wir unsere Eltern irgendwann gehen lassen müssen, steht fest. Wir wir sie bis dahin begleiten, müssen wir für uns entscheiden. Jeder für sich. Dieses Buch kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger um die Ecke, ganz im Gegenteil. Kitz erzählt einfach nur seine private Geschichte und bohrt damit ganz tief in unsere Leser-Seele. Ob bewusst oder unbewusst ist ganz egal. Dafür ist das Thema auch einfach viel zu intensiv und wichtig. Mit seinen Erzählungen zeigt er verschiedene Punkte auf die er selbst durchgemacht hat und regt ganz intensiv zum nachdenken an.

Dieses Buch ist einfach nur großartig geschrieben, auch wenn das Thema mehr als traurig und ernst ist. Kitz‘ Schreibstil ist einnehmend und eindrücklich auf besondere Art und Weise. Fazit: Jeder sollte dieses Buch lesen und jeder sollte sich darüber Gedanken machen! 5 Sterne inkl. Leseempfehlung für dieses Werk!
699 reviews11 followers
August 17, 2024
Langer Abschied

Schon der Titel "Alte Eltern" verrät, dass Volker Kitz einerseits ein sehr persönliches Buch geschrieben hat und andererseits eines über die Erfahrung, die viele Menschen ab einem bestimmten Alter machen: Plötzlich sind die Eltern nicht nur älter, sie sind alt. Sie werden langsamer, sie werden müder. Krankheiten treten auf - einige machen sie körperlich schwächer, andere greifen den Geist an, wie bei Kitz´s Vater, der an Demenz erkrankt.

Kitz ist sehr ehrlich, wenn er den Prozess, auch die eigene Reaktion beschreibt: Erst die Verleugnung und Verdrängung, bis die Symptome nicht zu übersehen sind. Die Rat- und Hilflosigkeit der beiden Söhne, die sich eingestehen müssen, dass der Vater nicht mehr alleine im Elternhaus auf dem Dorf leben kann, die Suche nach der besten Lösung, die dem Endsiebziger gerecht wird, denn beide leben schon lange nicht mehr in der Nähe der alten Heimat.

Kitz drückt sich nicht vor der Verantwortung, er findet eine Seniorenresidenz in Berlin, nahe der eigenen Wohnung. Ein Heim, das ein bißchen wie ein Hotel aussieht. Gelingt es, dass der Vater sich einlebt? Findet er, der wie viele Männer seiner Generation den Aufbau sozialer Kontakte seiner Frau überlassen hat, überhaupt Anschluss oder wird er vereinsamen? Alle paar Tage ist der Sohn für mehrere Stunden zu Besuch, zu oft, mahnt eine Pflegerin, denn dadurch ist der Vater ganz auf den Sohn focussiert. Der wiederum will so auch verhindern, dass der Vater ihn irgendwann nicht mehr erkennt.

Als Autor von Sachbüchern geht Kitz das Thema zugleich analytisch an, recherchiert zu Gedächtnis, Erinnerung, Demenz. Doch wie gelingt ein sachlicher Zugang zu einem Thema, das ihn ganz persönlich betrifft? Es gibt die guten Tage, die Hoffnung machen, dass es vielleicht gar nicht so schnell so schlimm ist - und die, an denen Geduld zur harten Aufgabe wird, an denen das Erschrecken überwiegt über selbstverständliche Dinge, die plötzlich "weg" sind im Skillset des Vaters - wie eine Türklinke funktioniert zum Beispiel.

Es ist eine Geschichte von Bangen und Begleiten, von einem langen Abschied, von dem Punkt, wo der Sohn den unter einer Lungenentzündung leidenden Vater eigentlich gehen lassen sollte - und dennoch zögert, den Ärzten die vor Jahren erstellte Patientenverfügung zu geben. Es ist auch, weit über das Thema Demenz hinaus, eine Vater-Sohn-Geschichte, geprägt von Liebe und Wertschätzung. Ein Buch, in dem sich viele, die in ähnlichen Situationen standen, wieder erkennen werden und das auch diejenigen, deren Eltern noch nicht in der letzten Lebensphase sind, nachdenklich machen dürfte. Großer Respekt für dieses ehrliche Buch.
86 reviews
August 24, 2024
Obwohl ich aufgrund des Titels zunächst etwas anderes, eher allgemeineres über das Älterwerden der Eltern erwartet hatte, hat mich das Buch von Volker Kitz „Alte Eltern: Über das Kümmern und die Zeit, die uns bleibt“ sehr bewegt.
Der Autor schreibt sehr ehrlich, sensibel und mitfühlend über die Demenzerkrankung seines Vaters. Seine Liebe zu ihm und auch die Liebe vom Vater zu seinen Söhnen waren für mich auf fast jeder Seite zu spüren. Der Autor versucht anhand von einigen Aussagen unter anderen der Philosophie, Psychologie, Literatur, Medizin, sogar von den Museumswissenschaften, sich dem Thema Erinnerung anzunähern. Das war für mich gleichermaßen informativ, interessant und bewegend.

Durch einen plötzlichen Unfalltod von vor fast zwanzig Jahren hat die Familie ihre Mutter verloren und der Autor und sein Bruder versuchen sich bestmöglich um ihren Vater zu kümmern, bis sie alle einsehen müssen, dass eine Pflegeeinrichtung unumgänglich ist.
Ich hatte beim Lesen oft einen Kloß im Hals, der Vater wird in der Nähe des Wohnorts des Autors untergebracht, der Vater muss sein Haus und Heim verlassen und ich habe gespürt wie schwer es auch dem Autor gefallen ist das zu tun, auch wenn die Notwendigkeit außer Frage stand. Die vielen kleinen Details, die beinahe täglichen und langen Besuche, die vielen kleinen Zettel, die vielen kleinen Erinnerungen an eine glückliche Kindheit, der angenehm zu lesende Schreibstil haben mich das Buch sehr schnell lesen lassen.
Aber das Buch hat mir auch einiges abverlangt, es ist nicht einfach zu lesen, mit welchen Schwierigkeiten und Situationen Angehörige von Demenzkranken zu tun haben. Volker Kitz verschweigt auch nicht, dass trotz aller Liebe seine Geduld in mancher Hinsicht auf die Probe gestellt wurde und das es auch sehr wichtig ist, auf sich selbst zu achten, was aber unter diesen Umständen auch kaum möglich erscheint. Das fand ich sehr ehrlich und auch glaubwürdig. Mir wurde auch noch mal vor Augen geführt, was die Krankheit Demenz alles bedeutet, was sie mit den Kranken macht, was sie ihm alles raubt. Das war trotz des angenehmen Schreibstils schwer zu lesen und es wird mich noch eine ganze Weile beschäftigen.
Es gab auch Momente, wo ich erst gestockt habe und inne halten musste. Trotz allem hatte ich aber nie das Gefühl, dass die Liebe, das Verständnis und die Geduld füreinander kleiner wurde, ganz im Gegenteil. Als dann wirklich nur noch die Erinnerung bleibt, war auch für mich zunächst ein Punkt erreicht, um ganz still zu werden und inne zu halten.

Ein elfseitiges Literaturverzeichnis rundet das für mich wunderbare und eindrucksvolle Buch ab und ich empfehle es sehr gern weiter!
Profile Image for Bärbel.
147 reviews1 follower
July 26, 2024
Persönlich und eindringlich
Direkt vor diesem Buch las ich den Roman "Der Bademeister ohne Himmel", der ebenfalls das Thema Demenz in den Fokus rückt. Im Roman verleiht der Erzählstil dem Geschehen einen heiter-melancholischen Zug. Bei Volker Kitz, der die Erfahrung des fortschreitenden Persönlichkeitsverlustes mit seinem Vater machte, entwickelt der Text dagegen einen existenziellen Ernst.
Über weite Strecken kam mir der Titel "Alte Eltern" nicht wirklich passend, da zu verallgemeinernd, vor. Warum der Plural? Es geht nicht um das Altern von Eltern an sich, es geht um einen "einzigen" Vater und dabei insbesondere die Erfahrung mit der Krankheit Demenz. Es ist eine spezifische Art, den Abschied zu erleben und gestalten zu müssen - wenngleich sie durchaus häufig vorkommt.
Zunächst ist die Rekonstruktion, die der Autor betreibt sehr persönlich, er gibt Einblicke in ein ganz spezielles Familienleben mit spezifischen Schicksalsschlägen und Erfahrungen. Das tut er sehr ehrlich und manchmal ist das herzzerreissend im Detail. Beispielsweise, wenn der Vater den Sohn anweist, die Teletext-Nachricht über den Unfalltod der Ehefrau und Mutter vom Fernseh-Bildschirm abzuschreiben. Das ist so skurril, beklemmend und authentisch zugleich.
Manchmal habe ich gar den Eindruck, der Autor schreibt sich Erinnerungen von der Seele, macht mir als Leserin aber in seiner Schreib-Befreiung die Beklemmung mit solcher Authentizität größer.
Durch zahlreiche essayistische Zugaben, Literaturrecherchen rund um Erinnern, Generationenabfolge und Verantwortung bekommt der Text eine verallgemeinernde Form. Erst als der tatsächliche Abschied naht, als der Prozess seine Unvermeidlichekeit und Unaufschiebbarkeit zeigt, verliert das Geschilderte indes fast alles Individuelle. Zwischen Trauer und Akzeptanz lässt er mich - die einen hochaltrigen Vater, wenig dement, hat - dünnhäutig zurück.
Profile Image for Frank Lang.
1,397 reviews15 followers
August 15, 2024
Die Menschen werden immer älter, aber eines ist uns dennoch gewiss. Einen jeden Menschen erwartet am Ende der Tod. Je älter die Menschen werden, umso öfter kreisen die Gedanken um diese Tatsache. Vermutlich auch, weil der Tod öfters in Erscheinung tritt. Je nach Verhältnis zu den Eltern, werden deren Tode hoch emotional von den Kindern begleitet.

Volker Kitz hat zwei mögliche Extreme erlebt. Seine Mutter starb plötzlich und unerwartet bei einem Verkehrsunfall, sein Vater durchlebte den langen Prozess eines dementiellen Syndroms, bei dem das Vergessen nach und nach zu einem zentralen Bestandteil des Lebens wird. Er beschreibt ausführlich über seine Gefühlswelt vom Beginn der Demenz bis zum Tod seines Vaters.

Der Autor bezieht in seine Beschreibungen seine Ängste und Sorgen, die über die Sorgen um seinen Vater hinausgehen. Wie z.B. die Gesellschaft künftig auf Krisen reagieren wird. Natürlich bekommt auch die Corona-Pandemie ihren Platz in diesem Buch, zusammen mit dem faden Beigeschmack, was die soziale Isolation vor allem zu Beginn der Krankheit dessen Verlauf beeinflusst hat (»Mein Vater blieb allein«, bei 15% des eBooks). Aber auch so einfühlsame Sätze wie »Wenn Sie Pech haben, leben Sie noch zehn Jahre« finden sich im Buch, die ein Arzt zum Vater geäußert hat.

Sprachlich gefallen mir am Stil des Autors die vielen schönen und passenden Vergleiche, wie er sich z.B. das Leben seines Vaters so vorstellt, als gäbe es alle paar Minuten einen Urknall, hinter dessen Horizont man nicht blicken kann. Der Raum dahinter bleibt leer. Der Autor gibt dadurch einen sehr intensiven Blick auf seine Hoffnungen, Sorgen und Bewältigungsstrategien preis, die einen sehr langen Zeitraum betrafen, die er zusammen mit seinem Vater erlebt hat.
Profile Image for Rabea Aylien.
262 reviews
November 2, 2024
•Rezension•
Alte Eltern: Über das Kümmern und die Zeit, die uns bleibt von Volker Kitz

✨ 978-3462004359
✨ 240 Seiten
✨ erschienen am 15. August 2024
✨ 23€ (Gebundenes Buch)
✨ Kiepenheuer & Witsch Verlag

Beschreibung:
»Bleibt bei mir«, bittet der Vater seine zwei Söhne, als die Erinnerung ihn verlässt. Bis dahin war Erinnerung für Volker Kitz kein Thema. Sie funktionierte, der Vater funktionierte, die Familie funktionierte. Doch eines Tages verunglückt die Mutter, und das Schicksal nimmt seinen Lauf. 
Erst unmerklich, dann immer deutlicher, verliert der älter werdende Vater die Orientierung in seiner Welt. Volker Kitz begleitet ihn, von den übersehenen Anfängen bis zu dem Tag, an dem der Vater vergisst, wie man schluckt. Durch Hoffnung und Hilflosigkeit, bis zum Abschied, als der Vater – trotz allem plötzlich – stirbt. 

Meine Meinung:
In diesem Buch wird das Thema des Alterns und die damit verbundene familiäre Verantwortung auf beeindruckende Weise beleuchtet. Die authentische Sprache und die emotionalen Beschreibungen haben mich sofort berührt, besonders da ich selbst letztes Jahr mit Demenz in der Familie konfrontiert wurde. Die schleichenden Veränderungen im Leben des Vaters sind realistisch und berührend. Ich fühlte mich in die inneren Konflikte und die Hilflosigkeit des Autors hineingezogen. Gleichzeitig empfand ich die Darstellung oft als düster und hoffnungslos, was mich manchmal überwältigt hat. Leider bietet das Buch wenig in Bezug auf praktische Tipps oder Lösungsansätze, was in einer so herausfordernden Situation frustrierend ist. Trotz dieser Aspekte ist es eine bewegende Erzählung, die viele wichtige Fragen zu Leben und Sterben aufwirft und die Herausforderungen des Alterns intensiv thematisiert.

4/5⭐️
Profile Image for Steffy.
304 reviews38 followers
July 14, 2024
Ein Thema, worüber niemand sich gerne Gedanken macht. Ein Thema, worüber wir uns früher oder später doch Gedanken machen müssen, wenn unsere Eltern gerade noch da sind.

Dieser literarische Essay ist persönlich und bringt dennoch sachkundig viel Wissen und Informationen mit, um es dem Leser zugänglicher zu machen. In der einen Form oder anderen betrifft es uns ja letztlich auch. Und Kitz geht mit diesem schmerzhaftem Thema so offen und ehrlich um. Die Vulnerabilität, mit der der Autor die Trauer über was war und was sein wird zulässt, ist unglaublich tröstlich.

Der Autor begleitet die fortschreitende Demenz seines Vaters. Durch Rückblenden und Retrospektiven, aber auch durch Introspektion und dem Versuch zu verstehen durch wissenschaftlicher Recherche, Belegen und Erläuterungen, wird das Thema des Erinnern und des Nichtmehrseins verständlicher, greifbarer.

Kitz schafft es, für das Unbeschreibliche Worte zu finden, die berühren, bewegen, beruhigen. Zwischen Zeilen von Zweifel, Frustration und Trauer verstecken sich auch kluge, wertvolle Erkenntnisse, die der Autor erfasst. Die Veränderungen mit dem Altern der Eltern und die damit einhergehende Überforderung sind menschlich. Loslassen, wenn es Zeit ist, ist ein gewaltiger Akt, der trotz reichlicher Vorbereitung, niemals leichter sein wird.
Sorgen und Hilflosigkeit werden trotz der Erkenntnisse nicht weniger, doch ist es tröstlich zu wissen, dass man damit nicht alleine ist.

Ein aufschlussreiches, berührendes Buch über ein Thema, das sonst nur Trauer und Angst verspüren lässt.
Profile Image for Rosetheline.
138 reviews13 followers
July 22, 2024
2.75

Altwerden der Eltern und Demenz

In seinem Buch "Alte Eltern: Über das Kümmern und die Zeit, die uns bleibt" schreibt Volker Kitz, Sachbuchautor und Jurist, über das Älterwerden der Eltern und insbesondere seine Erfahrungen mit der Demenzerkrankung seines Vaters.

Kitz' Mutter stirbt plötzlich bei einem Autounfall. Danach geht es seinem Vater zunehmend schlechter. Mit Ende 70 wird er pflegebedürftig und landet in der "Residenz".

Kitz' schreibt, wie das Älterwerden der Eltern auf einen einwirkt, dass manche Menschen nicht akzeptieren können, wie sehr sich die Eltern verändern können, vor allem, wenn eine Demenzerkrankung dazukommt. Wie schwer es für beide Seiten sein kann.

Das Buch ist eher fragmentatisch. Neben den eigenen Erfahrungen und Anekdoten fließen wissenschaftliche, literarische und philosophische Elemente mit ein. Zum Teil fehlt mir dadurch eine gewisse Struktur. Andererseits habe ich trotzdem etwas dazugelernt.

Leider habe ich sehr lange gebraucht, um das Buch lesen und bin mit den Gedanken oft abgeschweift. Ich war mir oft unsicher, ob ich das Buch gut finde oder nicht. Letztendlich denke ich, dass mir der Stil nicht wirklich zugesagt hat.

Das Buch würde ich trotzdem all denen empfehlen, die mit einem fragmentarischen Schreibstil kein Problem haben oder Kitz' andere Bücher schon gelesen und gemocht haben, denn das Thema ist wichtiger denn je.
15 reviews
September 8, 2024
Die Zeit, die uns bleibt

Volker Kitz' "Alte Eltern" ist kein Roman, aber das Buch liest sich fast wie einer. Man fliegt mit der Erzählung dahin und wird mitgezogen. Aber empfehlen würde ich das Buch nur denjenigen, die wirklich recht alte Eltern haben, da man sich dann hier wiederfinden kann, für alle anderen mag dieses Buch nicht emotional berührend sein.

Auch, wenn man alte Eltern hat, die nicht dement sind, kann man mit Volker Kitz mitfühlen. In der Erzählung steckt so viel Liebe und Sorge um den Vater. Es ist nett, das Heim "die Residenz" zu nennen, ein schöner Euphemismus. Den langsamen Verfall des Vaters mitzubekommen, ist für Kitz und seinen Bruder aber dennoch sehr schwer.

Das Buch ist eine Mischung aus persönlicher Erfahrung und einem sachlichen Blick auf das Thema. Dazu hat Kitz auch eine ausführliche Literaturliste angehängt für alle, die sich weiter informieren möchten. Das Cover jedoch ist mir zu nichtssagend und schlicht, aber wie sollte man ein Cover zu diesem Thema auch gestalten. Der Titel dagegen ist klar und präzise und spricht sicher (nur) die passende Leserschaft an.

Dies ist eines der besten Bücher zum Thema, die ich gelesen habe. Es ist bedrückend, aber voller Liebe. Die Mischung des Buches passt für mich sehr gut. Ich würde es allen mit alten Eltern, dement oder nicht, gern empfehlen.
Profile Image for Lisa_V.
750 reviews3 followers
July 16, 2024
Anekdotisch persönliche Annäherung an ein gesellschaftlich wichtiges Thema

Auch wenn Volker Kitz in seinem Werk "Alte Eltern" hauptsächlich seine eigene Generation anspricht, ist das Buch finde ich dennoch auch interessant für jüngere Leser:innen. Letztendlich ist es ein Thema welches uns alle früher oder später beschäftigen wird. Die Frage wie man am besten mit dem Rollenwechsel (dass sich nun Kinder um Eltern und nicht mehr umgekehrt kümmern) umgeht, wird im Buch aber nicht beantwortet. Vielmehr nähert ihr sich der Autor auf fast schon philosophische Weise an und ergänzt seine eigenen Erfahrungen mit zahlreichen literarischen Stimmen. Auch wenn die Lektüre keine leichte ist, mochte ich den sympathischen Erzählstil und die eingestreuten wissenschaftlichen und literarischen Ergänzungen gerne. Auch wenn der Autor keine allgemeingültige Lösung bereit hält, liegt die große Stärke des Buches darin sich selbst wiederzufinden. Und so machen die Schilderungen viel Mut und bestärken eine frühe Auseinandersetzung mit unangenehmen Themen wie Pflegebedürftigkeit und Demenz. Hin und wieder hätte ich mir allerdings einen besser erkennbaren roten Faden gewünscht, weshalb ich gute 4 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung vergebe.
Profile Image for Anne Dietrich.
198 reviews
July 7, 2024
Über das Leben und das Altern

Solange ich jung war, habe ich mir nie Gedanken über das Altern gemacht. Nun bin ich nicht mehr so jung und meine Eltern werden langsam aber sicher und auch spürbar älter.
Volker Kitz hat also mit seinem Buch genau meine Situation getroffen.
Er beschreibt das Leben mit seinem Vater und ich hatte immer wieder das Gefühl, dass er in mein Leben geblickt und alles aufgeschrieben hat.
Mich hat dies zunächst sehr erschreckt, aber irgendwie fand ich es auch tröstlich. Ich bin nicht allein mit meinen Ängsten, meinen Sorgen und meiner Hilflosigkeit.
Es ist der Lauf des Lebens, den er beschreibt und ich glaube, dass jeder sich in der ein oder anderen Situation wiederfinden kann.
Mich hat das Buch sehr berührt und es hat eine Menge Emotionen in mir ausgelöst.
Ich hätte mir gewünscht, das Buch früher gelesen zu haben. Von außen betrachtet ist das Alt werden und das sich damit verändernde Leben schwierig genug zu begreifen, wenn man mittendrin steckt, hat man keine andere Wahl und ich denke, ein wenig darauf vorbereitet zu werden, hätte den Umgang damit erleichtert.
2,305 reviews13 followers
August 15, 2024
Zum Inhalt:
Der Autor schildert in diesem Buch die Geschichte seines eigenen Vaters, der nach dem Tod der Frau langsam aber sicher immer mehr in die Demenz abgleitet. Er zeigt, was das nicht nur für den Vater sondern auch für die Söhne bedeutet, wie sich Verantwortung verschiebt und wie man damit umgehen kann.
Meine Meinung:
Das Buch ist schon was ganz besonderes, denn gerade das Thema Demenz wird noch sehr stiefmütterlich behandelt, obwohl es aufgrund des zunehmenden Alters der Gesellschaft auch zunehmen wird. Berührend fand ich, dass der Autor seine eigenen Erfahrungen mit dem Vater schildert, was sicherlich auch nicht einfach ist. Wobei er selbst schreibt, dass er beim Schreiben sogar ein wenig das Gefühl hatte, alles klarer zu sehen, fast etwas distanzierter. Ich finde, dass der Autor ein einfühlsamen Buch geschrieben hat, dass voller Schmerz aber auch hoffnungsvoll ist, selbst kleine Anekdoten sind drin. Der Schreibstil ist berührend und leicht lesbar und mit vielen Literaturhinweisen. Ob man nun das gesamte, umfangreiche Literaturverzeichnis auch noch liest, bleibt jedem natürlich selbst überlassen.
Fazit:
Berührt
Profile Image for Alina_liest07.
134 reviews6 followers
August 25, 2024
Ein ganz besonderes Buch

Volker Kitz hat mich mit „Alte Eltern“ mitten ins Herz getroffen! In persönlichen, klugen wie berührenden Essays erzählt der Autor von der Krankheit und dem Tod seines Vaters – und von all dem, das dazwischen lag.

Der Ton ist einfühlsam und dennoch beschönigt Kitz nicht: Pflegenotstand, steigende - für immer mehr Menschen nicht mehr tragbare - Pflegekosten bei gleichzeitiger Profitmaximierung von Einrichtungen.
Auch habe ich durch die Lektüre einiges über Demenz in all ihrem Formen gelernt – ein wichtiges Thema und eine Krankheit, die nicht wenige von uns betrifft oder betreffen wird.
Allen wichtigen, gesellschaftskritischen Tönen und Informationen zum Trotz, ist „Alte Eltern“ vor allem eine Liebeserklärung des Autors‘ an seinen Vater und eine behutsame Auseinandersetzung einer schweren und schmerzhaften Zeit.

Fazit: Ein wunderschönes Buch, das mitten ins Herz geht, das offen und ehrlich und bewegend erzählt ist und in dem sich sehr viele Menschen wiederfinden können - ein Jahreshighlight!
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44 reviews
October 25, 2025
Ein mMn zutiefst bewegendes und zugleich klug reflektiertes Buch über ein Thema, das uns alle betrifft – den schleichenden Abschied von unseren Eltern. Besonders eindrucksvoll ist, wie er seine persönliche Geschichte mit fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen verwebt und dem Leser so nicht nur emotionale Nähe, sondern auch lebensphilosophische Tiefe bietet.

Die Art, wie Kitz seinen Alltag um die Pflege seines Vaters strukturiert, wirkt bewundernswert und wirft zugleich die Frage auf, wie man selbst mit solch einer Verantwortung umgehen würde – ein Gedanke, der nachhallt. Die klare Struktur des Buches, seine präzise Länge und der konsequente rote Faden machen es zu einer intensiven, aber nie überladenen Lektüre.

Obwohl ich mich gedanklich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hatte, hat mich das Buch emotional stark berührt – es ist ehrlich, realitätsnah und fordert heraus. Gerade deshalb empfiehlt es sich, es in stabilen Momenten zu lesen, da es zum Nachdenken anregt und auch nach dem Zuklappen noch lange nachwirkt.
190 reviews2 followers
July 16, 2024
das cover hat mich neugierig gemacht und der titel erst recht, bücher über demenz interessieren mich sehr, da ich in der mobilen pflege immer wieder damit zu tun habe und privat gibt es ja auch die ein oder anderen berührungen damit. der autor beschreibt sehr anschaulich und authentisch was er erlebt mit seinem vater, teilweise schon vor der diagnose, wie die anzeichen und veränderungen wahrzunehmen waren und dann natürlich während der erkrankung bis zum tod und auch ein paar gedanken darüber hinaus. es gibt so einige details die zum nachdenken anregen und einige gute informationen, wissenswertes und hilfreiches für jeden, um mehr zu verstehen über diese krankheit und ihre verschiedenen aspekte davon. sehr berührend wird das verhältnis des autors zum vater und zur demenz erläutert und auch wie der vater sich verändert und damit umgeht. für mich ein absolut empfehlenswertes buch, das sich sehr gut liest und gerade in der heutigen zeit wichtig und wertvoll ist.
153 reviews
July 15, 2024
"Alte Eltern" von Volker Kitz ist das Erste was ich von diesem Autor gelesen habe. Gespannt war ich, wie das Thema umgesetzt wird. Und ich kann sagen, das Buch hat mich berührt.

Die Mutter des Autors ist viele Jahre vor dem Vater, sehr plötzlich, durch einen Unfall verstorben. Der Vater wird zunehmend dement und dann führt der Weg eines Tages aus der gewohnten Umgebung in ein Seniorenheim, das hier aber nur "Residenz" genannt wird. Neben sehr persönlichen Gedanken kommen in diesem Buch auch viele gesellschaftliche Aspekte des Älterwerdens, der Versorgung der Generation unserer Eltern und den Schwierigkeiten um alles was damit zu tun hat zur Sprache.

Wer selbst die Situation bereits erlebt hat wird häufig zustimmend nicken. Andere werden ein bisschen darauf vorbereitet was sie erwarten könnte und Alles in Allem ist es wichtig, dass darüber gesprochen wird.
169 reviews
November 12, 2024
Manchmrl nervig (schlechtes gewissen?) Übereifrig. Aber eig. Gut. Sehr poetisch beschreibend
Profile Image for Alex Mihov.
34 reviews1 follower
November 1, 2025
Kein Buch, welches man gut oder schlecht finden jann. Man liest und macht sich Gedanken. Sehr sehr viele Gedanken.
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